Hirntumoren aus der Gruppe der Glioblastome sind berüchtigt für ihr rasantes Wachstum. Ausgerechnet das Immunsystem scheint daran nicht ganz unschuldig zu sein, haben eine Freiburger Medizinerin und ihre Kollegen entdeckt. Fresszellen im Innern des Tumors fördern demnach das Wachstum neuer Blutgefäße im Tumor und damit dessen Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen.
In einem rasch wachsenden Tumor mangelt es früher oder später an Sauerstoff. Als Reaktion aktiviert ein “Sensorprotein” eine Vielzahl von Genen, darunter auch jenes für den vaskuloendothelialen Wachstumsfaktor (VEGF). Dieses kleine Eiweiß regt die Bildung neuer Blutgefäße an. Allerdings lockt es auch Fresszellen des Immunsystems an, die den entsprechenden Rezeptor auf ihrer Oberfläche tragen, und regt sie an, ihrerseits VEGF auszuschütten.

Scienceticker » Umgedreht: Fresszellen nähren Hirntumoren