Quelle: help.orf.at - TESTS - Bittere Bilanz - Olivenöle im Test
Die Ergebnisse eines "Konsument"-Tests von 18 handelsüblichen Olivenölen der höchsten Güteklasse "Nativ extra" kratzen deutlich am gesunden Image von Olivenöl. Mit Hilfe von Wärmebehandlung wurde offenbar nachbehandelt, und kein einziges getestetes Produkt war frei von Schadstoffen.
Wenig appetitanregend ist die Bewertung: Nicht ein Produkt ist besser als "durchschnittlich", drei Öle schneiden "weniger zufriedenstellend" ab. Neun Öle wurden wegen des Verdachts auf Wärmebehandlung nicht beurteilt.
Schadstoffe in allen Ölen
Olivenöl gilt als besonders gesund. Durch den hohen Gehalt an Ölsäure kann es den Cholesterinspiegel günstig beeinflussen, sekundäre Pflanzenstoffe, wie etwa Flavonoide, schützen zudem die Zellen und beugen Krankheiten vor. Doch der "Konsument"-Test kam zu einem unbefriedigenden Ergebnis.
Kein einziges Olivenöl ist frei von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), von denen einige beim Menschen eindeutig krebserregend sind. Negativer Spitzenreiter: das Bio-Öl von "Spar Natur pur" sowie die Öle von "Cori" und "Iliada".
Neben PAK wurden auch verschiedene Weichmacher gefunden, von denen sich viele in Tierversuchen als krebserregend bzw. als giftig für die Leber herausstellten oder die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Insgesamt ist fast die Hälfte der untersuchten Produkte mit jeweils ein bis drei Weichmachern belastet, bei einem Produkt wurde der Grenzwert überschritten.
Das Testverfahren
Die Tester haben in den Regalen von Supermärkten, Bio-Läden und Diskontern rund 60 Produkte ausfindig gemacht. 18 Olivenöle, allesamt mit der Qualitätsbezeichnung "Nativ extra" bzw. "Extra vergine", landeten im Einkaufswagen.
Ein international anerkanntes Expertenpanel in Deutschland (in Österreich gibt es kein akkreditiertes Prüfpanel) sowie mehrere Laientester kosteten sich durch das Angebot und bewerteten Aussehen, Geschmack und Geruch.
Im Labor wurden die Produkte hinsichtlich PAK und Weichmacher überprüft. Nicht zuletzt warfen die Tester auch noch einen Blick aufs Etikett und kontrollierten die Kennzeichnung.
Etikettenschwindel bei vielen Ölen
Olivenöle, die mit dem Etikett "Natives Olivenöl extra" verkauft werden, müssen unter anderem in Geruch und Geschmack einwandfrei sein. Das besagen EU-Qualitätsnormen. Die Experten stellten bei vier Produkten, nämlich "Spar", "Cori", "ja! Natürlich" und "Lupi", Etikettenschwindel fest: Diese Öle sind fehlerhaft im Geschmack und hätten gar nicht als "Nativ extra" verkauft werden dürfen.
Lediglich "Altis" aus Griechenland konnte die Experten mit einem gut ausgewogenen Gesamteindruck überzeugen. Sechs Produkte bekamen ein "Befriedigend", sieben ein "Mangelhaft".
Tipps und Alternativen
Olivenöl vor Hitze, Licht und Sauerstoff schützen. Kühl, dunkel und gut verschlossen hält es mindestens 18 Monate.
Im Kühlschrank aufbewahrtes Olivenöl wird flockig. Das verursacht zwar keinen Qualitätsverlust, trotzdem sollte man es vor der Verwendung wieder bei Zimmertemperatur flüssig werden lassen. Zudem verbindet sich das Olivenöl bei Raumtemperatur besser mit den anderen Zutaten.
Verdorbenes Öl riecht und schmeckt ranzig. An Öl aus bereits länger geöffneten Flaschen erst riechen und davon kosten, bevor Sie es verwenden.
Olivenöle niemals so heiß werden lassen, dass es raucht. Es schadet der Gesundheit, kann sich entzünden und gibt allen Speisen einen bitteren Geschmack.
Neben Olivenöl ist auch Rapsöl sehr wertvoll. Lein-, Soja- oder Walnussöl sind aufgrund ihres hohen Gehalts an Omega-3-Fettsäuren sehr zu empfehlen.



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