Vor fünfzig Jahren besaß Tansania noch doppelt so viel Wald wie heute. Gerodet wird nicht nur zur Gewinnung neuer Anbauflächen. Zum Trocknen der Tabakpflanzen benötigt man enorme Mengen Feuerholz. Um ein Kilo marktfähigen Tabak zu erzeugen, werden 150 Kilogramm Holz verkokelt. Pro Schachtel Zigaretten braucht man also 2,4 Kilogramm Holz. Ein Durchschnittsraucher verpafft alle drei Monate einen Tropenbaum.
Tabakpflanzen sind anspruchsvolle Pflanzen: Kaum eine andere Art entzieht dem Boden so viele Nährstoffe. Nach zwei Jahren sind die Ackerflächen derart ausgelaugt, dass sie jahrelang nicht mehr kultiviert werden können und ungenutzt brachliegen. Die Folge: Der Grundwasserspiegel sinkt, Dürren nehmen zu, Nahrungsmittel werden knapp. Malawi, das mit Hilfe von Weltbank-Krediten in den sechziger Jahren Tabakmonokulturen anlegte, muss deshalb heute Lebensmittel importieren.
Jedes Jahr werden 1,2 Millionen Hektar Wald für den blauen Dunst geopfert. Doch Tabakanbau hat nicht nur aus ökologischer Sicht verheerende Folgen. Denn die Tabakhändler nehmen in vielen Regionen der Dritten Welt eine Monopolstellung ein. Die Bauern sind gezwungen, Saatgut, Düngemittel und Arbeitsmaterialien über sie zu beziehen, während die Händler die Aufkaufpreise des Tabaks festlegen und Lastwagen verleihen, mit denen die Bauern Feuerholz aus immer entfernteren Gegenden herbeischaffen.
Aus: "Natürlich leben"
Liebe Grüße,
Viola![]()



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