@Tyrion
Nun eine lange Replik auf eine lange Replik und sicher auch eine Verdeutlichung zur „Genealogie der Mentalitäten“ – und dabei wird es auch bleiben.
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@Poimandros:
Aber manches, was da als "sichere Erkenntnis" hingestellt wird, ist durchaus nicht so sicher und einhellige Lehrmeinung auch wirklich befähigter und in "authentischer Tradition" stehender hermetischer Kreise wie der Text versucht den Anschein zu erwecken.
Allein schon die Aussage über "die" authentische hermetische Tradition ist angesichts der historischen UND philosophisch-initiatorischen Bandbreite der "Mysterien" reichlich kühn und nimmt für sich eine Deutungshoheit in Anspruch, deren Kompetenz und Stichhaltigkeit angesichts mangelnder historischer Quellen- und Autoritätennachweise sehr wohl bezweifelt werden kann. Namen, Zahlen, Daten, Fakten, Quellenangaben und natürlich die bei einer Erfahrungswissenschaft unabdingbaren Anführungen von Beispielen und/oder persönlichen Erfahrungen fehlen gänzlich.
Zu fast jeder der - in manchen Bereichen von mir im übrigen durchaus geteilten -Positionen liesse sich eine Gegenposition (oder ein Gegenbeispiel im Verhalten, Handeln und in der Entwicklung) einer nachgewiesernermaßen im mag. okkulten Rahmen und auch durchaus im "weltlich" gesellschaften und beruflichen Rahmen hochbefähigten und angesehenen Person finden.
"Die" Hermetik äusserte sich durchaus in verschiedensten Kulturen und Gesellschaften unter unterschiedlichsten sozialen, wissenschaftlichen und auch natürlichen und psychologischen Bedingungen in unterschiedlichsten Ausprägungen.
Neben den unbestreitbar erkennbaren allgemeinen strukturellen Gegebenheiten und Universalgesetzen sowie grundlegenden kosmischen Prinzipien gibt es sehr wohl unterschiedliche Haltungen und Ansichten zur substanziellen Inhalten und zum Zusammenwirken und den Verhältnismässigkeiten dieser Sachverhalte.
Wenn man bis zu den ältesten bekanntesten historischen Ursprüngen zurückgeht, über die Sumerer und Babylonier Mesopotamiens, die Ägypter, Syrer, Phönizier, Minoer und auch die vielleicht am Anbeginn stehende Induskultur (von den noch reichlich wenig erforschten Traditionen Chinas, die eventuell über die Seidenstrasse und Zentralasien dorthin gelangten ganz zu schweigen), dann kann man etwa bezüglich des Bereiches der Mystik (die nur im gesellschaftlichen Rahmen mit seinen Notwendigkeiten und psycho-sozialen bedingungen naturgemäß formale bzw. formalisierte und zuweilen dogmatische im Sinne von erstarrte Religion wird) sehr wohl historisch und durch ununterbrochene initiatorische Traditionen mit persönlicher Einweihung begründbare unterschiedliche Positionen einnehmen.
Als kleine Stichworte seien hier neben der u.a. in Babylon bezüglich wesentlicher dort verfasster Teile des Alten Testamentes bis 600 vor Chr. Kabbalah als jüdischer hermetischer Tradition nur einmal die syrisch-phönizische Hermetik, als deren Ableger unter anderem die Ophiten/Ophianer im Nahen Osten noch bis ins 15. oder 16. Jahrhundert hinein existierten.
Von den durchaus auch im keltischen Druidentum oder in Italien über die Etrusker als aus dem vor-indoeruopäischen Kreta, Kleinasien und Syrien stammenden übermittelten Bereichen ganz zu schweigen.
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Bei aller Anerkennung der regelgerecht verwendeten historisch-kritischen Methode greift dieses Argument im Bezug gerade auf die Hermetik aus folgenden Gründen nicht in dem wohl vom Autor intendierten Sinne:
1) Ob faktisch in der Geschichte unterschiedliche und sogar unvereinbare „Lehrmeinungen“ vertreten worden sind, besagt von selbst schier nichts über deren (Wahrheits)wert – es handelt sich dabei nur um eine induktive Sammlung von Bildern, Anschauungen, Mythen. Praktiken etc. . Im Sinne einer okkulten, von einem oder mehreren Initiatoren geschaffenen Ursynthese der Hermetik als holistischem System könnten sogar alle diese Erscheinungsformen falsch, entstellt oder nur abgeleiteter Natur sein. In diesem Zusammenhang ist die Definition des Begriffs authentisch“ angesiedelt – er markiert eine Auffassung der hermetischen Tradition, die sich an der Urheberschaft des quasi wie ein axiomatisches System in der Mathematik zu verstehenden „Gebäudes“ orientiert – welches in historisch zugänglicher Form gar nicht greifbar ist. Genau dies aber ist das Wesen des Okkulten – versteht man darunter nicht nur einen Sammelbgriff für positivistisch fassbare Positionen und Praktiken spiritueller und religiöser Art.
2) Die Selbstanwendung des eingbrachten Einwandes würde aber rein logisch bereits seine formale Unzulänglichkeit aufweisen: Die von ihm erhobenen Forderungen von ihm selbst eingefordert würden nur schnell in eine Auflistung von Standpunkten und bestenfalls inhaltlich reichen Diskussionen ideengeschichtlicher Art münden, aber gerade an der Unzulänglichkeit dieser Art von Empirie scheitern, wenn man von Hermetik mehr erwartet als ein Panoptikum heterogener und höchstens assoziativ miteinander zusammenpassenden Stücken von Folklore. Um die Termini des Neukantianers Windelband hier einmal in Anwendung auf die Hermetik zu bringen: Diese ist keine idiographische sondern eine nomothetische Wissenschaft, die darüberhinaus gerade ihrem Wesen nach NICHT in der üblichen Form sozial und historisch kontrollierbar ist. Natürlich kann man die Existenz so verstandener initiatischer Traditionen bestreiten – systematisch bedeutet das aber zugleich, die Annahme eines umfassenden und tragfähigen Okkultismus aufzugeben.
3) Ob widerstreitende Standpunkte zu egal welchen Thesen (ob nun okkulter oder sonsiger Natur) vorgebracht werden können – besagt prinzipiell nichts. Wohl aber die inhaltliche Auseinandersetzung mit diesen Standpunkten. In diesem Betracht ist der von mir gepostete Text natürlich – zumindest im Sinne einer Forderung nach rationaler Argumentation gegenüber möglichen Gegenthesen – alleine nackt. Aber in dieser Hinsicht ist er nun wirklich nicht untypisch für genau die Art von historisch greifbaren Zeugnissen der Hermetik – die natürlich alle NICHT den von Tyrion erhobenen historisch-kritischen Anforderungen genügen – oder dies auch nur wollen. Das ist nun einmal die Eigenart des Okkulten könnte man einfach antworten. Ich behaupte jedoch, die angeführten Standpunkte authentischer Hermetik auch zureichend begründen ( ohne es jetzt gleich hier vorexerziren zu wollen – was natürlich gerne vom weniger geneigten Interpreten als Schwäche ausgelegt werden darf) und in einen relevanten und praktisch erfolgreichen Zusammenhang stellen zu können.
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>>>Vielmehr ist sie ein ganzheitliches System für Individuen, die im normalen Dasein nichts mehr zu lernen haben. Ds gilt für 99 % der „Hermetik“-Aspiranten nicht – mit allen Folgen aus dieser Tatsache.<<<
Ein hoher Anspruch, den diverse "Eliten" bezüglich der eigenen Fähigkeiten, des Verhaltens und der tatsächlichen Leistungen nicht annähernd erfüllen.
Hierzu sei einmal auf den durchaus befähigten und hochtalentierten Crowley verwiesen, der - ganz abgesehen von solchen Vorfällen wie stuhlen auf den Teppich eines Gastgebers - eine einzige Verwüstungsspur durch sein privates Umfeld zog.
Falls er, wie er behauptete, tatsächlich eine Reinkarnation des "Eliphas Levi" war, war er in der Tat ein verkehrtes Spiegelbild dieses Vorgängers.
Aber zugegeben, er war der grössere Praktiker und hat etwa in Bezug auf die Kabblah hevorragendes verfasst.
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Von derartigen „Eliten“ und Personen in diesem letztlich soziologischen Sinne habe ich auch überhaupt nicht gesprochen – beide genannten historisch faßbaren Gestalten sind in dem von mir vertretenen Sinne keine Eingeweihten. Und was die Qualität der Golden Dawn und Crowley Kabbalah betrifft: Wer diese Synkretismen braucht, soll sich an Ihnen gütlich tun. Authentisch, hier noch nicht einmal in einem historisch ausnahmsweise mal klar fasslichen Sinne, sind sie nicht. Bezeichnend, wie hier doch die „kritische“ Natur des Proponenten durchAbwesenheit glänzt.
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>>>2) Hermetik ist kein Mittel, dem Göttlichen zu dienen. Das Göttliche bedarf keiner Helfer und schon gar keiner Diener. Diese Auffassung ist durch hermetisch irreguläre theistische Positionen entstanden und diese entsprechen keinesfalls der Urinitiation.<<<
Diese Ansicht wäre interessant in Bezug gesetzt zu Platon, dem Neuplatonismus, der indischen Advaita-Vedanta Philosophie nach Shankara...aber durchaus auch zu philosophischen Systemen wie den neu-Pythagoreern Süd- und Mittelitaliens oder beispielsweise dem tantrischen Buddhismus (erst in Indien und Pakistan, dann in Tibet).
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Ja – und dort auch nicht so verwunderlich – aber aus durchaus nicht identischen Vorausetzungen. Zuerst muß man immer den noetischen Gehalt von Positionen überhaupt fassen können – was schon akademisch ein schwieriges Unterfangen ist. Siehe die Auseinandersetzungen um die Hermeneutik im 19/20 Jahrhundert.
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>>>Vielmehr ist Hermetik der Kanon der Gesetze, die es ermöglichen, in gerechter und harmonischer Form dem Göttlichen freiwillig und in besonderer Weise ( d.h. über dem Stand der natürlichen Evolution stehend) so weit Ausdruck zu geben, wie es der relativen Welt entspricht, in der dies geschehen soll.<<<
Die Verwirklichung und Manifestation von Idealen und form-vollendtene Prinzipien auf harmonische Weise, das Leben des wahren Willens dem göttlichen Urbild als hl. Schutzengel gemäß.
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Das Konzept des „Hl. Schutzengels“ hat gerade aufgrund seines ideengeschichtlich verfolgbaren Inhalts mit diesen hermetischen Auffassungen nichts oder wenig zu tun.
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Vorerst abschliessend:
Ich bestreite hiermit, dass - wenn wahrhaftig man von den historischen Realitäten ausgeht, und nicht von Wunschvorstellungen und projezierten Einzelmeinungen bestimmter Untergruppen - es DIE Ur-Lehre als in dem Sinne von Anfang an feststehend, unveränderlich und allgemein anerkannt gab und gibt...sehr wohl freilich bestimmte Grundprinzipien und Lehren, die unter den verschiedensten historischen (etwa sozialen und umweltlichen) Umständen verschiedenste Ausprägungen und Füllungen annahmen.
Die initiatorischen Mysterien und ihre Philosophie, um einmal vorsichtig ausgedrückt diese Bezeichnung zu wählen, sind vielfältig.
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Gut – das zu bestreiten, bleibt jedem unbenommen – aber besagt das als purer Illokutionärer Akt viel. Mitnichten. Der Bestreiter dieser Position muß sich dann aber aus völlig von der Annahme oder Ablehnung dieser Auffassung unabhängigen Gründen der systemischen und logischen Konsequenzen seiner Haltung für seinen Umgang mit dem Okkulten bewußt sein. Übrigens ist interessanterweise gerade die abendländische, auf Hermetik bezogene Geistesgeschichte fast durchgängig von genau einer solchen UrSynthese ausgegangen. Für die Vertreter der Platonisch-hermetischen Renaisance wie Marsilius Ficinus und Pico della Mirandola z.B. war dies eine Selbstverständlichkeit ! Aber dies anzuführen ist selbst ein Verfall in eine historistische Verfahrensweise – die systematisch den springenden Punkt der Annahme einer UrSynthese verfehlt.
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>>>Vielmehr ist Hermetik der Weg, durch den ein wirklich hochstehendes Individuum aus seinen eigenen Kräften gerade die Grenzen der jeweiligen menschlichen Gesellschaft(en) überwinden kann, um sich Zielen und Idealen zu widmen, deren Erreichung jenseits des Vermögens üblicher Verfahren liegt.<<<
Das ist sicherlich wahr, aber eben nur ein Teilbereich. Nur ein Aspekt des Möglichen und der historischen Wahrheit.
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Alles ist rein nach der Mengenlehre immer nur ein Teilbereich – das besagt aber nichts über die relationale Relevanz einer These. Auch wenn – wie ich ja auch in meinem Nachsatz gesagt habe – die zureichende Begründung der Thesen in direkter und positiver Form fehlt, bedeutet das nicht, daß diese These nicht gerade im Bewußtsein aller möglichen Positionen dennoch genau so verfochten werden kann. „Historische Wahrheit“ nun ist gerade im wissenschaftstheoretischen Sinne ein äußerst unpassender und naiver Begriff. Selbst in der akademischen Philosophie sind Historismus und Historizismus obsolet – zudem: historische Fakten auch über vertretene Anschauungen sagen weder etwas über deren Wahrheit selbst noch über die Begründungsfähigkeit und sonstige Valenz von mit ihnen inhaltlich konfligierenden Thesen aus. Weiterhin muß ich auch feststellen, daß die Unvereinbarkeit der von mir angeführten Thesen mit ausweisbaren historischen Standpunkten von meinem Diskussionspartner auch nur behauptet wurde – und ich habe sie ihm bei meinen Erwiderungen auch ex hypothesi eingeräumt. Doch muß man sich bewußt bleiben, daß 1) solche Inkongruenzen gar nicht aufgezeigt wurden 2) die Wahrnehmung derselben gerade bei dem eher symbolisch-mythologischen Gehalt der historisch greifbaren spirituellen Zeugnisse eine mehr oder weniger interpretatorische und somit hermeneutische Angelegenheit ist.
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>>>Vielmehr ist Hermetik der Weg gegen jede Religiosität im Sinne des willkürlichen Akzeptierens von unkontrollierbaren Offenbarungen und darauf basierenden irrationalen Machtansprüchen – egal auf welcher Ebene und von welcher vermeintlich letzten Instanz ! „Hermetische Religion“ ( um diesen eigentlich widersprüchlichen Ausdruck doch zu bilden) besteht in der höchsten Freude am und Bewußtheit des ungeschaffenen „Sein allen Seins“, das sich in jeder Schöpfung selbst zum Ausdruck bringt.<<<
Zustimmung.
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Nun gut – welchen Informationsgehalt hat das jetzt – zudem hat jede These einen logischen und organischen Zusammenhang zu den allen anderen.
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>>>5) Hermetik bedarf nicht des Opfers und der Märtyrer – Opfer ist letztlich ein primitives und wenig heilsames religiöses Konzept, das völlig auf den bekannten Formen menschlichen Daseins entnommenen Vorstellungen beruht. Das Göttliche bedarf keines Opfers – es besteht unwandelbar jenseits aller positiven oder negativen menschlichen Taten – und oft kann überhaupt nicht entschieden werden, ob Opfer das eine oder das andere sind.<<<
Ich kenne Leute, die deutlich anderer Meinung wären.
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Die gibt es immer – was sagt das allein aus ?
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Nun, ein Einwurf: Auch in Indien und Tibet gibt es sehr wohl (wenige) Yogis und Yoginis, die in der Lage sind Karma eines Schülers bzw. Inhalte des Speicherbewusstseins des Schülers mit ihren Wirkursachen innerhalb einer persönlichen Initiation, Unterweisung und Ausbildung in dem Sinne zu beschleunigen oder gar zu neutralisieren, dass sie sie "auf sich nehmen".
Man muss keineswegs zwangsläufig die gern genannte "Sündebock" oder Geistes des juristischen röm. Rechtes anführen, um darauf zu kommen was der Rabbi Jehoschuah vor ca. 2000 Jahren anstrebte (über das Gelingen mache ich keine Aussage, man müsste wahrlich der "logos" des Johannes-Evangeliums sein um etwas derartiges in einem jeden zu bewerkstelligen). Neptunische Alliebe des Wasser-Zeitalters der Fische traf auf saturnische Begrenzung, Härte und Gesetz, dem AT enstprechend.
Hier könnte man sagen, daß eine zureichende Begründung für die Verbindung Neptun -> Alliebe und Saturn -> Begrenzung Härte fehlt. Auch der logische Stellenwert der anderen Reflektionen bleibt unklar – wenn es so geschieht, muß das nicht der Ursynthese der Hermetik entsprechen – hinzu kommt, daß gerade der okkulte Buddhismus letztlich aus einer anderen UrSynthese herrührt, als es die hierarchische Hermetik tut. Darüberhinaus – der Buddhismus ist – bei allen Meriten gegenüber anderen Religionssystemen - als Religion realativ – und das gilt auch für die in seinen religiös aspektierten Formen okkulter Praxis geschulten Menschen. Ich habe nicht bestritten, daß es diese Vorgänge gibt – aber das Feststellen von FAKTEN eignet sich rein logisch nicht zum Herleiten von URTEILEN – hier unterliegt der Proponent wohl dem aus der Philosophie bekannten „naturalistischen Fehlschluß“
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>>>6) Hermetik bedarf nicht der Demut, denn diese ist eine negative und unfruchtbare Haltung.<<<
Nur falsch verstanden. Sie muss nicht dem Selbst-Wertgefühl und der Selbst-Entfaltung udn Entwicklungg abträglich sein.
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Demut ist rein pschologisch aus sich selbst heraus eine Fehlhaltung. Die positiven Funktionen dieser Einstellung werden von anderen Haltungen ungleich besser und gesünder bewirkt – von der philosophischen Unhaltbarkeit der Demut einmal ganz abgesehen. Auch historisch kommt das Konzept der Demut aus einem äußerst verdächtigen religiösen Milieu – und seine gesellschaftliche Verwendung zur Niederhaltung individueller Autonomie hat System.
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>>Da der Hermetiker das Göttliche nicht zu einer Person degradiert,<<<
Eine viel zu simple Polemik, die "alter Mann mit Bart" und "Gespenst über den Wolken" Vorstellung wurden von den spirituell eingestellten und gelehrteren Menschen auch der monotheistischen Religionen durchaus nicht einfach gepflegt.
Der personifizierte Gott bei Ezechiel und Henoch hat einiges mit dem Ishvara des indischen Subkontinents gemeinsam.
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Das ist rein ideengeschichtlich nun völlig falsch – und synkretistische Spiele ( Henoch/Ezechiel versus Ishvara) mögen zwar in der Modeesoterik gang und gäbe sein – was aber nichts an der strukturellen Schwäche dieses Notbehelfs anstelle eines echten initiatischen Systems ändert.( Apropos zum Reizterminus „echtes initiatisches System“: Der von Ihnen wohl anerkannte Bardon spricht auch immer vom „Wahren Magier“ – ohne in begründungstheoretischer Hinsicht etwas zur Unterscheidung dieses Merkmals von anderen fehlerhaften oder total falschen Aufassungen von Magie etc. anzugeben) Auch theologisch scheint dem Verfasser obiger Zeilen so einiges nicht bewußt zu sein und die psychologische und okkult-psychologische Virulenz des persönlichen Gottesbildes ist ihm wohl auch in der Praxis nicht zureichend bekannt. Die „folk psychology“ Bilder des „Alten mit Bart“ Und des „Gespenstes über den Wolken“ wird außerdem selbst dem religiös-dogmatischen Begriff des persönlichen Gottes semantisch und theologisch überhaupt nicht gerecht. Über Bilder im (Poly)theismus belustigte machte sich schon ein alter griechischer Philosoph namens Xenophanes lustig. Das ist hier jedoch läppisch – weil die hermetische Kritik am monotheostischen Konzept des persönlichen Gottes theoretisch und praktisch nichts mit „Bildern“ zu tun hat. So trifft diese ja auch gerade den „bilderfreien“ islamischen Gottesbegriff an zentraler Stelle im abstrakten Kern. Was also tatsächlich simpel ist, würde in einer noch ausführlicheren Diskussion sicher noch klarer herauszuarbeiten sein. Aber hier reicht es: Wer simple Bilder allein selbst ins Spiel bringt, muß sich nicht wundern, Simplizität zu sehen.
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>>>ist die aus sozialen Umständen geborene Forderung nach Demut per se unsinnig – „Demut wie Hochmut waren Fehler –<<<
Wohl wahr...wenn man sie als Übermaß oder Unterschreitung des natürlichen und der harmonischen wesensgemäßen Stellung nimmt.
"Falsche Bescheidenheit" ist schlichtweg unsinnig.
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Als kausal virulente Eigenschaft ist Demut grundsätzlich herabmindernd – Auch fäält die Inkonsequenz auf, daß der Autor die gerade hier angebrachte soziologische und ideologiekritische Haltung vermissen läßt – wo sie doch schon ideengeschichtlich oft und mit interessanten Ergebnissen vorgenommen wurde. Hinzu kommt, daß „Demut“ und „Bescheidenheit“ schon alltagssprachlich völlig unterschiedliche Bedeutung haben. Hier täte dem Adepten ein wenig sprachanalytische Finesse not, sonst wird es nichts mit klaren Begriffen und schon gar nichts mit dem von Bardon so lapidar aber nachdrücklich und zentral eingeforderten logischen Denken.
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>>>so wird das Unnennbare seinen Namen nicht nennen“. Zumeist kann noch nicht einmal bei den sogenannten Devotionalen von echter Demut als vollständiger Anerkenntnis des eigenen Ungenügens die Rede sein – denn eine solche wertbezogene Feststellung macht nur als Vergleich zwischen Menschen Sinn – und gerade hier wurde die willkürliche und völlig abstrakte Lehre von der „Gleichheit aller Menschen“ in die theistischen Religionen eingeführt – die aber im Konkreten dann stets verletzt wurde und wird.<<<
Zwischen "Gleicheit" und PRINZIPIELLER "Gleichwertigkeit" besteht ein gewisser Unterschied.
Ich ahne aber, warum Du so viel Zeit dem "Demut"-Aspekt widmest.
Mit Verlaub, neben Bibliophilität und einseitiger Ausrichtung auf die saturnischen Einflüsse (Einsamkeit, Verhärtung, Humorlosigkeit, Überernst, Mitleidlosigkeit) scheinen aus meiner Sicht eher ein allzu überentwickeltes und oft einseitig ausgeprägtes Ego (und das wahr noch vorsichtig ausgedrückt) die "Hauptkrankhheiten" und Probleme vieler auch fortgeschrittener Hermetiker zu sein. Manche brennen etwas zu heiss und züngeln dann zu hoch...
Wirklich gut entwickelte wie Dr. John Dee hatten das nicht nötig.
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Ohne Verlaub: Ganz klar wird für Mitleser allgemein gesehen sicher nicht, worauf diese Feststellungen zielen und welche idiosynkratischen Erlebnisse und Projektionen des Autors wiederum zu ihnen geführt haben könnten. Auch ist es angesichts der tendenziösen Richtung seiner Philippika zweifelhaft, daß er den Sinn der Ablehnung des Demutskonzeptes tatsächlich einordnen kann. Denn gerade diese von ihm – und dazu noch fälschlicherweise und selbst wohl bibliophilen Okkultlektüren entlehnten und dem Saturn zugeschriebenen Eigenschaften hängen engstens mit den historischen Charakteren zusammen, die es sich angelegen sein ließen, Demut zu fordern. Aber hier zeigt sich eben, welche emotionalen Probleme Tyrion mit seinem Bild von bestimmten Leuten hat – und auf dieses „Gespenst über den Wolken“ richten sich auch seine Mißempfindungen, die er mit unbrauchbaren Mitteln ausagiert. Direkt nachprüfbar falsch allerdings ist die Einstufung Dr. John Dees – wer die Geschichte kennt, kommt schwerlich auf die Idee, daß dieser von einem charakterlich korrupten „Seher“ völlig abhängige naive „Maniker des Okkulten“ ein „gut entwickelter Hermetiker“ gewesen sein könnte. Was dieser Mann alles notwendig fand, ist schon tragisch. Das ist nicht diffamierend gemeint – schließlich ist Dee als interessante und auch begabte Persönlichkeit nicht unbedeutend – aber eben im strengen Sinne kein Hermetiker. Auch die versuchte Kontrastierung anhand seiner ist nur skurril und merkwürdig verbissen motiviert – und sollte wohl polemischen Charakter haben . Bezeichnend, wie fehlgehend gerade selbst im simplen positivistischen Sinne hier die historische Faktenlage durch den Verfasser beurteilt wird. Darin zeigt sich schlagend, daß der er gar nicht in der Lage ist, Entwicklung oder gar okkulte Entwicklung zu beurteilen – was er natürlich zu können prätendiert – auch hier im Gegensatz zu seinen eigenen Reklamtionen, die Metaposition betreffend. Zu beurteilen, ob nicht Tyrion selbst vielleicht ein „Hochzüngler“ ist, bleibt dem genauen Beobachter überlassen.
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>>>Vielmehr lehrt die Hermetik die höchste Achtung vor und die Liebe zu allen Gestaltungen des Seins im Kosmos und dies gerade umso prägnanter, je höher die jeweilige Individualität steht. Denn genau dies macht den Sinn der Hierarchie aus: Je höher das Wertbewußtsein in Theorie und Praxis, um so höher steht der einzelne Mensch. Zur höchsten Achtung des Seins gehört aber die unbedingt die Macht, dieser letztendlich die vollkommene Geltung zu verschaffen.<<<
Zustimmung.
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Wiederum gefragt ... warum gerade hier; auch hier besteht ein logisch notwendiger innerer Zusammenhang zu den bestrittenen Thesen – nun man könnte sagen: hier gefallen die Assoziationen dem Zustimmenden eben eher.
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Deswegen halte ich auch nichts (nun ja, jedenfalls nicht genug) von der einseitigen Verwirklichung der Alliebe...da fehlen eben mit Allmacht, Allleben und Allwissen drei Aspekte.
Und diverse Leute im hermetischen Bereich haben, aufgrund von Verkopfung und einem Übermaß des Luft-Elementes, eindeutig ein Problem mit der Erdung und dem in zyklischen Rythmen verlaufenden Leben an sich.
Es ist immer wieder interessant, zu hören, wenn Leute erzählen „Ich“ halte von diesem oder jenem dieses oder das. Was bringt sie zu diesem argumentationsbezogen doch irrlevanten Gestus, beosnders dann, wenn sie gerade vorher Exkurse über vermeintliche „Überentwicklungen“ des Ego hielten. Das ist überdies schon rein terminologisch ein Witz: eine Überentwicklung des Ego kann es im hermetischen Sinne gar nicht geben. Wer hat schon etwas gegen Entwicklung. Auch wird dabei verkannt, daß es im hermetischen Ansatz gerade um das Ich geht – nur schlechte „Esoterik“ und religiöse Frontstellungen polemisieren in erkenntnistheoretisch unsinniger Weise gegen das Ich. Das ist formal sicher nicht falsch – doch gibt es in der Frage des Gleichgewichts noch eine ganz andere Problematik, die man bei Bardon – von dem die hier zugrundeliegende Ansicht direkt übernommen wurde - nicht angesprochen findet : Die ontologische Sicht auf Qualitäten ändert ihre kausale Rolle in der Praxis ... es dürfte für die meisten Bardon-Eleven schwer sein, ohne Kenntnis der hier geltenden Gesetze in ihrer Entwicklung nicht auf noch viel größere Schwierigkeiten zu stoßen als das vermeintlich zutreffend analysierte „Übermaß des Luftelementes“ es bei tatsächlichem Vorliegen mit sich brächte. Denn diese Formen direkter elementischer Einseitigkeit sind deutlich einfacher zu beheben, als es bei der genannten Problematik der Fall ist. Aber mehr darüber gehört hier nicht her. Auch kennt Tyrion offenbar nicht die Gesetzmäßigkeit, daß im Verhalten zu bestimmten Zwecken bestimmte Aspekte gezielt überbetont werden können – ohne daß das einen so selbstgefälligen Rückschluß auf Einseitigkeit zuließe, wie er ihn tätigt. Und selbst, wenn er recht hätte: Was hätte Tyrion den schon solchen Leuten praktisch zu geben, um mit ihrem Problem klarzukommen – aber das war ja nun auch nicht seine Intenstion.
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>>>Vielmehr geht es dem Hermetiker um die Ungebundenheit als autonomes und verantwortliches kosmisches Individuum. Die Gesetze der Entwicklung nutzt er bewußt, um dieses formale Ziel zu erreichen. Formal ist dieses Ziel, weil es allgemein für alle echten Hermetiker gültig ist, unabhängig von den jeweiligen eigenen und spezifischen inhaltlichen Zielsetzungen. Diese dürfen nie diese basale Maxime verletzen.<<<
Wohl wahr.
De facto ist es aber so, dass man sich allgemein dann und besser harmonisch langfristig entwickeln kann...wenn die anderen Wesen im sich drehenden Lebensrad ebenfalls ein gewisses Niveau erreichen (das kann man derzeit an unserem Planeten und beispielsweise der europäischen Gesellschaft bzw. Zivilisation sehen). Zumindest gibt es dann weniger Behinderungen, auch allgemeiner gesellschaftlicher Natur und bezüglich aufgrund materieller oder auch psychisch-seelischer Zwänge an sich unwillentlich erzeugten Karmas.
Die schlechte Entwicklungsstufe zu vieler Menschen könnte durch zureichende zivilisatorische Ordnungen im Griff gehalten werden – ohne Menschen zu behindern, die durch solche Ordnungen nicht mehr „definierbar“ sind. Bedenklich ist allerdings, wenn ganze Gesellschaften auf der Ausbeutung von höher begabten Menschen beruhen, die als Funktionaleliten zwar anerkannt sind ... weil sie alle anderen mit durchschleppen. Die sozialen und religiösen Ansätze mit dem einseitigen „Blick von unten“ „vergessen“ gekonnt,, daß die geistigen Leistungen von westlichen Naturwissenschaftlern, Ingenieuren, Medizinern, aber ebenso von Geistes- und Sozialwissenschaftlern wie von Literaten und bildenden Künstlern gesamtgesellschaftlich und im Zuge der Globalisierung auch planetar durch völlig sterile aber nachahmende Länder ausgebeutet werden, ohne daß diese auch nur eine entsprechende Gratifikation ihrer Leistungen erhielten – wohl aber im Übermaß die Entertainer, die die niedriger stehenden Bedürfnisse der Masse befriedigen. Hermetik hat sehr wenig mit gewissen aus religösen Zusammnehängen entstandenen sozialen Illusionen zu tun, denen so mancher aus emotiven Neigungen und unüberwundenem sozialem Ressentiment anhängt.
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>>>8) Hermetik bedarf nicht des Leidens als Agens der Entwicklung.<<<
Sehr richtig. Eine harmonische Entwicklung IST möglich.
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Auch hier gilt – nur im Zusammenhang mit den anderen Thesen ist diese sinnvoll !
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>>>Dies gilt umso stärker für fortgeschrittene Hermetiker und erst recht für Meister. Das Leiden von Meistern ist ein Alarmsignal – was keine Herabwürdigung per se beeinhaltet. Nur hat man es dort mit Schicksalen zu tun, die im ursprünglichen und universalen hermetischen Sinne irregulären Charakter haben.<<<
Eine Erläuterung hierzu wäre u.a. anhand einiger historischer Beispiele wie z.B. Crowley oder auch Evola und Sebottendorf durchaus interessant.
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Die genannten Personen sind keine Hermetiker im strengen nomothetisch-deduktiven Sinne – Sebottendorf ist aber nun wirklich um Größenordnungen unterhalb der anderen beiden anzusiedeln. Ein sehr schlechtes Zeichen, daß eine derartige Figur überhaupt noch in einem solchen Zusammenhang genannt werden kann – aber symptomatisch für den „esoterischen“ Eklektizismus. Und um welches ernstzunehmende „Leiden“ soll es denn rein biographisch gerade bei diesen Gestalten bitte gehen – hier paßt die Kategorie einfach nicht – eher haben andere unter diesen Herren gelitten.
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Was Bardon betrifft: Ich nehme an sein Schicksal würde - aus ihrer Sicht - auf das Prometheus ODER Christus-Problem zurückgeführt?
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Das überlasse ich Ihren persönlichen Schlußfolgerungen - aber richtig bemerkt: zwischen diesen Alternativen muß man sich entscheiden. Und Bardon ist ein passender Fall.
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>>>Entweder ist dies Ausdruck des „Prometheus – Problems“ ( kurz erklärt: der Folge aus einer nicht autorisierten Verwendung hermetischen Wissens, das anderen gehört<<<
"Gehört"...da könnte man geteilter Meinung sein.
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Teilweise ist es buchstäblich richtig ... weil ein Okkultist als erster bestimmte Formen im theoretischen wie praktischen Bereich schafft .... in anderen Fällen bestimmt die erste Quelle der Tradition im letzten Betracht über die Schicksalsmuster, die sich aus dem fraglichen Wissen ergeben .. auch dies historisch nur schwer zu verdeutlichen ... aber wir sprechen ja auch über die okkulte Welt und nicht über Wissenschaftsgeschichte !
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>>>oder aus sich heraus falsch eingesetzt wurde) oder der Adept/Meister übersprang das „Prinzip der Neutralität“ und versuchte aus freier Entscheidung Menschen zu helfen, die es nach den reinen Urgesetzen des Kosmos nicht verdienen. ( das „Christus – Problem“)<<<
Bezüglich der reinen Urgesetze bestünde da sehr wohl noch etwas "Klärungsbedarf", denn manche Sachen sind nicht so eindeutig gesichert, allgemein anerkannt und ohne Entwicklung wie manche glauben.
Und nur auf dieser Basis kann man derartige Feststellungen treffen...wobei noch die Frage wäre, ob der Beurteilende die dazu erforderliche "Meta-Position" mit entsprechendem Weitblick und Einschätzungsvermögen auch innehat.
„Klärungsbedarf“ gibt es aus der alltäglichen epistenmischen Situation des Menschen immer ... wer würde das in Frage stellen. Der Terminus „Urgesetz“ bezeichnet eine allgemeingültige und nowendige Relation in der Ordnung eines Bereichs, ohne das dieser nicht in seiner Eigenart bestehen könnte. Ein Urgesetz ist somit die Bedingung der Möglichkeit bestimmter Aspekte im Sein des Kosmos. Ein Urgesetz, das überhaupt die Würde des Menschen konstituiert, ist die kausative Verantwortung. Der Sinn gerade des Begriffs der Erlösung besteht aber darin, daß eine helfende Instanz die Folgen dieses Grundsatzes überspringt, um aus manchmal sehr edlen Motiven bestimmte Werte zu retten, aber im Hinblick auf das Geschehen nicht neutral bleibt – was beeinhalten würde, weder positiv einzugreifen, noch von vorneherein die sich anbahnenden destruktiven Entscheidungen und Ereignisse zu beeinflussen oder gar zu verhindern. Gerade dies fällt guten Menschen oft besonders schwer – was sicher nicht ehrenrührig ist. Die Härte mancher Gesetze vom „menschlichen“ Standpunkt aus ist faktisch sicher schwer mit der notwendigen „Pflege der mikrokosmischen Harmonie“ zu vereinbaren. Und das empfinden auch allgemein als Meister apostrophierte Instanzen zumeist so.
Die Frage nach der Kompetenz des Urteilenden gilt natürlich immer, auch hier bemerkt: wer würde diese platte Selbstverständlichkeit wohl bestreiten wollen ... und mit ihr zugleich stellt sicch natürlich die Frage nach der Kompetenz des so Fragenden und des den Beurteiler Beurteilenden etc. Denn nur dadurch, daß man die Frage aufbringt, steht man nicht selbst in adäquater Weise gleich in metatheoretisch bevorzugter Lage da. Vor dem sich dann ergebenden „Regressus ad infinitum“ eines ab initio lediglich rhethorisch angestifteten Kompetenztribunals schützt einzig –– und man wirklich an einer Klärung interessiert ist, eine gekonnte hermeneutische Methode mit begründungstheoretischer Fragestellung. Aber dazu bedarf es mehr als einer in logischer Hinsicht völlig inkohärenten Kritik, die den Krtiker nur als jemanden zeigt, der seine eigenen Forderungen permanent verletzt und unterläuft.
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>>>Um dies überhaupt umsetzen zu können, muß er sich dann mit elenden Begleitumständen auf allen drei Ebenen auseinandersetzen, die seiner Stufe an sich nicht entsprechen.<<<
Willkommen im Lebensrad.
Und es dreht und dreht und dreht sich...
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Was nun sachlich gar nichts besagt ... emotiv um so mehr und als Bild hier auch unangebracht und abgeschmackt ist.
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>>>Vielmehr sind alle dem universalen Göttlichen vollständig entsprechenden Werke von Meistern völlig frei von allen Schwierigkeiten. Die negativen Mächte sind keinesfalls in der Lage, irgend ein Negativum in der Umsetzung dieser zu bewirken – und es ist auch gar nicht ihre gesetzmäßige „Aufgabe“. Schwierigkeiten entstehen bei sog. „Missionen für die Menschheit“, also letztlich bei nicht dem Prinzip der Gerechtigkeit vollständig genügenden okkulten Aktivitäten zu Gunsten des selbstverschuldet ( wie sonst) belasteten menschlihen Kollektivs. <<<<
Der erste Teil der Aussage, so zutreffend, ist eine sehr erfreuliche Nachricht.
Der zweite Teil bleibt fragwürdig...auch aus naturgesetzlicher, medizinisch-biologischer und wirtschaftlich-sozialer Sicht (von der psychisch-sozialen ganz zu schweigen).
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Schön auch Ihnen eine erfreuliche Nachricht überbringen zu können ... so zutreffend. Diese Infragestellung üben Sie hoffentlich gegenüber allen Ihnen bedeutsam erscheinenden esoterischen Gehalten und Praxisformen genauso diszipliniert ....Die im Weiteren angeführten Zweifel empirischer Art greifen aber logisch prinzipiell nicht im okkulten Paradigma Frage – wem das – oft aus verständlichen Gründen – nicht gefällt, darf sich nicht mit der okkulten Weltsicht einlassen. Hinzu kommt, daß die ethischen und naturalistischen „Fragen der Zurechenbarkeit“ selbst in den genannten wissenschaftlichen Sachgebieten und philosophisch sowieso umstritten sind. Nur eine die Begründungsverpflichtung vorschnell aufgebende soziale Ideologie würde hier empirisch vorschnell Prioritäten setzen – auch dies mit allen Folgen irrationaler Entscheidungen. Das okkulte Paradigma bewegt sich aber logisch auf einer anderen Ebene – es ist merkwürdig, wie leicht hier Kategorienfehler begangen werden und empirisch-naturwissenschaftliche Prinzipien in falscher Weise gerade von einem okkult beflissenen Menschen angebracht werden, wenn es ihm passend erscheint.
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>>>Alle diese Angaben der Gesetze sind keine Herabwürdigung – sondern lediglich eine notwendige Richtigstellung aus authentischer hermetischer Sicht gegenüber Tendenzen im Gefolge der irregulären Popularisierungen von „Esoterik“ seit ca. 130 Jahren. Es ist zu beachten, daß diese einfachen Ausführungen keineswegs die vollständige Form im Inneren Sinne der Hermetik darstellen.<<<
Diese "einfachen Ausführungen" entbehren notwendiger Belege und stichhaltiger überzeugender Argumente anhand von historischen Beispielen oder eigenen Erfahrungen.
Ohne diese sind sie aber hinsichtlich ihrer Stimmigkeit, ihres Wertes und ihrer Stichhaltigkeit in der Argumentationskette schlichtweg...nutzlos. Eine Ansammlung von Behauptungen (auch wenn ich einem beachtlichen TEIL aufgrund eigener Erfahrungen und Kenntnisse zustimmen würde).
Aber manche Sachen, die als so sicher erwiesen hingestellt werden...sind es schlichtweg nicht.
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Das alles gilt nun für Ihre Replik selbst mindestens genauso – aber um Begründung ging es Ihnen ja auch gar nicht. Auch der nun wirklich dürftige Hinweis auf „eigene Erfahrungen“ bringt keinen argumentativen Gewinn, insbesondere nicht in dieser inhaltsleeren Fassung. Letztlich war es eine emotinale Haltung, die Sie „in die Bresche springen“ ließ. Es ist Ihre Sache, ob Sie die Ausführungen als nutzlos ansehen, doch sollten Sie dann doch die logische Konsequenz ziehen und nicht selbst andauernd „Quellen“ und Autoren hochhalten und inhaltlich zustimmend verwenden, die genau den von Ihnen hier – allerdings aus bestimmten anderen Motiven – vorgebrachten Einwänden entsprechen – soweit diese nicht sowieso logisch-systematisch irrelevant bleiben müssen, weil sie leicht als performative Widersprüche erkennbar sind. Auch Ihre rein akademisch völlig obsolete Auffassung vom Stellenwert der Historie ist wie der damit einhergehden naturalistische Fehlschluß, aus idiographisch behandelten Fakten ohne weiteres Urteile mit nomothetischen Anspruch abzuleiten, unbrauchbar, „okkulte Ideologiekritik“ zu betreiben, was wohl das Ungefähr Ihrer mentalen Haltung widergibt. Den einzigen argumentativen Punkt, den sie machen könnten, würde logisch die Aufagbe des okkulten Paradigmas Ihrerseits bedingen. Denn die von Ihnen selbstwidersprüchlich für okkulte Texte geforderte Begründung gibt es gerade in den von Ihnen inhaltlich allerdings selbst völlig unzreichend angeführten Versatzstücken der spirituellen Iddengeschichte durchwegs nicht.
Was praktische Erfahrungen betrifft : darüber wird nicht gesprochen. Interesanterweise hört man auch von Ihnen als der hier als „Fordernder“ auftretenden Person schlichtweg nichts. Diese wie andere bezeichnete Inkohärenzen in Ihrer Darstellung fallen überdeutlich auf.
Ganz generell gesagt, sind meine Thesen im Hinblick auf die nicht mitgelieferten Begründungen absolut okkultismustypisch ... und daß gerade Sie das und in der gewählten Form kritisieren, spricht Bände. Erfahrungsgemäß mangelt es Ihren eigenen positiven Vertretungen esotersicher Propositionen durchweg an zureichenden Begründungen – und genauso ist die okkulte Literatur alles andere als eine Veranstaltung „more geometrico“. Aber darum ging es Ihnen ja auch nicht im Sinne Ihres – dazu ungeschickten, weil auf Sie selbst sofort rückbeziehbaren – Kritikansatzes. Worum es Ihnen motivational eher ging, wissen Sie hoffentlich selbst genügend klar.
Und bei allem Respekt für Ihre historisierenden Exkurse: erlauben Sie mir, trotz in anderer Persepektive sicherlich interessanten Aspekten und Inhalten, hier eine eher akademische Diskussion gar nicht weiter führen zu wollen. Auch sind rein akademisch hier die Voraussetzungen doch in vielerlei Hinsicht zu unpassend. Auch die von Ihnen so emphatisch beschworenen geschichtlichen Zeugnisse des Okkulten bedürfen sowohl religionswissenschaftlich als auch philosophisch-analytisch einer ganz anderen Herangehensweise – im okkulten Sinne gilt das a fortiori. Meine Absichten, aufgrund derer ich die Entscheidung getroffen habe, hier „more hermetico“ Texte zu posten, sind damit inkommensurabel und ich sehe keinen zureichenden Anlaß, sie zu ändern, und sei es im Sinne irgendwelcher „Fahrten auf Nebengeleisen“. Dies gilt besonders angesichts der eher instrumentellen und argumentativ irrelevanten Verwendung von Polymathie
Wem die Texte „nutzlos“ erscheinen, dem werden sie es sein – denn er wird sich nicht um ihre Hermeneutik bemühen... und es stört mich auch nicht. Wohl aber beabsichtige ich, vielleicht einige Menschen ein wenig weiter zu bringen ... wie gesagt „more hermetico“. Auch bin in absehbarer Zeit bereit, gegenüber dem einen oder anderen diesen und vielleicht andere eigene wie auch fremde Texte „more hermetico“ publiziert „more geometrico“ zu behandeln. Dies betrifft auch praxisorientierte Fragestellungen und Inhalte.
Ebenfalls
Grüsse
Poimandros



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