Das Gänseblümchen war in der nordischen Mythologie der Göttin Freyja geweiht. In christlicher Zeit wurde die liebliche Blume der Muttergottes zugeordnet. Die Legende erzählt, die Blumen seien da aufgegangen, wo die Tränen Mariens auf der Flucht nach Ägypten auf die Erde gefallen sind. Das Gänseblümchen symbolisiert Verachtung irdischer Güter, Unvergänglichkeit und ewiges Leben.

In vielen Gegenden, nicht nur des deutschen Sprachraums, sondern auch etwa in Frankreich und Dänemark, hieß es, dass man die ersten 3 Gänseblümchen, die man im Frühjahr findet, verschlucken müsse, um das ganze Jahr vor Fieber und Zahnschmerzen geschützt zu sein. Am Johannistage (24. Juni) zwischen 12 und 13 Uhr gepflückte und anschließend getrocknete Gänseblümchen hatten in der Gegend von Cham noch andere Zauberkräfte: Ging man zu einem wichtigen Geschäft, so tat man gut daran, sie in Papier gelegt bei sich zu tragen, denn dann würde alles nach Wunsch gelingen.

Das Gänseblümchen enthält Saponine, Bitter- und Schleimstoffe, ätherisches Öl und organische Säuren. Aufgrund dieser Inhaltsstoffe wirkt es stoffwechselanregend, blutreinigend und entwässernd und ist für eine Frühjahrskur gut geeignet. Es gilt als alte Heilpflanze. Gänseblümchentee wirkt krampflösend, hustenstillend und leicht abführend. Als Heilmittel bei Hauterkrankungen und Leberleiden wird die Pflanze traditionell angewandt.
Zigeuner stellen ein Gänseblümchen-Wasser her, das ein Schönheitsmittel ist und dem Gesicht und der Nase die Röte nehmen soll.

In der Volksmedizin macht man Tee aus den Blüten bei Erkältungskrankheiten, Gärungszuständen im Magen-Darm-Trakt, Nieren- und Blasenleiden. Presssaft im Frühjahr zur Blutreinigung. Besondere Heilkraft sollen die um Johanni (24. Juni) gepflückten Gänseblümchen haben.

In der Wildkräuterküche kann man die jungen Blättchen im Inneren der Rosette frisch in Salate mischen. Die Knospen und halb geöffneten Blüten schmecken nussartig, die geöffneten Blüten hingegen leicht bitter, bieten aber ein um so schöneres Bild in Salaten und Suppen.

Liebe Grüße,
Viola