"Das Abendessen überlasse Deinen Feinden"

Dieses mehr als 3000 Jahre alte Sprichwort stammt aus China und hat bis heute noch nichts an seinem Wahrheitsgehalt eingebüßt. Ganz im Gegenteil - immer mehr Endokrinologen (Hormonspezialisten) und Anti-Aging-Mediziner schwören auf diese Formel zur Gesunderhaltung des Organismus.

Aber warum in die Ferne schweifen? Auch in den westlichen Hemisphären konnte das Prinzip überzeugen: "Am Morgen sollst Du wie ein Kaiser essen, zu Mittag wie ein König und abends wie ein Bettler" - wird es hierzulande auf den Punkt gebracht.

Die Tatsache, dass ein Großteil der Menschen in den westlichen Industrienationen zu viel isst, ist nicht von der Hand zu weisen. Dabei hat sich unser Körper evolutionsgeschichtlich auf gelegentliches Fasten eingestellt. "Das erklärt auch den Umstand, warum der Körper gegen so viele Zivilisationskrankheiten so wenig gerüstet ist: In den vergangen Jahrtausenden hat es noch nie einen so hohen Cholesterinspiegel gegeben, wie jetzt. Die Menschen hatten nie so viel zu essen, dass sich ihre Blutgefäße unter der Last gewaltiger Lipidmengen verengten. Die Natur hat gegen Gefäßleiden auch keine Vorsorgen getroffen - das Hormon, das verstopfte Herzkranzgefäße wieder durchlässig macht, war in der Vergangenheit auch nie erforderlich", heißt es in einer Publikation des Hormonpapstes Prof.Dr. Johannes Huber, der die Wohlstandprobleme der Überflussgesellschaft auf den Punkt gebracht hat.

Huber zählt zu den Medizinern, die das "Dinner Cancelling"-Konzept salonfähig machten. Hierunter versteht man, das Abendessen ausfallen zu lassen bzw. nach 17.00 Uhr (besser sogar nach 16.00 Uhr) auf eine Nahrungsaufnahme zu verzichten. Durch diese Maßnahme wird nachweislich die Produktion des Wachstumshormons Somatotropin stimuliert. Dies funktioniert allerdings nur dann, wenn abends nicht mehr geraucht oder Alkohol getrunken wird. Die Produktion des Wachstumshormons lässt bereits ab dem 30. Lebensjahr nach. Da die Substitution des Hormons nicht genügend erforscht und risikobehaftet ist, stellt das Dinner Cancelling einen interessanten Ansatz dar. Das abendliche Fasten senke die Kalorienzufuhr und führt zu einer leichten Unterzuckerung, was neben dem Wachstumshormon auch die Produktion von Melatonin ankurbelt. Mit leerem Magen können die nächtlichen Hormonausschüttungen vermehrt werden. Bei ausreichender Melatoninproduktion sinkt die Körpertemperatur beim Menschen um drei bis vier Zehntel Grad Celsius ab, wodurch maximale Regenerationsfähigkeit der Körperzellen gewährleistet ist.

Der positive Nebeneffekt: Es können Reparaturen an schadhaften Körperzellen vorgenommen werden und irreparable Zellen abgestoßen werden. Zusätzlich lässt sich hierdurch der Muskelaufbau fördern und die Fetteinlagerung bremsen. Melatonin verlangsamt die Körperfunktionen und zögert somit den Alterungsprozess hinaus. Es ist schon hilfreich, zwei mal pro Woche Dinner Cancelling zu praktizieren. Dem Somatotropin kommt beim Alterungsvorgang eine massgebliche Bedeutung zu. Die Substitution ist kaum finanzierbar und dazu noch risikobehaftet. Das Freisetzen des Wachstumshormons kann aber durch bestimmte Stoffe forciert werden. Die Aminosäuren Ornithin, Arginin, Trypthophan, Tyrosin und Glycin können gemeinsam mit dem Vitamin B6, Niacinamid, Zink, Calcium, Magnesium, Kalium und Vitamin C die nächtliche Ausschüttung des Hormons auslösen. In Kombination mit dem Dinner Cancelling kann die Produktion des Wachstumshormons wieder auf den Stand eines jungen Erwachsenen gebracht werden.

All diese Maßnahmen versprechen zwar noch lange nicht die ewige Jugend, können aber bei konsequenter Beachtung den Alterungsprozess möglichst lange hinauszögern.

Aus dem Rohkostmagazin:
"Wandmaker Aktuell, Heft 44"

Liebe Grüße,
Viola