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Thema: Heilkräuter: Dauergebrauch?

  1. #1
    Gänseblümchen
    Gast

    Heilkräuter: Dauergebrauch?


    Hallo,


    ich lese des öfteren an den verschiedensten Stellen, daß die klassischen Heilkräuter nicht für den Dauergebrauch bestimmt sind. Das ist für mich solange nebulös, wie ich nicht den Grund dafür erkennen kann. Warum also diese "Warnung"?


    Nun trinke ich bereits seit Jahrzehnten (ca. 20 Jahre) täglich! 2 Tassen reinen Kamillentee zum Frühstück. Ich habe schon versucht, umzusteigen auf ein anderes Kraut oder eine Mischung, was mir aber nicht gelungen ist. Ich bin nach wie vor regelrecht wild auf Kamille:-)


    Welche "Gefahren" birgt ein Dauerkonsum eines bestimmten Krautes in sich außer daß z.B. im Fall Kamille sich die Wirkung bei akuten Beschwerden abschwächen könnte? Könnte so ein Dauergebrauch auch eventuell erst Symptome (mal dahingestellt, welche) verursachen??


    Im übrigen halte ich viel davon, auf die "innere Stimme" des Körpers zu hören und ihm das, wonach er verlangt, zu gönnen. Wenn er also nach soviel Kamille ruft, was ist dann sein "Problem"? Irgendwelche unerkannten entzündlichen Prozesse?


    Außerdem habe ich mehr oder weniger ständigen Appetit auf Eisenkraut bzw. Verbene (aber nur abends; auch schon jahrelang). Morgens könnte ich da aber partout nicht ran.


    In der Homöopathie gibt es bestimmte Typisierungen, z.B. der Pulsatilla-Typ...usw., ich will mich darüber nicht auslassen, könnte mir aber vorstellen, daß es bei Heilkräutern ähnlich ist und bestimmte Kräuter für bestimmte "Typen" prädestiniert sind (und ich deshalb so versessen auf diese beiden Sorten bin...)...


    Naja, alles etwas konfus...

    Also nochmal klar die Frage(n): warum soll der Dauergebrauch eines bestimmten Krautes schädlich (bzw. nicht vorteilhaft) sein? Und worauf ließen eventuell Kamille und Eisenkraut schließen?


    Und dann bin ich noch auf der Suche nach einem "Haustee"-Rezept, d.h. einer Teemischung, die für den Dauergebrauch geeignet ist (da hab ich leider auch noch nicht den Stein der Weisen für mich gefunden...).


    Freundliche Grüße

    Gänseblümchen









  2. #2
    Sanatan
    Gast

    Re: Heilkräuter: Dauergebrauch?


    Hallo


    >Welche "Gefahren" birgt ein Dauerkonsum eines bestimmten Krautes in sich außer daß z.B. im Fall Kamille sich die Wirkung bei akuten Beschwerden abschwächen könnte?


    Das ist wohl der Hauptgrund für die Warnungen.

    Der Körper gewöhnt sich an die Wirkstoffe der Pflanzen.

    Stoffe an die man sich so gewöhnt hat, wirken dann nicht mehr als Reiz, wenn man sie im Krankheitsfall nutzen will.


    Das könnte zur Folge haben, dass, wenn du mal Kamillentee gegen Übelkeit oder Erkältung trinken willst, er durch den Dauergebrauch nicht mehr so stark wirkt, wie wenn du sonst keinen Kamillentee trinken würdest.


    Aber es gibt ja auch noch massenhaft andere Kräuter, die man im Krankheitsfall einsetzen kann.


    >Könnte so ein Dauergebrauch auch eventuell erst Symptome (mal dahingestellt, welche) verursachen??


    Das hängt wohl vor allem vom Kraut ab.

    Bei besonders stark wirkenden Kräutern würde das eher passieren als bei milden Kräutern.


    Bei Kamille könnte ich mir bei äusserlicher Langezeit-Dauer-Anwendung eine Austrocknung der Haut vorstellen, eventuell auch eine Allergie gegen Kamille.

    Bei innerlicher Anwendung fällt mir dazu bei der Kamille eher nichts ein.


    Maria Treben empfiehlt übrigens bei etlichen Kräutern die Daueranwendung, d.h. man sollte davon täglich mindestens eine Tasse trinken, ohne zeitliche Limitierung.

    Das empfiehlt sie sogar für soviele Kräuter, dass ich mich immer wieder frage, wie man all diese Kräutertees täglich bewältigen soll ;-)


    Die generelle Warnung vor dem Dauergebrauch wird also nicht von allen geäussert.


    Aber ich finde es plausibel, dass ein dauergebrauchtes Kraut nach einer Weile weniger stark wirkt.


    >Im übrigen halte ich viel davon, auf die "innere Stimme" des Körpers zu hören und ihm das, wonach er verlangt, zu gönnen.


    Davon halte ich auch sehr viel.


    Und eigentlich denke ich auch, dass die innere Stimme im Endeffekt mehr gilt als das Geschwätz von irgendjemand anders (ausser in seltenen Ausnahmen, beispielsweise, wenn man von Sucht getrieben ist oder so).


    >Wenn er also nach soviel Kamille ruft, was ist dann sein "Problem"? Irgendwelche unerkannten entzündlichen Prozesse?


    Muss nicht sein, dass da irgendein Problem besteht.

    Kann man zwar auch nicht ausschliessen, so aus der Ferne.

    Vielleicht funktioniert dein Körper einfach besonders gut mit seiner täglichen Dosis Kamille?


    >In der Homöopathie gibt es bestimmte Typisierungen, z.B. der Pulsatilla-Typ...usw., ich will mich darüber nicht auslassen, könnte mir aber vorstellen, daß es bei Heilkräutern ähnlich ist und bestimmte Kräuter für bestimmte "Typen" prädestiniert sind (und ich deshalb so versessen auf diese beiden Sorten bin...)...


    So ähnlich könnte ich mir das auch vorstellen.

    Wobei mir der Vergleich eigentlich nicht so behagt, denn die Konstitutions-Typen der Homöopathie haben soviele abstossende Eigenschaften, die auch richtiggehend zelebriert werden in den Arzneimittelbildern.

    Aber wenn man diese unangenehmen Aspekte mal beiseite lässt, dann machen solche Typisierungen auch bei Kräutern für mich durchaus Sinn.


    Schliesslich haben die meisten Kräuterinteressierten auch ihre Lieblingskräuter und meistens können sie gar nicht genau sagen, warum.


    Storl spricht von Pflanzen-Verbündeten.

    Diese Vorstellung gefällt mir sehr gut.


    >Naja, alles etwas konfus...


    So ist das Leben nunmal ;-)


    >Und dann bin ich noch auf der Suche nach einem "Haustee"-Rezept, d.h. einer Teemischung, die für den Dauergebrauch geeignet ist (da hab ich leider auch noch nicht den Stein der Weisen für mich gefunden...).


    Die Dauergebrauchswarner "erlauben" quasi nur Himbeerblätter und Brombeerblätter für den Dauergebrauch.


    Ich tendiere eher zum guten Gefühl bei der Sache.


    Und wenn jemand nicht so wie du auf ein morgendliches Lieblingskraut fixiert ist, dann würde ich normalerweise eher zu jahreszeitlicher Abwechslung tendieren.

    Also im Frühling was zum Ausleiten, mit Kröutern, die dann wachsen, z.B. Brennesseln, Löwenzahn usw.

    Im Sommer was frisches mit Malvenblüten, Pfefferminz, Melisse oder so.

    Im Herbst vielleicht Hagebutten, wenn mans sauer mag, oder vielleicht Samen, wie Fenchel, Anis usw.

    Und im Winter was zum Aufwärmen, z.B. Zimt oder Ingwer oder Wurzeltees.


    Tschuess


    Sanatan



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