Du biegst dir, mit Verlaub, einiges zurecht.
Denn das, was du als "unpersönlichen Gott" bezeichnest, ist keineswegs eine Seltenheit in diversen Richtungen der nicht-fanatischen und nicht-funbdamentalistischen Bereiche der monotheistischen Religionen gewesen.
Dionyisos als christlicher Neuplatoniker, der unter dem Pseudonym "Aeropagit" die negative Theologie im 2. oder 3. Jahrhundert ins Christentum einführte.
Diverse paulinische und gnostisch-christliche Bestandteile des Christentums, etwa bei Origines oder Klemens von Alexandrien.
Jüdische Kabbalah...
Die wenigsten Menschen stellen sich heute (und auch früher schon) Gott (die Gottheit) als ein "Gespenst im Jenseits" vor und kreationistische Fanatiker, die mit ihrer wortwörtlichen Auslegung der Bibel nicht die Symboliken
anerkennen, sind durchaus eine Minderheit (Ausnahme: USA).
Das mittelplatonische Kugelgleichnis mit der Gottheit (bei Platon Gottheit höchste Idee, "Idee des Guten") war schon im 5. Jahrhundert im Christentum bekannt und wurde angewandt, sogar bei der mit echter prophetische Begabung ausgestatteten Hildegard von Bingen findet man ganz klar verwandte hermetische Symboliken und Aussagen in ihren Schriften, Visionen und Lehren (lest euch mal die Originaltexte durch und seht euch die Bilder an).
Der Monotheismus hatte seine Wurzeln im Sinne einer höchsten und umfassenden Einheit bereits in Ägypten (Ureinheit, aus der alles hervorging, siehe auch Re-Ra--->Kether, und Echnaton mit der Sonnescheibe Aton) und in Indien (eventuell bereits in der Induskultur).
Zugegeben: In der Tat wurde im Westen und im Orient der Monotheismus den grössten Teil der Geschichte AUCH zur gesellschaftlichen Unterdrückung missbraucht.
Allerdings führe ich das eher auf gewisse soziale Sacherverhalte und wirtschaftlich-gesellschaftliche Unterdrückungsmechanismen zurück. Ganz speziell die solar geprägten Kulte und Gesellschaftsformen hatten es, von den Griechen angefangen über die Römer bis hin zu den Byzantinern, dem Papsttum oder der spanischen und französischen Monarchie immer an sich, alles zu "zentralisieren" und überstrahlend beherrschen zu wollen. Da waren die solaren Kulte das Problem, denen der "Mond" fehlte.
Magie blühte und blüht meist in lunaren Kulten (Erleuchtungssymbol Mond, Reflexion, dezentral), während solare Kulte dazu tendisieren sie zu zentralisieren und monopolisieren (bis sie, wie im römischen Reich, in bürokratisierten und hirarchisierten leblosen Staatskulten erstarrt, die nur noch der auf den vergöttlichten Kaiser und seiner Bürokratrie als Zentrum hin ausgerichteten zntralistischen Politik dienen).
Insofern kann ich auch dem Hermetiker Evola nicht zustimmen, der mit seinem angestrebten "Sonnenkult" DIE politische Alternative gefunden zu haben glaubte...in Wirklichkeit war das eine ganz alte Leier, die bereit zig mal in Europa bestanden hatte.
Das Problem der christlichen Theologie (und bereits des Griechentums) war die Verdrängung des hermetisch-seelischen zugunsten des apollinisch-geistigen.
Pure geistige überstrahlende und blendende Ratio...statt seelische Empirie, die die Erfahrungen dann reflektiert.
Der Logos verdrängte den Mythos...die scholastische Theologie des Thomas von Aquion rezipierte die aristotelische Philosophie und Logik...und verwarf den Platonismus (und in der Renaissance den hermetischen Neu-Platonismus).
Kein Wunder, dass es unter Descartes dann zur Spaltung Geist (logos) und Materie kam: Da fehlte die Seele, der (Ver-) Mittler zwischen Geist und Materie.
Dennoch: Zwangsläufig war diese "Krankheit der Seele" in Europa keineswegs.
Albertus Magnus (ein Lehrer des Thomas von Aquin) etwa war ein echter Hermetiker (und Universalgelehrter, ein Genie). Die Geschichte hätte in der Renaissance auch einen anderen Lauf nehmen können.
C. G. JUNG,
ZUR ZUKUNFT
DER HERMETISCHEN PHILOSOPHIE
„Hermes ist zwar ein Gott der Diebe und Betrüger, aber auch ein Offenbarungsgott und hat einer antiken Philosophie seinen Namen gegeben, eben der Hermetischen. Aus historischer Rückschau gesehen, war es ein psychologischer Moment höchster Bedeutung, als der Humanist PATRITIOS dem Papste Gregor XIV. vorschlug, die Hermetische Philosophie an die Stelle des ARISTOTELES in der Kirchenlehre zu setzen. In diesem Augenblick haben sich zwei Welten berührt, die in der Zukunft – aber nach was für Ereignissen!– sich noch werden einigen müssen. Damals war es offenkundig unmöglich. Es bedarf noch einer psychologischen Differenzierung der religiösen wie der wissenschaftlichen Auffassungen, damit eine Vereinigung auch nur einigermaßen in die Wege geleitet werden kann.“
Der Geist des Mercurius, in: C. G. Jung, Studien über alchemistische Vorstellungen
(http://www.feelsophie.de/weltundgegenwelt/index.html)
(http://www.fk-alchemie.de/Texte/13JUNG.html)
Es war immer wieder gesellschaftliche Unterdrückung, die auch die spirituelle Freiheit einengte und beschnitt.
Es ist aber naiv, die Schuld an alldem allein im Monotheismus zu suchen:
Die Römer unterdrückten keltische Gallier und Briten (und deren Druiden) ganz hervorragend als Polytheisten, ebenso die monotheistischen Juden.
Ebenso wurden die Juden schon vorher von den griechischen Seleukiden mit ihrem Staatskulkt tyrannisiert, und über die Gesellschaft und Huimanität der Wikinger will ich mich lieber gar nicht erst äußern.
In buddhistischen Tibet wurden sogar Sklaven gehalten...etwas, das im Abendland seit dem Siegeszug des Christentums im römischen Reich immerhin abgeschafft war (ebenso Gladiatorenkämpfe vor einer geifernden Masse, Knabenschändung der röm. Oberschicht, lebenslange Arbeit in den Silberminen...).
Es geht um GESELLSCHAFTLICHE Fragen, und um damit verbundene wirtschaftliche UND psychologische Prozesse (die auch mit zwischenmenschlichen astralischen Bindungen zu tun haben).
In Europa wurde zwar der Feudalismus mitsamt Leibeigenschaft im Hochmittelalter eingeführt...aber das war eine Entwicklung, die auf gesellschaftlich-wirtschaftlichen Faktoren zurückzuführen war...im frühen Mittelalter waren die meisten Bauenr noch frei und der Adel noch nicht so unangreifbar.
Man sollte sich auch mal, im Zusammenhang mit Magie, gesellschaftlich-soziologischen (und psychosozialen Fragestellungen) stellen.
Warum etwa, wurde und wird die - meiner Ansicht nach - beste und fortgeschrittenste Form des Buddhismus, der tibetische Tantra-Buddhismus des diamantenen Fahrzeugs, in der Geschichte immer wieder am meisten verfolgt und unterdrückt?
Warum wurde z.b. die ersten reformatorischen Christen Europas (schon VOR Luther), die nach Unabhängigkeit vom tyrannischen und ausbeuterischen Papst und Reinigung der Kirche von Korruption strebenden Rosenkreuzer, die ihre Wurzeln in den bis zu drei Monaten dauernden christlichen Mysterienspielen des Mittelalters hatten (haben), derart verfolgt und unterdrückt...und warum gelingt dann einem durch intoleranten und fundamentalistischen Reformatoren wie Luther, woran grössere und tolerantere Köpfer scheiterten...?
(weil Luther sich z.B. mit den Fürsten Verbündete, und so - wieder einmal - wie im anglikanischen England eine Stzaats-Kirche mit dem jeweiligen Fürsten als Landesoberhaupt entstanden war...nun allerdings ohne die Mysterien und Archetypen des Katholizismus sondern mit reiner intelektualisierter fundamentalistischer Wort-Theologie.)
Man denke auch an Byzanz: Geradezu ein totalitärer Beamtenstaat mit dem Basileos als Kaiser als oberstem Kirchenherrn. (über Byzanz kamen wohl aus Anatolien die Vorläufer der gnostischen Katharer, Albigenser und eventuell auch der in Venedig gegründeten Freimaurer bzw. Dombaumeister der mittelalterlichen Kathedralen und spätere Templer nach Europa).
Der byzantinische Kaiser liess die (neup-) platonische Akademie von Athen nach der Christianisierung des oströmischen Reiches schliessen, und schon vorher durften nur noch betsimmte Schriften des Aristoteles statt der an sich durchaus mystischer ausgerichteten Neuplatoniker oder Platons gelesen werden.
Das alles ist eine Entwicklung spirituellen Verfalls: Aber dahinter stecken aus meiner Sicht ganz klar auch sozial-gesellschaftliche Unterdrückungsmechanismen und psychosoziale Ursachen. Kräfte menschlicher Selbstzerstörung und Selbst-Blendung?
Hat das eventuell auch was mit bestimmten Menschentypen zu tun, die ganz klar Freude an Unterdrückung und Misshandlung anderer habenm, und sich ganz simpel materialistischen Trieben mit zunehmender Gier hingeben?
Und was Kant betrifft: Kant äußerte sich auch herablassend über Neger, Chinesen und was weiß ich bezüglich minderwertiger Rassen und Fähigkeiten.
Ohne aber jemals aus der Umgebung von Königsbverg und Ostpreussen herausgekommen zu sein.
Keine Reisen. Nichts. Ein brillianter Theoretiker. Aber eben ein Theoretiker.
Im zweifellsfall ist die eigene Erfahrung besser als alle Theorie. Initiation und Praxis führt zu Erfahrung, als eigenem Er-leben und wahr-nehmen.
Man könnte sagen: Die sophistische Philosophie (leider zunehmend nicht mehr Sophia) wurde nach Platons Tod daraus geboren, dass die Griechen von den Ägyptern die Mysterien übernahmen...und sie dabei verschlampten.
Ich bezweifle, dass man wirklich - nach Kant - alles mit der Vernunft regeln und erkennen kann, ja selbst, dass die Venrunft wirklich das Primäre für das menschjliche Erkennen ist.
Hahmann ging, in Kritik zu Kant, von der Sprache (und bidlichem Denken) als primärem aus. Und ich schätze, er hatte damit angesichts des damit verbundenen Erlebens Recht.
Zwar liess Kant, da man niemals das transzendente Ding an sich erkenne, immer noch eine Begrenzung der Erkenntnisfähigkeit als Widerspruch zum philosophischen materialismus zu...aber insgesamt ist seine Philosophie doch deutlich mechanistisch geprägt.
Einseitig solarisch-geistig.
Ich bestreite, dass es in erster Linie tatsächlich im den Geist geht.
Das, was die meisten Schwierigkeiten verursacht und die meisten Fragen bezüglich Erkenntnis, Gesellschaft, Evolution und Persönlichkeit aufwirft, istr die er-lebende SEELE.
Dazu wäre eine Stellungnahme sehr viel interessanter.
Denn alle religiösen oder philosophisch-metaphysischen Richtungen, die wirklich aktiv mit der Seele arbeiteten, wurdne in irgend einer Form in der Geschichte immer gesellschaftlich verfolgt oder unterdrückt.
Der gegenwärtige Islam, abgesehen von der Sufi-Tradition (etwa bei Sebottendorf "Übungen für türkische Ftreimaurer" und Waltarius auszugsweise publiziert), mag einen spirituellen Verfall hinsichtlich geistiger Unabgängigkeit und konkreten effizienten Praktiken für die Seele darstellen (ebenso wie der westliche Materialismuss, trotz aller "Psi-Trainingsprogramme") - und weist nebenbei einige Parallelen zu vor-islamischen Wüstendämonen der arabischen Welt und sogar zum ägyptischen Seth-Kult auf (Gott der Wüste, des Feuers und des Kampfes...negativer Demiurg?).
Aber die Antwort darauf müsste in konkreten Vorschlägen zur Formung und Entwicklung der menschlichen psychisch-astralischen SEELE zu suchen sein, nicht in blosser geistiger Sophistik.
Grüsse
8



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