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Thema: Innerer Dialog und Musik

  1. #1
    John R.
    Gast

    Innerer Dialog und Musik

    >Hallo Paul

    >Habe es geschafft, gleichzeitig akkustische Sinneskonzentration mit Musikstücken zu machen und den inneren Dialog fortzuführen. Ist nicht ganz einfach aber es geht und wird immer besser.

    >Entgegen unserer Meinungen von neulich funktioniert es also doch. Werde Dich über weitere Ergebnisse auf dem laufenden halten. Ist ja dann wirklich eine Bewußtseinsspaltung.

    >Freundliche Grüße

    >JohnR


  2. #2
    Chris
    Gast

    Re: Innerer Dialog und Musik

    >>Hallo Paul

    >>Habe es geschafft, gleichzeitig akkustische Sinneskonzentration mit Musikstücken zu machen und den inneren Dialog fortzuführen. Ist nicht ganz einfach aber es geht und wird immer besser.

    >>Entgegen unserer Meinungen von neulich funktioniert es also doch. Werde Dich über weitere Ergebnisse auf dem laufenden halten. Ist ja dann wirklich eine Bewußtseinsspaltung.

    >>Freundliche Grüße

    >>JohnR

    >Hallo JohnR,

    >das kann ich schon länger , aber ohne bewußtes zutun.

    >Ich habe das letztens zwar nicht geschrieben ,weil ich mir

    >nicht ganz sicher war ,habe das aber seitdem beobachtet.Bei mir

    >läuft die Musik auch während ich denke(in Worten) im Hintergrund weiter,

    >was aber nicht unbedingt ein Segen ist,da ich es nicht bewußt angestrebt

    >und voll unter Kontrolle habe.Es war einfach da. Vielleicht ist es das ,

    >was mich noch an vollkommener Leere hindert.

    >Obwohl die reinen Worte abzustellen ist für mich nicht so schwer,aber die Bilder

    >die aufblitzen oder Geräusche die in mein Gehirn schießen oder die mein Gehirn

    >hervor bringt,kann ich nicht sehr lange unterdrücken.

    >Gruß Chris


  3. #3
    Paul Allen
    Gast

    Re: Innerer Dialog und Musik

    >Hallo John,

    >ja natürlich muß das gehen. Darauf wollte ich ja auch hinaus mit meinem posting von damals. Was ich eben kritisiert hatte, war, daß die "Musik" als eigene innere Stimme erlebt wurde. In diesem Fall hat man es eben mit einer noch nicht richtigen akkustischen Konzentration zu tun, da es sich nur um eine Modifikation des inneren Dialoges in Form eines (inneren) Singens handelt. Bei der "richtigen" akkustischen Konzentration muß man die Töne, Klänge, Geräusche usw. wirklich so hören, wie man das von der "äußeren" Sinneswelt gewohnt ist.

    >Und dann ist man eben auch fähig, inneren Dialog UND innere Töne, Geräusche usw. gleichzeitig zu hören, da man ja auch im "äußeren" Leben ein Gespräch führen und gleichzeitig Musik im Hintergrund hören kann.

    >Sobald man sich diese KonzentrationsFähigkeit angeeignet hat, hat man übrigens auch das absolute Gehör, was nichts anderes bedeutet, als Töne einer bestimmten Tonlage exakt in der richtigen Tonhöhe innerlich hervorrufen zu können.

    >Freundliche Grüße von

    >Paul


  4. #4
    Zora
    Gast

    Re: Innerer Dialog und Musik

    >

    >

    >von Paul Allen.

    >August 1999

    >--------------------------------------------------------------------------------

    >Über die Gedankenleere.

    >

    >Die Gedankenleere ist eine außerordentlich wichtige Fähigkeit, die jeder angehende Magier gut beherrschen sollte. Deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, daß dieses Thema im englischen und deutschen Franz Bardon Forum lebhaftes Interesse ausgelöst hat. Ich möchte mich daher ein wenig eingehender mit diesem sehr interessanten Gebiet beschäftigen und von meinen eigenen Erfahrungen beim Üben dieser Technik berichten.

    >Zuerst sollte man versuchen eine adäquate Definition von "Gedankenleere" zu geben. Bardon hat ja in seinem ersten Werk außerordentlich viel vorausgesetzt und ist bei der Beschreibung seiner Techniken meist eher zurückhaltend mit weitläufigen Erklärungen und Definitionen gewesen, hat diese sozusagen nur im Vorbeigehen gestreift, um gleich in medias res, also zur Beschreibung der Technik an sich zu gehen. Das ist auch verständlich, da sonst aus seinem ersten Werk nicht ein einzelnes Buch sondern eine Enzyklopädie mit x Werken geworden wäre.

    >Man kann natürlich Gedankenleere auf viele verschieden Arten definieren, ich aber bevorzuge die folgende Definition: "Gedankenleere ist die Abwesenheit von ...". Das sieht vielleicht etwas eigenartig aus, aber ich bevorzuge diese Form, da jeder den freien Platz, der durch die Pünktchen-Platzhalter angedeutet wird, mit jenen Inhalten füllen kann, die in seinem Geist im Zustand des Alltagsbewußtseins vorherrschen. Der Endzustand der Gedankenleere ist zwar bei einzelnen Menschen ähnlich, das Üben dieses Zustandes kann aber von unterschiedlichen Menschen sehr unterschiedliche erlebt werden, da jeder Mensch in seinem Alltagsbewußtsein einen ganz speziellen Zustand erfährt, der ihm ganz persönlich eigen ist. Ausgehend von diesem Alltagszustand werden verschiedene Menschen auch den Geist von unterschiedlichen Inhalten entleeren müssen, um zur Gedankenleere zu kommen.

    >Jemand könnte einwenden, daß Gedankenleere eben einfach nur die Abwesenheit von Gedanken sei. Was aber ist ein Gedanke? Haben alle Menschen die gleiche Vorstellung davon, was ein Gedanke ist, erlebt jeder einen Gedanken auf die gleiche Weise? Hier kann man nun sehr schön im Diskussionsforum verfolgen, welch gewaltigen Unterschiede zwischen den Menschen in dieser Hinsicht bestehen, und ich meine hier nicht Unterschiede im Sinn von besser oder schlechter, sondern einfach nur Unterschiede in einem wertfreien Sinn. Diese Unterschiede sind teilweise so groß, daß der eine Diskussionsteilnehmer oft gar nicht verstehen kann, was der andere jetzt eigentlich meint bzw. beschreibt, da ihm eine gleichartige Erlebiswelt einfach fehlt und umgekehrt. Dazu aber mehr eventuell in einem späteren Artikel über die Gedankenzucht bzw. Konzentration. Wer meine englischen Beiträge in dieser Hinsicht gelesen hat, weiß worauf ich hier hinaus will.

    >Warum ist die Gedankenleere so wichtig für den angehenden Magier? Die Antwort auf diese Frage liegt auf der Hand: man muß in seinem Geist zuerst einmal Platz für etwas Neues machen und den unnötigen Müll hinauswerfen, wenn man Anderes an seine Stelle setzen will. Magie ist, zumindest zum Teil, das Erlernen von neuen Fähigkeiten und um die neue Fähigkeit in einer vernünftigen Zeitspanne erlernen zu können, muß man fähig sein, sich gut auf sie konzentrieren zu können.

    >Nehmen wir zum Beispiel an, jemand sei ein sehr guter Koch und denkt deshalb viel an die Speisen, die er als nächstes servieren will. Er wird in seinem Geist zum größten Teil Bilder von verschiedenen Speisen sehen, sie zum Teil auch schmecken und riechen, und dabei das Ganze mit seinem inneren Dialog kommentieren. Nun nehmen wir weiter an, daß dieser Koch die "Bewußtseinsversetzung" erlernen will. Was glauben sie wie erfolgreich er dabei sein wird, wenn dabei in seinem Geist dauernd Bilder von Reisgerichten, Fischsuppe, Nachspeisen oder Kartoffeln auftauchen? Nun, er kann die Technik der "Bewußtseinsversetzung" natürlich auch ohne die Gedankenleere zu beherrschen, erlernen, er wird dazu aber wesentlich länger brauchen und sich mehr abmühen müssen, wenn er nicht schon bald aufgibt, was leider der Regelfall ist.

    >Andererseits, wenn man die Gedankenleere beherrscht, dann kann man sich zuerst in diesen angenehmen und beruhigenden Zustand versetzen und dann dazu übergehen sich auf die jeweilige zu erlernende Fähigkeit zu konzentrieren. (Man lese dazu auch Dr. M.K.'s Beitrag in "Erinnerungen an Franz Bardon".)

    >Wenn ein Neuling die Gedankenleere zu üben beginnt, dann wird er anfangs wahrscheinlich dauernd in sein Alltagsbewußtsein, in seine normale Art zu denken, zurückfallen. Um bei unserem Beispiel zu bleiben: es werden in seinem Geist dauernd Bilder von Speisen und Gerichten auftauchen. (Dies hier soll nur ein Beispiel sein: ich möchte keinesfalls behaupten, daß ein Koch nur an seinen Beruf denkt.)

    >Als ich mich anfangs mit der Gedankenleere beschäftigte, habe ich es mir damals zur Gewohnheit gemacht darauf zu achten, wieviel Zeit ich jeweils benötigte um zu bemerken, daß ich einen neuen Gedanken hatte. Manchmal brauchte ich dazu 1-2 oder sogar bis zu 5 Minuten, bis ich bemerkte: "Oh, ich bin wieder in eine Gedankenkette zurückgefallen, ich muß sofort damit aufhören ...". Zu anderen Zeiten benötigte ich nur wenige Augenblicke dazu.

    >Manchmal geschieht es auch, daß man von einem außerordentlich interessanten Gedanken überfallen wird, und sich dann so sehr darin verliert, daß man vollständig vergiß, was man eigentlich tun wollte: nämlich Gedankenleere zu üben. Um bei unserem Beispiel zu bleiben, könnte unser Koch einen sehr guten Einfall bezüglich seines nächsten Menüs haben, der ihm so gut gefällt, daß er gar nicht anders kann als der Gedankenkette zu folgen. Mir ist das außerordentlich oft passiert. Selten zuvor hatte ich so faszinierende und verblüffende Gedanken, wie beim Üben der Gedankenleere. Ich mußte erst lernen, der außerordentlichen Anziehung dieser Gedankengänge zu widerstehen, bevor es mir gelungen ist, weitere Fortschritte zu erzielen.

    >Eine weitere Erfahrung wird fast jeder Mensch machen, der die Gedankenleere übt oder sich sonst mit Konzentrationsübungen beschäftigt. Wenn man einige Zeit oder kurz vor der Übung irgendwelche aufregenden Gefühle hat oder sich über etwas ärgern mußte, dann ist es fast unmöglich in einen ruhigen oder sogar gedankenleeren Zustand zu kommen. Solche Gefühle lösen nämlich eine unendliche Anzahl von Gedankenassoziationen aus, die fast unmöglich zu unterdrücken sind. Deshalb ist es auch so notwendig, zu lernen, ein emotional möglichst ausgeglichenes Leben zu führen, da sonst Fortschritte nur sehr zögerlich zu erreichen sind.

    >Ein unerwartetes Phänomen stellt sich ein, wenn man beginnt, seine ersten Erfolge beim Erreichen der Gedankenleere zu verzeichnen. Sagen wir, es ist jemandem gelungen seinen Geist für 30 Sekunden völlig frei von jedem Gedanken zu halten (was für einen Anfänger schon ziemlich gut ist!). Sobald er bemerkt daß er Erfolg hat, wird er plötzlich ziemlich aufgeregt werden, und er wird beginnen, seinen Erfolg zu kommentieren, wie zum Beispiel: "Wow, es funktioniert, das ist großartig, das hätte ich mir nicht gedacht, daß ich es heute schaffe, ..., aber was ist jetzt los, das ist ja schon wieder ein Gedanke, halt - halt, ach warum muß ich immer alles kommentieren ..." (usw.). Zuerst wird man immer etwas ärgerlich, wenn man einen Erfolg bei Üben der Gedankenleere innerlich kommentiert und dadurch den gedankenleeren Zustand verliert, nach einiger Zeit gewöhnt man sich daran und macht kein Aufhebens mehr davon.

    >Eine weitere interessante Erfahrung kann man beim Üben der Gedankenleere machen, wenn man sie schon längere Zeit betreibt. Früher oder später erlebt fast jeder eigenartige Dinge und/oder Gefühle. In meinem Fall begann eines Tages beim Üben dieser Technik die Region zwischen den Augenbrauen (das sogenannte "dritte Auge") zu pulsieren, obwohl ich mich überhaupt nicht darauf konzentriert hatte. Es war eine sehr angenehme und auch interessante Erfahrung, die mich aber trotzdem von meinem Übungsziel ablenkte. Andere eigenartige Gefühle kann ich gar nicht richtig beschreiben, da unsere Sprache in dieser Hinsicht etwas versagt: zum Beispiel fühlte ich mich manchmal wie ein Gummiband in die Länge gezogen, zu einem Ort, den ich nicht beschreiben kann, der aber sehr weit entfernt zu sein schien. Jedesmal aber, wenn ich so etwas erlebte, verlor ich meine Aufgabe: die Gedankenleere, aus den Augen. Allerdings waren all diese Erfahrungen vorübergehend, und wurden mit der Zeit immer seltener.

    >

    >Als nächstes möchte ich meine Erfahrungen und Erlebnisse mit länger dauernden gedankenfreien Zuständen beschreiben.

    >

    >(Fortsetzung folgt ...)

    >-----

    >-----

    >-----

    >ist die og. fortsetzung nicht eine gute grundlage diese erfahrung von JohnR zu verstehen?

    >gruß Zora


  5. #5
    John R.
    Gast

    Innerer Dialog und Musik./ Problem mit dem Sound :-)

    >>Hallo John,

    >>ja natürlich muß das gehen. Darauf wollte ich ja auch hinaus mit meinem posting von damals. Was ich eben kritisiert hatte, war, daß die "Musik" als eigene innere Stimme erlebt wurde. In diesem Fall hat man es eben mit einer noch nicht richtigen akkustischen Konzentration zu tun, da es sich nur um eine Modifikation des inneren Dialoges in Form eines (inneren) Singens handelt. Bei der "richtigen" akkustischen Konzentration muß man die Töne, Klänge, Geräusche usw. wirklich so hören, wie man das von der "äußeren" Sinneswelt gewohnt ist.

    >>Und dann ist man eben auch fähig, inneren Dialog UND innere Töne, Geräusche usw. gleichzeitig zu hören, da man ja auch im "äußeren" Leben ein Gespräch führen und gleichzeitig Musik im Hintergrund hören kann.

    >>Sobald man sich diese KonzentrationsFähigkeit angeeignet hat, hat man übrigens auch das absolute Gehör, was nichts anderes bedeutet, als Töne einer bestimmten Tonlage exakt in der richtigen Tonhöhe innerlich hervorrufen zu können.

    >>Freundliche Grüße von

    >>Paul

    >Hallo Paul

    >Also daß was Du als absolutes Gehör bezeichnest, habe ich eigentlich schon seit meiner Kindheit. Da ich meine Brtöchen mit Musik verdiene ist es eher so, daß bei mir im Kopf den ganzen Tag der Radio läuft, haha

    >Das eigentliche Problem, daß ich bei der Sache hatte ist, daß sich die Dinge, also Musik und die innere Stimme im Kopf ständig überlagerten.

    >Ich will das mal tontechnisch erlätuern.

    >Wenn Du heute ein Stück im Studio produzierst und abmischst, hast Du oft das Problem, daß sich gewisse Freqenzen überlagern.

    >Der Keyboarder spielt z.B. in einer gewissen Tonhöhe bzw. Tonlage.

    > Tonhöhe = Frequenz

    >Nun kommt der Gitarrist hinzu, der im gleichen Frequenzberich "herumschrubbt".

    >Schließlich bearbeitet der Drummer seine Becken noch bis zum Exzess, die ebenfalls im gleichen Frequenz Bereich liegen.

    >Das Ergebniss ist, daß ein absoluter Brei da ist. Die einzelnen Signale sind nicht mehr so leicht zu orten, da es zu Überlagerungen in gewissen Frequenzbereichen kommt.

    >O.K., daß kann man durch geschicktes Arrangieren vermeiden oder durch Musiker, die das beim Spielen berücksichtigen.

    >Umgekehrt ist es so, daß es sehr wichtig für eine saubere Mischung ist, die einzelnen Signale auch frequenzmäßig etwas auszudünnen, damit da wirklich ein klares Klangbild herrscht und sich nichts gegenseitig überlagert oder vermischt.

    >Viele Signale überschneiden sich da teilweise und da muß man dann mit dem EQ etwas "ausmisten".

    >Bei mir war es genau dieses Problem. Ich habe es nach den Postings von damals ausprobiert, es gleichzeitig ablaufen zu lassen. Anfangs ging es überhaupt nicht aber dann schließlich doch. Das Problem war aber, daß es einen einzigen Brei gab.

    >Auch ist es so, daß sowohl Denken als auch akkustische Imaginationen normal sind. Wenn ich sie jedoch kombiniere ( was ich erst seit kurzem mache, genauer gesagt, nach den Postings vor kurzen), so artet das in "Arbeit" aus und aus der normalen Sache wird dann wirklich eine Übung.

    >Man könnte es vielleicht leichter machen, in dem man die Gedanken nicht mehr in Worte verpackt sondern so denkt was auch nicht so schwer ist. Trotzdem ist es irgendwie etwas "künstliches".

    >Komischerweise klappt es hervorragend, wenn ich die Musik gegen normale Geräusche tausche also z.B. Wind o.ä.

    >Liegt das daran, daß ich Musiker bin? :-)

    >Also wie gesagt:

    >Musikhören und gleichzeitig laut denken im "Hifi-Sound" klappt noch nicht :-)

    >aber das könnte man ja trainieren. Es stellt sich aber die Frage nach dem Sinn der Sache..

    >Könntest Du dazu irgendwas sagen?

    >Danke im Voraus

    >JohnR

    >PS: Man könnte es ja mal so versuchen, daß man ein Mischpult imaginiert und dann in den Kopf einsetzt um an den Reglern zu drehen. Das wäre dann eine echte "Multi-Sinnes-Konzentration" aber mal ehrlich: Wird man dann nicht irgendwann schizophren? haha


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