Die bitteren Helfer - bringen den Stoffwechsel auf Trab, lassen die Pfunde purzeln, senken die Cholesterinwerte und vieles mehr.
Bitterstoffe waren bisher eher die Stiefkinder der Gesundheitswelle und das obwohl die "bittere Geschichte" bereits seit Jahrtausenden in der traditionellen chinesischen Medizin, im Schamanismus und im Ayurveda tief verwurzelt ist.
Bitterpflanzen wuchsen nicht nur in Hildegard von Bingens Klostergarten, sondern sind bis heute wesentlicher Bestandteil der Kloster- und Naturmedizin. Und das völlig zu Recht, denn bitterstoffhaltige Pflanzen verfügen über das größte Wirkungspotenzial von allen Pflanzenfamilien. Schon unsere Vorfahren wussten, dass Bitterstoffe den Körper wärmen, die Verdauung unterstützen und den Stoffwechsel ankurbeln. Das Wirkungsspektrum ist nahezu unbegrenzt: Bittere Pflanzeninhaltsstoffe wirken auf den Verdauungstrakt, auf Magen, Gallenlase, Leber, Darm, aufs Herz-Kreislaufsystem und nicht zuletzt auf die Harnwege. In der Pflanzenheilkunde werden Bitterdrogen sowohl bei Angstzuständen und depressiven Verstimmungen einbezogen, als auch wenn es darum geht, hormonelle Dysregulationen zu korrigieren. Gerade die Leber spielt im Hormonhaushalt eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Das bittere Ende der Süße
Von Kleinkinderzeiten an werden wir auf Süßes programmiert: Die fatalen Folgen lassen nicht lange auf sich warten. In der so genannten zivilisierten Welt findet sich kaum ein Milchgebiss, das noch nicht mit Füllungen übersät ist, während sich die Naturvölker bis ins hohe Lebensalter hinein, über prächtige Zähne freuen können. Ein Übermaß an Süßem lässt Stoffwechselvorgänge entgleisen und ruiniert das Säure-Basen-Gleichgewicht. Karies, Osteoporose, Diabetes, Pilzinfektionen und ein geschädigtes Immunsystem sind die bitteren Folgen von einem Übermaß an Süße.
Der Preis des Zuckers ist wahrlich hoch, denn er beschert uns die gravierendsten Gesundheitsprobleme unserer Zeit. Es geht nicht darum, jegliche Süße aus dem Leben zu verbannen - frisches Obst und Trockenfrüchte wie Datteln, Feigen, getrocknete Ananas und Aprikosen sind hervorragende Spender von gesunder Süße. Gemäß der Chinesischen Medizin ist der süße Geschmack der direkte Gegenspieler des bitteren. Nach dem aus dem Morgenland bekannten Yin-Yang-Prinzip gleichen sich beide in einem gewissen Rahmen aus. Wenn allerdings das Bittere völlig fehlt, wie in den "zivilisierten" Industrienationen, nimmt das Süße überhand und der Heißhunger nach immer mehr Zuckerprodukten ist nicht mehr in den Griff zu bekommen.
Natürliche Appetitzügler
Früher waren diese Bitterstoffe als natürliche Essbremsen im Getreide, in fast allen Gemüsen und in vielen Obstsorten enthalten. Sie bewirken, dass der Appetit ganz allgemein und vor allem der auf Süßes auf ganz natürliche Weise auf ein gesundes Maß gezügelt wurde. Gleichzeitig sorgten sie für eine gesunde Verdauung und schützten den Organismus vor Übersäuerung sowie vor vielen anderen Störungen und Krankheiten. Viele Diäten funktionieren nicht, weil sich plötzlich der Heißhunger auf Süßes meldet. Wer auf Bitterstoffe setzt, kann diesen Teufelskreis durchbrechen. Die Wohlfühlfigur ist nicht das Ergebnis von Diäten, sondern auch von Stoffen in unserem Essen. Bitterstoffe regulieren den Appetit und vermitteln uns früher das Gefühl satt zu sein, weil sie die Verdauungssäfte schneller und ergiebiger zum Fließen bringen. Ein wesentlicher Pluspunkt von bitterstoffhaltigen Nahrungsmitteln ist, das sie wesentlich weniger Kalorien enthalten als beispielsweise Weißmehlprodukte und Süßspeisen. Wer mehr Chicoree, Cicorino, Endivien, Freiland-Gurken, Artischocken, Eisbergsalat und Löwenzahn in seinen Speiseplan integriert, wird mit ein bisschen Ausdauer die positiven Auswirkungen auf Essverhalten, Gewicht und Körpergefühl spüren.
Jungbrunnen Bitterstoffe
Gesundheit, Lebensqualität und Schönheit bis ins hohe Alter sind nicht das Ergebnis von Pillen, synthetischen Hormonen und Schönheitsoperationen , sondern hängen in erster Linie mit Ernährung und Lebensweise zusammen. Gerade dem Säure-Basen-Haushalt kommt hierbei eine maßgebliche Bedeutung zu. Bitermittel sind die perfekten Basenbildner, denn sie regen die so genannten basophilen (auf Basen reagierenden) Drüsen des Körpers an, d.h. die Sekretbildung und Verdauungssäfte werden gefördert. Da somit Verdauung und Ausscheidung optimiert werden, die Leber gereinigt und regeneriert wird und das Blut dünnflüssig wird, sind Bitterstoffe die idealen Begleiter im Rahmen einer Entgiftungs- und Entsäuerungskur.
Wer regelmässig Bitterstoffe konsumiert, hält nicht nur seine Verdauungsorgane bis ins hohe Alter intakt, sondern sorgt auch für eine kaum nachlassende Aktivität nahezu aller anderen Organe. Bitterstoffe wirken nicht nur über den Darm und das vegetative Nervensystem aktivierend und regulierend, sondern halten auch die Blutgefäße elastisch und fördern die Durchblutung von Gehirn, Haut und Gewebe. Sie beschleunigen zudem den Zellaufbau, wirken blutbildend und gerinnungshemmend. Laut Sanskrit bedeutet Ayurveda "Wissen vom langen und gesunden Leben". Kein Wunder also, dass die bitteren Powerstoffe im alten Indien regen Einsatz fanden. Da Ayurveda und die traditionelle chinesische Medizin in östlichen Gefilden noch heute fester Bestandteil des Gesundheitswesen sind, erfreut sich dort der Einsatz von Bitterstoffen ungebremst großer Beliebtheit, Gelbwurz (Kurkuma), Ingwer, Kalmas, Galant und Boxhornklee sind die bekanntesten Vertreter asiatischer Pflanzen und Gewürze, die reich an Bitterstoffen sind.
Bitterstoffe sind vor allem in folgenden Lebensmitteln vorhanden:
Obst: Grapefruits, Zitronen und Orangen
Gemüse: Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl und Artischocken
Salat: Endivien, Radiccio, Rucola, Chicoree und Löwenzahn
Gewürze: Kardamom, Ingwer, Kurkuma, Chili, Galant und Boxhornklee
Küchenkräuter: Thymian, Rosmarin, Basilikum, Petersilie, Liebstöckel, Sauerampfer, Majoran, Kerbel, Lorbeerblätter, Estragon und Zitronenmelisse
Heilkräuter: Salbei, Benediktinerkraut, Wermut, Schafgarbe, Mariendistel, Tausendguldenkraut, Hopfenzapfen, Gelber Enzian, Bitterklee und Beifuss
Wer Bitterstoffe bisher immer konsequent gemieden hat, wird es zu Anfang schwer haben, diese in die Ernährung zu integrieren. Die gesundheitlichen Vorteile werden sich aber mit ein bisschen Geduld bemerkbar machen und plötzlich stehen Bitterpflanzen in einem völlig neuen Licht da. Wer langsam anfängt Bitterstoffe mit der Nahrung aufzunehmen und sich mit der Zeit an den bitteren Geschmack gewöhnt, wird diesen auch zu schätzen wissen. Wer hie und da seinen Speiseplan um einen Löwenzahnsalat, um ein Artischockengericht oder einen frisch gepresten Grapefruitsaft ergänzt, wird bald auf den Geschmack kommen und im gleichen Zuge weniger nach Süßspeisen verlangen.
Bitterstoffe sind ganz sicher keine Allheilmittel, können aber Ernährung und Gesundheit optimieren und zum Wohlbefinden beitragen - egal ob als Gemüse, als Tee oder frisch gepresster Saft.
Liebe Grüße,
Viola![]()



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