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Thema: Tonkabohne

  1. #1
    marianna
    Gast

    Tonkabohne


    Ich war gestern essen und erhielt als kleinen "Gruß aus der Küche" eine Pilz-Tonkabohnensuppe", die sehr wohlschmeckend war und Lust auf "Mehr" hervorrief.


    Da ich noch niemals von dieser Bohne gehört habe, habe ich heute morgen ein wenig im Internet danach gesucht. Gut, jetzt weiß ich, was die Tonkabohne ist, wo sie herkommt, etc .... aber es steht auch dabei, dass das in der Tonkabohne enthaltene Coumarin giftiger und krebserregender Wirkungen verdächtigt wird und daher in Europa als Aromastoff verboten ist.


    Auf der anderen Seite gibt es massenhaft Rezepte dafür ... in diversen Kochforen wie auf auf Kulinarikseiten von Fernsehsendern oder sogar in Restaurants.


    Jetzt bin ich ehrlich gesagt etwas verwirrt: auf der einen Seite soll die Tonkabohne gesundheitsschädlich und daher verboten sein, auf der anderen Seite aber wird damit heiter in Rezepten hantiert, als würde sie nicht gesundheitsschädlich und verboten sein ?!?!? Das finde ich sehr komisch.... dass diese Aussagen so klaffen und keine wirkliche Transparenz da ist.


    Weiß jemand hier mehr davon???? Was stimmt jetzt und was nicht??? Danke für eure Antworten ...




  2. #2
    Sanatan
    Gast

    Re: Tonkabohne


    Hallo


    >Jetzt bin ich ehrlich gesagt etwas verwirrt: auf der einen Seite soll die Tonkabohne gesundheitsschädlich und daher verboten sein, auf der anderen Seite aber wird damit heiter in Rezepten hantiert, als würde sie nicht gesundheitsschädlich und verboten sein ?!?!? Das finde ich sehr komisch.... dass diese Aussagen so klaffen und keine wirkliche Transparenz da ist.

    >Weiß jemand hier mehr davon???? Was stimmt jetzt und was nicht??? Danke für eure Antworten ...


    Dass es bei solchen Aussagen Diskrepanzen gibt, ist ganz normal und sehr verbreitet.


    Beim Thema "potentiell krebserregend" grassiert in Deutschland auch eine Art Hysterie, die teilweise auf die ganze EU übertragen wird.

    Wenn man es sehr genau nimmt, darf man gar nicht auf die Strasse gehen, weil das krebserregend ist.

    Essen, Mund aufmachen, Mund zumachen, küssen, hinsetzen, gehen, Stirn runzeln, in die Sonne gehen, Auto fahren, Fahrrad fahren, zu Fuss gehen, im Bett liegen,....

    Alles ist mehr oder weniger krebserregend.


    Bei einigen Substanzen betreibt die Gesetzgebung jedoch die reinste Hexenjagd.

    In wieweit da die Pharmaindustrie dahinter steckt oder inwieweit diese Verteufelei von Menschen vorangetrieben wird, die unter Orthorexie leiden (krankhafter Gesundernährung), kann ich leider nicht beurteilen, aber ich mach mir da so meine Gedanken.

    Leider ist diese Panikmache recht erfolgreich, was man daran sieht, dass es auf vielen Webseiten kritiklos nachgeplappert wird.


    Einer dieser zahlreichen verteufelten Stoffe ist das Cumarin, ein seit Jahrtausenden bewährter Wirkstoff der Pflanzenheilkunde.

    Wenn man Cumarin als chemisch isolierte Substanz hochdosiert einnehmen oder spritzen würde, dann würde wohl bei einem langen Anwendungszeitraum ein gewisses Krebsrisiko bestehen.

    Das trifft aber streng genommen auf fast alle Substanzen zu.

    Chemisch isolierte Substanzen in hohen Dosen sollte man nach Möglichkeit generell meiden.


    Bei Cumarin sollte man, meiner Meinung nach, jedoch viel eher darauf achten, dass es blutverdünnend wirkt und in grosser Menge Kopfschmerzen auslösen kann (in niedriger Dosierung lindert es Kopfschmerzen und Migräne).

    Die Verdünnung des Blutes ist eigentlich eine erwünschte Eigenschaft, weil das Blut dann schneller fliesst und die Durchblutung besser klappt.

    Bluthochdruck wird dadurch gelindert und negative Folgen von schlechter Durchblutung gemildert.

    Also eigentlich ein optimaler Wirkstoff für träge, ältere Zivilisationsmenschen.


    Aber bei Verletzungen und Operation wird die Blutgerinnung verlangsamt, was natürlich nicht erwünscht ist und potentiell gefährlich sein kann.


    Cumarin-haltige Pflanzen sind also weniger Grundnahrungsmittel, die man nur wegen des Geschmackes in grosser Menge essen kann, sondern Nahrungsmittel, die dicht an "Medizin" liegen.

    Wenn man sie öfters essen will, sollte man wissen, was man tut.


    Hier eine kurze Infoseite über Tonca-Bohnen bzw. den Baum an dem sie wachsen:


    http://heilkraeuter.net/lexikon/toncabaum-cumaru.htm


    Andere Pflanzen, die viel Cumarin enthalten sind beispielsweise Waldmeister und Honigklee, aber auch viele andere Kräuter enthalten gewisse Cumarin-Mengen.


    Tschuess


    Sanatan



  3. #3
    marianna
    Gast

    Re: Tonkabohne


    DANKE Sanatan für deine ausführliche, informative und klare Antwort. Ja, damit kann ich schon viel mehr anfangen, jetzt bin ich "schlauer" !!!!! Das heißt aber auch, dass ich schon mal wieder ein Tonkabohnen-Süppchen genießen darf ....





    >Hallo

    >>Jetzt bin ich ehrlich gesagt etwas verwirrt: auf der einen Seite soll die Tonkabohne gesundheitsschädlich und daher verboten sein, auf der anderen Seite aber wird damit heiter in Rezepten hantiert, als würde sie nicht gesundheitsschädlich und verboten sein ?!?!? Das finde ich sehr komisch.... dass diese Aussagen so klaffen und keine wirkliche Transparenz da ist.

    >>Weiß jemand hier mehr davon???? Was stimmt jetzt und was nicht??? Danke für eure Antworten ...

    >Dass es bei solchen Aussagen Diskrepanzen gibt, ist ganz normal und sehr verbreitet.

    >Beim Thema "potentiell krebserregend" grassiert in Deutschland auch eine Art Hysterie, die teilweise auf die ganze EU übertragen wird.

    >Wenn man es sehr genau nimmt, darf man gar nicht auf die Strasse gehen, weil das krebserregend ist.

    >Essen, Mund aufmachen, Mund zumachen, küssen, hinsetzen, gehen, Stirn runzeln, in die Sonne gehen, Auto fahren, Fahrrad fahren, zu Fuss gehen, im Bett liegen,....

    >Alles ist mehr oder weniger krebserregend.

    >Bei einigen Substanzen betreibt die Gesetzgebung jedoch die reinste Hexenjagd.

    >In wieweit da die Pharmaindustrie dahinter steckt oder inwieweit diese Verteufelei von Menschen vorangetrieben wird, die unter Orthorexie leiden (krankhafter Gesundernährung), kann ich leider nicht beurteilen, aber ich mach mir da so meine Gedanken.

    >Leider ist diese Panikmache recht erfolgreich, was man daran sieht, dass es auf vielen Webseiten kritiklos nachgeplappert wird.

    >Einer dieser zahlreichen verteufelten Stoffe ist das Cumarin, ein seit Jahrtausenden bewährter Wirkstoff der Pflanzenheilkunde.

    >Wenn man Cumarin als chemisch isolierte Substanz hochdosiert einnehmen oder spritzen würde, dann würde wohl bei einem langen Anwendungszeitraum ein gewisses Krebsrisiko bestehen.

    >Das trifft aber streng genommen auf fast alle Substanzen zu.

    >Chemisch isolierte Substanzen in hohen Dosen sollte man nach Möglichkeit generell meiden.

    >Bei Cumarin sollte man, meiner Meinung nach, jedoch viel eher darauf achten, dass es blutverdünnend wirkt und in grosser Menge Kopfschmerzen auslösen kann (in niedriger Dosierung lindert es Kopfschmerzen und Migräne).

    >Die Verdünnung des Blutes ist eigentlich eine erwünschte Eigenschaft, weil das Blut dann schneller fliesst und die Durchblutung besser klappt.

    >Bluthochdruck wird dadurch gelindert und negative Folgen von schlechter Durchblutung gemildert.

    >Also eigentlich ein optimaler Wirkstoff für träge, ältere Zivilisationsmenschen.

    >Aber bei Verletzungen und Operation wird die Blutgerinnung verlangsamt, was natürlich nicht erwünscht ist und potentiell gefährlich sein kann.

    >Cumarin-haltige Pflanzen sind also weniger Grundnahrungsmittel, die man nur wegen des Geschmackes in grosser Menge essen kann, sondern Nahrungsmittel, die dicht an "Medizin" liegen.

    >Wenn man sie öfters essen will, sollte man wissen, was man tut.

    >Hier eine kurze Infoseite über Tonca-Bohnen bzw. den Baum an dem sie wachsen:

    >http://heilkraeuter.net/lexikon/toncabaum-cumaru.htm

    >Andere Pflanzen, die viel Cumarin enthalten sind beispielsweise Waldmeister und Honigklee, aber auch viele andere Kräuter enthalten gewisse Cumarin-Mengen.

    >Tschuess

    >Sanatan



  4. #4
    Sanatan
    Gast

    Re: Tonkabohne


    Hallo


    >DANKE Sanatan für deine ausführliche, informative und klare Antwort. Ja, damit kann ich schon viel mehr anfangen, jetzt bin ich "schlauer" !!!!! Das heißt aber auch, dass ich schon mal wieder ein Tonkabohnen-Süppchen genießen darf ....


    Ein Tonkabohnen-Süppchen hin und wieder ist bestimmt keine Gefahr.

    Man sollte sie nur nicht täglich in grossen Mengen essen.


    Tschuess


    Sanatan



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