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Thema: Der kräuterkundige Bär

  1. #1
    Viola
    Gast

    Der kräuterkundige Bär

    Für die Indianer ist der Bär der Medizinmann unter den Tieren. Bären gelten als die besten Kenner der Heilpflanzen und wer von einem Bären träumt oder ein markerschütterndes Bärenerlebnis hat, der wird kräuterkundig.

    Da Meister Petz nun zögerlich wieder in seine alten Bärenbiotope zurückkehrt, wollen wir etwas über ihn und sein Kräuterwissen berichten:

    Wenn die Frühlingsgewitter toben und der Götterbär Donar die starren Gebeine der mürrischen Winterriesen mit seinem Blitzhammer zerschmettert, bis ihre eisige Kraft im Schmelzwasser zerrinnt, dann ist es Zeit für den irdischen Bären, das Paradies der süßen Träume zu verlassen und aus seiner Höhle zu kommen. Nach dem langen Winter sieht er gar nicht mehr so prächtig aus. Er hat gewaltig abgespeckt - ein Drittel seines Körpergewichts hat er verloren - so dass ihm sein Fell jetzt wie ein verschlissener alter Pelzmantel um die Knochen schlottert. Durst plagt ihn nun - ein mächtiger Durst, ein echter Bärendurst.

    Nachdem er als erstes diesen Durst gelöscht hat, frisst er abführende Kräuter. Vor allem die scharfe Nieswurz (Christrose, Helleborus), ein stark purgierendes und zugleich kreislaufförderndes Heilmittel, sucht er sich. Jetzt setzt der sprichwörtliche Bärenhunger ein.

    Bachehrenpreis, Brunnenkresse, wilde Zwiebeln, Vogelmiere, junge Brennesseln, der saure Ampfer und viele andere Frühlingskräuter, die seine ersten Mahlzeiten ausmachen, regen den Stoffwechsel und Kreislauf an, befeuern die Drüsen und hemmen Gärungs- und Fäulniserreger im Darm. Es sind dieselben Kräuter, mit denen unsere Vorfahren ihre "Blutreinigungskuren" machten.

    Weindenrinde, Weidenknospen und die Sprossen des Mädesüß (Filipendula), die natürliches Aspirin (Salizylsäure) enthalten, spülen dem Bären - ebenso wie dem Menschen - die überschüssige Harnsäure aus Blut und Gewebe, und befreien ihn von Rückenschmerzen, einer häufig auftretenden Nachwirkung des langen unterkühlten Liegens. Die jungen Sprossen des Wiesenbärenklaus nimmt er ebenso gern zu sich wie manche Bäuerin, die daraus ein stimulierendes und verdauungsförderndes Frühjahrsgemüse kocht. Auch die zarten, frischen Löwenzahnblätter, aus denen die Menschen gern Salat machen, verzehrt er. Löwenzahn steigert den Gallenfluss, wirkt harntreibend, entschlackend und tonisiert den Darm. Mit Spitzwegerich- und Huflattichblättern verjagt der Bär winterliche Katarrhe und Verschleimungen aus seinen Lungen.

    In seiner Apotheke finden wir also alle "neun Kräuter" wieder, die während des keltisch-germanischen Frühjahrsfestes zeremoniell verspeist wurden und noch immer in der Gründonnerstagssuppe verwendet werden.

    Von Wolf-Dieter Storl

    Liebe Grüße,
    Viola

  2. #2
    tetraktys
    Gast

    AW: Der kräuterkundige Bär

    hi,

    in mittelhessen bei Dillenburg wurden schon mehreren Zeugen ein Bär gesichtet.

    Suche nach dem Phantom: Ist der Bär nur ein Wildschwein? | Nachrichten | hr

    lg waldemar

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