Rettiche mit ihren hohen Bestandteilen an heilenden Ölen sowie an Mineralien und Spurenelementen halfen früher armen Bauern über ertraglose Winter. Dass in den Bergregionen Bayerns und Tirols der "Radi" gern zum Bier gegessen wird, hat seinen Ursprung in dieser Gesundheitstradition.
Der Rettich stammt aus den Ländern des Nahen Ostens, eroberte dann rasch den Mittelmeerraum und wird heute auch bei uns angebaut und reichlich geerntet. Seine Bescheidenheit und Robstheit machen ihn auch zum Favoriten von Schreber- und Kleingärtnern. Den Rettich gibt es noch im späten Herbst, er ist zudem gut lagerfähig.
Die schwefelhaltigen Senföle verleihen dem Rettich nicht nur seinen scharfen Geschmack, sondern auch seine Heilwirkung. Sie wirken antibakteriell und antimykotisch, befreien Magen- und Darmschleimhäute von pathologischem Bakterien- oder Pilzbefall. Dadurch können chronische Blähungen oder auch Durchfall beseitig werden. Dies gilt insbesondere für Menschen, die zuwenig bakterientötende Magensäure produzieren. Dazu zählt ein hoher Prozentsatz aller Erwachsenen über 35 Jahre. Denn die Salzsäureproduktion in den Magenschleimhäuten läßt mit zunehmendem Alter nach. Ursache: eine oft katastrophale Fehlernährung. Zwei- oder dreimal Rettich pro Woche sorgt für eine physiologisch gesunde Darmbesiedelung.
Die scharfwürzigen Wurzelrüben sind ideale Heilkost. Gesunde, gift- und befallfreie Darmschleimhäute sind das wichtigste Immunorgan und Bollwerk gegen Krankheiten aller Art. Rettichinhaltsstoffe wirken darüber hinaus entzündungshemmend und heilend in Blut und ausscheidenden Organen.
Der hohe Kaliumgehalt in Verbindung mit durchblutungsfördernden Inhaltsstoffen wirkt entwässernd und harntreibend. Er beugt Nieren- und Blasensteinen vor und laut Volksmund auch der Bildung von Gallensteinen. Scharf ätzende Wirkstoffe neutralisieren noch in den Schleimhäuten von Nieren, Blase sowie Harnleitern eine krankhafte Bakterienpopulation, lindern und heilen somit Entzündungen, befreien bei entsprechender Disposition von Beschwerden beim Wasserlassen.
Rettiche können leider - je nach Anbaugebiet - stark nitrathaltig sein. Bei ausgiebigem Verzehr sollte man sie lieber beim Biobauern oder im Bioladen kaufen.
Rettich
hilft gegen Blähungen und Durchfall
tötet Darmbakterien und -pilze
beschleunigt die Darmpassage, beseitigt Verstopfungen
wirkt cholesterin- und blutfettspiegelsenkend
wirkt vorbeugend gegen Gallen-, Nieren- und Blasensteine
hilft bei Nieren- und Blasenentzündungen
beugt Harninkontinenz vor
hilft gegen Beschwerden beim Wasserlassen
Rettich ist ein altes Hausmittel gegen Erkältungen. Er wirkt durchblutungsfördernd, desinfiziert und schützt die Schleimhäute in Mund und Speiseröhre. Vor allem wirkt er schleimlösend und entzündungshemmend auf die Schleimhäute in Nase, Nebenhöhlen und Rachen. Als Rohkost ist er als Zutat im Salat verwendbar oder als Solist: Dazu schneidet man ihn in feine Scheiben und salzt ihn ein. Wenn er "weint" und Wasser austritt, ist er servierfertig und weniger scharf.
Abnehmen mit Rettich:
Rettich wirkt durchblutungsfördernd und sein erheblicher Anteil an Ballaststoffen bindet Gifte und Fettsubstanzen. Das macht ihn zum idealen Lebensmittel für das Abspecken. Bereits ein einziger Rettich beschleunigt die Darmpassage und kann Verstopfungen nachhaltig beseitigen.
Rettichsaft:
1/2 kg Rettich im Entsafter auspressen. Über den Tag verteilt in kleinen Mengen schlucken. Der Saft wirkt entschlackend und durchblutungsfördernd.
Aus: "Obst und Gemüse als Medizin"
von Klaus Oberbeil u. Dr.med.Christiane Lentz
Liebe Grüße,
Viola![]()



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