Lieber Demian,
da ich im Augenblick ziemlich stark ins weltliche Gleis gezwungen werde, war es mir nicht moeglich, Dir wie angekuendigt, schon nach ein paar Tagen zu antworten. Jetzt habe ich aber etwas Zeit und moechte dieses gerne nachholen.
Wie unten einzusehen, schreibst Du:
"Wenn du also etwas über die Erfahrungen anderer auf dem langen Pfad der Rückkehr wissen möchtest, so möchte ich gern meinen Beitrag leisten, allerdings wirst du von mir keine sensationellen Dinge zu lesen bekommen."
Dazu kann ich Dir sagen, dass ich von Natur aus eigentlich „alles“ wissen moechte, was ein Mensch auf seinem spirituellen Weg erlebt. In meinem Begriffslexikon fehlt das Wort „Sensation“. Ich kaeme auch niemals auf die Idee, andere Buecher oder Schriften in diese Kategorie einzureihen. Um es mal ganz krass auszudruecken: Ich kann selbst noch befriedigende Elemente aus den Dingen ziehen, die allgemein von den Menschen vollkommen abgelehnt werden.
Ich hoffe also auf freundlichen Verkehr. Wenn Du allerdings die private Sphaere bevorzugst, was bei bestimmten Themen sicher verstaendlich ist, dann lass Dir doch bitte von Martin meine Mail-Adresse geben.
Schließlich... der Meister kann säen, wachsen muss es in dir allein und du bist selbst verantwortlich, die Bedingungen dafür zu schaffen, den Boden zu bestellen, Unkraut zu jäten, zu gießen... alles schwere und unangenehme Arbeiten, die so gar nichts mit "Wellness" zu tun haben.
Ich selbst habe noch keinen Wissenden oder Koenner getroffen, der sich auf irgendeine Art und Weise als Meister gefuehlt haette. Ganz im Gegenteil: diesen Menschen ist es meiner Erfahrung nach eher unangenehm, wenn ihnen ein derartiger Titel zugesprochen wird. Applaus empfinden sie allenfalls als „sponane Freude“, und schon im Verklingen des Beifalls wenden sie sich ganz anderen Dingen zu, statt sich in ihm zu sonnen.
Fuer mich ist „Unkraut“ ein schoeneres Gewaechs als die indentischen Gewaechs-Zuechtungen der Menschen, worin selbiges heranwaechst. Ich glaube, dieser Begriff, in Analogie zu den goettlichen Offenbarungen der Natur, entstammt dem Gehirn von Menschen, die nichts anderes im Sinn haben als die Natur nach eigenem (fehlgeleiteten) Interesse zum eigenen Vorteil zu „begradigen“.
Auch wuerde ich die Begriffe „schwer“ und „unangenehm“ etwas anders deffinieren, denn alles, was in diese Kategorien faellt, ist fuer mich zum eigentlichen Lehrer geworden, der nichts anderes darstellt als ein Spiegel meines Selbst.
Menschen, die sich verwirklichen moechten, waehrend sie diese Begriffe in sich installiert haben, faellt es nicht nur schwer, auf der spirituellen Ebene echte Fortschritte zu erzielen, sondern haben oft auch Schwierigkeiten, den normalen Alltag zu transformieren, der fuer viele ja „Unannehmlichkeiten“ am laufenden Band offenbart.
Ich denke, dass Heiterkeit eine sehr wichtige Grundlage zur spirituellen Verwirklichung bildet. Ebenso das Ausleben saemtlicher emotionaler Zustaende. Die „Meister“, die ich persoenlich kennengelernt habe, hatten naturgemaess die Eigenschaften entwickelt, herzhaft zu lachen, herzhaft zu weinen, herzhaft zu schreien, herzhaft zu fluestern, herzhaft anzuklagen, herzhaft zu vergeben usw. Sie entsprachen in ihren emotionalen Aeusserungen ganz den Aeusserungen der Natur, in der ja auch die Sonne scheint, das Unwetter tobt – in der sich die Gezeiten, ob es einem gefaellt oder nicht, staendig wechseln.
Wenn du also wissen möchtest, wie es mir so ergeht, dann wisse, dass ich noch eine ganze Weile mich mit den "Leibesbeschwerlichkeiten" aufhalten werde.
Da koennen wir uns ja schon mal die Hand reichen, lieber Demian! Ich schaetze mal, da kommen noch viele Haende dazu, und ich wage mal zu behaupten, dass selbst die von Jesus nicht fehlen wuerde!
Katharsis ist alles andere als ein Spass, aber notwendig, um das Samenkorn dass ich bereits empfangen durfte, zum Gedeihen zu bringen.
Das sehe ich in etwa aehnlich. Hierzu faellt mir folgende Begegnung ein. Vor einigen Tagen bekam ich eine Mail von einer jungen Frau, die mir schrieb, dass sie seit einiger Zeit die Lehren von Franz Bardon praktizieren wuerde und zwar taeglich morgens und abends. Jetzt wuerden aber koerperliche Unannehmlichkeiten auftreten, die sich auch in ihrem emotionalen Haushalt offenbaren wuerden.
Ich empfahl ihr, die Vorgehensweise etwas zu veraendern, naemlich dahingehend, einen Tag zu ueben und einen Tag zu pausieren, um ein normales Gleichgewicht zu finden zwischen Anspannung und Entspannung. Ich machte ihr ausserdem den Vorschlag, die „Freizeit“ weiterhin zu nutzen, um sich „persoenlichen Dingen“ hinzugeben, wie z.B. Musik zu hoeren, ins Kino zu gehen, sich mit Freunden zu treffen usw., je nachdem wie die einzelnen Interessensgebiete gelagert waren, bevor sie mit den Uebungen begann.
Ich wuerde jedoch niemals einem Menschen davon abraten, zu unterlassen, was er gerade an spirituellen Uebungen praktiziert. Hier muss jeder zur eigenen Erkenntnis gelangen!
Ich denke, wenn wir in allem die Mitte bewahren, kann selbst die Karthasis zur Freude werden. Ich glaube, dass gerade die religioesen Gemeinschaften daran gescheitert sind und auch heute noch daran scheitern, wenn sie die stoffliche Welt mit all ihren Offenbarungen verleugnen. Schliesslich befindet sich das Universum nur im Gleichgewicht, weil seine Polaritaet die Grundlage bildet.
Meine bisherige Erfahrung hat mich gelehrt, eher vorsichtig oder gar nicht über innere Vorgänge zu sprechen. Siehst du das anders?
Wir befinden uns ja bis zum Ableben im Prozess der spirituellen Entwicklung, was eigentlich auf jedes Wesen zutrifft. Nur sind einige Wesen schon bewusster in diesem Vorgang als andere. Wenn wir uns in diesem Sinne noch in den „Zyklen des Anfangs“ befinden, ist es sicher zum eigenen Vorteil, Bekannten gegenueber ueber die Dinge zu schweigen, die sich einem offenbaren. Es ist nun mal die Natur vieler Menschen, sich anderen spontan mitteilen zu wollen, sobald sie „neue Wege“ einschlagen, gleich einem Kind, das mit jedem selbst gefertigten „Kunstwerk“ sofort freudig angelaufen kommt, um eine Bestaetigung fuer sein Wirken zu bekommen.
Jetzt ist es aber leider so, dass wir im Zeitalter des Kaliyuga leben, dem sogenannten Zeitalter der Dunkelheit, in dem die meisten Menschen, besessen von Gier und Leidenschaft, alles und jeden angreifen. Sie hocken mit Chips und Bier vor dem Fernseher und ergoetzen sich daran, wenn sich die Fluesse in Blut verwandeln oder Frauen einen unkenntlichen Fleischklumpen beweinen, der vor kurzem noch ihr Kind war usw. usf.
Ich kenne kaum eine Familie im Abendland, in der nicht heftig gestritten wird - und das oft um die banalsten Dinge. Wirkliche Freunde sind hier so selten geworden wie Rohstoffe im Bauch der Erd-Mutter.
Und dennoch - so makaber es auch klingen mag: je tiefer die Dunkelheit, um so groesser die Chance zur Befreiung! In diesem Sinne findet momentan ein grosser Prozess der Wandlung statt. Vor Jahren mussten die Menschen noch den Yoga-Pfaden folgen oder gewissen von Magiern dargelegten Stufen, um schliesslich nach jahrelangen Uebungen Erfolge verzeichnen zu koennen, was heute aber nicht mehr der Fall ist!
Im Sinne der jetzigen Entwicklung haben meiner Meinung nach alle Meister, Gurus und Lehrer, welche noch die alten Traditionen vertreten, ausgedient!
Immer mehr Menschen kommen zur sogenannten "spontanen Erleuchtung", wenn sie nur ein paar wesentliche spirituelle Grundlagen in ihr Leben integrieren wie z.B. „Abstehen von unnuetzen Dingen“, „Regulieren der Nahrung“, „Pflege des Koerpers“, „bewusstes Atem“, „Transformation der Sexual-Kraft“, „Akzeptanz aller Welten“......
In allen Teilen der Welt werden immer mehr Kinder geboren, die schon die vollstaendige Anlage eines „erleuchteten Menschen“ in sich tragen, was jedoch von den Eltern und weltlichen Wissenschaften noch nicht verstanden wird.
Typische Eigenschaften dieser Kinder sind in vielen Faellen schnelleres Denken, schnelleres Handeln, instinktives Erkennen von Gut und Boese, vollkommenes Ausleben der Gefuehle, das Offenbaren von Sichtweisen, mit denen Eltern und Wissenschaftler nichts anfangen koennen usw.
Auch mangelt es den oft uebermaessig geerdeten Eltern an jede Form von Anpassung! Fuer sie kommen die neuen Systeme der Ganztags-Kindergaerten oder Ganztags-Schulen wie gerufen. Durch ihre geistige, seelische und koerperliche Traegheit sind sie den Anforderungen ihrer Kinder in keiner Weise mehr gewachsen!
Diese Kinder, von einigen Menschen Indigo-Kinder genannt, werden schnell in eine der psychosomatischen Kategorien eingestuft, waehrend den unwissenden Eltern das hierfuer zustaende Fachpersonal empfohlen wird.
Die meisten Menschen haben auch eine vollkommen falsche Vorstellung davon, was Erleuchtung ueberhaupt bedeutet! Sie bedeutet ganz einfach: spontane Erkenntnis der Natur aller Dinge!
Niemals wird ein „Erleuchteter“ auf einem „Wellness-Trip“ angelangen! Dadurch, dass er die Dinge erkannt hat, wird er bemueht sein, sein Wissen an alle Menschen ohne Geheimnisse weiterzugeben.
Durch seine bestaendige Gesundheit und Einfachheit im taeglichen Dasein gewinnen die Menschen von selbst grosses Vertrauen zu ihm. Im I Ging heisst es: „Nur was einfach ist, schafft Vertrauen, und was Vertrauen schafft, dem folgen naturgemaess die einfachen Menschen!“
Da „Erleuchtete“ stetig damit beschaeftigt sind, allen Wesen Gutes zu tun, ohne sich in irgendeiner Weise aufzudraengen, vollzieht sich an ihnen automatisch das Gesetz der Resonanz, was darauf hinausfuehrt, dass sie sich eines Tages in keiner Weise mehr um ihren Unterhalt kuemmern oder fuer andere, um existieren zu koennen, sklavische Dienste verrichten muessen.
Jeden Ueberfluss loesen sie schon im Ansatz auf und lassen ihn jenen zukommen, die ihn dringend benoetigen.
In diesem Sinne kann ich jedem nur raten: Macht euch selbststaendig und geht mit eurem Wissen an die Oeffentlichkeit. Oeffnet eure Tore weit, damit jeder Frierende unter eurem Mantel Schutz findet! Trennt euch von allen Menschen, deren Natur es ist, das Licht zu verdunkeln!
Gebt euerm Handeln einen wohlklingenden Namen, denn alles, was keinen Namen hat, hat auch keine Bedeutung!
Oft ist es aber so, dass gerade suchende Menschen zu Pseudo-Meistern gefuehrt werden, was ganz wichtig ist auf dem Wege ihrer Entwicklung, denn nur vom Hoeren-Sagen koennten sie diese nicht durchschauen. Zu jeder Erkenntnis ist die Selbsterfahrung notwendig! Seht eine derartige Konfrontation nicht als negativ an, sondern eher als Bereicherung. Man kann das Licht nur wahrnehmen, wenn man vor der Dunkelheit nicht die Augen verschliesst!
Seid nicht traurig, wenn ihr keine Freunde habt, denn die Aussage „mein Feund“ oder „meine Freundin“ hat auf weltlicher Ebene stets einen „ausschliessenden“ Beigeschmack! Seid jedoch stolz darauf, wenn ihr ein oder zwei Menschen an eurer Seite wisst, auf die ihr euch vollkommen verlassen koennt!
Ich kenne sogar „Erleuchtete“, die wussten gar nicht, dass sie erleuchtet waren. Sie hatten zwar das Wissen um die Natur der Dinge und waren mit „magischen Faehigkeiten“ ausgestattet, praktizierten aber immer noch veraltete Systeme, in der Hoffnung, Wesenszustaende zu erreichen, die in gewissen Buechern vorgegeben waren. Oder sie folgten, wie viele andere auch, „antiquierten Meistern“, die selbst nicht erleuchtet waren ...*lach*...
Eine kleine Korrektur ihres Blickwinkels reichte schon aus, um sie nach kurzer Zeit „bewusst“ entkoerpern zu lassen, denn stets ist es das Anhaften an materielle Dinge, das diese natuerliche Eigenschaft eines jeden Menschen behindert. In diesem Sinne war es eben das Anhaften an staubige Lehren dahingeschiedener Meister, die das klare Licht des Geistes verdunkelten!
Die Entkoerperung gleicht dem Prozess des Einschlafens, wobei wir Tag fuer Tag den sogenannten „kleinen Tod“ durchleben! Haben wir jede Art von Stress aufgeloest, so wird uns dieser Vorgang immer deutlicher. Liegen wir schliesslich klaren Geistes im Bett, werden wir erleben, wie sich unser Koerper ploetzlich abkuehlt, wobei sich das Blut in die Leber zurueckzieht. Spirituell betrachtet sinkt jetzt die Erde ins Wasser. Wir verlieren jede sinnliche Wahrnehmung. Als naechstes werden wir erleben, wie unsere emotionale Wahrnehmung verschwindet, was bedeutet, dass sich das Wasser ins Feuer aufloest. Schliesslich loest sich das Feuer in Wind auf, was bedeutet, dass sich uns der Inhalt unseres Denkens entzieht. Dann aber kommt es kurz zum Atem-Stillstand, waehrend der „Ruck der Entkoerperung“ vielleicht noch als Echo in unserem Bewusstsein nachklingt. Der Eintritt ins Bewusstsein geschieht exakt auf umgekehrtem Wege.
Tja, so einfach ist die ganze Sache! Wer also gerne meditiert, wird entkoerpern wie im „Spiel eines Kindes“. Uebrigens besitzen die Menschen nur eine Bettdecke, weil sie im bewussten Zustand die Eigenschaft der Kaelte ablehnen. Das ist aber ganz normal. Die Meister, die ich bei diesem „Lila“ (goettlichen Spiel) kennengelernt habe, huellten sich bei ihren Meditationen stets in eine gemuetliche Decke. Da sie haeufig mit diesem „Spiel“ beschaeftigt waren, traf man sie auch haeufig mit einer Decke an. Die bekanntesten Bilder der „Decken-Meister“ sind wohl jene der nord-amerikanischen Indianer. Inzwischen besitze ich selbst auch eine gemuetliche Entkoerperungsdecke ; - )
Ob`s geglaubt wird oder nicht, spielt keine Rolle! Tatsache ist, dass die Sicht in der Astral-Welt immer deutlicher wird, je mehr Sexual-Kraft wir ins Geistige transformieren. Schliesslich ist die Sicht sogar heller als wie ein Sonnentag in der stofflichen Welt. Dabei werden wir eindrucksvoll erleben, wie sich alles Unheilvolle, das uns in vergangenen Traeumen begegnete, als Blendwerk unserer eigenen Ich-Verirrung herauskristallisiert. Ab diesem Zeitpunkt koennen wir sogar herzhaft ueber manche vergangenen Taten lachen und werden gewahr, welchen gigantischen Unsinn wir im Laufe unseres Lebens verzapft haben.
Da hatte die legendaere Paulus-Gestalt des Neuen Testamentes schon recht, wenn sie in einem Brief an die Korinther erklaerte: „Zuerst sehen wir stueckweise, nachher aber ganz!“ Ich denke mal, dass er selbst schmunzeln musste, als er diese Zeilen verfasste.
Der wichtigste Prozess bei der spirituellen Entwicklung ist wohl die Umstellung der Nahrung und zwar in dem Sinne, dass man nur sehr wenig Nahrung zu sich nehmen sollte, da der Organismus sonst keine geistigen Energien empfangen kann. In einen vollen Topf passt eben nichts mehr herein! Wie sagte Johannes im „Zeugnis Jesu“?: „Ich muss abnehmen, damit er zunehmen kann!“
Meine Erfahrung sagt mir, dass man, will man sich spirituell entwickeln, vor allen Dingen auf Koerner, auf tierische Produkte und auf Giftstoffe jeglicher Art verzichten sollte, weil diese u.a. am meisten Schleim im Koerper erzeugen, der mitunter sehr zaeh werden kann und ausserdem eine wunderbare Brutstaette fuer unzaehlige Virenarten bildet.
Ausserdem hat man mit echten Schmerzen zu kaempfen, sobald sich die feinstofflichen Zentren zu oeffnen beginnen! Da ich selbst frueher gerne Gifte in allen Variationen zu mir genommen habe, staunte ich nicht schlecht, als sich meine Kopf-Zentren schliesslich oeffneten:
Ich wurde von heftigen Fieberkraempfen geschuettelt, waehrend zaeher Schleim aus meiner Nase quoll. Zeitweilig loesten sich pechschwarze Schlacken aus meinem Gehirn, vermischt mit duennem roten Blut. Ich hatte das Gefuehl, als wuerden beide Gehirnhaelften voneinander getrennt. Ausserdem dachte ich, dass es das jetzt sei und ich meinen Loeffel abgeben wuerde!
Bilder stiegen in mir auf, bei denen ich selbst die Hauptrolle spielte und zwar in dem Sinne, wie ich bei unzaehligen Gelegenheiten das Fleisch von Tieren aß, wie ich ihre fettige Milch trank und zum Teil unberuehrt dabei zuschaute, wie sie geschlachtet wurden. Und all diese Substanzen hatten sich nicht nur in meinem Blut abgelagert, sondern vor allen Dingen in meinem Gehirn. Der Schleim der Koerner-Nahrung gab mir, in Kombination mit allen moeglichen Suess-Stoffen, Nikotinen und Narkotika, schliesslich den Rest.
Ich kann das jetzt sagen, da ich zum einen die Sichtweise von damals in meiner Erinnerung habe und zum anderen in einer ganz neuen lebe, so dass ich beide miteinander vergleichen kann. Wie laut habe ich damals doch aufbegehrt in meiner Umnachtung, um mit anderen „Wissenden“ mithalten zu koennen, um mir ja keine Bloesse zu geben, wenn naturgemaess die Zeit eintrat, dass sich meine Schwaechen und Unzulaenglichkeiten bemerkbar machten. Und wie empoert und verletzt war ich doch bei mancher Kritik, waehrend mein Neid noch dafuer sorgte, selbst die Wissenden tief unter mein Niveau zu stellen.
Um den bizarren Schmerz zu betaeuben, den ich mir selbst zugefuegt hatte, griff ich erst mal auf Nahrung zurueck und zwar am liebsten auf Fleisch und Koerner-Nahrung. Hinzu kamen noch Alkohol und Drogen jeglicher Art, wie z.B. Dope, Gras, Peyote, Mescalin, Engelstrompete, Cola-Strauch, Stechapfel, Psilocybin, LSD usw., allesamt Halluzinogene, die in der Hippie-Zeit unter den Studenten Tag fuer Tag ausgetauscht wurden.
Das Anhaften an denaturierte Nahrung aufzuloesen und nur gesunde, zum Leben notwendige, Nahrung aufzunehmen wie z.B. Reis, Gemuese, Salat und Obst, erfordert ungefaehr so viel Kraft, als wuerde ein Junkie beschliessen, ab jetzt kein Heroin mehr zu sich zu nehmen.
Nach eigener Erfahrung und nach der Erfahrung anderer dauert der Entzug giftiger Nahrung, einschliesslich diverser giftiger Genuss-Mittel, einige Tage, in denen so mancher – wie ich selbst auch – von den wildesten Daemonen gejagt wird, die er sich ueberhaupt vorstellen kann.
Danach bewegt man sich eine ganze Weile auf ziemlich bruechigem Eis, was daher kommt, dass sich der Organismus erst an die neue Form der Nahrungsaufnahme gewoehnen muss.
Jetzt habe ich aber schon so manche Menschen gehoert, dass man sich eine Frontal-Entwoehnung sparen und alles ganz langsam angehen koenne.
Das waere ja in etwa so, als wuerde man einem Junkie, der jahrzehntelang sein Heroin zu sich nimmt, empfehlen, seinen Entzug mit einem Methadon-Schnuller mal zur Abwechslung in einem herrlichen Mohn-Anbau- und –Verarbeitsunsgebiet zu absolvieren – quasi als Wellness-Programm fuer Fixer!
Methadon ist ein Ersatzmedikament fuer Heroin, das den Junkies waehrend einer selbst eingeleiteten Therapie verabreicht wird, um dann nach und nach abgesetzt zu werden, bis die Flatline erreicht ist.
Da ich selbst beides schon als junger Erwachsener probiert habe und andere Menschen in ihrer Sucht beobachten konnte, kann ich sagen, dass mit Methadon lediglich der Versuch gemacht wird, Ratte auf Nerz zu quaelen, denn die Rueckfall-Quote liegt bei fast 100 Prozent.
Der Grund liegt nicht darin, dass man den Junkies helfen will, sondern darin, dass Methadon auf rein chemischer Basis hergestellt wird und somit weit billiger fuer die Pharmakonzerne ist als wie das Besorgen von Heroin, das ja bekanntlich aus der Mohn-Pflanze gewonnen wird und seinen groessten Absatzmarkt in Columbien und Zentral-Asien hat. Die Idee der „Hilfe fuer suechtige Junkies“ ist nur ein Vorwand zur Eindaemmung der Beschaffungskriminalitaet, denn letzten Endes ist es den Pharma-Konzernen ganz egal, ob ein Hardcore-Junkie namens Willie Meier hinter einer Muellhalde sein Leben aushaucht oder nicht!
Bei den unzaehligen, in saemtlichen Medien verbreiteten, Diaet-Kuren, die vor allen Dingen in der Hoffnung von vielen Frauen angetestet werden, ihren entstellten Body wieder auf Girlie-Niveau zu zwingen, liegt die Rueckfall-Quote ebenfalls bei fast 100 Prozent.
Sorry, nichts gegen fuellige Frauen!
Ich schreibe immer „fast“, weil es in allen Faellen stets die eine oder andere Ausnahme gibt, gleich einem Regentropfen, den unser fixiertes Auge bei einem flaechendeckenden Guss wie eine Momentaufnahme zwischen all den unzaehligen Tropfen herauskristallisiert, bis er zwischen den anderen Tropfen am Boden verschwindet.
Ein fauler Baum wird auch nicht Stueck fuer Stueck entfernt, sondern mit der gesamten Wurzel ausgerissen! Oder gesetz den Fall, die Menschen haben ein Krebsgeschwuer in ihrem Koerper oder sonst irgendeinen makaberen Krankheitsherd – wuerden sie dann nicht wuenschen, dass selbiger sofort entfernt wird, ohne Rueckstaende zu hinterlassen?
Der Buddha erklaert im Sutta Nipatta:
Den Stachel (der fuenf Sinne) sah ich dann,
der, schwer erkennbar, hier im Herzen steckt!
Von welchem Stachel man durchbohrt,
umher nach allen Seiten laeuft,
hat diesen Stachel man entfernt,
dann laeuft man nicht, versinkt man nicht!
Das alles mag sich fuer viele extrem hart anhoeren – ist es auch! Soll es auch! Da gibt es nichts zu beschoenigen! Die Menschen haben naturgemaess die Angewohnheit, alles Unangenehme auf spaeter zu verschieben. Doch je aelter sie werden – und die Zeit rast wie ein wilder Fluss dahin! -, um so weniger Willenskraft besitzen sie, zur Verwirklichung zu schreiten.
Der beste Zeitpunkt zur Verwirklichung ist JETZT und nicht morgen oder demnaechst! Die Menschen leben solange in ihrem illusorischen Sumpf, bis sie keine Kraft mehr haben, zur Selbstbefreiung zu gelangen.
Chronische Krankheiten, also derartige, die kaum noch zu beheben sind, quasi das Resultat ihrer illusorischen Verschiebungen, bewirken schliesslich den selbst inszenierten Showdown.
PS: Das alles mag im krassen Widerspruch zu dem stehen, was ich zu Beginn des Schreibens noch geschildert habe! Steht es auch! Widersprueche finden sich vor allen Dingen in den Lehren, die von spirituellen Menschen weitergegeben werden! Aber auch hier bildet naturgemaess, wie in allen Dingen des Universums, die Polaritaet die Grundlage, sonst wuerde ja keine Reibung entstehen, und wo keine Reibung entsteht, kann auch kein Feuer entflammen, oder? Und ist das Feuer nicht dem Licht analog? Und das Licht nicht der Erkenntnis?
In diesem Sinne:
Liebe Gruesse
Anzeraq
Hallo Anzeraq,
dein Anliegen ist mir verständlich und deine Worte sind klar. Das kommt auch in diesem Forum nicht allzu häufig vor.
Leider sind meine bisherigen Erfahrungen viel zu bescheiden, um die Wahrheit deiner Worte beurteilen zu können. Soweit sie aber meiner Erfahrung zugänglich sind, widersprechen sie ihr nicht.
Vieles, was du über das Lehren und Lernen sagst, wird von mir ebenso empfunden. Mir fällt das Gleichnis von Jesus und den Samenkörnern ein. Schließlich... der Meister kann säen, wachsen muss es in dir allein und du bist selbst verantwortlich, die Bedingungen dafür zu schaffen, den Boden zu bestellen, Unkraut zu jäten, zu gießen... alles schwere und unangenehme Arbeiten, die so gar nichts mit "Wellness" zu tun haben. ;)
Wenn du also etwas über die Erfahrungen anderer auf dem langen Pfad der Rückkehr wissen möchtest, so möchte ich gern meinen Beitrag leisten, allerdings wirst du von mir keine sensationellen Dinge zu lesen bekommen.
Ja, du hast sicher recht, niemand, der nicht "ziemlich" Latein und Griechisch studierte wird das Kloster je verlassen können und auch nie nach Arabien gelangen, um den Meistern zu begegnen.
Wer schon Mühe hat, sich in seinem täglichen Leben zurecht zu finden, sollte die Beschäftigung mit Esoterik lieber als zweite Aufgabe wählen.
Aber auch, wer das Kloster verlässt, hat den Weg noch vor sich. Wenn du also wissen möchtest, wie es mir so ergeht, dann wisse, dass ich noch eine ganze Weile mich mit den "Leibesbeschwerlichkeiten" aufhalten werde.
Katharsis ist alles andere als ein Spass, aber notwendig, um das Samenkorn dass ich bereits empfangen durfte, zum Gedeihen zu bringen.
Meine bisherige Erfahrung hat mich glehrt, eher vorsichtig oder gar nicht über innere Vorgänge zu sprechen. Siehst du das anders?
Von Herzen,
Demian



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