Aluminiumhaltige Phosphatbinder in Medikamenten (Auszug)
Phosphatbinder binden im Darm chemisch Phosphate in der aufgenommenen Nahrung. Und verringern so - ziemlich effektiv - die Phosphat-Aufnahme vom Darm durch die Darmschleimhaut in den
Körper hinein. Allerdings haben einige Phosphatbinder Nebenwirkungen, die erheblich sind, zum Beispiel die aluminiumhaltigen Phosphatbinder.
Aluminiumhaltige Phosphatbinder (Zitat aus einem aktuellen Fachbuch, „Übersetzung“ folgt gleich nachher...) „Aluminiumhaltige Phosphatbinder sind, obwohl sehr potent, aufgrund der gefürchteten Nebenwirkungen einer Aluminium-Akkumulation bei terminal niereninsuffizienten Patienten (Enzephalopathie mit Demenz, Osteopathie, Anämie) nicht mehr angezeigt und sollten nur in therapierefraktären Fällen für einen befristeten Zeitraum eingesetzt werden“ [2]. Auf Deutsch: Wirksame Phosphatbinder auf Basis von Aluminium sollten nicht weiter verwendet werden. Grund: Das Aluminium häuft sich im
Körper von Dialyse-Patienten an. Dies führt zu Gehirnerkrankungen mit Verlust geistiger-seelischer Fähigkeiten (Demenz), zu Knochenerkrankungen oder zu Blutarmut. Ähnlich eindeutig äußern sich auch Autoren US-amerikanischer Lehrbücher: „In general, aluminum containing phosphorus binders should be avoided in dialysis patients“ [3]. Im allgemeinen sollen also aluminiumhaltige Phosphatbinder bei Dialysepatienten vermieden werden (es gibt einige, eher seltene, medizinisch begründete Ausnahmen).
Bis zu 20% Dialyse-Patienten nehmen aluminiumhaltige Phosophatbinder
Deutsche Dialyse-
Ärzte halten sich allerdings nicht an diese internationale
Leitlinen. Am deutlichsten zeigen dies die Umsatzzahlen: Im Jahr 2002 sind demzufolge bei höchster erlaubter Dosierung der beiden in Deutschland verfügbaren aluminiumhaltigen Phosphatbinder mindestens 3.000 Dialyse-Patienten, bei geringster Dosierung maximal 11.700 Patienten versorgt worden. Unter der Annahme, dass es etwa 50.000 dieser schwer getroffenen Patienten gibt, wurden also mindestens 5,6%, im schlimmsten Fall jedoch ein gutes Fünftel (22,4%) der Patienten mit diesem ausserhalb Deutschlands veralteten, patienten-schädigenden Therapieprinzip behandelt.
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Umsätze steigen sogar noch
weiter Alle Dialyse- und Nierenfachärzte kennen das dargestellte Problem. Trotzdem steigt die Verordnung von aluminiumhaltigen Phosphatbindern an, wie der renommierte, jährlich erscheinende Arzneiverordnungsreport, Ausgabe 2004 feststellt [4]: Der Aluminiumchloridhydroxid-Komplex (Phosphonorm®) verzeichnet zwischen 2002 und 2003 ein Plus der verordneten definierten Tagesdosen [5] von 12,7% und Aluminiumhydroxid (Anti-Phosphat®) von 7,6%. Übrigens stellen die Experten des Arzneiverordnungsreportes seit Jahren gebetsmühlenartig fest: „Aluminiumhydroxid ist für diesen Zweck [Verringerung der Phosphataufnahme] weniger gut geeignet, da es zu Hyperaluminämie mit dem
Risiko einer Enzephalopathie und Osteopathie führen kann“. Auf Deutsch: Aluminiumhydroxid reichert sich im Blut an und kann zu Hirn- und Knochenschädigungen führen.
http://www.dialyse.de/medizin/Aluminium-Phosphatbinder-eine-ueberholte-Therapie.htm
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