Im Frühling leuchten die prächtigen, weißen Blüten des Kirschbaumes weithin und erfreuen unsere Augen und die Seele.
Schon im Mittelalter schätzte man die stärkende Wirkung des Kirschbaumes.
Die Kirschblüten eignen sich für einen wirksamen Heiltee: 20 Gramm Kirschblüten mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen. Zugedeckt 5 bis 8 Minuten ziehen lassen. Durchseihen und lauwarm in kleinen Schlucken trinken. Man kann auch ganz wenig Honig dazugeben. Kirschblütentee trinkt man bei Husten und bei entzündeten Atemwegen, am besten 5 bis 6 Tassen über den Tag verteilt.
Der Kirschblütentee eignet sich auch sehr gut für eine äußere Anwendung. In diesem Fall taucht man ein Leinentuch in den lauwarmen Tee und legt es auf die Augen auf. Der Tee wirkt lindernd und heilend bei einem Gerstenkorn und bei entzündeten Augenlidern.
Auch die jungen, zarten Blätter des Kirschbaumes eignen sich als Naturmedizin. Man schneidet die Blätter in kleine Stücke, übergießt 2 gehäufte Teelöffel voll mit kochendem Wasser, lässt das Ganze nur 2 Minuten ziehen. Dann durchseihen und ungesüßt trinken. Der Kirschblättertee wirkt leicht abführend. Man kann die jungen Kirschblätter auch trocknen und dann das ganze Jahr über verwenden. Sie müssen allerdings 5 Minuten ziehen.
Seit jeher bereitet man in der Volksmedizin auch aus den Kirschstielen einen Tee zu: eine Hand voll getrocknete Kirschstiele 10 Minuten lang in 1/2 Liter Wasser kochen. Durchseihen, mit Honig süßen. Der Tee hilft bei Bronchitis, bei Arthritis, bei Gicht sowie bei Entzündungen der Harnwege. Man trinkt vor dem Zubettgehen eine Tasse.
Ein uraltes Hausmittel ist das Kirschkern-Kissen. Sammeln Sie im Sommer Kirschkerne, kochen Sie sie in Wasser, waschen Sie sie gut und trocknen Sie sie im Backofen. Füllen Sie damit ein Leinensäckchen. Dieses Säckchen erhitzen Sie dann bei Bedarf im Backofen und legen es wie eine Wärmeflasche auf. Die Kerne speichern die Wärme sehr lange. Die heiße Auflage setzt man bei Rheumaschmerzen und Muskelverspannungen ein. Wenn Sie das Kirschkern-Kissen als Kältekompresse - etwa gegen Migräne - einsetzen wollen, legen Sie es zuvor ins Tiefkühlfach.
In der Naturmedizin hat sich auch die Rinde des Kirschbaumes bewährt. Man kocht 30 Gramm trockene Rinde von jungen Ästen in 1 Liter Wasser einmal kräftig auf. Dann muss die Brühe 5 Minuten ziehen. Man trinkt diesen Tee bei Fieber, gegen Magenschmerzen und Gichtbeschwerden. Man muss 2 Tassen - über den Tag verteilt - konsumieren und sollte den Tee in ganz kleinen Schlucken zu sich nehmen.
Auch das Harz, das aus der Rinde des Kirschbaumes austritt, kann als Naturarznei eingesetzt werden: Man verrührt einige Tropfen vom Kirschharz in Weinessig oder in Wein, taucht einen Wattebausch ein und wäscht damit das Gesicht. Man erzielt damit eine gründlich gereinigte und besonders glatte Haut.
Aus: Fit und vital in den Frühling"
von Prof. Hademar Bankhofer
Liebe Grüße,
Viola![]()



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