Der Rhabarber stammt aus Asien. Die grünen bis grünroten oder roten steifen Blattstiele des Knöterichgewächses wurden hierzulande spät populär, denn lange galt Rhabarber als Armeleuteessen. Zu Unrecht: Rhabarber zählt zum Gesündesten, was hierzulande wächst.
Je milder und sanfter eine Frucht schmeckt, desto weniger muss sie sich beim Heranreifen vor Bakterien oder Insekten schützen. Ist die Frucht jedoch bedroht, wehrt sie sich mit scharfen, ätzenden und sauren Inhaltsstoffen - und gerade diese wirken vorbeugend und heilend. Typisches Beispiel einer wehrhaften Frucht ist der Rhabarber mit seinem enormen Gehalt an Apfel- und Zitronensäure.
Obwohl dieses Obstgemüse sehr sauer schmeckt, enthält es relativ wenig Vitamin C, den typischen Sauermacher. Dafür sind umso mehr B-Vitamine enthalten: Niazin (Vitamin B3 für Zellenergie, Kreislauf, Stimmungslage), Pantothensäure (Vitamin B5 für Vitalität, Streßabwehr, gesunde Haut, farbkräftiges Haar) und Folsäure für Blutbildung, Zellwachstum, Gehirn und Nerven.
Rhabarber ist unglaublich reich an Kalzium (80 Milligramm auf 100 Gramm Rhabarber), dem besten natürlichen Beruhigungsmittel für die Nerven. Kalzium ist auch knochenbildend. Deswegen ist Rhabarber für Frauen nach der Menopause ideal. Rhabarber enthält viel Magnesium und Mangan, beide sind wichtig für Muskelfunktionen. Der Kaliumreichtum von Rhabarber wirkt entwässernd, sorgt für einen optimalen Nährstofftransfer vom Blut in die Körperzellen. Rhabarber ist bester Ballaststofflieferant, wirkt entgiftend, entfettend und beseitigt Darmträgheit und Verstopfung.
So unterscheiden sich die Geschmäcker: Unsere Mundschleimhäute mögen Rhabarber überhaupt nicht, sie empfinden ihn als schrecklich sauer.
Dafür sind die rund 70 Billionen Körperzellen ganz begeistert von den vielen Wirkstoffen des Rhabarbers. Für die Gesundheit muss man dem Körper eben manchmal auch etwas Saures geben.
Rhabarber zählt zu den schlimmsten Feinden von Magen- und Darmbakterien: Der saure Rhabarber räumt unerbittlich mit ihnen auf. Dank seiner vielen Ballaststoffe schwemmt Rhabarber außerdem Gifte und unnütze Fette in den abführenden Dickdarm. Der will das alles schnell loswerden - und verzichtet dafür auf Verstopfungen.
Bei nervöser Unruhe und depressiven Verstimmungen erreicht man mit Rhabarber dank des extrem hohen Anteils von Kalzium schnell Besserung auf natürliche Weise.
Rhabarber sollte man gründlich waschen, die zähe Haut abziehen, danach in zwei bis drei Zentimeter lange Stücke schneiden und weichkochen, mit etwas Honig süßen. Nur die Stiele verwenden! Rhabarber nicht öfter als ein oder zwei mal in der Woche essen!
Rhabarber
verbessert den Nährstofftransport in die Zellen
entgiftet den Darm und hilft bei Verstopfung
aktiviert die Zellenergie und Vitalität, beruhigt die Nerven
steigert die Muskelfunktionen
verjüngt die Haut, kräftigt und färbt das Haar
bindet Fettstoffe und hilft beim Abspecken
Rhabarber ist ein Heilmittel der Araber.
Es ist etwas in Vergessenheit geraten, wieviel Wissen wir Europäer dem Orient zu verdanken haben; durch die unseligen Kreuzzüge entdeckte der christliche Norden nicht nur verlorengegangene griechische und lateinische Autoren wieder, er geriet auch in Kontakt mit der überlegenen arabischen Heilkunst. Ein bei den Arabern hoch geschätztes Arzneimittel war Rhabarer, sie verbreiteten ihn im ganzen Mittelmeerraum.
Aus "Obst und Gemüse als Medizin"
von Klaus Oberbeil / Dr.med.Christiane Lentz
Liebe Grüße,
Viola![]()



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