+ Antworten
Ergebnis 1 bis 6 von 6

Thema: Empfindung und Emotion

  1. #1
    Ina
    Gast

    Empfindung und Emotion

    Zitat aus dem Thread "Achtsamkeit" :

    Buddha lehrt, in dem Augenblick, wenn man ein Bild sieht, einen Klang vernimmt oder mit einem Gegenstand in Berührung kommt, sehr klar und bewusst zu sein: achtsam. Der Übende soll nicht urteilen, ob das Bild schön oder hässlich ist, die Musik misstönend oder harmonisch, ob der Gegenstand uns mit seiner Schönheit verzaubert oder durch seine Hässlichkeit abstößt.

    Wer achtsam ist, dessen Geist wird unbewegt bleiben, er urteilt nicht. Damit dringt keine zerstörerische Emotion in seine Seele, die ihm schaden könnte.
    Bardon arbeitet bei den Konzentrationsübungen ebenso mit den Empfindungen, beispielsweise wird der Klang einer Glocke visualisiert, oder eine Geschmacksempfindung.

    Dabei wird einzig und allein die Konzentration auf die Empfindung gelenkt, aber niemals auf die Emotion, die damit verknüpft sein könnte.

    Während es jedoch andere magische Methoden gibt, die ausschließlich mit starken Emotionen arbeiten.

    Allerdings denke ich, dass magisch gesehen eine Emotion eine Empfindung verstärken kann, aber ohne Empfindung wäre eine Emotion wirkungslos.

    Woran könnte das liegen?

    Was meint ihr?

    LG.
    Ina

  2. #2
    Sir Aaron
    Gast

    AW: Empfindung und Emotion

    Hallo liebe Ina,

    meiner Ansicht nach geht es beim Konzentrieren einer jeweiligen sinnlichen Empfindung – ganz im Gegensatz zur bewussten Erzeugung von Emotionen (ebenfalls Bestandteil des zehstufigen Lehrgangs im WWA) – um das Herausfiltern der zugrunde liegenden Idee respektive um die der Idee zugrunde liegenden Elemente-Eigenschaft.

    Da Emotionen selbst wiederum in ihre elementischen Bestandteile zerlegt werden können, ist das Trainieren von Sinnenseindrücken möglichst unter Ausschluss solch emotionaler Begleiterscheinungen durchzuführen, da ansonsten die Konzentration auf das Objekt bzw. auf den Sinnesreiz zu sehr eingefärbt würde von den mitschwingenden Elemente-Eigenschaften des auftretenden Gefühls.

    Eine Kombination beider Übungen, also die der Konzentration auf das jeweilige Betrachtungsmoment sowie einer gleichzeitigen Zuwendung der dabei auftretenden Emotionen kann hier nur schaden.

    Herzliche Grüße,

    -Aaron-

  3. #3
    Ina
    Gast

    AW: Empfindung und Emotion

    Lieber Aaron,

    ja, das sehe ich genauso wie du.

    Kann es daran liegen, dass sinnliche Empfindungen, beispielsweise Töne, objektive Schwingungen erzeugen,die dann in der Regel objektiv wahrgenommen werden, aber Emotionen immer individuell gefärbt sind?


    Lg.
    Ina

  4. #4
    Sir Aaron
    Gast

    AW: Empfindung und Emotion

    Ja, liebe Ina,

    ich vermute dasselbe wie du, dass Töne oder Farben eine Art "objektive Schwingung" in uns zu erzeugen vermögen. Doch aufgepasst: Wenn in diesem Zusammenhang von objektiv die Rede ist, so dürfen wir nicht vergessen, dass alles, was wir betrachten oder durch andere Sinne aufnehmen, nur in den tieferen Schichten unseres Selbst in ihrer universalen Erscheinung, sozusagen entkleidet und damit in ihrer wahren Essenz erfasst wird. Je mehr wir uns also in einen Gegenstand, einem Klang, einen Geruch usw. zu versenken vermögen desto mehr nähern wir uns deren wahren Grundeigenschaften an.

    Deshalb würden du und ich ein und dieselbe Rose unterschiedlich wahrnehmen, weil jede Information immer durch den persönlichen Bewusstseinsfilter hindurch muss. Deshalb sehen wir die Dinge immer zugleich subjektiv und objektiv - letzteres immer vom Standpunkt unserer eigenen Mitte aus gesehen. Nur von unserer Mitte aus können wir die Dinge in ihrem Wesentlichen erfassen.

    Auf der Oberfläche unseres Bewusstseins haben wir es lediglich mit Camouflage zu tun. Je mehr Abstand wir also zu den Dingen gewinnen, desto mehr nähern wir uns ihnen an.

    Was Emotionen betrifft, so ließe sich treffend sagen, dass sie tatsächlich objektiver erfahrbar sind als alles, was durch die Sinne aufgenommen wird. Denn unsere äußeren Wahrnehmungsorgane sind in einem sehr wahren Sinn die großartigsten Lügner, die man sich überhaupt vorstellen kann. In unserer so genannten Tatsachenwelt ist alles sinnlich Erfahrbare nichts anderes transformierte Energie. Eine raffinierte Täuschung – aber eine, die Sinn macht, denn immerhin können wir uns auf diese Weise in unserer Welt betätigen.

    Emotionen sind der Ausdruck tiefinnerster Prozesse unseres größeren Wesens; die ihnen zugrunde liegenden Energien werden auf ihrem Weg an die Oberfläche ebenso transformiert. Eben in die uns bekannten Emotionen. Doch ihr Ausdruck ist – wenn auch in umgewandelter oder transformierter Form – ungleich weniger verfälscht als die materiellen Erscheinungsformen in unserer "realen Welt".

    Der Unterschied ist wichtig: Die Emotionen selbst sind nicht so sehr individuell – bloß ihre Auswirkungen. Doch dazu haben wir unser Bewusstsein, soll heißen, dass dem Werkzeug nicht erlaubt werden soll, zum Meister zu werden.

    Lieben Gruß,

    -Aaron-

  5. #5
    Arphen
    Gast

    AW: Empfindung und Emotion

    Bardon sagt auch nicht umsonst, dass man sich nicht nur auf angenehme Empfindungen beschränken soll sondern auch "üble Gerüche" oder "starke Kälte" empfinden versuchen sollte.

    Wie auch das Savantvideo schön zeigte könnte jeder Mensch ein genie sein, wenn er die Welt sehen würde wie sie IST und nicht wie er MEINT das sie sei.

  6. #6
    mac
    Gast

    AW: Empfindung und Emotion

    -
    Edle Ina,
    Edler Aaron,
    Edler Arphen,
    -
    Zitat Zitat von Sir Aaron Beitrag anzeigen
    ich vermute dasselbe wie du, dass Töne oder Farben eine Art "objektive Schwingung" in uns zu erzeugen vermögen. Doch aufgepasst: Wenn in diesem Zusammenhang von objektiv die Rede ist, so dürfen wir nicht vergessen, dass alles, was wir betrachten oder durch andere Sinne aufnehmen, nur in den tieferen Schichten unseres Selbst in ihrer universalen Erscheinung, sozusagen entkleidet und damit in ihrer wahren Essenz erfasst wird. Je mehr wir uns also in einen Gegenstand, einem Klang, einen Geruch usw. zu versenken vermögen desto mehr nähern wir uns deren wahren Grundeigenschaften an.
    -
    Hervorragend formuliert Aaron ! Auch Ina und Arphen herzlichen Dank für diesen tollen Beitrag.
    -
    Die Grundlage um die sogenannte universelle Erscheinung oder universelle Bedeutung zu erfahren, finden wir in Bardons erster Stufe, Geistesschulung, die Konzentration auf eine einzige Idee, ein Thema. Dabei lassen wir die Gedanken frei fliessen, bleiben aber immer beim Thema. Diese Übung ist auch der Schlüssel zur Beherrschung der Gedankenstilleübung.

    Gedankenstille liegt im Zuständigkeitsbereich der Feuerregion des Mentalkörpers, Denken und Interpretierlen in der Luftregion des Mentalkörpers, das Wahrnehmen von Gefühlen (ohne Interpretation) in der Wasserregion des Mentalkörpers, die Wahrnehmung des physischen Körpers (ohne Interpretation) in der Erdregion des Mentalkörpers.

    Bardons 1. Stufe wird oftmals unterschätzt.

    Liebe Grüsse
    -
    Mac
    -

+ Antworten

Stichworte

Lesezeichen

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
Creative Commons Lizenzvertrag
Diese Webseite ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48