Hallo !
Mich quält schon lange ein Problem, das ich einfach nicht verstehen kann.
Ich schaffe es einfach nicht, der Sache auf den Grund zu gehen.
Mich würde interessieren, wie Ihr das so seht. Es wäre fantastisch, wenn ich es endlich verstehen könnte. Vielleicht passt es nicht so ganz unter die Überschrift "Franz Bardon", aber da ich hier eine Menge Menschen sehe, die die Dinge intelligenter und tiefgründiger verstehen, wende ich mich an Euch.
Es geht um einen bestimmten Schmerz, den ich empfinde, wenn ich mir vorstelle,
meine (Ex-)Freundin würde mit einem anderen Menschen Sex haben.
Zuerst einmal könnte man das als Eifersucht bezeichnen. Aber ich habe nicht verstanden, welcher Mechanismus hinter Eifersucht steckt.
Mein Verstand sagt mir, daß es völlig normal ist, wenn irgend ein Mensch einem anderen näher kommt. Aber woher kommt es, daß ich darunter leide, wenn sie einem anderen ihre Zuneigung entgegenbringt ? Woher kommt dieser Schmerz, bei dem Gedanken, sie gibt sich einem anderen Mann sexuell oder auch so hin ?
Mir wurde einmal vorgeschlagen, es läge an dem Trieb, den anderen besitzen zu wollen. Nur ist es überhaupt kein Thema für mich, wenn sie irgendetwas anderes tut. Was auch immer, wo auch immer, es ist völlig in Ordnung. Ich will sie nicht besitzen.
Dann hieß es, es wäre der Trennungsschmerz. Nur wenn es rein triebhaft ist, bedeutet es doch keine Trennung, oder ?
Es könnte auch die Angst sein, den anderen zu verlieren. Aber leidet man nicht genauso darunter, wenn man ihn dabei nicht verliert ?
An dieser Stelle möchte ich kurz zwei grundsätzliche Haltungen zum Sex ansprechen. Die eine ist die Variante Sex ohne Liebe. Menschen, die solchen Sex haben, neigen dazu, ihn mit Essen oder Trinken zu vergleichen. Sie haben auch bedeutend weniger Probleme mit Seitensprüngen, bei sich und beim Partner. Sie sind bedeutend freizügiger. Ist das so ? Warum ?
Das andere wäre ein Mensch, der Liebe und Sex nicht trennen kann oder mag.
So ein Mensch geht anders mit Sex um. Er kann nicht so ohne weiteres mit einem anderen ins Bett. Wie steht es nun um die Unterschiede zwischen diesen beiden
Extremen ? Und wenn ein Mensch beide Formen der Sexualität lebt, das eine beim Partner, das andere bei One Night Stands, wie kann er beides miteinander vereinbaren ?
Mein Verstand sieht es als eine Tatsache, daß der eine den anderen absolut nicht verletzt, wenn er mit einem anderen ins Bett geht. Mann könnte nun sagen, daß man die Energien des anderen bekommt, und das nicht will. Aber mit einer Verletzung hat das doch nichts zu tun, oder ?
Ich selbst kann Liebe und Sex nicht voneinander trennen, ich will es auch nicht. Neulich mußte ich mir von einem guten Freund anhören, meine Ex-Freundin hätte ihn einmal sexuell angemacht. Es sei dahingestellt, ob es so war, ich weiß es nicht. Meines Wissens halte ich das für eher unwahrscheinlich. Aber wie dem auch sei, als ich es hörte, hatte ich fast einen halben Herzinfarkt und auch jetzt, wenn ich darüber schreibe, wenn ich nur daran denke, krampft sich alles in mir zusammen. Und das, obwohl wir garnicht mehr zusammen sind.
Obwohl wir im Streit auseinander gingen.
Vielleicht hängt diese eigenartige Eifersucht mit Sex zusammen, aber ich weiß, daß man auch fürchterlich eifersüchtig sein kann ohne Sex.
Also, obwohl ich mir so viele Gedanken über dieses Thema gemacht habe, ich verstehe es nicht. Bitte laßt mich wissen, wie ihr das seht. Wie geht es Euch in dieser Beziehung ?



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