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Thema: Alkoholentwöhnung

  1. #1
    Biggi
    Gast

    Alkoholentwöhnung


    Hallo,


    ich habe folgendes Problem:


    Meine Mutter (70 J.), ist Diabetikerin, Krebspatientin und war jahrelang alkoholkrank. Ich halte sie außerdem für depressiv. Durch die Krebstherapie wurde sie quasi zum Entzug gezwungen,

    doch meine Schwester hat den Eindruck, dass sie jetzt wieder rückfällig geworden ist.


    Nun zu meiner Frage, meine Schwester hat irgendwo mal gehört, dass Hauhecheltee das Verlangen nach Alkohol beeinflussen kann, ist da was dran?

    Gibt es andere Heilkräuter die da helfen können?

    Meine Mutter selbst verleugnet ihre Sucht.


    Insgesamt ein schwieriger Fall, aber vielleicht hat ja jemand hilfreiche Erfahrungen.


    Ich bin für alles dankbar.


    biggi






  2. #2
    Magie
    Gast

    Re: Alkoholentwöhnung


    Bei Alkoholsucht wäre ich persönlich sehr vorsichtig mit solchen Massnahmen...


    Wenn die betroffene Person nicht bereit ist, sich die Abhängigkeit selbst einzugestehen, bleibt der Umgebung nichts anderes übrig als tatenlos zuzusehen. Es kann sogar passieren, dass der Schuss nach hinten losgeht, wenn versucht wird, hinter dem Rücken des Abhängigen Massnahmen zu ergreifen. Ich würde da die Finger davon lassen.


    Eine andere Frage, die sich mir stellt ist die der Co-Abhängigkeit. Solange in der näheren oder weiteren Umgebung des Betroffenen Menschen sind, die - vermeintlich - die Verantwortung für die Sucht mittragen, gibt es für die Betroffenen keinen Grund, mit dem trinken aufzuhören.


    Dies sind meine Erfahrungen, die ich mit Alkoholikern gemacht habe. Mein erster Mann war Alkoholiker und er war erst dann bereit, sich einzugestehen, dass er ein Problem mit Alkohol hat,als niemand mehr da war, der ihn "kontrollierte", rügte, versuchte zur Rede zu stellen.



  3. #3
    Biggi
    Gast

    Re: Alkoholentwöhnung


    >Wenn die betroffene Person nicht bereit ist, sich die Abhängigkeit selbst einzugestehen, bleibt der Umgebung nichts anderes übrig als tatenlos zuzusehen. Es kann sogar passieren, dass der Schuss nach hinten losgeht, wenn versucht wird, hinter dem Rücken des Abhängigen Massnahmen zu ergreifen. Ich würde da die Finger davon lassen.


    Ich bin da ganz Deiner Meinung, allerdings habe ich in unserer Familie auch den leichteren Part, denn ich wohne 500km entfernt. Meine Schwester allerdings hat ständig direkten Kontakt und macht sich selbst mit ihrer Verbissenheit das Leben schwer. Sie will unbedingt helfen.

    Deshalb habe ich versprochen mich mal schlau zu machen.


    >Dies sind meine Erfahrungen, die ich mit Alkoholikern gemacht habe. Mein erster Mann war Alkoholiker und er war erst dann bereit, sich einzugestehen, dass er ein Problem mit Alkohol hat,als niemand mehr da war, der ihn "kontrollierte", rügte, versuchte zur Rede zu stellen.




    Ja, das ist wohl oft so. Meine Mutter hat vor etwa 5 Jahren aus heiterm Himmel mit dem Rauchen aufgehört, mein Vater hat das nichtmal bemerkt!

    Am Rauchen hat sich keiner gestört...



  4. #4
    Magie
    Gast

    Re: Alkoholentwöhnung


    >biggi: Meine Schwester allerdings hat ständig direkten Kontakt und macht sich selbst mit ihrer Verbissenheit das Leben schwer. Sie will unbedingt helfen.


    Klingt verdächtig nach Co-Abhängigkeit




    >biggi: Ja, das ist wohl oft so. Meine Mutter hat vor etwa 5 Jahren aus heiterm Himmel mit dem Rauchen aufgehört, mein Vater hat das nichtmal bemerkt!

    Am Rauchen hat sich keiner gestört...


    Deshalb hat es mit dem Rauchen vielleicht auch geklappt, weil es allen egal war. Beim Alkohol sieht das anders aus. Da machen sich einige Menschen in ihrer Umgebung ziemliche Sorgen.

    Ein vielversprechender Ansatz wäre für mich denkbar, zu analysieren, was die Ursache für den Abusus ist. Vielleicht fühlt sie sich ja nicht genug geliebt, hat Probleme mit dem Selbstwert, will irgendetwas verdrängen...


    Klingt vielleicht jetzt brutal: Je mehr Zuwendung sie bekommt - positive wie negative - umso weniger wird die Bereitschaft vorhanden sein, etwas zu ändern. Vielleicht sollte Deine Schwester Eure Mutter einfach in Ruhe lassen, wegschauen und aushalten, auch wenn es schwer fällt...



  5. #5
    Biggi
    Gast

    Re: Alkoholentwöhnung


    >Magie: Klingt verdächtig nach Co-Abhängigkeit


    Ja, leider.

    Ich habe meiner Schwester vor etwa zwei Jahren, als die Situation noch sehr akut war, einen Ratgeber geschickt, der vorallem die Angehörigen angesprochen hat, um ihr klar zu machen, dass meine Mutter selber den ersten Schritt machen muss. Aber es fällt ihr generell schwer von anderen etwas anzunehmen, explizit von der kleinen Schwester!




    >Magie: Ein vielversprechender Ansatz wäre für mich denkbar, zu analysieren, was die Ursache für den Abusus ist. Vielleicht fühlt sie sich ja nicht genug geliebt, hat Probleme mit dem Selbstwert, will irgendetwas verdrängen...


    Es gibt da leider eine Menge Themen im Leben meiner Mutter, aber da sie selber nicht hinsehen will und absolut keine Bereitschaft da ist von Fachleuten Hilfe anzunehmen, muss ich sie ihr Leben so leben lassen.




    >Magie: Klingt vielleicht jetzt brutal: Je mehr Zuwendung sie bekommt - positive wie negative - umso weniger wird die Bereitschaft vorhanden sein, etwas zu ändern. Vielleicht sollte Deine Schwester Eure Mutter einfach in Ruhe lassen, wegschauen und aushalten, auch wenn es schwer fällt...


    Ich werde versuchen sie nochmal sanft darauf hinzuweisen, dass meine Mutter selber die Verantwortung für ihr Leben trägt und nicht sie.

    Vielen Dank für Deine Anregungen!




  6. #6
    Magie
    Gast

    Re: Alkoholentwöhnung


    >Ich werde versuchen sie nochmal sanft darauf hinzuweisen, dass meine Mutter selber die Verantwortung für ihr Leben trägt und nicht sie.


    DAS ist der Schlüsselsatz!!

    Es ist wichtig zu erkennen, dass Jeder Mensch die Verantwortung für sein Leben selbst trägt. Es gibt nichts Schlimmeres als einen hilflosen Helfer, der unter Umständen am Ende mehr Porzellan zerbricht als flickt.



    Gerade heute habe ich in einer anderen Unterhaltung einen ganz tollen Denkanstoss von einem Menschen erhalten, der als Betreuer in der Drogenszene arbeitet.


    Zitat:

    Es geht auch darum zu akzeptieren, dass man weitgehend machtlos ist was das Leben eines anderen Menschen betrifft. Alles was ich kann ist, Wegweiser aufstellen. Ob sich jemand dann auf diese Wege begibt, und was er unterwegs findet und daraus macht, darauf hab ich kaum einen Einfluss.


    >Vielen Dank für Deine Anregungen!

    Gerne, wenn es hilft.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg.



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