Bei Sonnenschutz und Körperflege sollte man Naturkosmetika den Vorzug geben. Konventionelle Produkte enthalten häufig Formaldehyd zur Haltbarmachung.
Weltweit nahm in den Ländern, in denen chemische Sonnenschutzmittel empfohlen und benutzt wurden, die Zahl der malignen Melanome am stärksten zu, gleichzeitig stieg auch die Todesrate.
In den Vereinigten Staaten, in Kanada und den skandinavischen Ländern sind die Fälle von Melanomen in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen, am stärksten nach der Einführung von Sonnenschutzmitteln. Zwischen 150 und 1990 verdoppelte sich die Todesrate der Hautkrebserkrankten bei nordamerikanischen Frauen und sie verdreifachte sich bei den Männern dieses Landes. Besonders in Queensland in Australien, wo Sonnenschutzmittel von den Ärzten am frühesten und am stärksten propagiert wurden, stieg die Zahl ungewöhnlich stark an. Weltweit sterben mittlerweile prozentual die meisten Menschen an Hautkrebs in Queensland. Im Gegensatz dazu stieg die Zahl von Melanomen überall sonst in Australien, wo Sonnenschutzmittel erst später empfohlen wurden, erst merklich später an.
Besonders seit den 80er Jahren haben uns Gesundheitsexperten vom Sonnenbaden abgeraten, weil die Zahl der Hautkrebsfälle stieg. Die Fälle von malignem Melanom, der in der Regel schlimmsten Form von Hautkrebs, nahmen zu. In der Folge haben stetig massive Kampagnen vor den Gefahren des Sonnenbadens gewarnt. So wird spätestens seitdem ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der ultravioletten Strahlung der Sonne und dem Auftreten maligner Melanome angenommen und zudem, dass die steigenden Hautkrebsraten auf die Art zurückzuführen sind, wie die Menschen in den Industrienationen sich heute sonnen. Sicher kann der Aufenthalt im Sonnenlicht tatsächlich zu frühzeitigem Altern, zur Bildung von Keratinablagerungen mit Fleckenbildung und anderen Hautveränderungen führen. Wir sollten dabei aber beachten, dass es ebenfalls ein Gesundheitsrisiko darstellt, nicht genug Sonnenlicht zu bekommen; dieses Risiko kann größer sein als das für ein malignes Melanom.
Es besteht momentan wenig Zweifel darüber, dass die ultraviolette Strahlung zwei Arten von Hautkrebs hervorrufen kann: Basalzell- und Plattenepithelkarzinom, wobei behandelt nur wenige Erkrankte daran sterben. Vermutlich kommt es zum meistens im Alter auftretenden Plattenepithelkarzinom, wenn man sich immer wieder zu lange in der Sonne aufhält, nicht aber durch Sonnenbrände. Basalzellkarzinome scheinen hingegen zu entstehen, wenn man sich mit einer Haut, die nicht an die Sonne gewöhnt ist, zu lange in ihr aufhält. Weltweit herrscht heute eine wahre Epidemie von Basalzellkarzinomen.
Etwas anders ist offenbar das Wesen von malignen Melanomen, die häufiger auch bei jungen Menschen und vermehrt bei Frauen auftreten. Besonders hellhäutige und rothaarige Menschen, die nur schwer bräunen und leicht zu Sonnenbrand neigen, scheinen gefährdet zu sein. Laut Richard Hobday, einem Experten für Sonnenlicht, ist das Melanomrisiko insbesondere bei jenen Berufsgruppen erhöht, die praktisch nie im Freien, sondern fast ausschlieißlich abgeschottet von der Sonne arbeiten - bei Managern, Angestellten in Büro und Verwaltung sowie bei Verkäufern. Untersuchungen, so Hobday, lassen vermuten, dass dem so sein könnte, weil gerade diesen Personengruppen aufgrund weitreichender Sonnenkarenz der nötige Schutz fehlt, wenn sie sich immer wieder einmal, etwa im Urlaub, der für sie ungewohnten Sonne aussetzen. Sonnenbrände erhöhen dabei das Melanomrisiko. Hingegen treten Melanome weniger häufig bei Menschen auf, die sich regelmässig ausgiebig, aber nicht übermässig (nicht bis zum Sonnenbrand) in der Sonne aufhalten.
Gerade am Beispiel der Melanome zeigt sich aber auch, dass noch ganz andere Faktoren als die immer wieder erwähnte Sonneneinwirkung an der Entstehung von Hautkrebs mitbeteiligt sein können. Etwa durch Chemikalien in konventionellen Körperpflegeprodukten, beispielsweise dem als Krebs erregend eingestuften Formaldehyd, das die Haltbarkeit von Duschgels, Lotionen und Shampoos verbessern soll. Auch zunehmende ökologische Verschmutzung oder vermehrt vorkommende Strahlenbelastungen könnten für den Anstieg der Hautkrebsrate mitverantwortlich sein, ebenso durch den veränderten Lebensstil und somit vermehrten psychosozialen Stress hervorgerufene Störungen des Hormonhaushalts und nicht zuletzt auch durch die Art, wie die meisten Menschen sich ernähren. Der Großteil der verdauten Nahrungsbestandteile gerät über den Verdauungstrakt in unseren Blutkreislauf und von dort aus in jede unserer 70 Billionen Körperzellen, die Hautzellen mit eingeschlossen. Mit Sicherheit können wir davon ausgehen, dass die Durchschnittskost in den Industrienationen vor allem in den letzten 50 Jahren zunehmend ärmer an gesundheitsfördernden Vitalstoffen, im gleichen Zuge jedoch reicher an minderwertigen, da verarbeiteten Fetten und künstlichen Nahrungsmittelzusatzstoffen geworden ist. Die Versorgung der Haut mit lebenswichtigen, zum Teil Krebsrisiko vermindernden Substanzen ist weitaus schlechter geworden. Die Belastung mit möglicherweise schädigenden Stoffen hingegen immer höher.
In jedem Fall sind regelmässige, kurze Sonnenbäder günstiger als seltene, ausgiebige. Zwar nicht unbedingt für den schnellen Bräunungerfolg, dafür aber für die Gesundheit. Sollte es jedoch einmal vorkommen, dass Sie Hautreizungen durch die Sonne verspüren, geben Sie sich bis zum nächsten Sonnenbad genügend Zeit zur Erholung, trinken Sie ausreichend klares Wasser und nehmen Sie vitalstoffreiche Frischkost zu sich, um die Regeneration Ihrer Haut bestmöglich zu unterstützen.
Sollte die Sonne so stark oder Ihre vorgesehene Zeit im Sonnenlicht so lang sein, dass Sie meinen, Sie brauchen eine Sonnencreme, dann sollten Sie sich überlegen, ob es überhaupt Sinn macht, in die Sonne zu gehen - es sei denn, mit effizient schützender Kleidung. Babys und Kleinkinder sollten sich ohnehin nicht in der prallen Sonne aufhalten. Sonnencremes ermöglichen es uns, länger in der Sonne zu bleiben, als es unsere Haut eigentlich vertragen kann. Könnte es sein, dass sie uns so ein falsches Gefühl von Sicherheit geben und auf diesem Wege Menschen zu Sonnenbaden verleiten, die es in dem nun als möglich erscheinenden, durch die Sonnencreme unnatürlich weiten Zeitrahmen eigentlich besser bleiben lassen sollten?
Beim Sonnenbaden für die Gesundheit geht es nicht darum, möglichst schnell braun zu werden. Entscheidend ist allein die Dosis an Sonne, die uns wirklich gut tut, nicht die, die ohne Sonnencreme zum Sonnenbrand geführt hätte. Charakteristisch für das Licht- und Luftbad der 20er Jahre war das behutsame, langfristige, zum Teil wochenlange Heranführen der Haut, ja des gesamten Organismus an die Sonne. Mit Hilfe von Sonnencremes werden bestimmte Strahlen herausgefiltert, auch die, die für die Bildung von Vitamin D zuständig sind. Zudem sollte nicht vergessen werden, dass bislang nicht einmal erwiesen ist, dass Sonnencremes tatsächlich vor Hautkrebs schützen können. Die beiden Ärzte Frank und Cedric Garland kamen im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten sogar zu einer möglicherweise gegensätzlichen Schlussfolgerung.
Ihre Erkenntnis: Je mehr Sonnenschutzcremes Verwendung finden, desto häufiger tritt Hautkrebs auf.
Am günstigsten könnte es also sein, erst gar keine Sonnenschutzcremes notwendig werden zu lassen. Nicht durch den Verzicht auf Sonne, sondern durch den individuell-massvollen Umgang mit dem Sonnenlicht, damit erst gar keine Hautreizungen entstehen. Das erfordert Achtsamkeit. Sollten Sie dennoch nicht auf eine Sonnencreme verzichten wollen, so ziehen sie, der Qualität der Inhaltsstoffe wegen, am besten Naturkosmetik konventionellen Produkten vor. Erfordern es die Umstände, dass Sie sich länger in der Sonne aufhalten, als es ihrer Haut gut tun würde, so ist das Patentrezept angemessene Kleidung, die die Haut großzügig abdeckt, einschließlich eines Sonnenhuts.
Aus: "Wandmaker-Aktuell" Heft 51 Mai/Juni2008
Liebe Grüße,
Viola![]()



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