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Thema: Depressionen

  1. #1
    Anke
    Gast

    Depressionen


    Hallo Kräuterfee,

    ich bin zwar selber nicht betroffen, aber mein Freund hat gerade so eine Art depressiven Schub. Deine Rezepte würden mich auch mal interessieren.

    Würde mich freuen, wenn Du sie mir zu senden würdest. Vielleicht kann er ja was damit anfangen.

    Danke.










  2. #2
    Kräuterfee
    Gast

    Re: Depressionen


    Als Antwort auf: Depressionen geschrieben von Anke am 14. Juli 2001 14:42:03:


    Hallo Anke,


    Nun mal gutes Sitzefleisch, aber was muß, das muß, *ggg* wenn Du mich schon direkt ansprichst, möchte ich Dich auch nach meinem Stil befragen und einiges erläutern ;-)


    Viele Menschen die an Depressionen leiden halten sich nicht für krank, sondern nur für Versager.

    Depressionen können verschiedene körperliche und psychische Ursachen haben (nach denen bei Aufnahme der Behandlung immer gesucht werden sollte). Beispielsweise das Blutdruckmedikament, die Schilddrüsenerkrankung, oder eine Trennung, eine schwere Kränkung usw...)

    Oft findet sich sich auch keine Ursache oder keinen Grund warum jemand in eine Depression hineingeraten ist.

    Im Gegensatz zur landläufigen Meinung sind viele depressive Menschen nicht im eigentlichen Sinn traurig. Viele Depressive sind sogar nicht einmal in der Lage, zu weinen.

    Sie leiden oft an einer gähnenden inneren Leere die man mit dem „Gefühl der Gefühllosigkeit“ beschreiben kann.

    Ein Mangel an Antrieb und Interesse, Müdigkeit oder Energieverlust, Selbstvorwürfe, mangelndes Selbstwertgefühl, Gefühl von Wertlosigkeit, unangemessene Schuldgefühl, Selbstanklage, Vorwürfe gegen andere; Gedanken von Nichtkönnen, Insuffizienz und Minderwertigkeit, Gedanken von Nichtgewollt-, Nichtgeliebt-, Nichtgeschätztsein, niemandem etwas wert zu sein, Gedanken von Schuld, selbstverschuldetem Zurückbleiben hinter Anforderungen, Entwicklungsansprüchen, Normen, Versagen; negative Bewertung der eigenen Person, ihres Wertes für andere und sich, der eigenen Vergangenheit; fehlende Zukunftsperspektive, Gedanken von Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit, von überflüssig; und Wertlossein; Todes- und Ruhewünsche, Suizidideen, -Pläne, -absichten. Fehlende Ansprechbarkeit auf psychosozialen Kontakt, Verlust von Interesse, Aufmerksamkeit, Kreativität, Reizbarkeit, allgemeiner Pessimismus, innere Unruhe oder Verlangsamung, Schlalflosigkeit oder vermehrter Schlaf, Konzentrationsstörungen, wiederkehrende Gedanken an den Tod, Suizidvorstellungen ,Apettitverlußt und Verlußt and sexuellem Interesse,Gewichtsabnahme, Verstopfung, Rücken- oder Gliederschmerzen, Kopfdruck, Schwindel, Übelkeit, Klossgefühl im Hals, Beklemmung in der Brust, Zyklusstörungen, Reduzierte Vitalität, Kraftlosigkeit, rasche Ermüdbarkeit, fehlende Frische, vorgealtertes Aussehen sowie oft andere körperliche Beschwerden gehören zu den häufigen Symptomen.


    Trifft so etwas zu ? - Oder ist es bei Deinem Freund nur eine kleine Form des Durchhängens ?

    Trotzdem hast Du recht, man sollte dies erst mal Aufmerksamkeit schenken und vor allem nach der Ursache forschen.


    Übrigens:

    Die Depression kann die Partnerschaft oder die Familie erheblich belasten. Depression sind keine Willensschwäche !!! Äußerungen wie „reiß dich zusammen“ bewirken eher, daß der Patient noch tiefer in die Depression sinkt.

    Jede auch noch so kleine Maßnahme, die dem Kranken zeigt, daß er noch funktioniert, ist wertvoll.

    Jede Überforderung wird sein Unfähigkeitsgefühl und damit die Depression verstärken !!!


    Ich schließe mal eine endogene Depression aus und diese postsynaptischen Veränderungen ebenso....

    weitere chemische Ursachen sind:

    - funktionale Defizite des Noradrenalin (produktion in den Nebennieren) führen zu Depression

    - Mangel an Serotonin ist Ursache der Depression

    - cholinerge Überschuß (Nervenzellenbindung oder -blockierung)


    -> Die Wirkung von Stress als Risikofaktor für die Entstehung von Depressionen möchte ich nicht ausschließen.


    Zur Einstufung und Erläuterung, wo Dein Freund sich bewegt, hilft Dir vielleicht das weiter:

    Bei den typischen leichten , mittelgradigen oder schweren Episoden, leidet der betroffene Patient unter einer gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert. Ausgeprägte Müdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist gestört, der Appetit vermindert. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer beeinträchtigt. Sogar bei der leichten Form kommen Schuldgefühle oder Gedanken über eigene Wertlosigkeit vor. Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von sogenannten "somatischen" Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust. Abhängig von Anzahl und Schwere der Symptome ist eine depressive Episode als leicht, mittelgradig oder schwer zu bezeichnen.

    =>>Leichte depressive Episode

    Gewöhnlich sind mindestens zwei oder drei der oben angegebenen Symptome vorhanden. Der betroffene Patient ist im allgemeinen davon beeinträchtigt, aber oft in der Lage, die meisten Aktivitäten fortzusetzen.

    Mittelgradige depressive Episode

    Gewöhnlich sind vier oder mehr der oben angegebenen Symptome vorhanden und der betroffene Patient hat meist große Schwierigkeiten, alltägliche Aktivitäten fortzusetzen.

    Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome

    Eine depressive Episode mit mehreren oben angegebenen, quälenden Symptomen. Typischerweise bestehen ein Verlust des Selbstwertgefühls und Gefühle von Wertlosigkeit und Schuld. Suizidgedanken und -handlungen sind häufig und meist liegen einige somatische Symptome vor.


    Nun ein paar Tipps nach der Theorie:

    Es gibt eine Menge Therapiearten - meistens findet man eh nicht so ganz die richtige...

    (Reiki, Feldenkreis, autogenes Trainung...) etc.

    Dies ist nur eine kleine Auswahl der im Handel befindlichen Präparate die bei Angst und/oder Depressionen helfen können.

    Einzel und Mischpräparate aus z.B. Baldrian, Hopfen usw.:

    Moradorm S - Baldrian, Passionsblume, Hopfen - Schlafst., Streß, nerv. Herzbeschw., Lampenfieber, Angstzustände

    Luvased - Baldrian, Hopfen - Unruhe, Schlafstörung

    Kavosporal comp. - Kava-Kava, Baldrian - Angst, Unruhe, Schlafst., funkt. Organbeschw., Übererregbarkeit

    Baldrian-Dispert - Baldrian - Unruhezust., Schlafstörung

    => Persönlich habe ich mit diesen keine Erfahrungen - ich stehe auf die Nichttablettenform *ggg*


    Nur mit Dysto-loges - zur Behandlung vegatativer Störungen - Passiflora, Melisse, Gelsemium D4, Reserpinum D4, Spiglia D4, Coffea D6, Tabacum D6, Veratrum D6, Glonoinum D8


    und natürlich mit diversen Tee's, Säften, Tinkturen, angepaßtes Essen etc. - dies ist eher mein Spezialgebiet


    Also siehst Du, bevor ich nichts Näheres erfahre, bewegen wir uns an der Oberfläche des Geschehens. - Bitte sag mal, wo es genau hapert. - Hyperaktiv oder nicht, oder Durchhänger, welche Begleiterscheinungen, Gesundheitsliche Schwächen etc. - was Dir alles auffält. Sonst wird es nur Augenwischerei - die Depression an sich, wenn es sich um eine handelt, ist eine Wissenschaft für sich....




    MfG

    Kräuterfee, die angesprochen wurde eine Dep-Selbsthilfegruppe ehrenamtlich zu leiten...












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