„Wichtig ist, dass dem Magen bei jeder Mahlzeit ein dreifaches Gleichgewicht gegeben wird: ein Teil des Magens soll mit Flüssigkeit, ein Teil mit festem Essen gefüllt werden und ein Teil soll leer bleiben“, lehrt der Tibetische Arzt Chimit-Dorzhi Dugarov (siehe Tibetische Kultur). „Denn aus schlechten Gewohnheiten, aus Stress und falscher Ernährung kann sich schnell eine Verstopfung ergeben.“
Gerade in der oft hektischen Weihnachtszeit ist es wichtig, auf ausgewogene Ernährung und genügend alkoholfreie Getränke sowie ausreichende Bewegung zu achten. Erst wenn diese Massnahmen nicht helfen, empfiehlt es sich, eine Verstopfung mit einem Abführmittel zu behandeln. Die am häufigsten angewendeten Abführmittel zum Einnehmen sind:
* Quell- und Füllstoffe (z.B. Leinsamen, Weizenkleie) nehmen Wasser auf und erhöhen dadurch das Stuhlvolumen, die Darmtätigkeit wird angeregt. Die Wirkung erfolgt aber erst nach ca. 2 - 3 Tagen. Es ist wichtig, gleichzeitig viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
* Osmotische Abführmittel (z.B. Natriumsulfat, Lactose, Macrogole) binden Wasser im Darm und vergrössern das Stuhlvolumen. Die Wirkung setzt nach einigen Stunden ein. Auch hier ist es nötig, viel Flüssigkeit zu trinken.
* Abführmittel, welche den Wasser- und Elektrolythaushalt beeinflussen und die Darmtätigkeit anregen (z.B. Aloe, Faulbaumrinde, Sennapflanze, Rizinusöl, Bisacodyl). Die Wirkung tritt innert Stunden ein, dem Darminhalt wird weniger Wasser entzogen als bei volumensteigernden Mitteln.
In entsprechenden Abführmitteln der Tibetischen Medizin wirken mehrere der oben beschriebenen Wirkmechanismen gleichzeitig. Dies geschieht aufgrund der ausgeklügelten Kombinationen von Pflanzen und Mineralien. Bestimmte Inhaltstoffe der Rezepturen (z.B. Ingwer, Langer Pfeffer) unterstützen zusätzlich die Verdauung im Allgemeinen und vermindern Krämpfe und Blähungen.

Inhaltstoffe, die in Abführmitteln der Tibetischen Medizin vorkommen können
Aloe Trockenextrakt, Faulbaumrinde, Cascararinde, und Rhabarberwurzel:
1,8-Dihydroxyanthracenderivate-haltige Drogen.
Inhaltsstoffe dieser Drogen haben einen abführenden Effekt. Dieser kommt durch zwei Mechanismen zustande:
Einerseits beeinflussen sie die Dickdarmmotorik, andererseits stimulieren sie die aktive Sekretion von Chloridionen in das Darmlumen, was eine erhöhte Wassersekretion nach sich zieht. Insgesamt resultieren eine schnellere Darmpassage und ein weicherer Stuhl.
Colombowurzel, Condurangorinde, Enzianwurzel, Alantwurzel, Brechnusssamen:
Bitterstoffe enthaltende Drogen.
Die Bitterstoffe stimulieren die Magensekretion und unterstützen die Verdauungsvorgänge in Magen und Dünndarm.
Ingwerwurzel, Langer Pfeffer:
Ätherische Öle enthaltende Drogen.
Sie wirken spasmolytisch und carminativ (gegen Blähungen).
Myrobalanenfrucht, Rhabarberwurzel:
Gerbstoffe enthaltende Drogen.
Sie schützen die Schleimhaut vor Reizen und wirken lokal entzündungshemmend.
Kaolin (Weisser Ton):
Vermag verschiedenste Stoffe zu adsorbieren.
Natriumhydrogencarbonat:
Es ist als Säure bindendes Salz vor allem in Antacida gegen Magenübersäuerung weit verbreitet.
Natriumsulfat:
Wirkt als osmotisches Abführmittel.

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