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Thema: Wer bin ich

  1. #11
    Pon pon
    Gast

    Re: Manöver des ICH


    Das ist klar und deutlich. Ich bin erstmal "bedient" und wenn du kannst freue ich mich natürlich auf dein mail auf packo60@hotmail.com.

  2. #12
    Samara
    Gast

    Re: Manöver des ICH


    >Das ist klar und deutlich. Ich bin erstmal "bedient" und wenn du kannst freue ich mich natürlich auf dein mail auf packo60@hotmail.com.


    Dein Postkasten ist schon seit gestern abend voll.


    DIE SIEBEN ICH


    In der stillsten Stunde der Nacht - ich war halb

    eingeschlafen - kamen meine sieben Ich zusammen

    und flüsterten miteinander:


    Erstes Ich: «Ich hauste all die Jahre hier in diesem

    Narren und hatte nichts zu tun, als bei Tag seinen

    Schmerz zu schüren und ihm bei Nacht neue Sorgen

    zu bereiten. Ich kann mein Los nicht länger

    ertragen, und jetzt lehne ich mich dagegen auf!»


    Zweites Ich: «Dein Los ist besser als meines, Bruder,

    denn meine Aufgabe ist's, das fröhliche Ich

    dieses Narren zu sein. Ich lache sein Lachen, ich

    singe seine glücklichen Stunden, und mit dreimal

    beflügelten Schuhen tanze ich seine Heiterkeit. Ich

    bin's, der sich gegen dieses beschwerliche Los auflehnt!»


    Drittes Ich: «Und was ist mit mir, dem von Liebe

    tollen Ich, der Flamme wilder Leidenschaft und

    phantastischer Begier? Ich liebeskrankes Ich lehne

    mich gegen diesen Narren auf!»


    Viertes Ich: «Ich bin unter euch allen das elendste,

    denn ich kann nur mit stetem Haß und Abscheu

    alles zerstören. Ich bin der Höllensturm aus

    schwarzer Finsternis und ich will diesem Narren

    nicht länger dienen!»


    Fünftes Ich: «Nein, ich bin es, das denkende, das

    phantasievolle Ich, von Hunger und Durst dazu

    verdammt, rastlos Unbekanntes und noch nicht

    Geschaffenes zu suchen. Ich habe mich zu beklagen,

    nicht ihr!»


    Sechstes Ich: «Ich bin der elende Arbeiter, der mit

    geduldigen Händen und mit sehnsüchtigem Blick

    die Tage erst zu Bildern formt und den Stoffen

    neue und ewige Gestalt verleiht. In meiner Einsamkeit

    lehne ich mich gegen diesen ruhelosen

    Narren auf!»


    Siebentes Ich: «Wie seltsam, daß ihr euch gegen

    diesen Mann auflehnt, hat doch jedes von euch eine

    bestimmte Aufgabe. Ach hätte ich doch, wie ihr,

    auch eine Bestimmung! Aber ich habe keine. Ich

    kauere im Dunkel, ohne Raum und Zeit, und tue

    nichts, während ihr eifrig neues Leben erschafft.

    Bin ich es, der sich zu bekkgen hat, oder seid ihr

    es, Nachbarn?»


    Nachdem das siebente Ich so gesprochen hatte,

    sahen die anderen sechs es mitleidig an und schwiegen

    - und als die Nacht fortschritt, schliefen sie

    eines nach dem anderen ein, froh, eine neue Aufgabe

    zu haben.

    Das siebente Ich aber blieb wach und blickte weiter

    in das Nichts, das hinter allen Dingen ist.


    G.Samara feuer



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