Ergebnis 1 bis 2 von 2

Thema: Übungen und Analogien

  1. #1
    Gilgamesch
    Gast

    Übungen und Analogien


    Noch ein paar Dinge zu der Frage der „richtigen“ Reihenfolge und Durchführung bei den Übungen einer Stufe.

    Ich möchte vorab betonen, dass es sich hierbei um meine bescheidene und äußerst unmaßgebliche Meinung handelt, zu der ich durch Lektüre der entsprechenden Literatur zusammen mit intensiven Meditationen und durch Übungen gekommen bin. Es handelt sich um meine Schlüsse aus Theorie und Praxis, ich lehne jedoch jede Verantwortung für die Folgen falscher Perzeption ab. Aufgrund der Tatsache, dass auch ich nur demütiger Schüler bin, behaupte ich auch nicht, dass nachstehende Gedanken bis in das letzte Detail richtig oder gar der Weisheit letzter Schluss seien, sondern bitte ausdrücklich um kritische Überprüfung dieses Diskussionsbeitrages.


    Es empfiehlt sich grundsätzlich, sich vor dem Üben darüber klar zu werden, was eine Übung

    1. bezwecken soll,

    2. wie sie mit anderen Übungen im Kontext steht,

    3. was die Grundlage der Übung bzgl. der Elemente ist und

    4. wo mögliche Gefahren liegen.

    Im Grunde ähnelt die Vorgehensweise einem naturwissenschaftlichen Versuch.

    Es ist klar, dass sich diese Punkte dem Anfänger nicht alle schon vor Beginn erschließen, doch bildet eine vorbereitende und übungsbegleitende Meditation zu diesen Fragestellungen eine Möglichkeit des sicheren Voranschreitens. Wenden wir uns einem konkreten Beispiel zu: Wenn es z. B. während der ersten Stufe um das ununterbrochene Festhalten eines Gedankens geht, so sollte man sich vorher einmal über die Qualität des zur Konzentration ausgewählten Gedankens klar werden.

    Bei den Menschen sind die Eigenschaften des Geistes zwar gleich angelegt – über Wille, Intellekt, Gefühl und Bewusstsein verfügen wir alle –, doch sind sie unterschiedlich entwickelt. Wichtig wird in diesem Zusammenhang die Analogie der Elemente, denn der Wille entspricht dem Feuer, der Intellekt der Luft, das Gefühl dem Wasser und das Bewusstsein der Erde. In einem wiederum analogen Zusammenhang dazu stehen verschiedene Konzentrationsübungen, die visuellen entsprechen dem feurigen Prinzip, die akustischen dem Intellekt und somit der Luft, usw. .

    Begeben wir uns auf Stufe I zur Übung des Festhaltens eines Gedanken, müssen wir diesen Zusammenhang schon beachten, obwohl die entsprechenden Visualisierungsübungen erst auf der Stufe II beginnen. Auf Stufe I ist noch nichts ausgesagt über die Qualität des konzentrierten Gedankens, ob er also mehr visualisiert oder mehr gehört oder gefühlt, ob also z. B. beim Gedanken an einen Bleistift, der Stift bildlich vorgestellt werden soll, oder ob man an das Wort Stift denken soll, auf was für eine Art also ein Gedanke festgehalten werden soll, ist noch nichts ausgesagt.

    Aber nur weil darüber nichts gesagt ist, heißt das noch lange nicht, dass es egal wäre. Es empfiehlt sich meiner bescheidenen und unmaßgeblichen Meinung nach also, schon auf der ersten Stufe diese Analogien zu beachten und zu versuchen, das ausgewählte mentale Objekt – den Gedanken - von jeder Seite zu betrachten.

    Um also zum Gedanken „Bleistift“ zurückzukehren: Man sollte sich vorzustellen, wie er aussieht, was für ein Geräusch er beim Schreiben macht, wie er sich anfühlt, etc., denn dadurch wird eine übermäßige und somit einseitige Beanspruchung und Übung eines Prinzips zumindest gemildert und ein beim magisch unentwickelten Menschen meist ohnehin bestehendes geistiges elementarisches Ungleichgewicht nicht noch weiter verschärft.

    Eine übermäßige Übung eines Prinzips bedeutet auch immer eine übermäßige Stauung eines Elementes und selbige projiziert sich dann natürlich auch auf die darunter liegenden Ebenen. Trainiert man also geistig zu stark die dem Feuer analogen Fähigkeiten, projiziert sich das selbstverständlich auch auf den Astralkörper, und wenn dann der Übende von Natur aus möglicherweise dem cholerischen, also dem Feuer entsprechenden Temperament zuneigt, wird er sich möglicherweise wundern, dass er seine diesbezüglichen Schwächen ums Verrecken nicht unter Kontrolle bekommt, weil er mit seiner Mentalschulung genau kontraproduktiv arbeitet.

    Dieser Zusammenhang ist auf der ersten Stufe zu erkennen, aber dort noch nicht essentiell wichtig, spätestens auf der zweiten Stufe ist er u. U. für Erfolg und Misserfolg beim Streben nach dem elementarischen Gleichgewicht verantwortlich, da wie theoretisch abgeleitet die Gefahr kontraproduktiven Arbeitens sehr groß ist. Wer also sein Feuerelement im Übergewicht weiß, dem sei von den visuellen Übungen zunächst einmal abgeraten.

    In dem Zusammenhang der Erreichung des magischen Gleichgewichts habe ich da noch einen Vorschlag für „Eilige“: Man kann z. B. Konzentrationsübungen der mentalen Schulung auch mit der der Charakterschulung verbinden, denn man kann sich ohne weiteres auf die zu erwerbende Tugend konzentrieren, manchen Menschen fallen abstrakte Konzentrationen zwar schwer, aber es geht. Eine intensive Konzentration auf den Wert „Ruhe“ wirkt nicht nur manchmal Wunder! Diese Technik finde ich gerade dann besonders effizient, wenn man sehr wenig Zeit hat, man aber trotzdem nicht mit dem Üben aussetzen möchte. Um nicht falsch verstanden zu werden sei betont, dass es natürlich besser ist, keine Zusammenziehungen dieser Art zu machen, aber es ist immerhin noch besser, als nicht zu üben.


    Mit den besten Grüßen an alle Pilger auf dem Weg zur Wahrheit


    Gilgamesch




  2. #2
    Pat
    Gast

    Re: Übungen und Analogien


    Hallo Gilgamesch


    > Um also zum Gedanken „Bleistift“ zurückzukehren: Man sollte sich vorzustellen, wie er aussieht, was für ein Geräusch er beim Schreiben macht, wie er sich anfühlt, etc., denn dadurch wird eine übermäßige und somit einseitige Beanspruchung und Übung eines Prinzips zumindest gemildert und ein beim magisch unentwickelten Menschen meist ohnehin bestehendes geistiges elementarisches Ungleichgewicht nicht noch weiter verschärft.

    >




    +++ Das ist ein sehr nützlicher, praktischer und genialer Hinweis!smile


    Besten Dank

    Pat


    PS Es würde mich freuen, wenn Du Deine "bescheidene Meinung" ruhig öfters zu solch praktischen Belangen äussern würdest, sei es mentale Übungen oder auch das ewig wichtige Thema verschiedener Methodik von Autosuggestion und Charakterveredelung.



Ähnliche Themen

  1. Elemente - Analogien - Gut & Böse + Links
    Von Hans-Joerg im Forum Hermetik
    Antworten: 24
    Letzter Beitrag: 18.01.2009, 21:49
  2. Atem-Übungen
    Von rot-lila im Forum Hermetik
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 30.08.2006, 21:25

Stichworte

Lesezeichen

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
Creative Commons Lizenzvertrag
Diese Webseite ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48