Hallo,
was versteht ihr unter dem Begriff "Gottmensch"? Was oder wie ist ein Gottmensch für euch?
Dorn
Hallo,
was versteht ihr unter dem Begriff "Gottmensch"? Was oder wie ist ein Gottmensch für euch?
Dorn
Hi,
Ein Mensch, der sein wahres Sein (=Gott) verwirklicht hat = lebt, der sowohl das magische, wie auch hermetische Gleichgewicht erreicht hat und selbst als vollkommener individueller Ausdruck des Einen höchsten Bewusstseins (der göttlichen Vorsehung) gegenwärtig ist (der Vater und ich bin eins), doch zuerst muss sich die göttliche Vorsehung im Menschen sich ihrer selbst erst mal gewahr bzw. bewusst werden...
Liebe Grüße
Elflyn
Ein Gottmensch ist derjenige,welcher sich der Tatsache bewusst is,dass Alles Gott ist :
- das Mineral
- die Pflanze
- das Tier
- die humanoide Lebensform.
Dieser ist ein Gott- Mensch!
Daraus folgt, dass es auch Gott - Tiere und Gott- Pflanzen, sogar Gott- Minerale geben muss!
Es gibt nur Gott und Nichts sonst!
>Hi,
>Ein Mensch, der sein wahres Sein (=Gott) verwirklicht hat = lebt, der sowohl das magische, wie auch hermetische Gleichgewicht erreicht hat und selbst als vollkommener individueller Ausdruck des Einen höchsten Bewusstseins (der göttlichen Vorsehung) gegenwärtig ist (der Vater und ich bin eins), doch zuerst muss sich die göttliche Vorsehung im Menschen sich ihrer selbst erst mal gewahr bzw. bewusst werden...
>Liebe Grüße
>Elflyn
Wenn ich gleich der Vater bin, bin ich dann noch individuell, bin ich dann noch menschlich, also ein Gott-Mensch? Oder bin ich dann nur noch Gott, der Vater?
Dorn
Es gibt keine Trennung zwischen Gott und Mensch. Der Mikrokosmos ist das perfekte Ebenbild des Makrokosmos, es gibt keinen Unterschied, außer vielleicht in der Quantität *grins, obwohl der Mensch gleichzeitig im gesamten Universum gegenwärtig ist und nicht nur dort, wo sein physischer Körper sich zur Zeit gerade befindet... alles was ist, ist auch in dir... Individualität? Ja, ein spezialisierter Ausdruck der göttlichen Vorsehung, und dennoch ist alles eins, die Individualität des Einzelnen wie Facetten eines (!) wundervoll geschliffenen Kristalls... und doch ist es nur ein Kristall!
Alles Liebe
Elflyn
>Es gibt keine Trennung zwischen Gott und Mensch. Der Mikrokosmos ist das perfekte Ebenbild des Makrokosmos, es gibt keinen Unterschied, außer vielleicht in der Quantität *grins, obwohl der Mensch gleichzeitig im gesamten Universum gegenwärtig ist und nicht nur dort, wo sein physischer Körper sich zur Zeit gerade befindet... alles was ist, ist auch in dir... Individualität? Ja, ein spezialisierter Ausdruck der göttlichen Vorsehung, und dennoch ist alles eins, die Individualität des Einzelnen wie Facetten eines (!) wundervoll geschliffenen Kristalls... und doch ist es nur ein Kristall!
>Alles Liebe
>Elflyn
Hab Dank liebe Elflyn, wundervoll ist es, Dein Gleichnis;
*Wir sind die Facetten des einen CHRIST-ALLs,
Jede facette ist einmalig in ihrer Art,
und doch leuchtet und strahlt,- wirkt sie ganz besonders stark
im Verein mit allen Facetten,
ohne Anhaftung und doch verbunden-
verschmolzen in dem EINEN
CHRISTALL der LIEBE
Die Menschen erkennen
dass sie niemales getrennt waren
Sie werden ihr ChristSelbst erinnern
und dieses als ein Teil GOTTES wahrnehmen...
Sie lassen nur noch zu,
dass die LIEBE GOTTES
durch sie, durch ihr Handeln wirke...
Alle Liebe Dir!
Herzgruß,
Ahawa
~~~*~~~
[b]
Ephides
Stimme der Sterne
Part I
Ich kann nur Sänger meiner Sehnsucht sein,
die Stimme nur der Sterne und der Ferne . . .
Ich schenk des Lebensliedes goldnen Wein
in eure leeren Herzenskelche ein,
dass ich daran das Glück des Gebens lerne.
Ich bin nur hoher Liebe Klang und Laut,
ich schenk den Wein nur, den ich selbst bekam.
Im Weinberg über mir wird er gebaut,
gepflegt, gekeltert und mir anvertraut.
Nehmt ihn so freudig an, wie ich ihn nahm!
Auch richtig Nehmen will erlernet sein.
Wir sind das Echo nur vom ew’gen Chor,
doch Dank und Demut heben uns empor,
und durch der Sehnsucht hochgewölbtes Tor
gehn wir zum Weinberg unsres Vaters ein.
Als ein Gedicht erdachte Gott die Welt,
darin der Zeiten Ablauf rhythmisch steigt und fällt,
der Reim das Ähnliche im Gleichklang bindet,
der Sinn, zum Sein verdichtet, sich verwirklicht findet.
So aber kam der hehre Bau ins Wanken:
Die Worte lösten sich und traten aus den Schranken,
die Reimzerstörung nannten sie Gewinn,
zum Selbstzweck ward das Sein und es vergaß den Sinn.
Die reimentlaufnen Worte seh ich leiden
und Gleichklang suchen. Einst wird auch bescheiden
das letzte froh an seiner Stelle stehn im Licht,
ein tragend Pfeiler nun im ew’gen Gottgedicht.
Heiliges Leben!
Unzählbare Formen erfüllend,
Formen verwandelnd, zerbrechend und neu Dich umhüllend,
strömst Du, o Atem der Gottheit, durchs endlose All!
Deiner Geschöpfe vereinigtes Rufen und Ringen,
weltenumwälzender Taten gigantisch Vollbringen
ist Deines mächtigen Rufes rückkehrender Schall.
Tragt behutsam und in reinen Händen
des Bewusstseins kleine Öllaterne.
Fürchtet nicht ihr Leuchten zu verschwenden –
alle Wesen warten nah und ferne.
Die im tiefen Schlaf in Felsenklüften:
Auch in ihnen glüht ein Funke Leben.
Träumend rufen Blumen euch mit Düften,
doch am meisten sollt ihr Tieren geben.
Alle mühn sich auf der Stufenleiter,
um gleich euch Bewusstsein zu erreichen.
Lasst das Licht erstrahlen, weit und weiter,
mehr und mehr sollt ihr den Engeln gleichen!
Sieh an die Berge, die gen Himmel steigen,
sieh an die Sterne, die sich zu dir neigen,
sieh an die ganze Welt, die Gott gemacht,
und sinne nach, was Er dabei gedacht.
Dann findest du in allem einen Schein
von Wahrheit. Denn es ist ja alles Sein
Gedankenbild, das Er vor dich gestellt:
Du lebst in Ihm, und in dir lebt die Welt.
Es ist das Kleinste nicht zu klein,
um Gottes Abbild dir zu sein.
Und Gottes Wirken tut dir kund
Kristall und Blüte, Stern und Mund.
Was braucht es mehr, um Gott zu sehn?
Kannst du an Ihm vorübergehn?
Zittert schon ein Frühlingsbeben,
spürst du schon das neue Leben,
hörst du schon den fernen Klang?
Alle die Geschwisterseelen
warten dein, du sollst nicht fehlen
in der Engel Chorgesang.
Aus der alten Tage Mühen
wollen schönre Blumen blühen
als die Erde tragen mag.
Aufwärts recken sich die Ranken
deiner suchenden Gedanken
in den lichten Frühlingstag.
Deines Wachstums Wunderwerke
sind nicht Zeugnis deiner Stärke,
denn dich trägt des Schöpfers Kraft.
Dank mit Farbensymphonien,
dank mit Jubelharmonien,
danke Ihm, der alles schafft!
Dir zu jauchzen, Unnennbarer,
wollt ich aller Welten Werden,
aller Wesen Lust erleben.
Dir zu dienen, einzig Wahrer,
könnt ich aller Qual auf Erden,
allem Weh mich willig geben.
Dir zu leben, Dir zu sterben,
nehm ich Wachstum wie Verderben
mit der gleichen Inbrunst hin.
Dich zu finden, zu ergründen,
muss ich alle Fackeln zünden,
muss ich alle Wege ziehn.
Alle Welten zu durchmessen,
um der Welten zu vergessen,
wenn dereinst im Abendglühn
Du, Allew’ger, mir begegnest,
meines Suchens Sehnsucht segnest
und mit Lächeln krönst mein Mühn.
Ich fahr zum Lande »Unbekannt«.
Vier Rosse hab ich vorgespannt,
die halten erst am Ziel.
Eins weiß, eins schwarz, eins falb, eins braun,
ich darf nicht rasten, darf nur schaun
des Lebens leichtes Spiel.
Ein Häuschen unterm Blütenbaum,
es bleibt zurück, es war ein Traum,
ich wär so gerne dort!
Die Hügel auf, die Hügel ab,
in heißem Lauf, in scharfem Trab,
die Rosse ziehn mich fort.
So jagt mein Wunschgespann dahin,
was weiß ich, wo ich morgen bin,
schenk heut mir deinen Kuss!
Hab Dank, lebwohl, ich war dir gut,
und frag mich nicht, wie weh es tut,
dass ich schon weiter muss!
Die Rosse rasen querfeldein,
nun muss das Neue nahe sein,
ich blick’ nicht mehr zurück.
Und dennoch, wie mein Herze bangt,
und nach den letzten Blüten langt,
und nach dem letzten Glück.
Die Wolken hängen schwarz und schwer,
ich sehe kaum die Rosse mehr –
stoß zu mit Blitz und Schlag!
Das braune blieb, das falbe fiel,
das schwarze steht. Ich bin am Ziel!
Und rings erglüht der Tag!
Das weiße hemmt nicht seinen Lauf,
es faltet nur die Flügel auf,
und hebt mich himmelwärts.
Ich schau der Liebe Angesicht,
und stürze, blind vor lauter Licht,
der Sonne an das Herz!
Part II
Es steigen und fallen die Tage der Menschen
dem Springbrunnen gleich, zwischen Höhe und Tiefe
zersprühend, zerstäubend in Farben und Klänge.
Und jeder von uns sucht das Seine in allem.
Der Weise allein sieht in allem das Eine:
Die Tropfen als Perlen an ewiger Kette,
die Dauer im Wechsel, den Sinn der Verwandlung,
das ewige strömende Sein des All-Einen.
Wenn ich in der großen Helle
eines neuen Tages stehe
und vom Ursprung meiner Quelle
ihres Laufs Gefälle sehe,
wird mein Wissen hingerissen
nochmals ihren Weg begleiten,
niederstürzen von den Bergen,
um in Tälern sich zu breiten
und gesänftigt einzumünden
in das Meer der Ewigkeiten.
Wiederkehrend soll es künden
meinen Gang durch Erdenzeiten.
Aber nicht auf gleichen Pfaden
kehrt mir fernes Wissen wieder
von des Urmeers Lichtgestaden:
Schimmernd taut es auf mich nieder,
seinen Regenbogen schlagend
und mein Sein zum Kreise schließend,
Ziel und Ursprung in sich tragend,
ewig neu und ewig fließend.
Nicht teilen – nur verbinden . . .
Die Fernsten sich finden
am Berg der letzten Sicht.
Denn alle Religionen
in sämtlichen Äonen
sind nur gebrochnes Licht.
Gott sammelt alle Garben,
Gott macht aus allen Farben
Sein schattenloses Licht.
Erlösung kommt von innen, nicht von außen
und wird erworben mehr, als dir geschenkt.
Sie ist die Kraft des Innern, die von draußen
rückstrahlend deines Schicksals Ströme lenkt.
Was fürchtest du? Es kann dir nur begegnen
was dir gemäß und was dir dienlich ist.
Ich weiß den Tag, da du dein Leid wirst segnen,
das dich gelehrt zu werden, was du bist!
Du stehst an einer Wende,
ein Weg ist nun zu Ende,
ein neuer Weg beginnt.
Doch der den Faden spinnt,
den Faden deines Lebens,
macht mächtig dich des Gebens
zum Lohne deines Strebens
im ewig reichen Jetzt.
Stets stehst du an der Wende,
stets ist ein Weg zu Ende,
und jeder Augenblick
verwandelt dein Geschick.
O wanderfrohe Seele,
nicht Tag noch Stunden zähle,
erkenne und erwähle
der Gottheit ew’ges Jetzt.
Nur die Tränen, die nach innen fließen,
die die Seele, nicht das Auge weint,
können sich als Gnadenquell ergießen
in den See, den eure Seele meint.
Klagen nur, die ungesprochen blieben,
leuchten weiß wie Schnee am Silbersee.
Lotosgleich entblüht dem Leiden Lieben.
So schenkt Gott zurück gestilltes Weh.
Zaghaft und verzagend,
meine Bürde tragend,
wende ich die Schritte
zu der Welten Mitte,
Herr, mein Gott, zu Dir!
Durch des Kummers Wände
Fühlt’ ich Deine Hände,
sah in meinem Hoffen
Deine Türe offen,
kam Dein Ruf zu mir!
Wolle meinem Denken
Deine Wahrheit schenken!
Wolle meinem Leben
Deine Klarheit geben!
Führ mich dort und hier!
Niemals darf dein Herz verzagen,
niemals bist du ganz allein!
Dieses muss zu allen Tagen
deines Kampfes Rüstzeug sein.
Auch in deinen trübsten Stunden
lenkt der Herrgott dein Geschick.
Wenn du nur mit Ihm verbunden,
kehrst du stets zu Ihm zurück.
Oft stehen wir in Gottes großem Schweigen,
verlassen, wie es Waisenkinder sind,
und sehn die Sonne steigen und sich neigen
und warten, dass sich uns die Sterne zeigen,
und lauschen auf den Regen und den Wind,
und meinen, einer muss uns Antwort geben.
Doch fremd an uns vorüber rauscht das Leben.
Und dennoch: Das ist eure heil’ge Stunde,
wenn ihr euch ganz dem Gottesschweigen gebt,
und niedertaucht zu eurem Wesensgrunde,
aus dem der Weisheit wonnevolle Kunde,
der weißen Lotusblüte gleich, sich hebt
zum klaren Spiegel eines neuen Lebens.
Dem Schweigen nur entblüht die Kraft des Gebens.
Ein Aspekt der Gottheit ist die Freude,
die da leuchtet hinter allen Qualen
wie die Sonne. Kannst du miterstrahlen,
teilen sich vor dir die Wolkenwände,
kannst du füllen viele leere Hände,
bist du Künder gottgewollter Freude!
Wo die reinen Quellen rinnen,
ist das ew’ge Neubeginnen.
Unsre Tage sind verloren,
wenn wir nicht wie neugeboren
alte Vorurteile lassen,
höhere Entschlüsse fassen,
neuen Weg zu Menschen finden,
enger uns mit Gott verbinden,
andre zu der Quelle führen,
bis auch sie den Aufschwung spüren
und das Wasser weiterreichen . . .
Solches Glück ist ohnegleichen,
eint den Himmel mit der Erde,
mit dem Schöpferwort »Es werde!«
Wo die reinen Quellen rinnen,
ist das ew’ge Neubeginnen!
Geben wollen heißt bekommen . . .
Nichts ist unser, nur entnommen
Gottes großem Gnadenquell.
Wollen wir den Engeln gleichen,
andern unsern Heiltrank reichen,
wird es in und um uns hell!
Jede Quelle weiß den Weg zu finden,
keine Felsensperre kann sie binden,
der Berufene weiß sich durchzusetzen,
mag er auch das Erdgesetz verletzen,
das Gebot des Himmels zu erfüllen.
Jede Blüte sprengt die Knospenhüllen,
alles Wirken in dem Stoff der Erde
ist ein Ringen. Ewig tönt: Es werde!
Wie die Sonnenblume tausendblättrig strahlt
und die Sonnenfarbe auf die Blätter malt,
soll dein Wesen werden ganz und gar voll Licht.
Wer die Sonne selbst ist, kennt den Schatten nicht.
Ein Baum, der Kühn und weit im Licht sich breitet,
was kümmert ihn der Schatten seiner Krone,
der Blattfiguren auf den Boden zeichnet?
Wer Schatten wichtig nimmt, vergisst das Wachsen,
er senkt die Stirn, bewundert Menschenwerke. –
Allein der Weise hört die Krone rauschen.
Der Glaube ist kein Ruhn,
der Glaube ist ein Tun,
das Wirken in der Stille,
der ausgestrahlte Wille,
gesammelt sonnenhaft,
die potenzierte Kraft,
erweckend und belebend,
mitreißend-göttlich gebend.
Denn Gott und du sind eins
im Brennpunkt deines Seins.
Die des Himmels Krone tragen,
dürfen sich zur Hölle wagen,
weil der Lichtschein, der sie leitet,
einen Teppich vor sie breitet.
Wo sie wandern durch die Welten,
werden andern sie vergelten
Hass mit Liebe, Fluch mit Segen,
denn sie gehen auf Seinen Wegen.
Und sie leiden Seine Schmerzen
mit der Kraft der großen Herzen,
mit dem Wissen um die Wahrheit,
denn sie steht in Seiner Klarheit.
Die des Himmels Krone tragen,
wissen lächelnd zu entsagen.
Auch wenn Sterne untergehen,
bleiben sie am Himmel stehen.
Sterben ist leicht,
glaub mir, es gleicht
glückhaftem Traum.
Weit wird der Raum –
du schenkst dich im
uferlos strömenden Glück
dem Urmeer zurück . . .
Part III
Ich schrie den Ruf nach Gott in alle Fernen . . .
Als Flamme stieg er auf zu allen Sternen . . .
Doch nirgends kam ein Echo mir zurück.
Die Fernen blauten, und die Sterne schwiegen,
und meiner Sehnsuchtsträume leere Wiegen
zerschlug die Axt des Alltags Stück um Stück.
Da kehrte meine Sehnsucht sich nach innen . . .
Und siehe: Strömend Licht fiel in mein Sinnen.
Ich wurde Gottes Gegenwart gewahr!
Er sprach zu mir: »Ich war es, der dich lenkte,
durch jeden Menschen, der dir Liebe schenkte,
es bot dir jeder Meine Gaben dar.
Der war Mein Gruß – und jener Meine Rüge,
den sandt’ Ich, dass im Spiegel fremder Züge
du deines Wesens Widerschein erkennst.
Ich bin im Sturm, Ich walte in der Stille,
das Stäubchen wie den Stern erhält Mein Wille. –
Mich rufst du an, wie immer du Mich nennst.«
All-Einer, in Deiner erhobenen Rechten
vollzieht sich Entwirren, vollzieht sich Verflechten
der Menschengeschicke vielfarbigen Fäden.
Wir sind die Geführten, solange wir träumen,
und werden zu Freien, entwachsen den Räumen,
entgleiten den Zeiten und nehmen die Fäden
in eigene Hände . . . doch sieh, es sind Deine!
Denn immer und alles bist Du, der All-Eine.
Es sei des Menschen Herz der Kelch des Herrn,
darin die heil’ge Wandlung sich vollzieht.
Dem roten Lebenstrank entsteigt der Stern
von Bethlehem, vor dessen Strahlglanz flieht,
was nächtig ist und mächtig war im Blut,
und sich verklärt zur Morgensonnenglut.
Gott hat viele Namen,
nenn Ihn, wie du magst –
wenn du nur mit Inbrunst
aussprichst, was du sagst.
Hört nicht auch die Mutter
ihres Kindes Ruf,
ehe noch sein Seelchen
sich ein Wortbild schuf?
Gott spricht alle Sprachen. –
Doch wer schweigen kann,
steigt als goldne Flamme
selber himmelan.
Jedes Versenken
sei ein Verschenken,
nicht ein Verschließen,
sondern ein Fließen.
Welle auf Welle
heilender Quelle,
aus dem Verhüllten
zu dem Erfüllten.
Von mir zur dir, von dir zu mir
spannt sich die schwingende Brücke des Schweigens,
klingen die Klänge des himmlischen Reigens,
schwingend im Rhythmus des Fallens und Steigens,
im Atem der Gottheit, im Atem des Schweigens,
und du und ich verglühn im »Wir«.
Das Feuer, das ihr kennt,
ist jenes, das verbrennt.
Das Feuer, das ihr meint,
das euch als Sonne scheint,
ist jenes, das vereint.
Entzündet Licht an Licht
in jubelndem Verzicht.
Verschenkt euch und erlebt,
wie sich aus Flammen hebt
das Ich, das ihr erstrebt.
Nicht eine Kette, ein Kranz nur von glühenden Rosen
sei die Gemeinschaft der liebendgebundenen Seelen,
frei und befreiend ihr Wirken im Dienste des Höchsten,
schrankenlos schenkend das Blühen zum Preise der Allmacht,
bis ihr das Himmelsgewölbe als Sterne erleuchtet.
Weisheit und Liebe sind eins. Beide sind einander
Bedingung und Folge zugleich. Liebe macht weise
und Weisheit macht liebend.
Dem Liebenden erschließt sich die Seele des Geliebten,
sie wird ihm offenbar. Er erschaut ihre Geheimnisse,
er wird wissend durch die Liebe.
Wer Weisheit hat, erschaut die Zusammenhänge
und ergründet die Tiefen. Er weiß um das Einende
in allen Wesen und sieht das Erhabene auch im
Geringsten und das Ewige in jedem Wechsel.
Er muss anbeten, er muss lieben.
Liebe und Weisheit – zwei Tore zu Gott.
Durch welches man auch eingeht, man gelangt
zu jenem Allgefühl, das beide, Liebe wie Weisheit,
zu gleichen Teilen in sich schließt.
Hände, welche geben wollen,
werden niemals leer.
Hände, welche heilen sollen,
sind von Segen schwer.
Herzen, die in Mitleid schlagen,
finden stets ein Wort,
brauchen gar nicht lang zu fragen,
nehmen Leid mit fort.
Lieben nur heißt wirklich leben,
schenket andern Glück.
Wollet lieben, wollet geben –
Glück kommt euch zurück . . .
Du in den Himmel erhobene Liebe auf Erden
weißt aus Begrenztheit zur seligen Allheit zu werden,
die der Verwandlung verliehenen Kräfte zu schenken,
tatlos die Taten der Liebe zu wirken im Denken,
waffenlos siegen und wortlos ihr Wissen verbreitend,
unversehrt staubige Straßen wie Gärten durchschreitend.
Die Liebe ist immer dieselbe,
durch wessen Mund sie auch spricht,
durch wessen Hand sie dich segnet.
Wo immer sie dir begegnet,
erkenn deines Gottes Gesicht.
Die Liebe ist immer dieselbe.
Die Wunder wissen ihren Weg zu finden
im Dienst der Liebenden. Sie überwinden
die Schranken, um sie tiefer zu verbinden.
Der Liebe ist kein Halt gesetzt,
durch sie wird kein Gebot verletzt,
mit dem der Mensch die eigne Macht beschränkte.
Sie ist die nie durch Grenzen eingeengte,
in ihr ist Gott der Geber und Beschenkte.
Urew’ge Liebe, Anfang und Vollendung,
Ursprung und Ziel! An jeder Wegeswendung
rückschauend halt ich Rast, um mich zu laben,
und auf den Spuren, die mein Fuß gegraben,
geht das Erinnern meinen Weg zurück . . .
Und aus den Stapfen, die entgegenkommen,
steigt Bild um Bild. – Du hast sie mir genommen,
weil sich mein herz, das allzu leicht verschenkte,
ans Bild sich verlor. Doch immer wieder drängte
mein hoffend Herz zu nie erfülltem Glück. –
Wie ein Verbannter zog ich einst die Straßen,
als ein Verkannter litt ich ohne Maßen.
Nur Halbheit ward mir, wo ich Ew’ges meinte,
bis sich mir Bild um Bild in Dir vereinte.
Von Deinem Glanz ist jedes nur ein Stück!
Urew’ge Liebe, Vater aller Wesen,
Dein Siegel steht auf jeder Stirn zu lesen,
Dein Glanz strahlt mir aus allen Augen wider,
Dein Segen strömt als Licht zur Erde nieder.
Eh ich Dich suchte, bist Du mir begegnet,
eh ich mich sehnte, hast du mich gesegnet!
Sternenwege, Menschenwege. Jeder hat seine Bahn.
Und alle haben das gleiche Ziel: Mittelpunkt zu werden,
Sonnen zu sein und andere Sterne um sich zu sammeln
durch die Kraft, die sie ausstrahlen.
Sterne stehen manchmal in Konjunktion. Sie gehen
eine Weile mitsammen und müssen sich wieder trennen,
weil jeder Stern seine eigene Bahn zieht.
Wer die Bahnen der Sterne zu wandeln gelernt hat,
muss nun Mittelpunkt, Sonne, werden.
Auch Sonnen haben ihre Bahn um eine noch höhere Sonne.
Und doch wirken sie ruhend; allseitig haltend führen sie die
kleineren Sterne. – Und dies ist das Neue, das nun euer erwartet:
Anziehen und Halt geben, tausende Strahlenarme ausstrecken.
Größer sind die Bahnen der Sonnen als die kleineren Bahnen der Sterne.
Aus dem Äußeren in das Innere verlegen sollt ihr die Kraft,
verwandeln sollt ihr, was in euch glüht und blüht,
und so reich werden, dass ihr nicht anders könnt als geben
und nochmals geben und den Raum mit eurem Licht zu füllen.
Nicht Gebenwollen ist das Höchste, sondern dieses freudige Aufstrahlen
inneren Schenkenmüssens. Dieser Reichtum, diese Freudigkeit wurzelt
im Glauben, im Vertrauen, dass alles zu einem guten Ende kommen wird,
alles in Gottes weisen Händen ruht. Und endlich wächst dies aus der Liebe,
die Glaube und Hoffnung in sich schließt . . .
Wahre Liebe aber ist sich selbst genug. Sie verschenkt sich an das,
was sie liebt, und bleibt dennoch frei, sie gehört ihm an und ist doch unabhängig.
Sie kann den anderen lieben, nicht weil sondern obgleich er so ist.
Denn es ist das Vorrecht wahrer Liebe, durch die hindernden Hüllen hindurch
das echte Wesen, den im Werden befindlichen Geist zu erschauen,
auf jeder Stufe, auf jedem Weg, den der Geliebte geht,
an ihn und sein Ziel zu glauben.
Diese Liebe – und nur diese Liebe –
führt uns auch zu Gott, dem Anfang und Ende
aller Wege, aller Bahnen.
Verwandelt und verwandelnd
in Deinem Auftrag handelnd,
in Deinem Lichte stehend,
mit Deinen Augen sehend,
lass uns als Licht auf Erden,
zu Deinem Sinnbild werden.
>Hallo,
>was versteht ihr unter dem Begriff "Gottmensch"? Was oder wie ist ein Gottmensch für euch?
>Dorn
Der Begriff Gottmensch ist gnostisch. Im Manichäismus ist diese Vorstellung, das der Ursprung und Mensch ein und dasselbe sind sehr ausgeprägt.
E.
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