Estragon leitet seinen Namen von der römischen Göttin Diana ab. Der Sage nach gab Diana diese Pflanzengruppe dem berühmten Zentauren und Arzt Chiron, der auf dem Berg Pelion in Thessalien lebte. Das ursprünglich französische Wort Estragon bedeutet "kleiner Drache". Man meinte, die langen, dünnen Blätter der Pflanze ähnelten den Zungen von Drachen.

Estragon erfrischt den Atem, schwächt den Geschmack von Arzneien.

John Gerard, Apotheker des 16. Jahrhunderts

Die Römer nahmen Estragon gegen Erschöpfung. Für einen Stärkungstrunk, der bei den alten Herrschern Indiens beliebt war, mischte man Estragon und Fenchelsaft. Man glaubte, mit Estragon könne man Schlangenbisse heilen und den Schmerz von Wespenstichen lindern. Estragon wurde zur Zeit der Tudors oft vor den Mahlzeiten gereicht, um den Appetit anzuregen. Als sich Heinrich VIII von Katharina von Aragon scheiden ließ, soll er ihren rücksichtslosen Estragongenuss als einen Grund angeführt haben.

Kauen Sie Estragonwurzeln, wenn Sie unter Zahnschmerzen leiden.

Wenn Sie der Erschöpfung vorbeugen wollen, leben Sie frische Estragonzweige in Ihre Schuhe.

Den ganzen Sommer über kann man die frischen, aromatischen Triebspitzen ernten. Der Französische Estragon ist immer gleichbleibend aromatisch. Der Russische Estragon eignet sich besonders gut zum Trocknen. Dabei sollte er zu Beginn der Blüte geschnitten werden, da er in dieser Zeit seine größte Würzkraft hat. Estragon sollte aber am besten möglichst frisch verwendet werden.

Aufgrund der Bitterstoffe wirkt Estragon verdauungsfördernd und appetitanregend. Estragon lindert Menstruationsbeschwerden, weiters wird er zur Schweißtreibung und somit zur Fiebersenkung eingesetzt.

Estragon gibt Essig und Senf den typischen Geschmack.

Liebe Grüße,
Viola