Chronobiologen: Große Lücken in der Erforschung der inneren Uhr
München - Fast ein Viertel der Weltbevölkerung stellt zwei Mal im Jahr die Uhren um eine Stunde um. Die Auswirkungen auf den Organismus sind bisher nicht eindeutig geklärt. Ein Forscherteam der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München www.lmu.de - Startseite - Ludwig-Maximilians-Universität München hat nun gezeigt, dass diese Umstellungen drastischere Auswirkungen haben als bislang vermutet. Die innere Uhr der Menschen lässt bestimmte Verhaltensweisen und viele Prozesse im Körper in Zyklen ablaufen, berichten die Forscher um Till Toenneberg und Thomas Kantermann in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Current Biology.
“Die Frage, inwieweit sich die künstliche Zeitverschiebung auswirkt, ist subjektiv”, so Kantermann vom Zentrum für Chronobiologie am Institut für Medizinische Psychologie der LMU IMP-München: Chronoscience gegenüber pressetext. “Die Zeitumstellung unterbricht abrupt die Anpassung der inneren Uhr an die jahreszeitlich bedingte Varianz des Tag-Nacht-Wechsels und erlaubt ihr im Herbst erst viel zu spät diese wieder aufzunehmen”, so der Experte. Das Problem sei insbesondere beim Wechsel der Winter- auf die Sommerzeit deutlich spürbar. “Die innere Uhr passt sich mit Hilfe des Tageslichts an den 24-Stunden-Rhythmus der Umwelt an”, so Kantermann. “Dieses so genannte Entrainment ist außerordentlich exakt.” Besonders wichtig ist dabei die Dämmerung, also der Wechsel von Tag und Nacht.
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