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Thema: Hopfen

  1. #1
    Christian
    Gast

    Hopfen


    Hallo allerseits


    Vor einiger Zeit bin ich dazu übergegangen, mein Bier selber zu brauen, was mir auch sehr viel Spass bereitet und auch überaus interessant schmeckt.

    Jetzt hab ich hierfür auch insgesamt sechs Hopfenpflanzen erworben und diese im Garten angepflanzt. Nächstes Jahr ist dann mit ner Menge Dolden zu rechnen, die ich keinesfalls ausschliesslich für meine Bierproduktion benutzen kann.

    Jetzt meine Frage:

    Hopfen soll ja medizinisch gesehen auch von Bedeutung sein ( z.B. bei Depressionen ). Wie kann ich denn jetzt die Dolden aufbereiten beziehungsweise anwenden, um eine entsprechende Wirkung zu erreichen. Ich denke, als Tee dürfte das eine unerträglich bittere Angelegenheit werden. Soll ich mir die Dinger in Säcken verpackt ins Schlafzimmer hängen.

    Und was für ein Wirkunsspktrum ist denn überhaupt von dieser Pflanze zu erwarten

    Besten Dank für etvaige Antworten


    Gruss Christian













  2. #2
    Kräuterfee
    Gast

    Re: Hopfen


    Als Antwort auf: Hopfen geschrieben von Christian am 14. August 2001 10:58:31:


    Hallo Christian,


    Wirkungen: sedierend (beruhigend und schlaffördernd), antibakteriell, antimykotisch, estrogen, spasmolytisch und anregend auf die Magensaftsekretion

    Anwendungsgebiete: Unruhe und Angstzustände sowie Schlafstörungen; in der Volksheilkunde zudem u. a. als Bittermittel bei Magenbeschwerden und als Zusatz zu Bädern mit beruhigender Wirksamkeit

    Dosierung und Art der Anwendung: zur Teebereitung werden 1 bis 2 Teelöffel mit 150 ml heißem Wasser übergossen und nach 10-15 min durch ein Teesieb gegeben (2-3mal tgl. und vor dem Schlafengehen 1 Tasse frisch bereiteter Aufguß)- brrr - mir auch zu bitter *ggg*

    Unerwünschte Wirkungen: allergische Kontaktdermatitis nur bei Kontakt mit frischen Hopfenzapfen; durch Kontakt mit Hopfenstaub hervorgerufene allergische Reaktionen nicht gesichert

    Sonstige Verwendung: in der Kosmetik Verwendung von Extrakten und Abkochungen als Zusätze zu Haarpflegepräparaten (verleihen dunklem Haar einen schönen Glanz), in der Nahrungsmittelindustrie zur Bierherstellung (Konservierungs- und Bittermittel)


    Hopfenlikör

    150 g frische Hopfenzapfen . 1 L Wodka

    Beide Zutaten in ein weithalsiges Glas mit Schraubverschluß füllen und für ca. 8 Wochen in die Sonne auf die Fensterbank stellen. Öfters schütteln.

    Nach dieser Zeit den Ansatz mit warmem flüssigem Honig nach Geschmack nachsüßen und in saubere kleine Fläschchen füllen.

    Der zartbitter schmeckende Likör muß mindestens 6 Monate reifen.


    Teemischungen:

    Melisse+ Hopfen+Johanniskraut als Teemischung + 1 Prise Zimt + Muskat gerieben

    oder:

    Baldrian mit Melisse oder Hopfen mischen

    oder

    Schlaftee

    1 TEIL

    Baldrian

    1 TEIL

    Hopfen

    1 TEIL

    Johanniskraut

    1 TEIL

    Melisse


    Entspannungsbad

    Melisse, Hopfen, Lavendel

    Hopfenkissen:

    Stoffsäckchen mit Hopfenzapfen füllen (ca. 100g), verschließen und ins Bett legen. Durch die Körperwärme verdunstet das ätherische Öl des Hopfens und kann dann seine beruhigende Wirkung entfalten.


    Hopfen eignet sich gut zum Kränzebinden (Herbstschmuckkräze).


    Falls gewünscht kann ich Dir die Inhaltstoffe auflisten im Detail hier grob:(Hopfenbitterstoffe, ~säure, ätherisches Öl,etc.)




    MfG

    Kräuterfee










  3. #3
    Christian
    Gast

    Re: Hopfen


    Als Antwort auf: Re: Hopfen geschrieben von Kräuterfee am 14. August 2001 11:19:44:


    Hallo Kräuterfee


    Nochmal ne Frage hierzu


    Inwieweit sind denn die von Dir beschriebenen Teemischungen ( Baldrian / Hopfen ) anwendbar beziehungsweise wirkungsvoll bei leichten bis mittelschweren Depressionen, die sich in Form von innerer Leere, ewiger Müdigkeit, Verlust von Interesse und Aufmerksamkeit; Konzentrationsschwierigkeiten, Reduzierte Vitalität, Kraftlosigkeit, rasche Ermüdbarkeit ( jedoch nicht Suizid- oder Wertlosigkeitsgedanken ) vorliegen. Kann man aus diesen Pflanzen nicht auch einen Auszug mit reinem Alkohol machen und diesen anschliessend verdampfen, oder gehen dabei zu viele der ätherischen Oele verloren. Wie kann ich die entsprechenden Wirkstoffe aus den Pflanzen / Dolden holen, ohne die Hälfte zu verlieren respektiv dieses wahrscheinlich unangenehme Teegebräu ertragen zu müssen. Ich denke da an so eine Art Tinktur ( Oel ), das man sich vielleicht unter die Nase reiben kann. Ich weiss, dass ein Teil der ätherischen Oele des Hopfens leicht flüchtig sind

    Gruss Christian












  4. #4
    Kräuterfee
    Gast

    Re: Hopfen


    Als Antwort auf: Re: Hopfen geschrieben von Christian am 14. August 2001 16:27:21:


    Hi, Christian,


    Weil die Hopfendolden nach der Ernte trotz Trocknung ohne Qualitätsverlust nicht sehr lange haltbar sind ( werden aus den Hopfendolden Hopfenextrakte sowie Hopfenpulver hergestellt), die alle brautechnisch wichtigen Bestandteile (Bitter- und Aromastoffe) der Hopfendolde bleiben da enthalten und stehen den Brauereien immer zur Verfügung.

    So werden beispielsweise für die Hopfenextraktion nur natürliche Verfahren angewendet, d.h. es wird entweder Kohlensäure oder Alkohol als Lösungsmittel verwendet.


    So weit ich weiß, wird dieser nicht in der Aromatherapie als Öl eingesetzt. - Hopfentee kann bei Unruhe, Angstzuständen und Schlafstörungen verwendet werden. In der Aromatherapie werden Hopfenkissen zur Beruhigung und bei Schlafstörungen eingesetzt.

    In der Pflanzenheilkunde wird Hopfen als mildes Sedativum, besonders bei Einschlafstörungen verwendet. In einer Vielzahl von Fertigpräparaten wird der Hopfen mit anderen sedativ wirkenden Pflanzen wie Baldrian, Passiflora, Melisse, Avena sativa und Hypericum kombiniert.

    Bei Aufnahme von großen Mengen Hopfen kann es zuKopfschmerzen, Ekelgefühl, Appetitverlust und eine Pulsverlangsamung kommen. Auch beim längeren Aufenthalt in Hopfenlagern kann es zu Kopfschmerzen und Schläfrigkeit kommen. Bei Hopfenpflückern zeigen sich sowohl sedative Wirkungen als auch zum Teil heftige Hautreaktionen auf den Hopfen.

    Hopfenblütentee kann man zubereiten, indem 2 gehäufte Teelöffel Hopfenblüten ( Hopfenzapfen ) mit ¼ Liter kochendem Wasser übergossen werden und ca. 15 Minuten ziehen. Von dem Hopfenblütentee kann man 2 mal täglich 1 Tasse trinken, oder vor dem Zubettgehen 1 Tasse Tee als Schlaftrunk.


    Als Tagesberuhigungsmittel empfielt P. Zizmann ("Pflanzliche Tinkturen und Extrakte Erfolgreich rezeptieren")

    die Hopfentinktur in 2 Kombinationen :

    Rp. Tinct. Melissae 20,0

    Tinct. Humuli lupuli

    Extr. Passiflorae inc. fluid. aa 15,0

    M.d.s. 3 – 4 x 25 – 30 Tropfen / Tag

    Rp. Extr. Valerianae fluid.

    Extr. Melissae fluid. aa 30,0

    Extr. Humuli lupuli fluid 25,0

    Tinct. Lavandulae 15,0

    M.d.s. 3 – 4 x 25 – 35 Tropfen / Tag

    Bei Nervosität und Spannungszuständen kann man nach Zizmann Hopfen ebenfalls verwenden :

    Rp. Tinct. Humuli lupuli

    Extr. Passiflorae inc. fluid.

    Tinct. Melissae aa ad 50,0

    M.d.s. 2 x 20 – 30 Tropfen / Tag


    Ich habe davon noch keine Tinktur angesetzt (Rezept kann ich ja mal suchen - notfalls nehme ich immer das Allgemeinrezept für Tinkturen und setze an - bei den Preisen heutzutage wird man ja arm !


    Nun zur Homöopathie:

    In der Homöopathie zeigt Humulus lupulus ( oder Lupulus humulus ) Schläfrigkeit, besonders am Tage und ein Betäubungsgefühl. Die Patienten zeigen eine Kopf- und Gesichtshitze sowie drückende und ziehende Kopfschmerzen. Man kann ein vermehrtes Wärmegefühl im Magen finden, sowie Übelkeit, Aufstoßen, Drehempfindungen im Magen, ein vermehrtes Hungergefühl ohne Appetit und weiche Stühle. Es finden sich Polyurie und Schmerzen beim Wasserlassen. Die Gebärmutter kann einen Blutandrang zeigen. Im Bereich der Extremitäten findet sich ein rheumaähnliches Ziehen und ein Zucken der Muskulatur. Auf der Haut können sich Bläschen im Gesicht und an den Händen finden. Die Bläschen platzen später auf und verschorfen.

    Humulus Lupulus wird in der Homöopathie besonders bei Nervenabspannung, häufigen Pollutionen ( nächtlichen Samenergüssen ), nach sexuellen Exzessen, geistiger Benebelung, Schwäche und gegen die Folgen des Rauchens empfohlen. Antidote sind Coffea und Essig. Vergleichsmittel sind Nux vomica, Urtica urens und Cannabis.


    Inhaltsstoffe bezogen auf das ätherisches Öl (0.05-1.7 %; Hauptkomponenten: Myrcen, Humulen, ß-Caryophyllen, 2-Undecanon)


    Die jungen, zarten Sprossen können gegessen werden (Salate, Suppen etc. - die polnische, französischen, schwäbische Küche verwendet sie).- oder:

    Hopfensprossenlikör

    150 g Hopfensprossen

    1 Vanilleschote -- längs aufgeschnitten

    1 Zitrone; Schale dünn -- abgeschält

    300 g Kandiszucker

    1 l Alkohol, 40 Vol-%

    Die Hopfensprossen mit der Vanilleschote, der Zitronenschale und dem Kandiszucker in ein Einmachglas geben. Mit dem Alkohol auffüllen und verschlossen etwa 10 Tage an die Sonne stellen.

    Danach den Likör abseihen, in Flaschen abfüllen und verschließen.


    Die Hopfenblätter enthalten Kampferöl, Quercetin, Quercetinglykoside, Proanthocyanidine, Ascorbinsäure und Quebrachitol.

    Weitere Rezepte müßte ich in meinen Büchern suchen....


    Zum Abschluß noch genauer Bezug auf Deine Frage:

    >>Teemischungen ( Baldrian / Hopfen ) anwendbar beziehungsweise wirkungsvoll bei leichten bis mittelschweren Depressionen, die sich in Form von innerer Leere, ewiger Müdigkeit, Verlust von Interesse und Aufmerksamkeit; Konzentrationsschwierigkeiten, Reduzierte Vitalität, Kraftlosigkeit, rasche Ermüdbarkeit ( jedoch nicht Suizid- oder Wertlosigkeitsgedanken )??? <<

    Depressionen sind so ein Fall für sich... Du sprichst - so höre ich es heraus, nicht von einer hyperaktiven Typ der Depression, sonder eher dem Gegenteil, was die meisten davon sind.

    Für Depressionen würde ich anders mischen. Bei dieser Antriebslosigkeit muß man aber auch an der Phsyche arbeiten und in kleinen Schritten "den inneren Schweinehund" besiegen (dies ist überhaupt nicht abwertend gemeint - genauere Erklärungen über Depressionen führen hier zu weit.)

    Nun die Mischung kommt auch auf den Typ an und sollte bei Depressiven nicht als Allheilmittel betrachtet werden - in der Dep-gruppe habe ich da schon manches erlebt....


    MfG

    Kräuterfee, die jetzt erst mal kräftig 'ranklotzen muß...












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