Leberkraut, Maikraut, Waldmännchen, alle Namen des duftenden Krautes deuten ein Stück seines Wesens: der Leber hilft es, im Mai blüht es, und seine Heimat ist der lichte Buchenwald.
Bei einem Mai-Spaziergang kann man das blühende Waldmeisterkraut pflücken oder es in eine halbschattige Gartenecke setzen.
Es gibt nicht nur die würzige Waldmeister-Bowle. Auch der Waldmeister-Tee - vom ganzen blühenden Kraut - sollte nicht vergessen werden. Gemischt mit Erdbeer- und Brombeerblättern und Thymian erhält man einen wohlschmeckenden Blutreinigungstee, der die Leber reinigt und das Herz stärkt.
Und wenn man in einer warmen Maiennacht aus irgendeinem Grund unruhig ist und nicht schlafen kann, dann gießt man sich ein Täss-,chen Waldmeister-Tee auf. Danach wird man sanft einschlafen und schön träumen.
Der Waldmeister ist eine duftende, ausdauernde Pflanze, die in Buchen- Eichen- und Hainbuchenwäldern wächst. Im Mittelalter war Waldmeister eine bedeutende Arznei- und Würzpflanze, die auch heute noch als Aroma- und Heilpflanze genutzt wird.
Am besten pflückt man den Waldmeister, wenn er blüht, im April und Mai, als Sträußchen zusammenbinden und zum Trocknen im Schatten aufhängen. Während des Trocknens verströmt er einen wunderbaren, süßen Kumaringeruch.
Das getrocknete Kraut enthält das Kumarin-Glykosid Asperulosid, Gerbstoffe, organische Säuren, Bitterstoffe, Vitamin C, ätherische Öle und ein Amid der Nikotinsäure. Es riecht nach frischem Heu und hat einen kumarinähnlichen, angenehm bitterlichen Geschmack. Waldmeister ist Bestandteil zahlreicher aromatischer Spirituosen und Arzneimittel. Die in Waldmeister enthaltenen Stoffe haben krampflösende Wirkung, so dass er bei Blähungen und Bauchschmerzen unterstützend gebraucht wird. Er wirkt verdauungsfördernd und beruhigend, weshalb er bei Schlaflosigkeit und allgemeiner Gereiztheit zu empfehlen ist. Bei Kopfweh getrunken wirkt eine Tasse Waldmeistertee getrunken Wunder. Waldmeister darf aber nur in kleinen Mengen verwendet werden.
Waldmeisterbowle:
10 Stämmchen Waldmeister, 1/2 l guter Weißwein, 1/4 kg Zucker, 1/8 l Wasser, 1 Flasche Sekt, 3 Orangen mit unbehandelter Schale.
Von den Waldmeisterstämmchen werden die Blätter abgezupft und in eine Schüssel gegeben. Das Wasser wird in einem Topf erwärmt und mit dem Zucker zu einem Sirup verkocht. Dieser wird anschließend mit einem Teil des Weines über den Waldmeister geschüttet. Der Ansatz wird 1/2 Stunde in den Kühlschrank gestellt, dann werden die Waldmeisterblättchen herausgefischt. Die Bowle wird nun mit den in Scheiben geschnittenen Orangen versehen, mit Sekt aufgespritzt und serviert.
Waldmeistertee bei Kopfweh:
Gesammelt wird das ganze, blühende Kraut; dieses wird getrocknet oder auch frisch mit heißem Wasser aufgegossen, 7 Minuten ziehen gelassen und in kleinen Schlucken getrunken. So schnell, wie das Kopfweh mit diesem Tee verfliegt, wirkt keine Schmerztablette. Auf 1 Tasse 1 Teelöffel des getrockenten Krautes geben.
Blutreinigungstee:
Ganz Wenig Waldmeister (1/10), gemischt mit Erdbeer- und Brombeerblättern und Thymian, ergibt einen wohlschmeckenden Blutreinigungstee, der auch das Herz stärkt.
Waldmeistergetränk:
2 Teelöffel Waldmeister in 1/2 Liter Traubensaft quellen lassen, nach 5 Stunden durchseihen. Gekühlt servieren.
Waldmeister-Milch:
1Liter Milch mit Honig abschmecken und in ihr mehrere Stunden 5 Teelöffel Waldmeister weichen lassen. Durchseihen und als Nachtgetränk 2 dl Milch pro Person reichen. Aus Waldmeister-Milch kann man auch Pudding zubereiten.
Duftsträußchen:
Für Duftsträußchen wird der Waldmeister gleich während des Sammelns zu einem Strauß gebunden und verkehrt zum Trocknen aufgehängt. Es können auch zum Trocknen geeignete Gartenpflanzen, wie etwa Rosen, Duftgeranien oder Lavendel, in den Strauß eingebunden werden. Im Zimmer aufgestellt, reinigen solche Kräutersträuße die Luft, vertreiben Motten und Fliegen und erfüllen den Raum mit einem zarten Duft.
Liebe Grüße,
Viola![]()



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