Sonnenlicht, maßvoll eingesetzt, hat eine Reihe günstiger Auswirkungen auf den menschlichen Körper:
- Bildung von Vitamin-D sowie von Substanzen, die dessen Wirkung verbessern, dadurch verbesserte Knochengesundheit
- Harmonisierung des Hormonhaushaltes
-Verbesserung der Grundstimmung
-Senkung des Risikos für bestimmte Krebsarten
-Günstigerer Verlauf von Hautkrankheiten
-Geringeres Risiko für Autoimmunkrankheiten (Multiple Sklerose, Typ-1-Diabetes mellitus, rheumatoide Arthritis)
-Moderate Senkung des Blutzuckerspiegels
-Moderate Blutdrucksenkung
-Verbesserte Herzgesundheit
-Optimierung der Blutfettwerte
-Abbau von überschüssigem Fettgewebe durch vermehrte Ausschüttung begünstigender Hormone
-Erleichterter Aufbau von Muskelgewebe bei Krafttraining
-Verbesserung der körperlichen Ausdauerfähigkeit
Ernährung und Lebensstil sind für unsere Gesundheit von tragender Bedeutung. Ebenso entscheidend, ja unentbehrlich für unser Wohlergehen ist eine ausreichende Versorgung mit Sonnenlicht. Wir brauchen die Sonne zur Vitalstoffversorgung und für unseren Hormonhaushalt, sie verhilft uns zu stabilen Knochen, guter Stimmung und einem starken Abwehrsystem.
Warum fühlen wir uns wohler, wenn die Sonne scheint?
Bereits im antiken Griechenland wusste der Urvater der heutigen Ärzte, Hippokrates, verschiedenste Krankheiten mit einer Gabe zu behandeln, die die Natur uns wie selbstverständlich jeden Tag von neuem zukommen lässt: Mit Sonnenlicht.
Nicht erst in der griechischen Antike, seit jeder wurde in fast allen bekannten Epochen der Menschheitsgeschichte die Sonne ob ihrer Leben schaffenden Kraft hoch geachtet. Sonnensymbole aus unterschiedlichsten Kulturen, mit denen man die mythische Bedeutung der Sonne zum Ausdruck bringen wollte, zeugen noch heute davon.
In der Zeit von 1840 bis um etwa 1940 entdeckten innerhalb der Lebensreformbewegung, die unter dem Motto "Zurück zur Natur" stand, auch in unserem Sprachraum zahlreicht Naturheilexperten neben einer naturgemäßen Kost auch die Sonne als ein besonderes Heilmittel wieder. Unter ihnen der Landwirt Vinzenz Prießnitz sowie die beiden Pfarrer Sebastian Kneipp und Leopol Emanuel Felke, die das "Licht-Luftbad" als grundlegend für eine ganzheitlich-nachhaltige Heilung erkannten.
Sonnenlicht ist eines unserer wichtigsten Lebensbedürfnisse. Fehlt es uns oder bekommen wir zu wenig davon, ist unser Körper nicht voll funktionsfähig. Nur unter Lichteinwirkung ist unser Körper, vor allem unsere Haut fähig, wichtige Vitalstoffe zu bilden, die wir zum Teil nicht über die Nahrung aufnehmen können. Auch wissen wir heute, dass Licht, so wie es den Menschen während seiner Evolution immer begleitet hat, nämlich im Tag-Nacht-Hell-Dunkel-Rhythmus, den Lebensrhythmus unserer Organe mitsteuert. Einwandfreie Körperfunktion wird so möglich. Dabei gelangt das Tageslicht über das Auge und die Sehnerven als elektrischer Impuls in unser Gehirn. Entsprechende Hirnstrukturen werden dadurch veranlasst, spezielle Botenstoffe auszuschütten. Die Substanz Serotonin etwa, die uns im wahrsten Sinne des Wortes aufhellt, unsere Stimmung günstig beeinflusst.
Ebenfalls im Gehirn, aber auch in der Haut werden durch Sonnenlicht weitere Hormone, zum Beispiel die Beta-Endorphine gebildet. Unsere gesamte Körpersubstanz kann von diesem Effekt profitieren. Bei der im Tag-Nacht-Rhythmus natürlicherweise die Hellphase ablösenden Dunkelheit wird die Produktion dieser "Muntermacher" wieder eingestellt. An deren Stelle kommt es nun zur vermehrten Ausschüttung von müde machendem Melatonin. Die Nachtruhe, der Schlaf, kann so eingeleitet werden, der Organismus kann sich nun lebensnotwendigen Regenerations- und Reparaturprozessen intensiv widmen.
Verliert nun aber der Mensch aus Lichtmangel diese natürliche Tag-Nacht-Rhythmik, das geordnete Wechselspiel zwischen hell und dunkel, kann dies längerfristig zu schwerwiegenden Krankheiten führen. Unter Sonneneinstrahlung produziert unsere Haut Vitamin D. Fehlt das Sonnenlicht, verschlechtert sich die Vitamin-D-Versorgung. Da der Mensch jedoch Vitamin D benötigt, um Calcium verwerten zu können, kann Vitamin-D-Mangel in der Folge zu einem Mangel an für den Körper verfügbaren Calcium führen. Fehlendes Vitamin D nun aber einfach in Form einer Nahrungsergänzung, etwa in Tablettenform zuzuführen, reicht offenbar nicht aus: Neuere Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass bei Sonneneinstrahlung in der Haut nicht nur Vitamin D, sondern noch eine ganze Reihe anderer hochfunktioneller, begleitender Vitalstoffe gebildet werden, die das Vitamin in seiner Wirkung wesentlich zu unterstützen scheinen, die aber bislang in keiner Tablette enthalten sind. Bei zu wenig Sonnenlicht kommt es bei Kindern zur Rachitis, also zu weichen Knochen und Verformungen des Skeletts. Auch bei Erwachsenen besteht dieses Risiko, die Knochenerweichung heißt ier Osteomalazie. Ebenfalls die Entstehung von Osteoporose, die songenannte Knochenentkalkung, kann direkt mit einem Mangel an Sonnenlicht und folglich mit zu wenig Vitamin D zusammenhängen.
Überdies kann ein Mangel an Sonnenlicht durch hormonelle Störungen ein Stimmungstief hervorrufen, in abgeschächter Form den meisten von uns bekannt als der Herbst- und Winterblues. Dauert der Lichtmangel längerfristig an, können aber auch schwere Depressionen die Folge sein. Die wirke nicht nur nachteilig auf die Stimmung, sondern erhöht auch das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Zuckerkrankheit beträchtlich.
So wie ein Mangel an Sonnenlicht sich negativ auf die Gesundheit auswirkt, so vermag Sonnenlicht Gesundheit zu erhalten, es vermag sogar Heilungsprozesse zu begünstigen. Nicht grundlos wurden bis in die 40er Jahre des 20. Jahrhundert, als die Tuberkulose in Europa besonders weit verbreitet war, die betroffenen Patienten, neben medikamentöser Unterstützung, insbesondere auch mittels täglichen Licht- und Luftbädern behandelt.
Mit den Faktoren Bewegung und Sonnenlicht sind uns von der Natur zwei besonders wirksame Hilfsmittel gegeben, mit denen wir unser geistig-seelische Wohlbefinden deutlich verbessern können. Der Grundsatz "Information verändert Materie" lässt sich in diesem Zusammenhang hervorragend belegen: Eine über Bewegung und Sonnenlicht herbeigeführte Verbesserung unserer Stimmung wirkt nachweislich auch als Information, als positiver Impuls für unsere Organe und Körpergewebe, die mit unserem Stimmungsbild, unserem Gehirn, unserem Nervensystem in ständiger Verbindung stehen.
Auch auf unsere körperliche Leistungsfähigkeit wirkt sich Sonnenlicht günstig aus. So zeigten US-amerikanische Untersuchungen an Menschen, die Krafttraining betreiben, dass es bei ihnen im Falle von regelmässigen Sonnenbädern zu einem verbesserten Aufbau von Muskelgewebe kommt. Der Grund: Das hormonelle System, an der Bildung von Muskelmasse massgeblich mitbeteiligt, wird unter regelmässiger, massvoller Sonnenbestrahlung, möglichst auf den gesamten Körper, besser stimuliert. Ähnlich auch der Sachverhalt, dass es unter optimalen Sonnenlichtbedingungen zu einer Verbesserung des Fettstoffwechsels kommt: Sowohl was die Blutfettwerte, als auch die Unterstützung des Abbaus von überschüssigem Fettgewebe angeht, der ebenfalls deutlich von unserem Hormonstatus abhängig ist. Nicht grundlos ist auch die Tendenz von Leistungssportlern, während der bei uns sonnenärmeren Monate Trainingslager in südlicheren, sonnigeren Gefilden vorzunehmen - schließlich lässt sich so auch die durch das Training erzielte Ausdauerleistung wirksamer verbessern.
Bereits in den 30er Jahren stellten US-Forscher fest, dass regelmässiges Sonnenbaden sich günstig (im Sinne einer Steigerung) auf das Blutvolumen, also die in den Blutgefäßen vorhandene Blutmenge auswirkt. Darüber hinaus vermag regelmässiges Sonnenlicht die Blutfettwerte sowie den Blutdruck, vermutlich über den Hormonweg, harmonisierend zu beeinflussen - eindeutige Indizien für den Sachverhalt, dass Sonnenlicht das Risiko für Herzerkrankungen verringern kann.
Auch Menschen, die unter Akne oder Schuppenflechte leiden, können von der Sonnenstrahlung, sofern Hautreizungen vermieden werden, profitieren - ihr Hautbild klärt sich - wenngleich in solchen Fällen immer auch ganzheitlich die verwendete Kost sowie die psychische Situation des betreffenden Menschen als Auslöser für die Hautprobleme mit betrachtet weden sollten.
Gemeinsam mit Brust- und Darmkrebs sind die Sterblichkeitsraten von Prostatakrebs umgekehrt proportional zur UV-Strahlung durch die Sonne. Das heißt: Je mehr Sonnenlicht, desto weniger derartige Krebsfälle.
Mit Hilfe der ultravioletten Strahlung des Sonnenlichts bildet der Körper in den oberen Hautschichten in Verbindung mit Nieren und Leber das Hormon Vitamin D, sowie vermutlich eine ganze Reihe zusätzlicher als Vitalstoffe wirkender Stoffe. Vitamin D sorgt als Calziumtransporter in unserem Körper: Es sorgt für den Transport von Calcium aus der verdauten Nahrung durch die Darmwand ins Blut und von dort in die Zellen. Dieses Calcium benötigt der Körper nicht nur zum Aufbau von Knochen und Zahnsubstanz, sondern auch, um Nerven und Muskeln optimal funktionieren lassen zu können. Je besser die Sonnenlichtversorgung, umso besser die Vitamin-D-Produktion in der Haut und umso effiziener folglich auch die Calciumausnutzung aus unserer Nahrung.
Doch offenbar hat Vitamin D noch weitere Funktionen an unterschiedlichen Stellen unseres Körpers. Etwa in Gehirn und Rückenmark, in unseren Muskeln, unseren Geschlechtsorganen, der Bauchspeicheldrüse, der Schilddrüse und in unserer Haut. Es hat fördernden Einfluss auf unser Immunsystem, die Zellteilung, den Zuckerstoffwechsel und damit auf die Verhinderung vieler so genannter Zivilisationskrankheiten. Nicht die Vitamin-D-Zufuhr über die Nahrung, sondern die durch Sonne und Haut ist massgeblich für eine Bedarfsdeckung. Erwachsenen genügen bereits täglich gut 20 Minuten direkte Sonneneinstrahlung auf Hände, Unterarme und Gesicht, um Mangelerscheinungen zu verhindern. Längere Aufenthalte an der frischen Luft und im Sonnenlicht, sofern ohne Hautreizungen, erscheinen in jedem Fall als günstig.
Davon, wie wichtig Sonnenlicht für die Knochengesundheit ist, berichtet Gonder, indem sie auf Beobachtungen an britischen Matrosen verweist, die monatelang in U-Booten auf Tauchstation verweilten. Obwohl ihre Nahrung Vitamin D enthielt, kam es mangels Sonnenlicht bereits nach fünf Wochen zu einem Abbau von Knochensubstanz und zu Störungen des Calciumhaushalts.
Aus "Wandmaker Aktuell" Heft 51 Mai/Juni2008
Liebe Grüße,
Viola![]()



LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren


Lesezeichen