Tiersymbole in der Alchemie:
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cberth.at/foto/notredame/
interessanter Beitrag über hermetische Symbolik an der Kathedrale Notre Dame (und wieviel mehr bei Chartres!)
Auf den oben gezeigten Relief kommen bestimmte Tiere vor. Die nachfolgenden Deutungen stammen aus diversen Büchern, vor allem aus Fulcanelli und Roob. (siehe Quellenangaben unten)
Die Krähe
Die Krähe symbolisiert das Stadium der Schwärze und der Verwesung der festen Bestandteile der Materie bzw. den leiblichen Tod. Im Zustand der Fäulnis (putrefactio), der jeder Verwandlung vorausgeht, scheiden sich die vier Elemente, die Seele tritt aus dem Leib. Die Schwärze ist das Tor zur Vereinigung (conjunctio), der Schlüssel zur Transmutation.
Der Löwe
In der Literatur tauchen regelmäßig ein "Grüner Löwe" und ein "Roter Löwe" auf. Letzterer symbolisiert das "alchemistische Gold", den "Lapis". (Farbe Rot) In beiden Fällen ist der Löwe eine Darstellung eines festen Zustandes.
Der Stier und der Widder
Diese entsprechen dem aktiven und dem passiven Prinzip (duale Grundprinzipien der Alchemie) vor deren Vereinigung (conjunctio). Der Stier steht nach Fulcanelli für das "philosophische Sulfur". Analoge Symbole sind Apollo und Diana, Sonne und Mond.
Der Salamander
Auf dem Relief oben ist der Salamander im Feuer zu sehen. Dieses Tier steht für Sal, das alchemische Salz. Gemeint ist damit der unzerstörbare und unverbrennbare Anteil der Materie, der bei der Kalzination der Metalle (calcinatio) übrig bleibt. Die Kalzination ist das Überführen der Metalle (Oxidation) in eine Asche. Im übertragenen Sinn läßt sich das vielleicht als "Läuterung" des sündigen Menschen durch das Feuer deuten? Sal kann aber auch als Ergebnis der Fäulnis (putrefactio) gedeutet werden - das was nicht verwesen kann. (Gebeine)
Der Greif
Der Greif ist ein Fabelwesen, eine Schimäre aus Adler und Löwe. Der geflügelte Löwe steht hier für die unzertrennbare Vereinigung des Flüchtigen (mercurius) und des Festen (sulphur). Die Annäherung an diesen Zustand wird mit wechselweiser Trennung und Vereinigung erreicht. (solve et coagula)
Die Schlange
Die um den Stab gewundene Schlange ist Symbol des "philosophischen Mercurius", welches sich aus dem flüchtigen mercurialen Bestandteilen (Schlange) und den festen sulphurischen Anteilen (goldener Stab) zusammensetzt. Diese Darstellung der Heilkraft des mercurialen Elexirs lebt heute darin fort, dass die um den Stab gewundene Äskulapnatter das Symbol der Apotheker ist. Die Schlange gibt aber auch Hinweise auf die Giftigkeit des geistigen Mercurius. (siehe auch beim Hasen unten)
Der Drache am Portal der Heiligen Anna
Der Sockel des Mittelpfeilers am Portal der hl. Anna ist eine Darstellung des alchemistischen Ofens, des Athanors, der auch auf vielen anderen Reliefen zu sehen ist. Die Figur unten soll einen König darstellen, angeblich ist der Stirnreif, den er trägt, älteren Quellen zufolge eine dreizackige Krone. Dieser König ist ein Symbol des "philosophischen Salzes", welches im Feuer des Athanors entsteht. Daher ist auch nur der Kopf zu sehen, der Rest ist in den Flammen. Der Drache entsteigt ebenfalls aus den Flammen, sein Schwanz scheint direkt aus dem König zu kommen. Dieser Drache ist ein Symbol für das flüchtige mercurius.
Der Drache hat entlang des Rückgrats ein Band von Kopf zum Schwanz, je ein Band auf den Schwingen, und zwei Bänder um den Schwanz. Diese sind mit Kreisen versehen, die laut Fulcanelli Sonnensymbole bzw. die Symbole des philosophischen Goldes. Auch die runden Figuren, die auf dem vierten Bild des Portals am Sockel, leider nur zum Teil zu sehen sind, haben eine Bedeutung: Der feste und der flüchtige ausgangspunkt des Prozesses, sowie deren weitere Stadien im Prozess. Angeblich soll das Ganze einen geheimnisvollen "trockenen" Prozess beschreiben, mittels welchem das opus magnus in acht Tagen zu schaffen sei, im Gegensatz zum langen "feuchten" Prozess, welcher mehrere Monate dauern soll, um zum lapis zu gelangen.
Der Hase
Er ist ein Symbol für die mercuriale Flüchtigkeit. Hier möchte ich ein Bild aus dem Buch von Roob zeigen, in welchem ein Hase den Suchenden zum Ausgangspunkt der sieben Prozessen der Alchemie führt.
und weitere Symbolik
Literatur:
Fulcanelli: Le Mystère des Cathédrales, englische Übersetzung.
Alexander Roob: Mystik und Alchemie. Hermetisches Museum.



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