Guten Morgen,
in der FAZ von heute werden Wissenschaftler gefragt:
Woran glauben Sie, ohne es beweisen zu können?
Die Antworten sind zum Teil sehr interessant.
Hier stellvertretend zwei Beispiele:
1)Randolph Nesse, Psychologe an der Uni Michigan
Ich glaube, daß man als Mensch grundsätzlich einen Vorteil davon hat, an Dinge zu glauben, die man nicht beweisen kann. Menschen , die etwas Falsches glauben, sind oft erfolgreicher, als solche, die immer einen Beweis für etwas brauchen, bevor sie glauben oder bevor sie handeln. Menschen, die ab und an von Gefühlen überweltigt werden, ergeht es im Leben besser als solchen, die stets akribisch planen. An Dinge zu glauben, die man nicht beweisen kann,bietet vielleicht sogar einen Überlebensvorteil, ja ich glaube, dass unsere Befähigung zu intensivem Fühlen und leidenschaftlichen Überzeugungen sich im Lauf der Evolution deswegen durchgesetzt hat.
2)Susan Blackmore, Psychologin Uni Berlin
Ich glaube, dass es möglich ist, glücklich und gemäß moralischer Prinzipien zu leben, ohne an den freien Willen zu glauben. Nach mehrjährigen Bemühungen in diese Richtung habe ich das Gefühl,, einen freien Willen zu haben völlig verloren. Meine Mitmenschen sagen, daß das unmöglich ist, daß ich lüge und mich nur absichtsvoll selbst täusche, damit meine Theorie nicht zusammenbricht. Aber das stimmt nicht. Wenn das Gefühl des freien Willens weg ist, trifft man Entscheidungen, ohne den Eindruck zu haben, jemand treffe sie. Können solche Entscheidungen moralisch ausfallen? Ich glaube, daß Mystiker und Buddhisten uns vorgemacht haben, daß dies möglich ist. Viel schwerer fällt es mir, das Gefühl eines bewußten inneren Selbst ganz aufzugeben. Ich scheine einfach weiter zu existieren.
Das sind nur zwei von insgesamt zehn Statements, die alle ähnlich interessant sind. Ansätze, die bemerkenswert sind, und die tolle Themen für das Forum sind.
Viele Grüsse
R.B.



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, für den anscheinend auch feste


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