Auszug aus der Magische Körperschulung Stufe VI
Wenden wir uns jetzt einem anderen, einigermaßen ähnlichen Thema zu, das uns mit den so genannten LARVEN bekannt macht:
Der Unterschied zwischen einem Elemental und einer Larve liegt darin, dass ein Elemental vom Magier bewußt geschaffen wird, wohingegen sich Larven unwillkürlich durch starke psychische Erregungen, ganz gleich welcher Art, in der entsprechenden Mentalsphäre von selbst bilden. Je stärker, die Erregung ist, um so mehr Mentalstoff verliert der Mensch und um so stärker, dichter und lebensfähiger wird so eine Larve, namentlich dann, wenn sich
ein - und dieselbe psychische Erregung regelmäßig und oft wiederholt. Diese unwillkürliche Larvenbildung in der Mentalsphäre kommt bei jedem Mensch vor, ob magisch geschult oder nicht geschult, ob jung oder alt, intelligent oder unintelligent, ohne Rücksicht darauf, ob er davon weiß oder nicht. Hört die psychische Erregbarkeit auf, indem der aufregenden Sache keinerlei Beachtung geschenkt wird, vergeht so eine Larve allmählich von selbst, bis sie sich schließlich gänzlich auflöst, also verschwindet.
Demnach gibt es in der Mentalsphäre, hervorgerufen durch unsere psychischen Erregungen, ein dauerndes Gebären und Absterben von Larven, was auf Kosten des Mentalstoffes eines jeden Menschen geht. Die Ursache solcher psychischer Erregungen kann ganz verschieden sein, gewöhnlich sind Furcht, Kummer, Schreck, Sorge, Haß, Geiz u.dgl. die Urheber. Die Form, die eine Larve annimmt, hängt von der Ursache der psychischen Erregung ab und ist immer symbolisch. Wer sich ein bißchen in Symbolik auskennt, wird sich darüber ein klares Bild machen können. Z.B. ein Liebesgedanke wird sich zumeist durch ein Herz symbolisieren, ein Haßgedanke durch einen Blitz oder Pfeil usw. Trotzdem die Larven, diese unerwünschten Mentalbewohner, von einem normalen Menschen nicht gesehen werden können bestehen sie dennoch, und ein gut geschulter Magier nimmt sie auf der Mentalebene wahr. Bei empfindlichen oder leicht erregbaren Personen, ob magisch geschult oder nicht, trennt sich der Mentalstoff leichter, und das Entstehen von Larven ist infolgedessen leichter und außerdem intensiver. Solche Personen schaden sich selbst, sowohl an der Gesundheit, namentlich Nervenkraft, als auch in geistiger Hinsicht und ziehen sogar andere Personen, die sich leicht beeinflussen lassen, in Mitleidenschaft. Alle Arten von Massenpsychosen haben darin ihre Ursache.
Wie wirksam solche Massenpsychosen sein können, brauche ich nicht näher zu beschreiben, da hierin sicherlich jedermann seine Beobachtungen gemacht und Erfahrungen gesammelt hat.
Daraus ist zu ersehen, daß die Larve um so stärker wird, je mehr man zur Ursache der psychischen Erregung zurückkehrt und je größere Aufmerksamkeit man ihr schenkt. Ist eine Larve sehr stark verdichtet, hat sie immer mehr Selbsterhaltungstrieb und trachtet, ihre Lebensdauer so viel als nur möglich zu verlängern. Sie stachelt daher bei jeder Gelegenheit den Geist des betreffenden Menschen an, um seine Aufmerksamkeit auf die Ursache der Erregung zurückzuführen und sie neu zu beleben. Eine derart wohlgenährte Larve kann einer empfindlichen oder leicht reizbaren Person zum Verhängnis werden, und viele Geistesstörungen, wie Verfolgungswahn u.dgl. sind die Folge davon. Wie viele Menschen leben in der irrigen Anschauung, von Schwarzmagiern verfolgt oder vernichtet zu werden, dagegen fallen sie ihrer eigenen Phantasie, besser gesagt ihrer eigenen Larve, die sie sich geschaffen haben, zum Opfer. Gewöhnlich kommen solche Menschen erst darauf, wenn sie ihre fleischlcihe Hülle verlassen haben. Von den tatsächlich magisch verfolgten Personen gibt es nur einen ganz minimalen Prozentsatz. Man braucht nur an die vielen schuldlosen Opfer der Vergangenheit zu denken, die durch die Inquisition endeten. Für die allgemeine Menscheit ist es zwar ein gewisser Vorteil, daß durch den Wandel der Zeit immer weniger an geistige Gesetze geglaubt wurde. Man hat aber dabei ohne der Sache richtig nachzugehen und ohne die höheren Gesetze zu prüfen, das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.
Der Magier wird einsehen, warum gleich zu Beginn des praktischen Teiles dieses Werkes auf die Wichtigkeit der Introspektion, der Gedankenkontrolle und der Gedankenbeherschungm ein so großes Gewicht gelegt wurde. Bekäme nämlich der Magier während seiner Ausbildung die Gedanken nicht unter seinen Willen, könnte er sich unbewußt Larven bilden, die ihm früher oder später zum Verhängnis würden.
Im weiteren beschreibe ich eine andere Gruppe von Wesenheiten der Mentalsphäre, und zwar die der SCHEMEN. Der Unterschied zwischen einer Larve und einem Schemen ist der, daß eine Larve infolge einer oder wiederholter psychischer Erregung ganz bewußt eine dem Motiv zusagende Form in der Mentalsphäre annimmt, wohingegen ein Schemen eine bestimmte, der Phantasie des Menschen entspringende Form erhält. Genau so wie bei den Larven, wird auch das Schemen durch wiederholtes - sagen wird - Heraufbeschwören des Bildes, ohne Rücksicht darauf, worum es sich handelt, verstärkt, belebt und verdichtet, ja sogar so stark gemacht, daß es seinen Einfluß nicht nur auf der Mental- oder Astralebene, sondern selbst auf der grobstofflichen Ebene geltend macht.
An Hand zweier Beispiele beschreibe ich dieses Thema näher.
Ein sehr markantes Beispiel ist der sogenannte magische Verfolgungswahn, den ich in bezug auf die Schemen von zwei Seiten schildern will. Es gibt Menschen, denen ein finsterer Blick oder dämonische Gesichtszuüge angeboren sind und die infolgedessen dem Äußerden nach das Aussehen eines Schwarzmagiers haben, ohne vielleicht die leiseste Ahnung von einer Geisteswissenschaft oder Magie zu besitzen. Nun braucht bloß eine leicht erregbare, leicht zu beeinflussende, mit einem Wort gesagt eingebildete Person mit so einem Typus - Mensch entweder in geschäftlicher oder anderweiliger Hinsicht zusammenkommen, und sofort empfindet unsere Versuchsperson, wie wir sie nennen wollen, starke Antipathie zu ihrem Gegenüber. Es kann auch vorkommen, daß so ein Typus außerdem noch ganz ungewollt ein merkwürdiges Gebaren an den Tag legt. Der erste Gedanke der Versuchsperson wird sein, daß sie es mit einem Schwarzmagier zu tun habe. Sie wird aus irgendeinem Grund von dem Typus - Mensch nicht gerade gut denken, und schon ist der erste Schritt zur Selbstbeeinflussung getan. Über kurz oder lang werden unserer Verrsuchsperson kleine Unannehmlichkeiten alltäglicher Natur begegnen. Die Ursache hierfür werden nicht richtig ausgeforscht, sondern einfach dem Dazutun unseres Typus - Mensch in die Schuhe geschoben. Nun wird die Aufmerksamkeit reger, man beobachtet sich, und das Bild des Typus - Mensch wird immer deutlicher. Man fühlt sich schon verfolgt. Die Augen werden immer funkelnder, seine Erscheinung offenbart sich im Traum, sein Bild wird immer lebhafter, taucht eventuell auch tagsüber auf, und man fühlt sich schließlich auf Schritt und Tritt von ihm verfolgt. Durch lebhafte Imagination kann sich das Bild sogar derart verdichten, daß es auch anderen empfindlichen Personen sichtbar wird. Unsere Versuchsperson fühlt sich verfolgt und redet sich alles, selbst das Schlechteste ein, wobei sie ständig das Bild vor Augen sieht, sucht nach Hilfe, betet und unternimmt alles mögliche, nur um den EInfluß zu verscheuchen; erleidet einen Nervenzusammenbruch, wird eventuell geistesgestört und endet schließlich durch Selbstmord oder in einer Nervenheilanstalt. Der Schemen hat seine Aufgabe erfüllt. Wie groß ist aber dann der Schreck, wenn sich so ein Geist auf der Mentalsphäre überzeugen muß, daß er einen gutgelungenen magischen Selbstmord begangen hat. Was für eine bittere Enttäuschung! Unser Typus - Mensch hat natürlich keine blasse Ahnung von all dem, was sich zugetragen hat, daß er eigentlich nur das Mittel zum Zweck war. Sein Gesicht, sein Benehmen waren nur die Form, die Schablone, nach der sich unsere Versuchsperson das sie vernichtende Wesen, einen Schemen, wie es gannt wird, geschaffen hat und diesem zum Opfer gefallen ist. Solche und ähnliche traurige Beispiele kommen öfters vor als man denk; bei dem einen schneller, drastischer, bei dem anderen langsamer, schleichender, heimtückischer. Wagt man es aber, einer derart verfolgten Person die pure Warheit zu sagen, glaubt sie es auf keinen Fall, denn ein Schemen sorgt auf die raffinierteste Weise dafür, daß ihm sein Opfer nicht entrissen wird. Bringt die Göttliche Vorhersehung solch ein verfolgtes Wesen in die Hände eines wahren Magiers - Eingeweihten - der das tückische Spiel eines Schemens zu durchschauen vermag, so hat der Eingeweihte eine schwere Aufgabe, das Opfer zu überzeugen, es in andere Bahnen zu lenken und ihm eine andere Denkweise beizubringen. Manchmal Insbesondere dann, wenn das Opfer vollkommen im Banne so eines Schemens ist, muß der Eingeweihte sehr energisch, mitunter sogar drastisch eingreifen, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.



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