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Thema: ~~~~über Kinder,Karma und Schuld~~~~Uray-An-Anya

  1. #21
    Monja
    Gast

    Re: @Monja - Wahrnehmungen


    >Schau mal hier:Die vier Reisenden

    >

    >

    >Herzliche Gruesse

    >

    >>ich finde es immer wieder interessant, wie unterschiedlich Wahrnehmungen doch sein können. Kann es sein, dass jemand nur Scheuklappen aufsetzt und durch einen eingeschränkten Blickwinkel nur die Dinge wahrnimmt, die er wahrnehmen möchte, oder werden alle Gedanken auf ein Ziel gerichtet und damit alles andere ausgeblendet?





    Hallo Anzeraq,


    danke - das passt!


    Liebe Grüsse

    Monja

  2. #22
    Yasoda
    Gast

    Re: ~~~~über Kinder,Karma und Schuld~~~~Uray-An-Anya


    >Hallo Yasoda,

    >Die nicht ganz ernst gemeinte Frage von Chawele interessiert mich allerdings doch.

    >In deinem Text steht:

    >"Schon bei der Zeugung dockt eine Seele an die Eizelle = Miniembryo an und verbindet sich mit diesem."

    >Durch die Spirale wird jedoch nicht die Befruchtung der Eizelle verhindert, sondern die spätere Einnistung des befruchteten

    >Eies (Embryos) in die Gebärmutter. Man kann sie daher auch als ein abtreibendes Mittel bezeichenen. Wie hier z. Bsp.

    >http://www.nachabtreibung.de/modules...howpage&pid=30

    >Wie ist dieses zu bewerten?

    >Gruß

    >Cupido












    Hallo Cupido,




    ...Es gab Zeiten, da wurde die weisen Frauen


    verteufelt und damit jegliche Möglichkeit


    der natürlichen Empfängnisverhütung!




    Das alte Wissen über Empfängnisverhütung


    verbrannte mit den Frauen


    im FEUER der Scheiterhaufen!





    So ist die Spirale zumindest


    ein 'Instrument', dass


    die Frauen eine


    FREUDEbestimmte VerEINigung leben


    läßt...




    ANGST tötet die Kundallini


    und


    macht hiermit auch


    die VEREINIGUNG im tantrischen Sinne


    für manche Frauen unmöglich,


    da Angst sie Kontrolle nur lehrt...





    und HINGABE vergessen läßt







    Doch ebendiese Hingabe


    ans GÖTTLICHE bedeutet nicht,


    das Risiko einzugehen mit 43


    schwanger zu werden...




    Ich betreue in unserer Tagespflege


    eine psychiatrisch schwer erkrankte Frau,


    die mit 49 nochmals ein Baby bekam-


    ihr 'EheMann' hatte sie mehrmals


    vergewaltigt, die Schwangerschaft


    wurde erst im 6. Monat festgestellt,


    solang hat die Seele der Frau


    das Kind verdrängt...




    Alle LIEBE Dir!




    Yasoda


    ~~~~*~~~~




    Von Gut und Böse




    Und einer der Stadtältesten sagte: »Sprich zu uns von Gut und Böse.«


    Und er antwortete:

    »Von dem Guten in euch kann ich sprechen, aber nicht von dem Bösen.


    Denn was ist das Böse anderes als das Gute, das von seinem eigenen Hunger und Durst gequält wird?


    Wahrhaftig, wenn das Gute hungrig ist, sucht es Nahrung selbst in dunklen Höhlen, und wenn es dürstet, trinkt es sogar von fauligem Wasser.


    Gut seid ihr, wenn ihr eins mit euch selbst seid.


    Doch wenn ihr nicht eins seid mit euch selbst, seid ihr dennoch nicht böse.


    Denn ein geteiltes Haus ist noch keine Räuberhöhle, sondern einfach nur ein geteiltes Haus.


    Und ein Schiff ohne Ruder mag ziellos zwischen gefährlichen Inseln herumirren und doch nicht auf den Meeresgrund sinken.


    Ihr seid gut, wenn ihr danach strebt, von euch zu geben.


    Doch seid ihr nicht böse, wenn ihr nach Gewinn für euch selbst strebt.


    Denn wenn ihr nach Gewinn strebt, seid ihr nur wie eine Wurzel, die sich an die Erde klammert und sich an ihrem Busen nährt.


    Gewiß kann die Frucht nicht zu der Wurzel sagen: Sei wie ich, reif und voll und immer bereit, von deinem Überfluß zu geben.


    Denn der Frucht ist das Geben ein Bedürfnis, so wie der Wurzel das Empfangen.


    Ihr seid gut, wenn ihr in eurer Rede vollständig wach seid.


    Dennoch seid ihr nicht böse, wenn ihr schlaft und eure Zunge ziellos stammelt.


    Und selbst holpriges Reden mag eine schwache Zunge kräftigen.


    Ihr seid gut, wenn ihr festen und kühnen Schrittes auf euer Ziel zugeht.


    Aber ihr seid nicht böse, wenn ihr dorthin hinkt.


    Selbst der Hinkende schreitet nicht zurück.


    Doch ihr, die ihr stark und schnell seid, seht zu, daß ihr nicht vor den Lahmen hinkt und dies für Freundlichkeit haltet.


    Auf unzählige Weisen seid ihr gut, und wenn ihr nicht gut seid, dann seid ihr noch lange nicht böse.


    Ihr seid nur träge und faul. Ein Jammer, daß der Hirsch die Schildkröte keine Schnelligkeit lehren kann.


    In eurem Sehnen nach eurem übermenschlichen Selbst liegt euer Gutsein, und dieses Sehnen wohnt in allen von euch.


    Aber in manchen von euch ist diese Sehnsucht ein Sturzbach, der mit Macht zum Meer rauscht und die Geheimnisse der Hügel und die Lieder des Waldes mit sich trägt.


    Und in anderen ist es ein flacher Strom, der sich in Kurven und Windungen verliert und lange verweilt, bis er die Küste erreicht.


    Dennoch soll der, welcher viel ersehnt, nicht zu dem sagen, der wenig begehrt: Warum gehst du langsam und zögerst?


    Denn der wahrhaft Gute fragt auch nicht den Nackten: Wo ist dein Gewand? noch den Obdachlosen Was ist aus deinem Haus geworden?





    °°°




    Ein Priester war auf dem Weg zum Tempel, direkt am Wegrand sah er einen Mann der im sterben lag. Der Priester hatte es eilig, er musste pünktlich im Tempel sein, er wurde dort erwartet. Er dachte nach. "Es ist besser diesem Sterbenden zu helfen, das ist es, was auch Jesus gesagt hat. Es ist besser Tempel und andächtige zu vergessen, diesem Mann muss geholfen werden.

    So näherte er sich dem Mann, aber als er sein Gesicht sah bekam er einen Schrecken. Er kannte dieses Gesicht, im Tempel hing ein Bild des Teufels-und dies ist dieser Mann! Da rannte er davon zum Tempel..

    Der Teufel rief: Priester hör zu, wenn ich sterbe, wirst Du es ewig bereuen, Gott braucht mich!Niemand würde kommen Ihn anzubeten, wenn ich nicht da bin. Du wirst keinen einzigen Menschen finden, der religiös ist. Ich bringe sie in Versuchung. Durch meine Versuchung werden sie Heilige.

    Hast Du je von einem Heiligen gehört, der nicht vom Teufel in Versuchung geführt wurde?

    Der Priester zögerte. Was der Teufel sagte klang logisch. Der Priester musste einlenken und zustimmen. Und so trug er den Teufel auf seinem Rücken zum Krankenhaus..und mit dem Teufel überlebten alle Tempel, alle Priester und alle Religionen..Osho




    °°°


    Die Inquisition


    Im Jahre 1229 wurde unter der Regentschaft des Papstes Gregor IX. beschlossen, dass in Frankreich jede Gemeinde einen Priester zur Auffindung von Ketzern (die mit Hexen gleichgesetzt wurden) abzuordnen habe. Wenige Jahre später wurde diese Aufgabe den Dominikanermönchen übertragen. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts hatte sich die Inquisition über Italien bis nach Spanien ausgedehnt. Sie erhielt ihren Auftrag zur Vernichtung der Ketzerei und Schwarzen Magie direkt vom Vatikan, wobei er, wie sich später herausstellen sollte, nur als Vorwand eingesetzt wurde. Vielmehr wurden ausgestoßene Gesellschaftsgruppen von den redlichen Mitbürgern mit Hilfe dieser neuen Waffe gezielt ausgeschaltet und so wanderten in der Inquisitions-Hochburg Spanien großenteils Juden und Mauren auf den Scheiterhaufen. Um die Gesetzeswidrigkeit weiter zu vertuschen führte man hier das Autodafé ein, wo man in Form eines Glaubensaktes immer zahlreiche Hexen auf einmal verbrannte.

    Diese fanatischen Aufführungen versetzen die Bevölkerung in Angst und Schrecken, musste sie doch Aug in Aug mit den Hingerichteten heilige Kirchenlieder und Gebete sprechen. Natürlich wurde der angeblich heilige Auftrag missbraucht: Die heimliche Denunziation der Mitbürger wurde jedoch von der Kirche toleriert und in ihrem Heiligkeitsrausch nicht weiter ernstgenommen.

    Ursachen


    Aber wie konnte es überhaupt zu dieser Massenpsychose kommen? Diese Frage kann auch aus heutiger Sicht nicht eindeutig beantwortet werden. Auffällig ist lediglich die Tatsache, dass die katholische Kirche zu der damaligen Zeit vehement gegen Andersgläubige und Aussätzige vorgegangen ist. So wurden von ihr im 14. Jahrhundert, als der Schwarze Tod, die Pest, zahllose Menschenleben in Europa forderte, schnell die Schuldigen ausgemacht. Die Juden seien für das Übel verantwortlich, das die Menschheit quäle. Man sagte ihnen sogar nach, die Brunnen vergiftet zu haben. Die Konsequenz: Im aufkeimenden Antisemitismus fanden abertausende Juden den Tod.

    Auch wenig später als das Flagellantentum in Europa aufkam, besser bekannt in Form der Geißelbrüder, die sich in ihrer religiöser züchtigen und mit Peitschen geißeln, ging die Kirche unbarmherzig gegen diese moralische Bedrohung für die Bürger vor; viele wurden vor den Augen der Einwohner aufgehängt, bis wieder Ruhe einkehrte.

    Genau diese harsche Vorgehensweise wird heute als eine Ursache für die Eskalation angesehen, die die Inquisition zur Folge hatte. Der 1485 von den beiden Dominikanern Sprenger und Institoris herausgegebene "Hexenhammer" enthielt zahlreiche Anleitungen und Thesen, die die Inquisition zum einen legitimierten und ihr Vorgehen én detail festlegten.

    Werkzeuge und Beweise


    War die Wirklichkeit des Hexenkults erst einmal anerkannt, entwickelten sich in kurzer Zeit allerlei Spekulationen und Thesen. Als Beweismittel gegen angebliche Hexen verwandte man oft den sogenannten Teufelspakt, bei dem eine Hexe dem Teufel ihre Seele verkauft und dafür Ehre und Ruhm versprochen bekommt. Unterzeichnet wird der Vertrag mit einem Blutstropfen. Besiegelt wurde der Vertrag angeblich mit dem Teufelsstigma, einem kleinen Fleck, den die Hexe an einer verborgenen Stelle, so zum Beispiel in der Achselhöhle, am Körper trug. Als weiteres Erkennungsmerkmal galt das Verhalten der verdächtigten Person: Bereits kurz nach Unterzeichnung des Vertrags lehnte sie sich gegen kirchliche Lehren auf und missachtete die Worte der Priester.

    Es gab zahlreiche Experimente mit den der Hexerei Angeklagten, die allesamt durch ein Gottesurteil eine Beurteilung der Person forderten. Populäre Tests waren das Absenken in einen Fluss, wobei die mit Bleigewichten beschwerte und an Händen und Füßen gefesselte Versuchsperson nach Vorstellung der Richter eine Hexe war, wenn sie nicht unterging; andernfalls wurde sie posthum freigesprochen - wahrlich ein geringer Trost.

    In manchen Gegenden setzte sich auch die Nadelprobe durch, in England unter dem Begriff witch-pricking (Hexenstechen). Das Leben der Angeklagten wurde davon abhängig gemacht, ob sie aus einem Nadelstich bluteten oder nicht. So konnte man auf zeitraubende Prozesse verzichten, wobei hier erhebliche Manipulationen durchgeführt wurden.


    Unterzeichneter Teufelspakt

    Bräuche


    Die meisten damaligen "Forscher" waren der Ansicht, dass der Teufel seine Aufträge den Hexen auf religiösen Zusammenkünften erteilte. Diese nannte man Sabbat, wobei diese Bezeichnung nichts mit dem biblischen Sabbat zu tun hat. Sie steht vielmehr in Zusammenhang mit der phrygischen Gottheit Sabazios, die als Gottheit der Orgien angesehen wird. Die Treffen wurden oft an bestimmten Tagen abgehalten, so zum Beispiel Abend des 30. Aprils, als Versammlungsort wurde zumeist ein abgestorbener Baum oder auch ein Galgen ausgesucht.

    Wichtigstes Element war zweifellos die Hexensalbe, die für den unbedarften Menschen sofort tödlich war. So gestanden einige ehemalige Hexen unter den Folterqualen, damit Türklinken eingeschmiert zu haben und sich selbst von Kopf bis Fuß damit einzureiben, um schließlich etwa auf einem Besenstiel durch die Lüfte zu fliegen. Genauere Untersuchungen der zeitgenössischen Wissenschaft haben ergeben, dass es sich dabei um eine Mischung aus halluzinierenden Kräuterextrakten handle, von den angeblichen Zutaten, geröstete Katzen und Kröten wurden keine Spuren aufgefunden.

    Das Treiben der Inquisition dauerte über vier Jahrhunderte an, bis sich im Zuge der Aufklärung schließlich Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert erstmals und damit endgültig gegen Hexenverfolgungen aussprach. Trotz leiser Proteste mussten sich die Priester seinem Willen


    http://www.mysticnet.de/teufel/img/pakt.gif


    Hexen, Teufel und Verfolgung


    Die Hexenverfolgung fand, um genau zu sein, nicht nur im so genannten finsteren Mittelalter, sondern in erster Linie nachher statt - zurzeit nach der Reformation, auch Gegenreformation genannt. Es war auch die Phase der Wissenschaftsrevolution. Diese kam aber zu spät und konnte den Hexenwahn nicht mehr aufhalten. Die Hexenverfolgungen fanden nicht nur in katholischen Gegenden statt, sondern hatten auch in protestantischen Gebieten zu gewissen Zeiten ihre Hochblüte. Einige Tatsachen über den Hexenwahn sind noch wenig bekannt oder überraschend.




    Anfänge der Hexenverfolgung


    Als Einstieg müssen wir die Frage klären, worum es bei der Hexenverfolgung überhaupt geht. Das Prinzip ist ganz einfach: Frauen wurden beschuldigt, mit dem Teufel im Bunde zu stehen. Als Folge davon wurden sie gefoltert und hingerichtet. Aufgrund der zeitgenössischen Dokumente müssen wir davon ausgehen, dass praktisch alle Hingerichteten unschuldige Opfer einer hysterischen Volksbewegung wurden. Opfer dieser Verfolgung wurden mehrere zehntausend Personen, vor allem Frauen, teilweise Kinder und später auch Männer, zuerst Leute aus dem unteren, später auch aus dem höheren Stand. Auffallend ist, dass ungefähr die Hälfte aller weltweiten Hexenhinrichtungen im deutschsprachigen Europa stattfand. Angefangen hat der Hexenwahn allerdings in Frankreich. Es sei in diesem Zusammenhang an den Prozess der Jeanne d'Arc, der 1920 von der katholischen Kirche heiliggesprochenen Jungfrau von Orleans erinnert. Sie wurde 1431, erst 20jährig, als Ketzerin verbrannt. Das Ende des Hexenwahns scheint vor allem in der Schweiz zu liegen.


    Vom zeitlichen Gesichtspunkt gesehen liegt die Spitze der Verfolgung ums Jahr 1700. Vereinzelte Prozesse aufgrund von Anklagen wegen Zauberei gab es zwar schon um 1000, und vereinzelt auch noch bis etwa 1900. Als letzte hingerichtete Hexe in der Schweiz wurde der Fall der Anna Göldi bekannt. Die Dienstmagd wurde in Glarus Ende 1782 mit dem Schwert hingerichtet, also nur wenige Jahre vor Ausbruch der Französischen Revolution. Diese sollte durch ihre Auswirkung die alte Ordnung in Europa wegfegen.


    Während allen Phasen des Hexenwahns wurde das Verfolgen unschuldiger Menschen teilweise heftig kritisiert. In einzelnen Gebieten Europas gab es deshalb überhaupt keine Hexenverfolgung oder höchstens vereinzelte Verhöre ohne Folterungen, nach denen man die Angeklagten wieder freiließ - mangels Beweisen. Hier stoßen wir bereits auf das Kernproblem der Hexenverfolgung. Zaubereisünden lassen sich nicht beweisen, weil ihre Auswirkungen das Nachvollziehbare und damit Beweisbare überschreiten. Dass es heute noch Zauberei durch Schwarze Magie gibt, welche Menschen objektiven Schaden zufügt, daran würden heutzutage ohnehin die meisten Zeitgenossen nicht mehr glauben. Aus der Bibel wie aus der Überlieferung von Naturvölkern wissen wir jedoch, dass es durchaus gewisse magische Praktiken gibt, welche Menschen wirklichen Schaden zufügen können. Da sich solche Vorkommnisse aber nicht beweisen lassen, ist es nicht möglich, sie durch weltliche oder kirchliche Gerichte beurteilen zu wollen. Gewisse Dinge werden eben erst am Jüngsten Tag ins richtige Licht gerückt werden. Von einer solchen Perspektive des Jüngsten Tages wichen zurzeit die Hexenverfolgung kirchliche wie staatliche Obrigkeiten ab. Sie stützten sich dabei auf das Bibelwort, dass man die Zaubereisünde nicht dulden solle und gingen dagegen an. Allerdings - und hier liegt der Kernpunkt - nicht mit geistlichen, sondern unangebrachterweise mit weltlichen Waffen. Die Folge davon war eine Katastrophe, die uns heute noch erschüttert und bei der das Christliche im ursprünglichen Sinne vollends auf der Strecke blieb.


    Die Massenhysterie gegen Frauen in früheren Jahrhunderten hatte ihren Ursprung zu einem großen Teil in den heidnischen Götter- und Dämonenvorstellungen. Diese lebten in den Köpfen der Menschen fort, auch lange nachdem Europa christianisiert war und teilweise sind solche Vorstellungen heute noch vorhanden. Die Christianisierung Europas brachte es zwar mit sich, dass viele Menschen Christen wurden, so wie auch viele andere über den Status der getauften Heiden nicht hinweg kamen und es eigentlich auch gar nicht so recht wollten. Das Christentum war die offiziell erwartete Denk- und Lebensweise, sodass sich viele mehr nur äußerlich anpassten und der christliche Glaube immer in einem Wettlauf mit den animistischen Vorstellungen stand. Da war zum Beispiel die Vorstellung, dass Geister an den Zäunen hausten und die Menschen bedrohen würden. Genau von dieser Vorstellung stammt das Wort Hexe. Der Begriff geht zurück auf das alt-nordische Wort für Zaunsitzerin, hagazussa. Jedenfalls begann sich mit der Christianisierung die Vorstellung des Teufels mit derjenigen von Hexen, Dämonen und Unholden zu vermischen. Man spricht in der Fachwelt auch von der Christianisierung des antiken, keltischen, germanischen und slawischen Dämonenglaubens.





    Teilweise wurden gewisse Formen der Magie bewusst von der frühmittelalterlichen Kirche übernommen, damit die heidnische Bevölkerung das Christentum leichter annahm. Jedenfalls wurden der Teufel, aber auch die Hexen von der christianisierten Bevölkerung verantwortlich gemacht für schlechtes Wetter, Missernte, Fehlgeburten, die Pest und so weiter. In Zeiten der Missernte und der damit verbundenen sozialen Folgeschäden waren solche Vorstellungen noch höher im Kurs. Und in der Tat war der soziale Niedergang breiter Bevölkerungskreise ein wesentlicher Nährboden für das Aufkommen des Hexenwahns. Zudem gab es tatsächlich vereinzelte und verborgene Wahrsager, Volksmagier und auch - meist sehr kleine - Gruppen, welche den christlichen Glauben verhöhnten - teilweise aus reiner Prahlerei, teilweise auch als Satanskulte, welche mit umgekehrten Kreuz ihre Schwarzen Messen zelebrierten. In jener Zeit, da es praktisch noch keine Zeitungen gab, waren die Gerüchte das hauptsächlichste Massenmedium. Man kann sich ausmalen, wie viel Dichtung und wie wenig Wahrheit damit weitergegeben wurde. Jedenfalls erschien die Gefahr von Seiten der Hexen und Zauberer um ein X-faches größer, als sie es in der Wirklichkeit je war.


    Bereits im Jahr 1090 gab es in Freising einen Fall, bei dem drei so genannte Wettermacherinnen am Isarstand verbrannt wurden - übrigens damals gegen den Willen der Kirche. Der Fall fand auf dem Hintergrund der umstrittenen Besetzung des Bischofssitzes statt. Dies brachte eine große Verunsicherung mit sich und verursachte die Suche nach irgendwelchen Sündenböcken. In Freising wurde vorweggenommen, was ein halbes Jahrtausend später bei den Hexenprozessen der Fall war. Der bloße Verdacht auf Zauberei genügte, um unschuldige Frauen zu foltern und damit ein Geständnis zu erpressen. Die Frauen gaben unter der Folter alles Mögliche zu, um den Schmerzen zu entgehen. Das Geständnis war für ein rechtsgültiges Urteil notwendig, Indizienprozesse wie heute kannte man damals noch nicht.







    Zauberei und Sünden


    Im frühen Mittelalter war die Todesstrafe für Zaubereisünden noch nicht vorgesehen, deshalb wandte sich die Kirche gegen die Hinrichtung der drei Freisinger Frauen. Bekämpft wurden Zauberei und Ketzerei bis zum 11. Jahrhundert in der Hauptsache mit Kirchenbusen.


    Die Kirche schwankte lange zwischen einer Überschätzung und einer Geringschätzung teuflischer und zauberischer Einflussnahme. Vor allem in der Literatur der organisierten Ketzerverfolgung, der Inquisition, begann man aber später die Existenz des Hexenfluges als wirkliches Ereignis zu verstehen. Unter Hexenflug verstand man den Ritt der Hexen auf einem Besen durch die Luft. In aufgeklärteren Zeiten verlagerte sich diese Vorstellung von der theologischen in die Märchenliteratur, wo sie heute noch anzutreffen ist.


    Die Literatur der Inquisition wurde auch immer wieder von anderen zur Legitimierung der Hexenverfolgung herangezogen, so auch das damals bekannte und weit verbreitete Buch namens Hexenhammer aus der Feder des Inquisitors Heinrich Cramer von 1487. Zur eigentlichen Waffe der Kirche gegen die Zauberei erwuchs seit dem 13. Jahrhundert das kirchliche Inquisitionsverfahren. In der Inquisition führte die gleiche Instanz, welche Anklage erhob, auch die Untersuchung und fällt die Urteile. Das wäre in der heutigen Rechtspflege undenkbar. Erst mit diesem Verfahren häuften sich damals die Hinrichtungen von so genannten Hexen und anderen Ketzern. Zur gleichen Zeit ließ man in Spanien und Frankreich die Folterung von Verdächtigten zu, wenn es um Kapitalverbrechen ging. Auch in Deutschland begann man etwa seit dem 14. Jahrhundert die Folter auch im weltlichen Strafprozess anzuwenden.




    Ungerechte Prozessführung


    So sehr man auf kirchlicher Seite um die Existenz von Zaubereisünden wusste, so gab es auf der staatlichen Seite zu Beginn des 15. Jahrhunderts noch kein Hexereidelikt. Der Begriff der Hexerei soll zum ersten Mal in einem Strafprozess vor dem weltlichen Gericht der Stadt Luzern 1419 aufgetaucht sein, also schon rund einhundert Jahre vor der Reformation. Der Begriff der Hexe wurde, so vermuten andere Experten, erst am Konzil von Basel, also zwanzig Jahre nach dem Luzerner Fall erfunden. Nach dieser Ansicht sei der Begriff der Hexe vom Konzil neu aufgegriffen und mit alten, angstbesetzten Inhalten gefüllt worden. Es könnte also durchaus sein, dass die gedankliche Verbindung zwischen dem Wort Hexe zum erwähnten altnordischen Begriff hagazussa bewusst von der Inquisition inszeniert wurde, um die Volksängste vor Dämonen gegen die angeblichen Hexen zu schüren. Bereits zeitgenössische Darstellungen kritisierten, dass die Hexen nicht wirklich existierten, sondern lediglich eine ideologische Einbildung der Inquisitoren seien. Die Inquisitoren gehörten auch zu den Wenigen, welche relativ gut gebildet waren, und zu einer gezielten Manipulation der Sprache überhaupt fähig.


    Nach der Kirchenspaltung durch die Reformation brachen die kirchlichen Inquisitionsgerichte zusammen. In der Folge wurden Zaubereiprozesse nur noch vor weltlichen Gerichten behandelt.


    Der Begriff der Hexerei, genau so wie ihn die Inquisition mit Inhalt füllte, wurde zwar vor den weltlichen Gerichten vorerst nicht anerkannt. Gerade deshalb war es nicht voraussehbar, dass ein weit verbreiterer Hexenwahn je ausbrechen würde. Es kam aber so, dass die weltliche Strafprozessordnung in jener Zeit die Folter institutionalisierte. Diese war zu Beginn gegen Attentäter und Königsmörder gerichtet. Jedenfalls wurden durch die Folter der Willkür größere Tore geöffnet, als es die kirchliche Inquisition alleine je zustande gebracht hätte. Trotzdem vollzog die Inquisition selber auch die Folter, um Geständnisse zu erpressen. War ein solches vorhanden, mussten die kirchlichen Inquisitoren den Angeklagten an das weltliche Gericht übergeben.


    Betrachten wir das Prozessverfahren gegen Personen, die der Hexerei beschuldigt wurden, näher: Der Ankläger ist in der stärkeren Position. Er kann jemanden aufgrund von Aussagen irgendwelcher Leute anklagen, gleich ob und wie glaubwürdig diese sind. Man geht davon aus, dass der Ankläger aus Sorge gegenüber dem Staat oder dem rechten Glauben handle und deshalb müsse er seine Anklage nicht beweisen.


    Ungeschützt war hingegen der Angeklagte; und sein Verteidiger kommt gegen die Behandlung des Falles meist nicht an. Die Unschuldsvermutung kannte man damals nicht. Um mit der Folter des Angeklagten die Wahrheit zu ermitteln, genügte ein bloßer Verdacht des Richters. Dem Richter war es freigestellt, dem Gefolterten sein Leben für ein Geständnis zu versprechen, es dann aber nicht zu halten, sondern im Gegenteil die Todesstrafe zu beschließen. Denn die Todesstrafe konnte nur verhängt werden, wenn ein Geständnis vorlag. Die Folter wurde deshalb solange angewandt, bis Geständnisse vorlagen, auch von Unschuldigen.





    Damit eine Frau der Hexerei angeklagt wurde, genügte die Beschuldigung von irgendjemandem, zum Beispiel, dass die betreffende Frau einen schlechten Ruf habe. Von daher wird es nachvollziehbar, dass die ersten als Hexe verurteilten Frauen dem Bild der modernen Märchenhexe durchaus ein wenig entsprachen. Es handelte sich oft um ältere, zurückgezogene, teilweise auch behinderte Frauen, die infolge ihrer Zurückgezogenheit den Verdächtigungen der dörflichen Gemeinschaft schutzlos ausgeliefert waren.


    In den meisten Fällen war die Folge einer solchen Verleumdung die Folter und der Tod. Wurde in den seltenen Fällen jemand mangels genauer Anklage oder fehlendem Geständnis wieder freigelassen, so ging die Rede schnell um, dass diese bestimmte Frau vor den Richter musste. So wurde der Ruf schnell und endgültig beschmutzt, was Grund war für eine neuerliche Verhaftung, Folterung und schließlich Hinrichtung war. Das vorurteilsbehaftete Verleumden wurde insbesondere gefördert durch amtliche Anweisungen, welche Handlungen als Aberglauben, Zauberei oder Hexerei anzusehen seien. In einer bayrischen Anweisung Maximilian I. wurden auch gängige Bräuche der Volksmedizin auf den Index gesetzt und damit verboten. Dazu gehörte auch das Baden am Weihnachtsabend gegen Fieber und Zahnschmerzen. Für die eigentlichen Sünden gegen den christlichen Glauben wurde das Strafmass wie folgt festgesetzt:


    - wer den Teufel direkt anruft und anbetet, wird lebendig verbrannt,

    - wer den Teufel indirekt anruft, wird vor der Verbrennung enthauptet,

    - wer mit dem Teufel einen Pakt hat, landet auf dem Scheiterhaufen und das Vermögen wird eingezogen.

    - bei Schadenzauber wird die Verurteilte vor dem Verbrennen mit glühenden Zangen gezwickt.


    In Spezialinstruktionen forderte Maximilian zudem, dass alle Amtsuntertanen verpflichtet werden, jeden Verdacht auf Hexerei zu melden. Diese Bestimmung zählt zu den unheilvollsten Verlautbarungen in der Geschichte des Hexenwahns. Denn dadurch wurde man verpflichtet, schon beim geringsten Verdacht jemanden anzuklagen. Es führte sogar soweit, dass Angeklagte unter der Folter ihrerseits irgendwelche Leute der Hexerei beschuldigten, um den Schmerzen zu entgehen.


    So wird nachvollziehbar, dass mit der zunehmenden Verfolgung auch hochgestellte Persönlichkeiten auf dem Scheiterhaufen endeten. Die Vorschriften Maximilians mussten jeweils zu Weihnachten und Pfingsten von den Kanzeln verlesen werden. Die Hysterie wurde damit nicht besänftigt, sondern im Gegenteil geradezu angestachelt.


    Wo der Teufelskreis zwischen Verhaftung, Verhör, Folter, Denunzierung und weiterer Verhaftung begonnen hatte, hörte er nicht so schnell auf. Die Hysterie ging so weit, dass sich Richter teilweise weigerten, mit den vermeintlichen Hexen überhaupt zu reden oder für die Dauer der Untersuchung im gleichen Haus zu wohnen. Man hätte sie später bezichtigen können, sie seien selber verhext.







    Widerstand gegen den Hexenwahn


    Die Gegner der Hexenverfolgung hatten unterschiedliche Hintergründe. Die einen waren Ärzte, Juristen, Gelehrte anderer Art oder auch Seelsorger. Zu letzteren zählte auch der Jesuitenpater Friedrich von Spee: Er begleitete während den Prozessen die Hexen seelsorgerlich und wurde so zu einem überzeugten Gegner der Verfolgung. Seine Erkenntnisse hatte er in einem Buch zusammengefasst und 1631 veröffentlicht, aus Sicherheitsgründen allerdings nicht unter eigenem Namen und ohne Genehmigung seiner Ordensoberen. Dies wäre auch schwierig gewesen, fand man doch auch viele Jesuiten auf Seiten der Befürworter einer Hexenverfolgung. Spees Buch, es trug den Namen Cautio Criminalis, deckte die Zustände mit scharfsinniger Logik schonungslos auf und nahm auch gegenüber den Geistlichen und seinen Jesuiten-Brüdern kein Blatt vor den Mund. Da Spee in seinem persönlichen Umfeld, er war Lehrer der Moraltheologie, offen über sein Anliegen sprach, war bald bekannt, wer die Cautio Criminalis geschrieben hatte. Die Empörung über Spee klang dann aber ab, als durch den Schwedeneinfall unter Gustav Adolf andere Probleme anstanden. Trotzdem wurde Spee von Köln nach Trier versetzt. Vier Jahre nach der Veröffentlichung seines Buchs starb er. Spee hatte sich bei der Versorgung pestkranker Soldaten angesteckt. Trotz aller Anfeindungen blieb er dem Jesuitenorden treu.


    Spee wurde einst gefragt, woher er denn schon graues Haar hätte. Er antwortete, das komme davon, dass er viele Hexen als Beichtiger zum Scheiterhaufen hätte begleiten müssen. Er fügte bei, dass er in keinem einzigen Fall davon überzeugt war, die Verurteilte sei der Hexerei wirklich schuldig. Viele Angeklagte hätten, nachdem sie Vertrauen gefasst hätten, ihm die Unwissenheit oder Bosheit der Richter geklagt oder noch im Sterben in den Flammen Gott selber zum Zeugen ihrer Unschuld angerufen. Die Hexenverfolgung war allzu oft eine Verfolgung von Christinnen und Christen durch die Kirche. Evangelium und christliche Gemeinde einerseits und Dogmatik und Kirche anderseits waren nie dasselbe und werden es auch nie sein.




    Ende der Hexenverfolgung


    Das Ende der Hexenprozesse brachte erst der Sieg der Aufklärung, welche nicht mehr die Kirche, sondern die Vernunft in den Mittelpunkt rückte. Die letzte Hexe wurde in der Schweiz 1782 hingerichtet, wie eingangs schon erwähnt. Elf Jahre später kam es in Posen, noch unter polnischer Hoheit, zur Verbrennung zweier Frauen. Sie wurden zum Tod verurteilt, weil sie rot entzündete Augen gehabt hätten und das Vieh ihres Nachbarn dauernd krank gewesen sei. Dies zog man als Beweis heran, dass die Frauen Hexen gewesen seien. Die Fälle von Glarus und Posen sind die beiden letzten bekannten Hexenprozesse mit anschließender Hinrichtung. Der Hexenwahn war zwar nicht sofort besiegt, vielmehr lebte er im Aberglauben weiter.


    Die Hexenprozesse verschwanden - wie erwähnt - aufgrund der Aufklärung. Die Aufklärung brachte unter anderem eine Humanisierung des Strafrechtes hervor. Dazu gehörte auch die Abschaffung der Folter. Man erkannte, dass sie ein untaugliches Mittel zur Wahrheitsfindung sei. Zudem verlor das Geständnis seine prozessentscheidende Rolle. An seine Stelle setzte man den Zeugen- und Indizienbeweis. Der Sieg der Toleranz wurde auch dadurch mit begünstigt, dass die konfessionell motivierten Kämpfe in Europa zu Ende gingen. Man fand sich damit ab, dass es in Westeuropa zwei Möglichkeiten des christlichen Glaubens gab, nicht nur die katholische, sondern auch die evangelische. Damit verbunden war die Achtung vor der Religion des anderen, ja der Menschenwürde im Allgemeinen. Dass sich der Humanismus durchsetzte, bedeutete Freiheit - Freiheit, wie sie die Menschen zuvor noch nie gekannt hatten. Und damit war auch der christliche Gedanke im ursprünglichen Sinn wieder hergestellt.







    °°°


    Am Ende von Fausts Leben, nachdem der himmlische Chor erklärt hat: es ist vorbei, nimmt Mephisto einen eigenartigen Standpunkt ein und sagt:


    Vorbei! ein dummes Wort.


    Warum vorbei?


    Vorbei und reines Nicht, vollkommnes Einerlei!


    Was soll uns denn das ew'ge Schaffen!


    Geschaffenes zu nichts hinwegzuraffen!


    »Da ist's vorbei!« Was ist daran zu lesen?


    Es ist so gut, als wär es nicht gewesen,


    Und treibt sich doch im Kreis, als wenn es wäre.


    Ich liebte mir dafür das Ewig-Leere.


    (V.11595-11603) Goethe Faust











    EINHEIT ist LICHT

    wenn die Sonne am höchsten,

    gibt es keinen Schatten.

    ALLES ist licht.°*






  3. #23
    Zelda
    Gast

    Re: Anzelchen und die sieben Suppenhühner


    Hallo Paladin!

    Wenn Du was gegen meine Meinung zum Thema Abtreibung hast,dann schreib das auch zu diesem Beitrag(sonst hab ich fast nichts geschrieben),wir können uns gern darüber unterhalten.

    lg,Zelda

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