Prinzipiell ist Erleuchtung möglich, Praktisch kaum. Tausende von Übungen und hunderttausende von Büchern aber geben uns Hoffnung. Doch der Bücherwald ist ein Hinderniss auf dem schönen spirituellen Weg. Jeder predigt und schiebt den Konkurrenten den Schwarzen Peter in die Schuhe. Religion bleibt ein Hoffnungskult, man hofft man könne etwas erreichen, man befinde sich auf dem Weg der Verwirklichung. In Wirklichkeit wird man einfach nur älter und formuliert das Wissen der Kindheit eloquenter, weil man nun besser sprechen kann. Daher das dauernde Gerede, man befinde sich auf dem spirituellen, geistigen, religiösen Weg, sei Mitglied einer Religion, einer Gemeinschaft, eines Kultes. Damit soll gesagt werden, ich bin fast schon erleuchtet, oder werde es bald sein, im Gegensatz zu euch, ihr Andersgläubigen. Tatsächlich erschafft keiner etwas, alle hoffen nur, erschaffen Hoffnungskulte und sind Mitglieder eines beliebigen Kultsystems; so ertragen sie das Leben, fühlen sich auserkoren, immer besser, wichtiger, zukunftsträchtiger. Religion ist eine Methode der Selbstaufwertung, eine Methode des Stolzes...
...Der Gründer einer Religion durchlebt oft ein Initialerlebnis, doch selten befindet er sich länger im Zustand der "Inspiration". Danach predigt er. Menschen dagegen die länger im Zustand der "Erleuchtung" ruhen oder bei denen dieser nachwirkt, gründen selten Religionen, sie predigen nicht oder werben Kunden, sie leben das Leben. Menschen, die nahe der Erhabenheit des Daseins leben, haben selten Schüler, wenn, dann solche die sich ihnen aufdrängen oder vorgeben, sie seien Schüler. Meistens sind es "Vampire", die dem "Erleuchteten" soziale Aufgaben abnehmen, um zu seinen Füssen zu sitzen und gierig an seiner Erleuchtung mitzuspeisen... (Holger Kalweit, Dunkeltherapie)



LinkBack URL
About LinkBacks



Lesezeichen