Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: welche inhaltsstoffe wasserlöslich / fettlöslich ?

  1. #1
    tonique
    Gast

    welche inhaltsstoffe wasserlöslich / fettlöslich ?


    Hallo liebe Salbenexperten,


    ich hab diese Seite und das Forum erst vor ein paar Wochen entdeckt und bin hellauf begeistert, wieviel Wissen sich hier versteckt und wie liebevoll hier alles gestaltet ist. Toll, dass es so etwas gibt!!


    Nun habe ich auch mal eine Frage, zu der ich im Forum noch keine direkte Antwort gefunden habe: Ich würde gerne mal einen Anhaltspunkt kennen, wonach ich entscheiden kann, welche Pflanzen ich in Fett (also als Ölauszug), welche ich eher in Wasser (Heiß- oder Kaltauszug) oder gar als Tinktur ansetzen soll, um die Wirkstoffe optimal auszuziehen bzw. welchen Erfolg mir welche Methode verschafft. Es geht mir dabei hauptsächlich um Inhaltsstoffe aus Pflanzen mit Wirkung für die Haut, also um Gerbstoffe, Schleimstoffe, Alkaloide und Kieselsäuren. Gibt es da ne Faustregel ?


    Vielleicht kann mir auch jemand ein Buch empfehlen, wo man das mal genau nachlesen kann?


    Vielen Dank !




  2. #2
    Sanatan
    Gast

    Re: welche inhaltsstoffe wasserlöslich / fettlöslich ?


    Hallo


    >Nun habe ich auch mal eine Frage, zu der ich im Forum noch keine direkte Antwort gefunden habe: Ich würde gerne mal einen Anhaltspunkt kennen, wonach ich entscheiden kann, welche Pflanzen ich in Fett (also als Ölauszug), welche ich eher in Wasser (Heiß- oder Kaltauszug) oder gar als Tinktur ansetzen soll, um die Wirkstoffe optimal auszuziehen bzw. welchen Erfolg mir welche Methode verschafft. Es geht mir dabei hauptsächlich um Inhaltsstoffe aus Pflanzen mit Wirkung für die Haut, also um Gerbstoffe, Schleimstoffe, Alkaloide und Kieselsäuren. Gibt es da ne Faustregel ?


    Dass du zur Löslichkeit nichts gefunden hast, liegt wohl daran, dass diese Infos gar nicht so leicht zu finden sind.


    Eins ist klar: ätherische Öle lösen sich in Öl und in hochprozentigem Alkohol.


    Bei den anderen von dir genannten Stoffen vermute ich vor allem Löslichkeit in Wasser und Alkohol.

    Da muss ich mich aber noch schlauer machen.

    Sobald ich mehr weiss, werde ich mich wohl wieder melden.


    Generell kann man aber auch sagen, dass es Sinn macht, Kräuter für die Salbenbereitung sowohl in Öl als auch in Schnaps anzusetzen, denn dann erwischt man von jeder Pflanze die fett-, wasser- und alkohollöslichen Substanzen.

    Denn Kräuter bestehen ja meistens aus einem ganzen Konzert von Stoffen und nicht nur einem Stoff, selbst wenn sie nur für eine Substanz bekannt sind.


    Für welches Hautproblem soll es denn sein?


    >Vielleicht kann mir auch jemand ein Buch empfehlen, wo man das mal genau nachlesen kann?


    Da fällt mir spontan kein passendes Buch zu ein.

    Ich such mir solche Infos meistens bröckchenweise zusammen, obwohl ich massenhaft Kräuterbücher habe.


    Tschuess


    Sanatan



  3. #3
    tonique
    Gast

    Re: welche inhaltsstoffe wasserlöslich / fettlöslich ?


    Hallo Sanatan,


    >Da muss ich mich aber noch schlauer machen.


    Danke dir erstmal ! Ich wusste ja nicht, dass das gar nicht so einfach zu beantworten ist.


    >Für welches Hautproblem soll es denn sein?


    Einmal gehts es um leichte Cremes für fettige, unreine Haut und zum anderen geht es um einen Neurodermitis-Patienten. Ich habe zum Beispiel getrocknete Beinwellwurzel als Abkochung angesetzt und parallel noch einen Ölauszug aus dem blühenden Kraut gemacht, weil ich befürchtet habe, dass ein Auszug in Alkohol möglicherweise zu aggressiv ist bei Ekzem und z.T. offenen Wunden (ätherische Öle verträgt er auch nur manche). Und nun habe ich aber irgendwo im Netz gelesen, dass das Allantoin des Beinwell gar nicht fettlöslich sei.... ? Anderes Beispiel wäre Johanniskraut. Ich habe im Moment getrocknetes hier liegen, bald blüht es ja aber auch in der Natur. Man könnte es ja als Tee ansetzen und dieses dann für die Wasserphase benutzen. Möglicherweise werden darin aber gar nicht die wesentliche Inhaltsstoffe gelöst, und man sollte es lieber als Ölauszug verwenden.... ? Das sind so meine Überlegungen, und deshalb wollte ich einfach mal nachfragen.


    LG tonique.




  4. #4
    Sanatan
    Gast

    Re: welche inhaltsstoffe wasserlöslich / fettlöslich ?


    Hallo


    >Einmal gehts es um leichte Cremes für fettige, unreine Haut und zum anderen geht es um einen Neurodermitis-Patienten. Ich habe zum Beispiel getrocknete Beinwellwurzel als Abkochung angesetzt und parallel noch einen Ölauszug aus dem blühenden Kraut gemacht, weil ich befürchtet habe, dass ein Auszug in Alkohol möglicherweise zu aggressiv ist bei Ekzem und z.T. offenen Wunden


    Richtig ist, dass Alkohol austrocknet, man sollte ihn bei einem Menschen mit extrem trockener Haut also nicht pur anwenden.

    In einer fettreichen Creme kann man aber durchaus einen geringen Anteil an Tinktur versuchen.


    Mit Tees in Cremes habe ich extrem schlechte Erfahrungen gemacht.

    Die sind mir alle ziemlich schnell vergammelt.

    Nicht nur verschimmelt, sondern richtiggehend verfault und haben dann eklig gestunken.

    Es gibt zwar auch Leute, die gute Erfahrungen mit Tees in Cremes gemacht haben, aber das kann ich nicht bestätigen.

    Keine einzige Creme, die ich mich Tee gemacht habe, hat auch nur andeutungsweise so lange gehalten bis die Creme verbraucht war.

    Und sonst habe ich eigentlich kaum Probleme mit schlecht werdenden Cremes.


    Gerade bei unreiner Haut und noch weniger bei der hochentzündlichen Neurodermits würde ich so eine Gammelcreme riskieren.


    Ganz frisch zubereitet kann man sie natürlich mal reichlich anwenden, aber nur wenige Tage lang.


    >(ätherische Öle verträgt er auch nur manche).


    Da wäre es interessant, herauszufinden, welche er verträgt.

    Dezent dosiert können sie Cremes nicht nur haltbarer machen (Creme ohne Tee), sondern sie können auch den Heilungsprozess unterstützen.

    Allerdings liegt hier die Betonung auf "dezent dosiert", denn pur oder aufdringlich stark dosiert dürfte jemand mit Neurodermitis fast mit allen ätherischen Ölen auf dem Kriegsfuss stehen.


    Für besonders geeignet halte ich bei Neurodermitis: Teebaumöl, Lavendel, Benzoe, Sandelholz, Thymian, Melisse


    >Und nun habe ich aber irgendwo im Netz gelesen, dass das Allantoin des Beinwell gar nicht fettlöslich sei.... ?


    Dass das kristalline Allantoin wasserlöslich ist, kann man vielerorts lesen.

    Das heisst aber noch nicht, dass es gar nicht fettlöslich ist.

    Könnte man mal ausprobieren, wenn man sich ein Tütchen Allantoin kauft - mach ich vielleicht irgendwann einmal.


    Ausserdem ist unklar, ob es im Beinwell nicht Substanzen gibt, die die Löslichkeit des Allantoins in Fett fördern.

    Denn Heilpflanzen sind ja keine reinen Behälter für Einzelwirkstoffe.

    Wenn man sie so betrachtet, ist man wohl besser bedient, wenn man sich die reinen Pülverchen kauft und nicht mit den Pflanzen rumdoktort.

    Meine ich ganz ernst, denn mit Allantoin-Pulver, das man in die Wasserphase rührt ist man bestimmt auf der sicheren Seite.


    Allerdings fehlen dann die ganzen begleitenden Pflanzenwirkstoffe, die man grossteils gar nicht kennt, die die Wirkung des Hauptwirkstoffes abpuffern, ergänzen, begleiten usw.


    Da die Schulmedizin und die Pharmakonzerne kaum Studien über die gesamte Pflanze machen, findet man diesbezüglich auch kaum Informationen.


    Hier muss die Erfahrungsheilkunde einspringen, denn die hat zwar keine Doppelblindversuche gemacht, dafür aber jahrtausendelange Feldstudien.


    Und wenn diese alte Heilkunde eine reine Fettsalbe aus Beinwellwurzeln für besonders wirksam hält, dann ist da bestimmt irgendwas dran.


    Solch eine Fettsalbe kann man bestimmt so umwandeln, dass man einen Emulgator und eine Wasserphase hinzugibt, aber die Beinwellwurzel nicht mehr im Fett auszuziehen geht meiner Meinung nach an der Sache vorbei.


    Möglicherweise braucht man die frische, saftige Beinwellwurzel anstelle der getrockneten, um den gewünschten Effekt zu haben.

    Das kann ich ohne umfangreiche Untersuchungsmethoden schlecht beurteilen.


    >Anderes Beispiel wäre Johanniskraut. Ich habe im Moment getrocknetes hier liegen, bald blüht es ja aber auch in der Natur. Man könnte es ja als Tee ansetzen und dieses dann für die Wasserphase benutzen. Möglicherweise werden darin aber gar nicht die wesentliche Inhaltsstoffe gelöst, und man sollte es lieber als Ölauszug verwenden.... ? Das sind so meine Überlegungen, und deshalb wollte ich einfach mal nachfragen.


    Dass Johanniskrautblüten traditionell in Öl angesetzt werden, hat bestimmt seinen Grund.


    Johanniskraut-Tee soll vergleichsweise schwach sein.


    Hypericin löst sich laut einem meiner Bücher anscheinend bevorzugt in Pyridin und anderen organischen Basen und nur schwer in wässrigen Alkali.

    Toll, gell ;-)

    Ein echter Fall von Nixraff, es sei denn, du kennst dich mit Chemie sehr gut aus.


    Beim Johanniskraut würde ich noch die paar Tage warten und dann frische Blüten in Olivenöl ansetzen.


    Ansonsten halte ich weder Beinwell noch Johanniskraut für optimale Pflanzen gegen Neurodermitis.


    Ehrenpreis wäre ein sehr geeignetes Kraut.


    Kann man in Öl ansetzen und zusätzlich als Tinktur, um ein paar Milliliter der Tinktur der Creme hinzuzufügen.


    Als Öl kann man wahlweise Olivenöl oder Sonnenblumenöl nehmen.

    Die haben sich beide gegen Neurodermitis sehr gut bewährt.


    Dann würde ich zwei getrennte Cremes machen und einer von beiden 10% Harnstoff hinzufügen.

    Den gibt es leider nicht als Kraut, sondern nur als Pulver in der Apotheke oder einschlägigen Läden.

    Ist ein normaler Bestandteil der Haut, aber Leute mit trockener Haut und noch mehr Neurodermitiker haben viel zu wenig davon in ihrer Oberhaut.

    Der Harnstoff bindet Feuchtigkeit in der Haut und macht sie geschmeidig, glatt, weich usw.

    Ich teste Cremes und Lotionen mit Harnstoff jetzt schon geraume Zeit und bin extrem zufrieden damit.

    Selbst dünne, wässrige Lotionen reichen mir inzwischen zum Eincremen und meine Haut sieht nicht mehr aus wie ein trockenes Reibeisen mit Juckreiz, Spannung usw.


    Harnstoff hat nur einen Nachteil: er brennt auf offenen Wunden.


    Für offene Stellen braucht man dann die zweite Creme, ohne Harnstoff.

    Für diese Stellen wäre wohl auch Beinwell geeignet, oder auch Ringelblume.


    Und sobald eine Stelle nicht mehr offen ist, stattdessen Ehrenpreis-Creme mit Harnstoff drin.


    Fragt sich jetzt nur noch, ob der Neurodermitis-Mensch lieber eine stark fetthaltige Creme macg oder eher was leichteres oder gar eine Lotion.

    Zumindest für die nicht offenen Stellen wäre diese Frage wichtig.

    Bei offenen Stellen würde ich eine fetthaltige Creme mit Lanolin für sinnvoll halten.


    Bei der fetten, unreinen Haut wäre wohl am ehesten eine leichte Creme mit Tegomuls als Emulgator sinnvoll und als Kraut würde ich Thymian für sinnvoll halten, als Ölauszug und als Tinktur.

    Mit Thymian, Teebaumöl und vielleicht noch Lavendel als ätherische Öle.


    Auch Kamille als Kraut wäre geeignet gegen unreine Haut.


    Tschuess


    Sanatan



Ähnliche Themen

  1. Welche Kräuter zu welchen Jahreszeiten?
    Von _Arion_ im Forum Kräuterwissen
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 07.05.2009, 12:07
  2. Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 12.06.2008, 17:09
  3. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 05.04.2007, 18:44
  4. Welche Werte brauchen wir?
    Von Thomas im Forum Allgemeines
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 07.04.2006, 10:52

Stichworte

Lesezeichen

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
Creative Commons Lizenzvertrag
Diese Webseite ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48