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Thema: @Werner - Über Religion nach Bardon

  1. #1
    Karl
    Gast

    @Werner - Über Religion nach Bardon


    Hallo Werner!


    Leider inzwischen gelöscht will ich dennoch Stellung nehmen

    zu deinen Ausführungen zu FBs Text zu Religion.


    Hier der komplette Text FBs zu Religion aus dem theoretischen

    Teil des Buches "der Weg zum wahren Adepten"


    Zitat:

    Religion

    Der angehende Magier wird sich zu einer Universalreligion bekennen.

    Er wird finden,daß jede Religion wohl ihre guten Seiten, aber auch

    ihre Schattenseiten hat. Das Beste wird er für sich behalten und

    die Schwächen nicht beachten. Damit ist nicht gesagt, daß er sich

    zu jeder Religion bekennen muß, aber er soll jeder Religion die

    gebührende Achtung entgegenbringen, denn jede hat ihr eigenes

    Gottesprinzip, ob es sich jetzt um das Christentum, um Buddhismus,

    Mohammedanismus usw. handelt. Im Grunde kann er seiner Religion

    treu bleiben. Mit den offiziellen Dogmen seiner Kirche wird er sich

    jedoch nicht zufriedengeben und darnach streben, tiefer in die

    Werkstatt Gottes einzudringen. Das ist ja auch der Zweck unserer

    Einweihung. Der Magier wird sich den Universalgesetzen gemäß seine

    eigene universale Weltanschauung bilden, die seine wahre Religion

    sein wird. Er wird die Beobachtung machen, daß, abgesehen von den

    Schwächen, jeder Verteidiger der Religion seine Religion als die

    beste hinzustellen bemüht ist. Jede Religionswahrheit ist relativ,

    und das Begreifen derselben hängt von der Reife des einzelnen ab.

    Deshalb läßt der Eingeweihte in dieser Hinsicht jedem sein

    Recht, versucht auch nicht, ihn von seiner Wahrheit abzubringen,

    ihn zu kritisieren oder gar zu verurteilen.

    Im Innern der Seele kann er Fanatiker oder Atheisten höchstens

    bedauern, ohne es irgendwie äußerlich zu zeigen. Halte jeder

    an dem fest, woran er glaubt und was ihn glücklich und zufrieden macht.

    Würde sich jedermann diesen Grundsatz zu eigen machen, gäbe es weder

    Haß noch Religionszwist. Es läge dann wirklich kein Grund zu

    Meinungsverschiedenheiten vor, und alle Geistesrichtungen

    könnten nebeneinander glücklich bestehen.

    Es ist allerdings etwas anderes, wenn ein Suchender, den weder

    Materialismus noch Dogmen befriedigen, sich nach geistiger Nahrung

    sehnend, einen Eingeweihten um Rat und Aufklärung angeht.

    In einem solchen Falle ist der Eingeweihte verpflichtet, den

    Suchenden je nach seinem Auffassungsvermögen aufzuklären.

    Dann spare der Magier weder Zeit noch Mühe, seine geistigen Schätze

    dem Sucher zu übermitteln und ihn zum Licht zu führen.


    Ende Zitat.


    Kommentar in Bezug auf deine Interpretation

    (wurde im Forum gelöscht):


    Wichtig finde ich daß der Text über Religion im Buch

    unmittelbar auf den Text über Wahrheit folgt, welcher

    auch in diesem Zusammenhang sehr lesenswert ist.


    Das es universell gültige Gesetze gibt ist unbestreitbar,

    streitbar ist welche es sind und da hat Jeder seine

    eigene Wahrheit.


    Universalgesetze sind wie das Wort bereits sagt,

    allgemein und umfassend gültig.

    Doch sagt FB nicht, daß die Universalgesetze die wahre

    Religion sind, vielmehr daß der Magier sich diesen

    Gesetzen gemäß SEINE EIGENE universale Weltanschauung

    bilden soll, welche zu SEINER wahren Religion wird.

    Dieser Unterschied wird bedeutend wenn die

    Aussagen FBs zum Thema Wahrheit einbezogen werden.

    Hier heißt es unter anderem:


    "Deswegen hat jeder einzelne von seinem Standpunkt aus

    je nach Reife und Erkenntnis, falls er es ehrlich meint,

    seine eigene Wahrheit. Nur derjenige, der die absoluten

    Gesetze des Makro - und Mikrokosmos kennt und beherrscht,

    kann von einer absoluten Wahrheit sprechen."


    Wer das nachvollzieht, erkennt wie unsinnig es wäre von

    der einen wahren Religion zu sprechen, ist doch die eigene

    Wahrheit im Wandel und folglich auch die eigene

    Religion / Anschauung.


    In diesem Kontext ist der von dir gesehene Widerspruch

    in folgendem Satz FBs nicht vorhanden:


    "Jede Religionswahrheit ist relativ, und das Begreifen

    derselben hängt von der Reife des einzelnen ab."


    Es gibt sie nicht die wahre Religion. FB spricht ebenfalls

    nicht davon.

    Der Magier hat SEINE EIGENE wahre Religion, welche

    er unter Berücksichtigung seines Wissens um das Wesen der

    Wahrheit nicht stimmig als absolut hinstellen kann.


    Von der absoluten Wahrheit kann sprechen s.o. wer die

    absoluten Gesetze des Makro - und Mikrokosmos kennt

    und beherrscht. Von solch einer Person, falls es sie

    gibt oder jemals gab, kann auch eine Differenzierung

    des Wahrheitsgehaltes religiöser Aussagen objektiv

    erfolgen. Dies gilt natürlich auch für Religionsstifter.


    Die absolute Wahrheit ist keine Wissensdisziplin.


    Lernen nicht im Sinne von auswendig lernen, sondern

    im Sinne von Verinnerlichung - zum eigenen Wesen als

    lebendigen Teil machend.

    Wie soll das übertragen werden? -um hier deinen

    Vergleich zur Effektivität der Wissenschaften

    aufzugreifen.

    Daraus resultiert der von dir kritisierte

    Subjektivismus aber nur insofern, daß sich Weisheit

    nicht wie Wissen übertragen läßt, sowie auch

    die Beherrschung der absoluten Gesetze einer

    Praxis bedarf und einen Prozess darstellt welcher

    ebenfalls nicht wie Wissen übertragbar ist.

    Die Grundlage für diesen Prozess ist unter anderem

    eine Geisteshaltung die neue intuitiv als wichtig

    eingestufte Erkenntnisse einlässt und ihnen die

    Aufmerksamkeit und den Raum bietet welcher nötig ist

    diese zu einem lebendigen Teil seiner Selbst zu machen.

    Diese Vorraussetzungen zu schaffen liegt in der

    Person die Erkenntnis erlangt, an ihrer Bereitschaft

    das Wissen zur Weisheit und als Prozess zur absoluten

    Wahrheit werden zu lassen, es in einen die Entkörperung

    überdauernden Besitz zu wandeln.


    Der Begriff des Baumeisters ist treffend.

    Mit dem Aneignen der für einen Hausbau nötigen Kenntnis

    ist das Haus noch nicht gebaut. Das Wissen hierzu

    ist übertragbar, die Erfahrung des Bauens ist zu

    praktizieren.


    So praktiziert denn Jeder seine für ihn notwendige

    Lebensweise in dem sein Selbst veränderndem Prozess

    und wird solange einer Richtung folgen bis er

    nicht mehr danach ist.


    Wer aus seinem Erfahrungsschatz heraus motiviert ist ohne

    die Fähigkeit sich rational begründet zu lösen, sich

    dogmatisch verhält, dem werden neue Erkenntnisse

    nicht als Motivation genügen den eingeschlagenen Weg

    zu ändern. Für diese Motivation bedarf es entsprechender

    Erfahrungen die den Charakter nachhaltig prägen.


    Daraus ergibt sich auch die Anerkennung der

    verschiedenen Religionen und Geisteshaltungen als

    Notwendigkeit. Die vielschichtigen nötigen Erfahrungen

    werden hier repräsentiert und von den Anhängern

    unterschiedlich durchlebbar gemacht.


    Somit ist die Aussage stimmig, daß wenn jedermann dies

    anerkennt und daraus seine Toleranz Andersdenkenden /

    Andersseienden gegenüber aufbringt es keinen Haß

    oder Religionszwist gäbe.


    FB schreibt:


    "Es ist allerdings etwas anderes, wenn ein Suchender,

    den weder Materialismus noch Dogmen befriedigen,

    sich nach geistiger Nahrung sehnend, einen Eingeweihten

    um Rat und Aufklärung angeht. In einem solchen Falle

    ist der Eingeweihte verpflichtet, den Suchenden je nach

    seinem Auffassungsvermögen aufzuklären. Dann spare der Magier

    weder Zeit noch Mühe, seine geistigen Schätze dem Sucher

    zu übermitteln und ihn zum Licht zu führen."


    Da FB deutlich von absoluten Gesetzen des Mikro- und

    Makrokosmos spricht, deren Kenntnis und Beherrschung

    anzustreben er als Grundlage der Bildung einer eigenen

    Weltanschauung/ Religion darstellt kann ich deine

    Interpretation dies sei ein relativistischer Ansatz

    nicht unterstütze.


    Im Übrigen:

    Der Satz FBs "Halte jeder an dem fest, woran er glaubt

    und was ihn glücklich und zufrieden macht."

    bezieht sich auf den Fanatiker oder Atheisten aus dem Satz

    zuvor. Hierfür spricht, daß FB vom angehenden Adepten stets

    als "der Eingeweihte", "der Magier" oder "er" spricht,

    hier aber "jeder" und später im Text "jedermann" benutzt.


    soweit erstmal


    Karl



  2. #2
    muesli357
    Gast

    Re: @Werner - Über Religion nach Bardon


    Test

  3. #3
    muesli357
    Gast

    Re: @Werner - Über Religion nach Bardon


    Finde ich gut, Deine Herangehensweise.


    Nach Bardon habe ich religiöse Schriften geprüft.


    Prinzipiell stimmt alles mit Bardon überein.


    Allerdings sagt Bardon nichts direktes über die Grundvoraussetzungen höherer Magie.


    Sehr schön ist es aber, dass in diesem Forum endlich herausgestellt wird, dass höhere Magie und Religion letztendlich nicht zu trennen sind.


    herzliche Grüße


    DM

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