Hallo Ihr Lieben,
Das Anliegen ist es aktuell, Fokus der Aufmerksamkeit auf das nun kommende "Erdelement-Projekt" zu richten, welches uns curved-knife in den letzten Tagen vorgestellt hat.
Für alle die neu sind in diesem Forum: unter "Projekte zu Bardon" - den Link hat uns Martin liebenswerterweise eingerichtet - bzw. unter http://ygilon.mahakala.de/ finden sich Hintergründe, Zusammenfassungen zu den bisherigen vier Projekten.
Möchte Euch heute die nächste Projektidee - einen Anklang an unser gemeinsames 5. Projekt - vorstellen. Eine Möglichkeit, die Zusammenarbeit von uns weiter fortzusetzen.
Es folgen zunächst einige Hintergründe und Informationen, der sich die eigentliche Projektidee anschliesst und am Ende des Textes einen kurzen Ausblick gibt.
Gefahrenherd Routine:
438 Reaktorblöcke sind gegenwärtig in 31 Ländern in Betrieb. Darunter befinden sich alle größeren Industrienationen sowie die Schwellenländer Brasilien, China und Indien. In Deutschland wurden zwischen 1960 und 1989 insgesamt 35 Atomanlagen gebaut. Die Kernenergie deckt in Deutschland gegenwärtig etwa ein Drittel des gesamten Strombedarfs ab. Im Bereich der so genannten Grundlast, also der Stromversorgung rund um die Uhr, stellt die Kernkraft noch immer eine Säule mit rund 50% dar.
In den fünfziger Jahren wurde die Kernenergie als Lieferant einer billigen und unerschöpflichen Energie für die Zukunft angesehen. Die Energiewirtschaft hoffte, dass die Kernenergie die fossilen Brennstoffe ersetzen und die Kosten für elektrischen Strom senken würde. Schon bald wurden Vorbehalte gegen die Kernenergie geäußert, vor allem als der Sicherheit der Anlagen und der möglichen Verbreitung von Material für Atomwaffen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde. In den westlichen Industrieländern regte sich bald Widerstand gegen die Kernenergie. Die Kritik an der Nutzung der Kernenergie geht grob gesprochen in drei Richtungen:
- Auch beim ungestörten Normalbetrieb können radioaktive Stoffe in die Umwelt gelangen.
- Unübersehbare und weitreichende Auswirkungen bei Reaktorunfällen.
- Das beim Betrieb von Kernkraftwerken anfallende Uran-235 und Plutonium-239 kann zur Herstellung von Kernwaffen verwendet werden.
Riskant sind die Katastrophenfälle durch technische Defekte und Bedienungsfehler im Kernkraftwerk, das Risiko von Sabotage, terroristischen Anschlägen oder kriegerischen Angriffen sowie die nicht mit letzter Sicherheit zu kalkulierenden Risiken der Endlagerung.
Das "Restrisiko" existiert – weltweit in jeder einzelnen Atomanlage. Trotz des angeblich so hohen westlichen Sicherheitsstandards ist es in allen Ländern, die auf die Atomenergie zur Stromerzeugung setzen, wiederholt zu Störfällen gekommen. Es hat sich gezeigt, dass es unmöglich ist, jede denkbare Gefahrenquelle von vornherein auszuschließen. Je komplexer das System, desto anfälliger ist es für Störungen. Überdies steigt mit zunehmender Betriebsdauer das Unfallrisiko.
Bekannte Atomunfälle:
Windscale/Sellafield, 8. Oktober 1957
Radioaktive Spaltprodukte verseuchen nach einem ausgebrochenen Feuer großflächig die Umgebung und sind bis nach Irland nachzuweisen. Die Regierung spricht zeitweilige Verzehrverbote für Milchprdukte aus der Region aus. Wissenschaftler der Universität Newcastle schätzen, dass über tausend Menschen an den Langzeitfolgen des radioaktiven Windscale-Feuers sterben werden.
Tscheljabinsk, Dezember 1957/Januar 1958
Details dieses Unfalls (Explosion eines Tanks mit radioaktiven Abfällen) sind bis heute nicht bekannt. Danach verschwinden ganze Städte und Dörfer von der Landkarte, das Abwassersystem wird verändert. Noch heute gibt es in der Gegend Sperrzonen, zu denen niemand Zutritt hat.
Harrisburg, 27./28. März 1979
In Block 2 des Atomkraftwerkes Three Mile Island kommt es infolge einer ganzen Pannenserie zum Verlust von Kühlwasser. Der Reaktor überhitzt sich, ein Teil des Brennstoffs schmilzt. Im Reaktordruckbehälter bildet sich eine Wasserstoffblase. Glücklicherweise explodiert sie nicht. Trotzdem gelangen radioaktive Substanzen ins Freie. Die Universität Columbia stellte rund 20 Jahre später erhöhte Leukämieraten bei Menschen fest, die der radioaktiven Wolke ausgesetzt waren.
Tschernobyl, 26. April 1986
Während eines Experiments gerät Block 4 des ukrainischen Atomkraftwerks in einen instabilen Zustand. Der Versuch einer Schnellabschaltung heizt die Kettenreaktion wegen eines Konstruktionsfehlers noch weiter an. Wenige Sekunden später explodiert der Reaktor und wird völlig zerstört. Eine radioaktive Wolke verteilt den Fallout über weite Teile Europas.
Tokaimura, 30. September 1999
In der etwa 100 Kilometer nordöstlich von Tokio gelegenen Brennelemente-Fabrik befüllen Arbeiter einen Tank entgegen den Vorschriften nicht mit 2,3 Kilogramm, sondern mit 16 Kilo Urangemisch. Es kommt zu einer unkontrollierten Kettenreaktion mit hoher Strahlung. Zwei der drei schwer verstrahlten Arbeiter sterben einige Zeit später einen qualvollen Tod. Mehrere Hundert Menschen aus der näheren Umgebung werden verstrahlt.
In letzter Zeit häufen sich die Veröffentlichungen in der Presse über Pannen im AKW Fessenheim (Frankreich), welches 1977 in Betrieb genommen wurde und das älteste Frankreichs ist. So sind z.B. Ende Jan. 300 Liter verbrauchte, hochradioaktive Kunstharze, die zum Reinigen des Kühlwassers in Filtern benutzt werden, in den Primärkreisauf gelangt. Der Kunstharz-Vorfall wird erst fünf Tage später publik gemacht. 12 Mitarbeiter werden binnen drei Wochen im Block 1 leicht verstrahlt.
Fessenheims Strommenge entspricht 92% des Verbrauchs im Elsass. Doch diese Region bezieht ihren Strom nicht nur von dort.
Die letzte 10-Jahresuntersuchung ergab folgende Ergebnisse:
feinste Haarrisse am Reaktordruckbehälter
Keine Sicherung gegen den Bruch des Rheinkanals
Keine Wappnung gegen einen Flugzeugabsturz (der Euroairport liegt nur wenige KM entfernt)
Eine Erdbebensanierung würde 400 Mio. EUR kosten; diese Kosten will jedoch das Konzern Electricité de France vermeiden.
Im Februar 2004 gab es ein Erdbeben am Oberrhein mit der Stärke von 5.4 auf der Richterskala.
Die Notkühlsysteme der Druckwasserreaktoren haben Konstruktionsfehler - Filter könnten in einem Notfall verstopfen.
Das Auswechseln von drei Dampferzeugern kostete im Jahr 2002 105 Mio. EUR; 10% der einstigen Baukosten des AKWs.
Ursprünglich war die Rede davon, Fessenheim 25 Jahre am Netz zu lassen; jetzt ist von mind. 40 Jahren die Rede.
An diesem Beispiel wird deutlich, dass nach jahrzehntelanger Kernenergienutzung Routine zur Gefahr werden kann. Immergleich Prozeduren machen die Ingenieure / Mitarbeiter etc. müde. Die Aufmerksamkeit nimmt ab, es wird schlechter überwacht, aber auch schlechter ausgebildet und geschützt.
Der AKW-Direktor aus Fessenheim sieht die jüngsten Ereignisse in Fessenheim als eine Anhäufung unbedeutender Ereignisse.
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Einem dpa-Bericht vom 23. Feb. 2004 in der Badischen Zeitung ist zu entnehmen, dass das Bundesamt für Strahlenschutz fünf deutsche AKWs vorzeitig vom Netz nehmen will, da sie vor möglichen Terrorangriffen nicht geschützt seien.
Philippsburg I und Obrigheim (Betreibering EnBW, Baden-Württemberg)
Isar I, Biblis A und Brunsbüttel
Die EnBW kommentierte: Man habe sorgfältig überprüft, ob die Kernkraftwerke durch Terrorismus gefährdet sind, und auch „entsprechend gehandelt“. Weiter so die EnBW, sei es nicht Aufgabe des Bundesamts, "durch voreilige öffentliche Kommentierung Emotionen zu erzeugen".
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Fakt ist: Augen schliessen als die ausreichendste Sicherheitsmaßnahme zu halten - ein im Sandkasten übliches Verfahren um Gefahren abzuwehren - hilft hier leider wenig.
Energieunternehmen, Politik und Gesellschaft scheinen noch immer nicht Klarheit darüber zu haben, welche Risiken sie einzugehen bereit sind. Anders ausgedrückt: das Risiko der Tragweite, das man bereit ist einzugehen, scheint unterschiedlich stark ausgeprägt und unterschiedliche Interessen werden hier ebenfalls vertreten, von „Extrempositionen“ in unterschiedlichste Richtungen.
Projektidee:
Sensibilisierung auf alle AKWs innerhalb Deutschlands und unmittelbaren Nachbarstaaten, solange diese am Netz bleiben - aus welchen Gründen auch immer (z.b. weil noch keine politische Konsensfindung und viele Erwägungen z.B. wirtschaftliche und sozialpolitische (Strompreis, Standortpolitische, Arbeitsplatzpolitische) usw. mit hinein fließen.
Zuviel Alltagsroutine der in Kernkraftwerken angestellten Mitarbeiter stellt eine Gefahr dar - für sie als auch für die Mitmenschen, Tiere, Umwelt.
Daher: Stärkung der Fort- und Weiterbildungen im Bereich Sicherheit, Gefahrenschutz.
Je länger die Kernkraftwerke am Netz sind, desto anfälliger für Störungen sind sie (Exemplarisch: Beschreibung von Fessenheim, s.o.)
Daher: "Schutzgürtel" um alle AKWs in Deutschland und um die AKWs der Nachbarländer, solange diese noch "ins Netz einspeisen" bzw. auch nach Abschaltung noch betreut werden müssen.
Ziel: Schutz für Mensch, Tier und Umwelt vor möglicher radioaktiver Verstrahlung.
Zum Schutzgürtel bietet sich bspw. das Bild von Regenbogen an, der Himmel (Licht) und Erde verbindet, sowie Luft und Wasser: Vision davon, dass andere - sogenannte regenerative Energien - AKWs weiter ersetzen.
Förderung weiterer Machbarkeitsstudien im Bereich sogenannter regenerativen Energien für die Energieversorgung (wie z.B. Wind, Sonne, Wasser, Nutzung von Erdwärme, Biomasse) als Alternative zu Kernenergie.
Denkbar ist auch, dass wir unseren Fokus auf lediglich ein AKW richten (z.B. Fessenheim), da eine globale Einflussnahme (Deutschland und Nachbarstaaten bzw. AKWs weltweit) sicherlich geringer ist.
Ausblick:
Die Elementalform steht noch nicht.
Ebenso der Einsatz der Elemente-Arbeit und Projektverlauf steht noch nicht. Die Ausarbeitung würde ich übernehmen.
Einen genauen Ablauf würde ich nach Beendigung und Auswertung des kommenden Projekts "Erdelement" hier im Bardon-Forum und auch im Ygilon bekannt geben.
Freue mich, wenn wir unsere Arbeit zusammen fortsetzen.
Bitte auch um Euere Verbesserungsgedanken.
Liebe Grüße
Naema



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