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Thema: @LL - es ist dein eigener Schleier...

  1. #21
    LL
    Gast

    Ältere Tradition


    >>>Als eine Art jüdische Gnosis entstand die Kabbalah auf der Basis des Sepher Jezirah im 12. Jahrhundert, vermutlich als Antwort auf die gnostischen Strömungen im Christentum.<<<


    Die kabbalistische Tradition ist älter.


    Sie lässt sich nicht nur bis zur jüdischen Merkabah-Mystik der ersten nachchristlichen Jahrhunderte zurückverfolgen.

    Sondern sogar bis zu den Tempellehren der aristokratischen sadduzäischen Priesterkaste der Stadt Jerusalem (daneben gab es auch noch die Priesterschaft des ländlichen damaligen Palästina, aus deren Kreisen als an dem Rand gedrängten Weisheitsmillieu Johannes der Täufer gestammt haben mag).

    Die sadduzäische Priesterkaste der Stadt Jerusalem führte sich bis auf "Zadok den Gerechten" ("Zadokäer") unter König Salomo zurück.

    Und war eindeutig saturnisch ausgerichtet.

    Man siehe auch die Bücher Ezechiel und das halb apokryphe Buch Henoch bezüglich der jüdischen FRÜHEN Kabbalah.


    Ferner sollte man die ersten vorchristlichen Jahrhunderte im hellenisch-jüdischen Millieu Alexandrias im Auge behalten. (etwa Philo von Alexandrien, später auch Klemens von Alexandrien im Christentum).


    Die jüdischen Traditionen dürften neben Ägyptischen auch Babylonisch-Mesopotamische Ursprünge haben.

    Auch bei den Assyrern gab es einem dem kabbalistischen Lebensbaum sehr ähnlichen Weltenbaum.


    Zudem: Kabbalistisches-gnostisches Gedankengut kann man auch bei der syrisch-samaritanischen Gruppe der Ophiten/Ophianer eindeutig nachweisen.

    Rabbi König hat eine (u.a. auf Origenes basierende) sehr gründliche Untersuchung und einen Nachweis geführt (die Schlange windet sich bekanntlich auch im Lebensbaum von unten nach oben).


    Die vielleicht frühesten Gnostiker der Ophiten/Ophianer und Naassener entstammen der JÜDISCHEN Gnosis als Ableger, freilich mit syrischen Einflüssen.

    Und sie entstammen weniger bekannten Strömungen der jüdischen Gnosis.

    Etwa aus dem samaritanischen Norden des Landes.

    Es gab DAS Judentum eigentlich erst in den ersten Jahrhunderten NACH Christus, vorher gab es eine Menge verschiedene jüdische Strömungen.


    "Die Gnosis" von Christoph Markschies


    "Die Gnosis" von Kurt Rudolph


    Greedz


    LL



  2. #22
    R.B.
    Gast

    Re: Ältere Tradition


    Lies einfach noch mal meinen Beitrag, auf den Du geantwortet hast, und den Beitrag, der meinem voran ging. Das hilft.


    Viele Grüsse

    R.B.

  3. #23
    R.B.
    Gast

    Re: Ältere Tradition


    Ich muss es wohl doch noch mal deutlicher machen.

    In dem Beitrag von Maya gab es einen Link, in dem die Behauptung aufgestellt wurde, die jüdische Kabbala stamme aus dem 13 Jahrhundert, und ihre Hauptschrift sei das Sohar.

    Dieser Meinung habe ich in meinem Beitrag widersprochen, und das Sepher Jezirah als die Schrift angegeben, mit der die jüdische Kabbala zumindest in Schriftform begründet wurde. Ich vermute mal, das hast Du in Deinem notorischen Hang zur Besserwisserei überlesen. Wie dem auch sei,

    das Sepher Jezirah lässt sich zeitlich nicht eindeutig zuordnen, Lazarus Goldschmidt, der das Buch 1894 erstmals in Deutsche übersetzt hat, glaubt aber an Hand einiger inhaltlicher und sprachlicher Kriterien nachweisen zu können, dass es einige hundert Jahre vor Christus entstanden ist. Dem wurde bis heute zumindest nicht widersprochen.

    Das Sepher Jezirah ist die erste jüdische Schrift, in der eindeutig auf zehn Sephirot und zweiundzwanzig Pfade in Korrespondenz zu den hebräischen Buchstaben Bezug genommen wird.

    Dass auch das Sepher Jezirah nicht wie der Blitz aus heiterem Himmel gekommen ist, sondern in einer gedanklichen Tradition steht, ist eine Selbstverständlichkeit.

    Das in dem betreffenden Link erwähnte Sohar, genau so wie das Bahir, stammt aus Südfrankreich bzw. Spanien und wurde tatsächlich in der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts verfasst. Beide Bücher sind ganz eindeutig der Versuch, den christlichen gnostischen Bewegungen der Kartharer und Albigenser dieser Zeit eine eigene jüdisch gnostische Tradition entgegen zu stellen.

    Zu einer in die Breite wirkenden Tradition wurde die Kabbala erst duch die Vertreibung der Juden aus Spanien und Portugal im fünfzehnten Jahrhundert, da man sich von ihr eine Antwort auf die Zerstreuung des jüdischen Volkes unter die Völker der Welt erhoffte. Und aus dieser Zeit stammen auch die ersten Versuche, die Kabbala der Magie zu vermitteln, u.a. durch Mirandola, von Nettesheim, Postel und später Knorr von Rosenstolz, auf den der kabbalistische Ansatz des Golden Dawn, und damit der gesamten neueren Magie zurück geht.


    Viele Grüsse

    R.B.




  4. #24
    PA
    Gast

    Re: Ältere Tradition


    Hallo R.B.,


    >das Sepher Jezirah lässt sich zeitlich nicht eindeutig zuordnen, Lazarus Goldschmidt, der das Buch 1894 erstmals in Deutsche übersetzt hat, glaubt aber an Hand einiger inhaltlicher und sprachlicher Kriterien nachweisen zu können, dass es einige hundert Jahre vor Christus entstanden ist. Dem wurde bis heute zumindest nicht widersprochen.


    Ich glaube mich erinnern zu können, dass Gershom Sholem hierzu klar Stellung bezogen hat, und die fehlerhaften Ansichten von Lazarus eindeutig widerlegen konnte. Aber ich bin mir nicht ganz sicher.


    Ich suche die Stelle nochmal raus und poste sie ins Forum. (Falls ich mich nicht irre.)


    Die Antwort auf deinen Beitrag kommt morgen Abend.




    Freundliche Grüße sendet dir Paul.

  5. #25
    R.B.
    Gast

    Re: Ältere Tradition


    Hallo Paul,


    Du hast Recht, und ich kenne die Stellungnahme auch. Danach ist das Sepher Jezirah circa 700 nach Christus entstanden. Das hätte der Vollständigkeit halber mit hinein gehört.

    Für die Bedeutung der jüdischen Kabbalah innerhalb der westlichen magischen Tradition ist es allerdings unerheblich, da beide ohnehin erst viel später zu einander gefunden haben.


    Viele Grüsse

    R.B.

  6. #26
    PA
    Gast

    Re: Ältere Tradition


    >Hallo Paul,

    >Du hast Recht, und ich kenne die Stellungnahme auch. Danach ist das Sepher Jezirah circa 700 nach Christus entstanden. Das hätte der Vollständigkeit halber mit hinein gehört.

    >Für die Bedeutung der jüdischen Kabbalah innerhalb der westlichen magischen Tradition ist es allerdings unerheblich, da beide ohnehin erst viel später zu einander gefunden haben.

    >Viele Grüsse

    >R.B.





    Hallo R.B.,


    ah, sehr gut, das erspart mir das Nachblättern in Sholems Buch.


    schöne Grüße von Paul.



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