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Thema: Johanniskraut - für die Seele

  1. #1
    Viola
    Gast

    Johanniskraut - für die Seele

    Nach einer frühen christlichen Legende ist die Pflanze aus dem vergossenen Blut Johannes des Täufers entstanden - daher auch das "Blut", das beim Zerreiben der Blätter und Blüten erscheint. Die Ärzte der Antike, z.B. Hippokrates, kannten das Johanneskraut bereits. Schon damals gab es Legenden um dieses heilkräftige Kraut - es sollte magische Kräfte besitzen und die Götter milde stimmen. In der Antike wurde Johanniskraut vor allem bei Wunden und Verletzungen eingesetzt, aber auch schon bei Entzündungen, Fieber, Verdauungsbeschwerden. Im Mittelalter war Johanniskraut ein weitverbreitetes Hausmittel.

    Die beruhigende, antidepressive, angstlösende, schlaffördernde und streßreduzierende Wirkung des Johanniskrauts macht diese Pflanze zu einem so ungewöhnlich faszinierenden Naturheilmittel. Die ausgleichenden Wirkungen auf die Psyche haben dem Johanniskraut auch die Anerkennung der Schulmedizin eingebracht.

    Johanniskraut unterdrückt die Symptome nicht, aber es wird eine enorme Hilfe dabei sein, die seelischen Beschwerden in den Griff zu bekommen. Es ebnet den Weg - aber gehen muss man ihn selbst!

    Johanniskraut gilt als Heilmittel für äußere und innere Wunden. Seiner geistig-seelischen Wirkung kommt damit eine zentrale Bedeutung zu. Es hat die volle Kraft der Sonne an ihrem höchsten Stand im Jahr eingefangen. Das macht es zu einer Lichtpflanze. Mit allen Poren nimmt sie die lichte Energie auf. Aufrecht und stark wächst sie in die Höhe und ist zugleich mit einem kräftigen Wurzelstock fest im Boden verankert und zudem ein ausdauerndes Gewächs. Aus dieser Pflanzensignatur läßt sich ableiten, dass sie sehr gut zu Menschen paßt, die sich nach dem inneren Licht sehnen, aber leicht verzagen und sich sorgen, weil es ihnen an heller, sonniger Zuversicht und auch an Überlebenskraft fehlen kann. Ihnen kann Johanniskraut innere Gelassenheit und wahre Stärke schenken.

    Johanniskraut reguliert die Säureverhältnisse im Magen und trägt zu einer Umstimmung der Fermentbildung bei. Darüber hinaus regt es die Verdauungs- und Gallenfunktion an und fördert die Ausscheidung und man kann es verwenden bei:

    Magen- und Darmbeschwerden, Durchfällen, Blähungen, Sodbrennen
    Katarrhe der Magenschleimhaut (Magenschleimhautentzündung, Magengeschwüre)
    Anregung der Verdauungsfunktion (bei Appetitlosigkeit)
    Anregng der Leber- und Gallenfunktion, Gallenkoliken
    Gelbsucht, Wassersucht,
    Nieren- und Blasensteine, Koliken
    Erschlaffung der Muskulatur der Harnorgane

    Johanniskraut wirkt über das Nervensystem ausgleichend auf die Herztätigkeit, steigert außerdem die Durchblutung des Herzmuskels und verhindert Stauungen durch Blutüberfülle. Daher empfiehlt es sich es einzunehmen bei:

    nervösen Herzbeschwerden - Herzneurosen
    gestörter Blutzirkulation
    Kongestionszuständen in verschiedenen Organen
    Anämie (Anregung zur Blutbildung)
    Wetterfühligkeit
    auch bei Asthma und starken Beklemmungszuständen

    Durch seine Wirkung auf den Gehirnstoffwechsel und das innersekretorische Drüsensystem hat Johanniskraut einen tiefgreifenden, regulierenden Einfluß auf den Hormonhaushalt und ist bei vielen damit in Verbindung stehenden Beschwerden einsetzbar, darunter:

    hormonelle Unterfunktion
    krampfartige Menstruationsschmerzen
    Gebärmutterentzündungen
    hormonell bedingte Kopfschmerzen/Migräne
    Beschwerden der Wechseljahre

    Bei folgenden Hautleiden ist Johanniskraut-Öl zu empfehlen:

    juckende Hautausschläge, Schuppenflechte, Herpes,
    Furunkel und Geschwüre, Akne
    Verbrennungen, Hieb-, Stich- und Schnittwunden
    blutenden Wunden, Blutergüssen,
    Quetschungen und Prellungen

    Durch die Verbindung zum Gehirn und Nervensystem entfaltet Johanniskraut eine besondere Wirksamkeit bei allen peripheren Nervenverletzungen. Vor allem Verletzungen an Körperstellen, die besonders reich an Empfindungsnerven sind, wozu z.B. die Fingerspitzen, die Fußzehen und das Steißbein gehören. Rasch läßt der Schmerz nach, die Nerven regenerieren und werden wieder lichtdurchlässiger:

    gestochene, geschnittene, gequetschte oder zerrissene Wunden in den Füßen
    Dornen oder Splitter unter den Nägeln
    drückende oder hämmernde Schmerzen in Finger, Zehen oder Nagelbett
    eitrige Finger- und Handentzündung
    Schlag auf den Finger
    Stauchung der Wirbelsäule, Bandscheibenvorfall
    Steißbeinprellung
    Nervenschmerzen, Nervenentzündungen
    Neuralgien, Ischias, Hexenschuß
    Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühle

    Johanniskrautöl läßt sich durch seine krampflösende, entspannende und gewebetonisierende Wirkung sehr gut für Einreibungen und Massagen verwenden bei:

    allgemeiner Gliederschwäche
    Rückenschmerzen
    Verspannungen und Verrenkungen
    Gelenk- und Muskelschmerzen (Muskelkater)
    rheumatisch bedingte Schmerzen

    Kneipp empfahl den Tee aus Johanniskrautblüten als vorzügliches Leberheilmittel. Für Tee kann man Blüten und Blätter verwenden.
    Ab und zu eine Tasse von diesem aromatischen, rötlich gefärbten Johanniskrauttee schmeckt sehr gut und ein bisschen Leber- und Nervenstärkung kann jeder gebrauchen.

    Liebe Grüße,
    Viola

  2. #2
    tetraktys
    Gast

    AW: Johanniskraut - für die Seele

    hi viola.

    weißt du wann man das Johanniskraut im Sommer pflücken soll?
    generell am 21-24 Juni... aber gibt es auch jedes Jahr eine bestimmte "magische" Stunde dafür?



    lg waldemar

  3. #3
    Viola
    Gast

    AW: Johanniskraut - für die Seele

    Hi Waldemar,

    das Johanniskraut soll man zum Fest Johannes des Täufers am 24. Juni pflücken. Eine genaue, magische Stunde konnte ich leider nicht finden.

    Aber in einem Buch kann man lesen:
    Für besonders heilkräftig galt das Johanniskraut. In Oberösterreich sammelte man es am Johannistage vor Sonnenaufgang oder in der Mittagsstunde.

    Allgemein fürs Kräutersammeln die beste Tageszeit:
    Wurzeln: morgens und abends
    Blätter: am Vormittag, wenn der Tau getrocknet ist
    Blüten: bei Sonnenschein

    Hier ist noch ein uraltes Gedicht über Johanniskraut,...

    Im Mittagsgleiß die Blüte brich:
    Johanniskraut, Blutweiderich.
    Schafgarbenblüh, Basilikraut,
    Kamill und Linde duften laut.
    Die Sonne brennt, der Heuwind streicht,
    das Haar fällt frei, die Kleider leicht.
    Und Lust aus allen Tümpeln lacht.
    Weit wird der Sinn und wild die Nacht.
    Misch Tausendgüldenkraut darein,
    Storchschnabel, Salbei, Rosmarein
    und achte auf die Sternenbahn,
    damit das Kraut auch heilen kann.

    Liebe Grüße,
    Viola

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