Wirtschafts-Kampagne gegen Vitamine
Im April 2008 berichteten große Medien über die angebliche Schädlichkeit von Vitaminen. Der Text, der einzelnen Meldungen wurde offensichtlich aus der gleichen Quelle lanciert; denn sie ähneln sich inhaltlich auffallend.
Werden wissenschaftliche Meldungen aus wirtschaftlichen Gründen veröffentlicht? Wurden die Meldungen tatsächlich recherchiert, oder wurden sie ungeprüft übernommen?
Presse-Meldungen, die einen wirtschaftlichem Hintergrund haben, halte ich für unverantwortlich.
Hier einige Beispiele:
Die Süddeutsche Zeitung berichtet in Ihrer Print-Ausgabe vom 17.04.2008 unter anderem folgendes:
Vitaminzusätze schaden - neue Analyse bestätigt, dass Ergänzungsmittel riskant sind
[…]Forscher vom Cochrane-Zentrum Kopenhagen kommen jetzt in einer großen Übersichtsstudie zu dem Ergebnis, dass Vitaminzusätze sogar die Sterblichkeit erhöhen (Cochrane Library, Bd. 2, 2008).
Die Cochrane-Forscher, die für methodische Genauigkeit bekannt sind, hatten für ihre Meta-Analyse 67 hochwertige Fachartikel ausgewählt, in denen mehr als 230 000 Teilnehmer untersucht wurden. Die Probanden bekamen entweder ein Scheinmedikament oder antioxidatives Beta-Karotin, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E und Selen. Während in der Plazebo-Gruppe 10,5 Prozent der Teilnehmer im Beobachtungszeitraum starben, kamen 13,1 Prozent der Probanden, die Vitaminzusätze nahmen, ums Leben. Die Forscher unterteilten ihre Analyse in Studien an gesunden und kranken Teilnehmern. In beiden Gruppen waren Vitaminzusätze eher schädlich als nützlich.
“Regulierungsbehörden sollten sich endlich trauen, die Vitamin-Industrie stärker zu kontrollieren - ohne abhängig von ihr zu sein”, sagt Christian Gluud, der das Kopenhagener Zentrum leitet. “Hier ist die Politik dringend gefragt.”[…]
Die Internetseite Pressetext berichtet online am 18.4.08 folgendes:
Vitaminpillen können Sterblichkeitsrisiko erhöhen Nahrungsergänzungsmittel für Gesunde ohnehin nicht notwendig”
Die Einnahme von Vitaminen in Form der Nahrungsergänzung hat keinen positiven Einfluss auf die Lebensdauer, erklären Forscher der Universität Kopenhagen. Im Gegenteil könne die Supplementierung sogar die Lebensspanne verkürzen. Eine Meta-Analyse von 67 Studien mit insgesamt rund 233.000 Teilnehmern führte die Wissenschaftler um Goran Bjelakovic zu dem Schluss, dass es “keine überzeugenden Belege” für die krankheitsvorbeugende Wirkung von antioxidativen Vitaminen gebe. Darüber hinaus scheint die regelmäßige Einnahme von Beta-Caroten, Vitamin A und Vitamin E in isolierter Form das Sterblichkeitsrisiko zu erhöhen, so die Forscher, deren Analyse von der Cochrane Collaboration veröffentlicht wurde.
[…]
(Quelle)
Das Deutsche Ärzteblatt berichtet am 16.4.2008 folgendes:
Meta-Analyse: Antioxidative Vitamine erhöhen Sterblichkeit
Die Einnahme von Vitaminen kann das Leben nicht verlängern. Die neueste Analyse der Cochrane Collaboration zeigt für einige antioxidative Vitamine erneut einen Anstieg der Sterblichkeit. Bei vielen Stoffwechselreaktionen entstehen freie Radikale, die Zellen schädigen.
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