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Thema: Re: fundamentale Kritik

  1. #1
    PA
    Gast

    Re: fundamentale Kritik


    Als Antwort auf: fundamentale Kritik geschrieben von Stefan am 13. April 2005 01:01:19:




    Hallo Stefan,


    >Hallo Paul!


    >Danke für deine ausführliche Antwort.


    >Ich glaube, dass wir an diesem Punkt einen Schritt weiter kommen können, da deine Vorstellung und deine Anforderung an eine Neue Esoterik für mich nun klarer umrissen ist.



    Wie gesagt, ich bin momentan sehr zufrieden damit, wie sich die Diskussionen im Forum hier entwickeln, da sie eindeutig eine neue Dimension der Qualität erreicht haben. Ich finde, dass damit der Schritt weg von der Trivialität erreicht ist und man könnte damit sogar sagen, dass der Eingang zu einer "Neuen Esoterik" durchschritten und somit erfolgreich geglückt ist. Ob ein weiterer Fortschritt zu erreichen ist, muss die Zukunft zeigen.


    Ich ziehe die Antwort auf deinen Beitrag vor: die Antwort auf R.B.s Beitrag würde manche der hier dargestellten Punkte vorwegnehmen, was nicht zielführend wäre. Umgekehrt kann diese Darstellung hier die Antwort auf R.B.s Beitrag vorbereiten und erleichtern.


    Ich gehe zunächst auf das Thema "fundamentale Kritik" und erst danach auf deinen erneut geäußerten Wunsch ein, eine "Neue Esoterik" zu definieren bzw. darzustellen.


    Zuerst zu einem zentralen Missverständnis, das aus deinen folgenden Zeilen deutlich wird:


    >Nun ist es in deinem Falle so, dass die Methode jene der wissenschaftlichen Beweisbarkeit (das was du darunter verstehst) ist.


    >Daraus resultiert eine Kritik, die aber ihrer eigenen Methode gegenüber unkritisch - naiv - bleibt, du würdest sagen, sie stützt sich auf (möglicherweise) triviale Vorraussetzungen.


    >Nun besteht die Versuchung, und mir scheint du erliegst ihr, die Kritik von einem vermeintlich sicheren Boden aus durchzuführen, ohne diesen Boden selbst den strengen Regeln der Kritik unterworfen zu haben.

    Daraus resultiert eine Kritik, die aber ihrer eigenen Methode gegenüber unkritisch - naiv - bleibt, du würdest sagen, sie stützt sich auf (möglicherweise) triviale Vorraussetzungen.


    >Der Ort an dem die Trivialität durch eine kritische Reflexion abgelöst werden muss, ist zunächst nicht die Esoterik, sondern die Wissenschaft, so sie die Methode einer späteren Esoterikkritik sein soll. In der un- bzw. mangelnden Reflexion der eigenen Prämissen machst du selbst dich der Trivialität schuldig, die du anderorts bekämpfen willst.



    Und besonders deutlich im folgenden Absatz:


    >Damit soll aber nicht gesagt sein, dass die Esoterikkritik notwendigerweise von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus betrieben werden muss - aber es ist eben deiner ...


    Siehst du, und genau hier liegt ein fundamentaler Auffassungsfehler meines grundsätzlichen Arbeitsverständnisses vor. Ich habe schon sehr oft zu betonen versucht, dass ich nicht auf eine "wissenschaftliche Esoterik" abziele!


    Aber wie es scheint, ist es esoterisch denkenden Menschen recht schwer klarzumachen, dass ich dies hier eben nicht vorhabe.


    Sobald jemand mit wissenschaftlichen Argumenten auftaucht, verfällt der Esoteriker sofort in sein gewohntes starres Denkmuster und in seine Abwehrhaltung: nämlich in seine Aufteilung in eine Dichotomie Wissenschaft*?*Esoterik. In seinen Augen dominiert der Kampf der Weltbilder! Sein Denken ist derartig von diesem emotional gesteuerten Aggressions-Verteidigungs Verhalten geprägt, dass es sich gleich einer dunklen Wolke um sein Wesen legt, was einem unbefangenen Gespräch bzw. einer sinnvollen Diskussion ernorme Hindernisse in den Weg legt.


    Dieses Feindbild-Denkmuster esoterischer Kreise ist so stark ausgeprägt, dass diese sofort wieder in dieses Rollenmuster verfallen, ganz unabhängig davon, welche Gespräche man vorher geführt hat. Mich erinnert dies an das konditionierte Verhalten eines Hundes, der automatisch mit seinem Gebell beginnt, sobald er einen Briefträger sieht.


    Aber jeder Esoteriker sollte bedenken: es gibt keine Zweiteilung zw. Esoterik und Wissenschaft. Es gibt keinen solchen Gegensatz. Es gibt nur das "Sein" - das Leben oder wie immer man unsere Existenz nennen will. Esoterik und Wissenschaft sind nur zwei Betrachtungsweisen des gleichen Prinzips. Da beide auf dasselbe "Objekt" abzielen, müssen beide auch übereinstimmen. Es gibt keinen grundsätzlichen Gegensatz.


    >Damit soll aber nicht gesagt sein, dass die Esoterikkritik notwendigerweise von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus betrieben werden muss - aber es ist eben deiner ...


    Dass "dies" mein Standpunkt ist, diese Auffassung ist natürlich vollkommen unrichtig! Und ich habe ihn auch schon oft genug zurückgewiesen!


    Und, es scheint eben notwendig zu sein, dass ich sie ein weiteres Mal von mir weise!


    Es gibt wirklich zahlreiche Beiträge von mir, die eindeutig auch auf indirektem Wege zeigen, dass meine Argumentation nicht auf eine derart kleinkarierte Weise interpretiert werden kann! Ich verweise z.B. auf mein Exzerpt aus dem Buch "Colour vision" von Mausfeld, das ich wohl schwerlich so exponiert ins Forum gestellt hätte, falls es mir um einen reinen Szientismus gehen würde.


    Ich nehme mal an, dass du viele Beiträge von mir gelesen hast, wenn auch nicht alle, doch es müssen mit Sicherheit solche darunter gewesen sein, die eindeutig darauf hinweisen, dass mein Standpunkt eben nicht der rein "wissenschaftliche" ist, so wie du in deinem Beitrag meinst, und wäre deine Gedankenwelt nicht, wie oben dargestellt, durch die typische antiwissenschaftliche Esoterikhaltung umnebelt, dann wäre dir dies auch längst klar.


    Allerdings habe ich wissenschaftliche Argumente in meine Diskussionen und Argumentationen einfließen lassen und werde dies auch in Zukunft tun.


    Warum?


    Weil die Wissenschaft zahlreiche Argumente liefert, die in Bezug auf unsere esoterische Fragestellungen wichtig sind. Und bitte, lies hier genau was ich hier geschrieben habe: ich sage nicht: "..., die in Bezug auf unsere esoterische Fragestellungen richtig sind." sondern: "... wichtig sind".


    Es handelt sich um wichtige Diskussionsbeiträge, die nicht einfach ignoriert werden können.


    Nun zu einigen kleinen Kommentaren, die mit diesem Thema zusammenhängen. Eigentlich sind sie schon durch meinen Hinweis beantwortet, dass mein Standpunkt nicht nur der rein wissenschaftliche ist. Trotzdem kann es nützlich sein, noch zusätzlich einige Argumente anzuführen.


    >Nun ist es in deinem Falle so, dass die Methode jene der wissenschaftlichen Beweisbarkeit (das was du darunter verstehst) ist. Von verschiedenen Seiten habe ich bislang versucht eben jene Tauglichkeit in Frage zu stellen, ohne wirklich an die Kernpunkte vorzudringen, vielleicht weil das Ziel und die Notwendigkeit nicht deutlich genug hervorgetreten sind.


    Dazu sollte man sagen, dass die "Beweisbarkeit" ein häufiges Streitthema in diesem Zusammenhang ist. Man unterstellt dabei Wissenschaftlern, dass es ihnen primär um "Beweisbarkeit" gehe, und nimmt an, dass alles was nicht beweisbar wäre, von ihnen abgelehnt wird. Was natürlich nicht stimmt! Glaubst du wirklich ein Wissenschaftler wäre so naiv anzunehmen, dass nur "beweisbaren Tatsachen" Realität zugesprochen werden kann? Das würde bedeuten, dass in diesem Fall Freundschaft, Schönheit, Witz, und ähnliche Begriffe geleugnet werden würden, was natürlich nicht der Fall ist ...


    (Auch diesen Punkt betone ich hier im Forum bereits zum zweiten Mal. In Zukunft werde ich auf solche Argumente nicht mehr eingehen, sondern einfach auf Beitrag-soundso verweisen.)


    >Was also hier vorerst Gegenstand der kritischen Untersuchung sein muss ist diese Methode selbst.


    Wenn es eine bestimmte Methode gäbe, könnte dies vielleicht richtig sein; vielleicht sage ich, denn auch dann noch bleibt dies fraglich. Es gibt aber keine bestimmte Methode auf die ich mich festlege, sondern es handelt sich um ein ganzes Arsenal verschiedenster Methoden und Ansätze, die sich je nach Anforderung auch ändern können, manchmal in den Vordergrund oder Hintergrund treten, dann wieder durch andere, besser geeignete ersetzt werden, usw. usw.


    >Nur so ist gewährleistet, dass unsere spätere Kritik überhaupt fundamental und berechtigt ist, d.h. ob unsere Methode überhaupt geeignet ist, eine solche Kritik zu leisten.


    Ich weiß sehr gut, worauf du hinaus willst; aber ich kann deinen Standpunkt nicht teilen.


    Erstens: würde man nach der von dir vorgeschlagenen Methode vorgehen, würde man sich in seiner Wahl der Mittel viel zu sehr einengen.


    Zweitens: man kann auch durch die besten "erkenntnistheoretischen" Analysen nicht sicherstellen, dass "eine spätere Kritik ... berechtigt ist". Es wird sich auch weiterhin um Standpunkte handeln, zu denen man ganz unterschiedliche Beurteilungen abgeben kann.


    Ich habe den Eindruck, du versuchst das Pferd vom Schwanz her aufzuzäumen!


    Wie ich schon gesagt habe, ist die Wissenschaftstheorie eine Metawissenschaft.


    Im Nachhinein wird man erkenntnistheoretisch untersuchen und analysieren können, welche erkenntnistheoretischen Standpunkte ich (oder andere) eingenommen habe(n). Und dabei werden unterschiedliche Erkenntnistheoretiker zu unterschiedlichen Meinungen kommen. Und in späteren Jahrhunderten wird man wieder zu ganz anderen erkenntnistheoretischen Beurteilungen kommen. Das Werk von Descartes wird seit Jahrhundertenten "erkenntnistheoretischen" beackert, und man kommt dabei zu ganz unterschiedlichen Schlüssen, je nach Autor und Zeitgeist. Aber das Werk von Descartes bleibt dabei dasselbe! Du kannst nicht zuerst die Erkenntnistheorie fordern und dann das Werk. Sondern es muss genau umgekehrt sein. Das Verhältnis zwischen Erkenntnistheorie und Werk ist genau dasselbe, wie zwischen einem Bühnenstück und der Kritik dazu. Du kannst nicht zuerst die Kritik verlangen und dann erst das Bühnenstück dazu schreiben!


    Aber ich weiß sehr genau, was du gerne hättest, worauf du hinaus willst und warum du diesen Schwerpunkt auf Erkenntnistheorie legst. DASJENIGE, was du "haben" möchtest bzw. was du damit betonen möchtest, wird zur Genüge berücksichtigt werden. Nur nicht auf dem Weg, so wie du dir dies vorstellst und wie du es hier vorschlägst. (Und zwar, weil der von dir vorgeschlagene Weg nicht gangbar ist!)


    > ... weiters das unumstößliche Fundament einer jeden Wissenschaft, die Erkenntnistheorie selbst.


    Wie gesagt, ich halte diese Auffassung von dir für nicht richtig. Nicht die Erkenntnistheorie ist das Fundament einer jeden Wissenschaft, sondern die Erkenntnistheorie untersucht die Fundamente der Wissenschaft. Das Eine ist etwas ganz anderes als das zweite. Der Bezug zwischen den beiden ist ein "meta" Bezug. Ich bin mir nicht sicher, ob du dies verstehen kannst.


    >Der Ort an dem die Trivialität durch eine kritische Reflexion abgelöst werden muss, ist zunächst nicht die Esoterik, sondern die Wissenschaft, so sie die Methode einer späteren Esoterikkritik sein soll.


    Ich weiß schon, was du hier meinst, aber so ist es nicht richtig. Erstens ist sie nicht "die" Methode einer Esoterikuntersuchung, sondern nur eine Methode, wie vorher besprochen und zweitens kann dasjenige, was dir hier am Herzen liegt, nur gemeinsam und gleichzeitig mit dem Hauptthema untersucht werden, nämlich der Esoterik.


    >In der un- bzw. mangelnden Reflexion der eigenen Prämissen machst du selbst dich der Trivialität schuldig, die du anderorts bekämpfen willst.


    Das wäre richtig, wenn es mir um einen reinen Szientismus gehen würde, wie du fälschlicherweise angenommen hast. Da dies nicht der Fall ist, stimmt das Argument so nicht.


    >Auch die aktuelle Diskussion, die du mit R.B. führst, und er selbst hat es ja auch noch deutlich gesagt, landet zwangsläufig am Ort erkenntnistheoretischer Fragestellungen. Subjektivität/Objektivität, Realität/Vorstellung etc.


    Richtig. Es handelt sich um Fragestellungen, die (metamäßig) das Substrat der Erkenntnistheorie sind. Aber sie sind es nicht selbst, bzw. müssen es nicht selbst sein, bzw. müssen nicht als Erkenntnistheorie betrieben werden.


    >Das Problem des gängigen Wissenschaftsparadigmas ist ja namentlich jenes, dass seine Väter, selbst ebenfalls was viele der entscheidenden Fragen betrifft im dunklen tappten und nicht in der Lage waren, die Wissenschaft auf ein brauchbares, Fundament zu stellen. Nichtsdestotrotz wurden aber die Theorien dieser Herrn (Popper, die logischen Empiristen (Wiener, Berliner Kreis etc.) nach konstitutiv.


    Was kümmert mich Popper? Im übrigen ist deine Ansicht hierzu nur eine Meinung, nämlich die deine. Es gibt genügend andere Menschen, die zu diesem Punkt anderer Meinung sind als du.


    >Es mag schon zu denken geben, wenn ein Philosophieprofessor (1), der sich wärend der 10 Jahre seines Studiums fast ausßschließlich mit Wissenschaftstheorie beschäftigt hat, und diese nebst Erkenntnistheorie lehrt, meint, er würde viel lieber über Platon reden,


    Was ja auch sehr verständlich ist. Popper war Philosoph und philosophische Themen haben ihn eben mehr interessiert als nur die reine Wissenschaftstheorie, die nur ein Teilbereich der Philosophie (wenn überhaupt) ist.


    >aber das dürfe er ja nicht, da sonst die gängigen Annahmen über Wissenschaftlichkeit in sich zusammenbrechen würden, was sich an einer Universität natürlich nicht so gut macht.


    Sollte Popper dies wirklich in der hier von dir angedeuteten Bedeutung gemeint haben (und nicht nur als Scherz, wie ich mal annehme), was kümmert mich dann dieses? Wenn er seinen eigenen Arbeiten und Annahmen widerspricht, dann ist das sein Problem, und nicht meines. Glaubst du wirklich, dass irgendjemand aus der wissenschaftlichen Riege annimmt, dass der heutige Stand der Wissenschaftstheorie der Weisheit letzter Schluss ist?


    Aber aus all deinen Sätzen, aus deiner ganzen Argumentation spricht weiterhin (wie auch bisher) nur deine grundsätzliche Abwehrhaltung gegen Wissenschaftlichkeit. Es ist das übliche weiter oben angesprochene Polemisieren. Es handelt sich keineswegs um Wahrheitssuche wie du weiter unten andeutest, da du deine kritische Urteilskraft eben nur auf diesen Teilbereich (Wissenschaftlichkeit) richtest, nicht dagegen auf Gebiete der Esoterik.


    >Soweit mal zur Kernproblematik, auf deine "falsch"-Antworten, die ja das Problem des naiven Wissenschaftsglaubens exemplarisch zeigen, werde ich ein anderes mal eingehen.


    *g* Solange hier nichts kommt, nehme ich mal für mich an, dass dir keine Widerlegung bzw. triftiges Argument eingefallen ist.


    Gut, jetzt nochmal zum zweiten Punkt, deinem Wunsch einer Definition bzw. Darstellung einer "Neuen Esoterik".


    >>Was du gerne hättest, wäre wahrscheinlich ein schön formuliertes Programm, indem eine "neue Esoterik" fein säuberlich mit Punkt 1 bis 96 notiert ist, und die man dann als "Proklamation einer neuen Esoterik" an das Wittenberger Portal nageln kann!


    >Was ich gerne hätte hab ich schon oft kundgetan, mit einem Punkteprogramm hat das nichts zu tun. Es geht um Kernfragen: Wie ist Erkenntnis möglich, was ist der Zweck der esoterischen Forschung und Praxis, welche Rolle spielt dabei die Wissenschaft und welche ethischen Grundsätze liegen ihr zugrunde und woraus leiten sie sich ab?



    Genau. Darum geht es. (Neben einigen weiteren, wesentlichen Punkten, die du hier nicht angeführt hast.)


    Wie soll man die von dir angeführten Punkte und Fragestellungen in ausreichendem Maß darstellen? Was du verlangst ist einfach nicht lieferbar. Vielleicht in einem dicken Buch. Als Versuch zumindest oder als eine erste Annäherung!


    Aber auch auf die genannte Weise wäre dies wahrscheinlich nicht zielführend.


    Was du verlangst bzw. was du gerne haben möchtest ist nicht der Ausgangspunkt einer "Neuen Esoterik", sondern ihr Ziel! Oder zumindest ein Zwischenziel.

    Genau das Ausformulieren, das Erstellen, das Erarbeiten einer "Neuen Esoterik" ist es, was ich mir zur Aufgabe gestellt habe. Rückblickend, nach geleisteter Arbeit, kann man dann vielleicht von einer Neuen Esoterik sprechen. Man wird sehen ob und wie ein solches Unterfangen gelingen kann.


    Wenn man auf sinnvolle Weise auf die von dir genannten Punkte eingehen wollte, dann müssten dermaßen viele Punkte, Auffassungen, Grundlagen, Annahmen, erkenntnistheoretischen Überlegungen (ja auch diese kommen vor, aber nur als eine Abteilung unter zahlreichen anderen), usw., usw., besprochen, diskutiert, erwogen und behandelt werden, dass jede verkürzte Darstellung zu einer Farce geraten müsste.


    >Etwas verpackt, habe ich einige dieser Fragen bsp.weise mal in der Frage nach deinem Menschenbild gestellt, wobei hier noch die Ontologie und Sinnfrage im Allgemeinen hinzukommt. Darauf gibt es aber bis dato keine Antwort und ich frage mich ernsthaft, was das für eine Esoterik sein soll, die auf solche Fragen nicht eingeht.


    Wie gesagt. Ich werde darauf eingehen. Und zwar dann, sobald ich es für richtig halte. Jeder kann damit verfahren wie er möchte: auch ich. Wenn ich finde, dass es dafür noch zu früh ist, dass der Zeitpunkt dafür nicht geeignet ist, weil zuvor andere Bereiche geklärt werden müssen, dann ist dies eben mein Standpunkt. Den man kritisieren kann oder auch nicht, das überlasse ich dem jeweiligen Gesprächspartner. Niemand kann mich zu Aktivitäten zwingen, die ich für nicht sinnvoll halte.


    >>Eine neue Esoterik: diese ist ein Prozess, ein Vorgang, eine Haltung, eine Aktivität: sie kann niemals in das Korsett eines tabellarischen Programms gezwängt werden!


    >Was ist daran neu?



    Bisher ist man hauptsächlich von Definitionen, Behauptungen, Darstellungen, Konzepten, Dogmen, usw. ausgegangen. Jeder hat sein Programm mehr oder weniger klar und deutlich auf den Tisch gelegt. Ich lege keine "Fakten", Definitionen, Modelle, Theorien auf den Tisch, sondern ich erhebe den Vorgang der kritischen und immer neuen Untersuchung und des Fortschritts zur Maxime. "Nix ist Fix". Alles ist im Fluss. Klar gibt es gewisse Ansichten. Aber sie unterliegen der Veränderung. Sie verändern sich durch den jeweiligen Stand der Diskussion und des Verständnisses. Alles ist im Fluss.


    >>Erstens glaube ich nicht, dass hier irgendjemand in meinem Fahrwasser segelt; ich habe eher den Eindruck, dass durchaus eigenständige Meinungen und Ansätze vertreten werden. Ich verwehre mich auch gegen die Behauptung, dass ich eine Richtung vorgebe! Genau das Gegenteil ist der Fall. Ich habe immer betont, dass sich die Ziele in einer gemeinsamen Diskussion herauskristallisieren müssen.

    >Das einzige was ich wirklich hier vorzeige, ist die Art, wie oberflächliche Meinungen und Ansichten hinterfragt werden sollen, auf welche Art man eine Esoterik kritisch untersuchen kann und soll.


    >Hier widersprichst du dir selber, du willst keine Richtung vorgeben, außer jener, wie Kritik auszusehen hat!



    Nein, tue ich nicht. Die Art der Untersuchung (besseres Wort als "Kritik") wird durch die gemeinsame Diskussion bestimmt.


    >Nun, wo hier das Problem liegt, hab ich heute hoffentlich klargestellt.


    >>Versuche einmal (nicht hier, sondern für dich selbst) deine erkenntnistheoretische Position umfassend auszuformulieren.


    >Eine umfassende Ausformulierung habe ich von dir gar nicht verlangt. Man kann die Grundzüge in wenigen Sätzen darlegen,



    Nein, kann man leider nicht. Sonst hätte ich es längst schon getan.


    Wie du siehst, bin ich sogar bei Punkten missverstanden worden, die ich häufig ausdrücklich von mir gewiesen habe. Umso mehr ist dies bei esoterischen Konzepten der Fall, bei denen wir bisher nur die Oberfläche gestreift haben, oder nicht einmal dies. Die einzige zielführende Methode sind weitere Diskussionen, die in die Tiefe führen werden. (Oder in die Höhe, je nach persönlicher Vorliebe solcher gedanklicher Leitmotive.)


    >so man sich eine Position zu eigen gemacht hat! Die Notwendigkeit dazu - im wissenschafltichen Kontext - habe ich dargelegt. Man kann ja mit seiner Naivität* auch ganz zufrieden sein, aber es ist eben die Vorderung der Wissenschaft, sie zu überwinden.


    >>Eine "neue Esoterik", das können durchaus auch mehrere "Schulen" oder "Richtungen" sein, die sehr unterschiedliche neue Wege vertreten, sich möglicherweise sogar bekämpfen und gegenseitig kritisieren (wie z.B. verschiedene Schulen und Richtungen in der Psychologie). Doch nur durch eine solche intensiv geführte Diskussion und Auseinandersetzung kann ein wirklicher Fortschritt erzielt werden! Alles andere bedeutet Stillstand und ewiges, nutzloses Wiederholen und Wiederkäuen alter Formeln und Denkmuster, die den Anschluss zu einer zeitgemäßen Betrachtungsweise längst verloren haben.


    >Was dir nutzlos erscheint ist anderen heilig, darüber solltest du nicht hinwegsehen. Viele Menschen sind erfüllt von den Traditionen in denen sie stehen, seien sie Jahrzehnte oder Jahrtausende alt.



    Na und? Warum soll mich das kümmern? Ob diese Leute von was weiß ich "erfüllt" sind oder nicht, ist mir ziemlich egal. Mein Leitmotiv sind nicht die Wertmaßstäbe andere Menschen, sondern meine eigenen. Und mein Haupt-Leitmotiv ist die Suche nach "Wahrheit". Soll ich etwa (wie von dir vorgeschlagen oder angedeutet) eine vollkommene unsinnige Ansicht deswegen gut heißen, weil sie irgendjemandem "heilig" ist? Das wäre Irrsinn.


    Alles was du von mir in dieser Hinsicht erwarten kannst ist Höflichkeit. Ich werde im Alltagsleben niemandem seine (für ihn heiligen) Ansichten lächerlich machen, oder ihn deswegen verfolgen, solange er mich in Ruhe lässt, und ich der Auffassung bin, dass seine Ansichten keinen größeren Schaden anrichten.


    Wenn jemand allerdings mit mir diskutiert, dann muss er damit rechnen, dass ich ihm widerspreche, falls ich mit einer Ansicht nicht einverstanden bin.


    >Wer neue Formeln braucht, soll sie erschaffen, entscheidend ist, was im Lebenskontext wirksam ist.


    Entscheidend ist, was sich durchsetzt. Wirksam war auch die "heilige Inquisition".


    Man wird sehen was sich durchsetzt und was auf der Strecke bleibt!


    >So oder so sollte sich jeder Esoteriker der Wahrheitsforschung verpflichtet fühlen,


    Sollte. So ist es.


    Leider ist es bei den allermeisten Esoterikern nicht der Fall. Dies nenne ich dann Trivialesoterik.


    >in welchem Bezugsrahmen (Wissenschaft, Gewissen, esoterische Tradition, Intuition...) ist Angelegenheit des Individuums.


    >Auch liegen bei jedem die Grenzen der Reflexionsfähigkeit wo anders, das sollte man respektieren



    Du meinst, ich soll den Gedanken akzeptieren, dass jemand "zu blöd ist" einen bestimmten Sachverhalt zu verstehen? Nein. Diesen Gedanken lehne ich ab. Ich kann jedem alles auf eine Weise erklären, dass er es auch verstehen kann. Und ich unterhalte mich so lange mit ihm, bis er verstanden hat, was ich sagen wollte, (und bis ich verstanden habe, was er mir mitteilen wollte).


    >und so der eigene Blick etwas tiefer geht, kann man da und dort behutsam Hinweise liefern.


    Ach Stefan, das ist das übliche Eso-Gelabere ...


    Wenn du es mit jemandem wirklich ernst meinst, dann musst du ihn rütteln und schütteln, oder ihn kitzeln oder ärgern ...


    ... dann wird man etwas bewirken. Dann hat man eine wirkliche zwischenmenschliche Interaktion, alles andere ist nur "Gesäusel" das zu nichts taugt, außer vielleicht für einen Kandidaten eines katholischen Priesterseminars.


    99% aller Esoteriker begnügen sich mit einer völlig unzureichenden Eso-Lyrik. Einer Schwafelei, einem Jonglieren mit leeren Worthülsen, die einzig dazu geeignet sind, ein momentanes, kurzes, angenehmes Gefühl zu erzeugen. Sie begnügen sich damit, weil sie "nichts Besseres" haben. Ein Narr begnügt sich auch mit seiner Zipfelmütze. (Oder mit den Narrenkappen seiner Mitmenschen.)


    >freundliche Grüße,

    Stefan


    >PS: Bei all der Schärfe die unsere Diskussionen mitsich bringen, sei es aus intellektueller Notwendigkeit oder persönlicher Befindlichkeit, möchte ich dir für die Diskussionen danken. Sie sind eine wunderbare Gelegenheit zu wachsen, sowohl intellektuell als auch persönlich.



    Wie gesagt, wenn man etwas bewirkten will, muss man "tacheles" reden. Ansonsten sind wir wieder bei der Tralla-la Esoterik, die nichts anderes ist, als ein Trostpflaster, eine Opiumpille für geschundene Menschenseelen.




    Freundliche Grüße, Paul.


    -------------------------------------------------------------------------------

    *"Der Künstler, der die Gesetze seines Schaffens nicht in

    reflexionsmäßiger Form kennt, sondern sie dem Gefühle, der Empfindung nach übt, ist in diesem Falle, Wir nennen ihn naiv. Aber es gibt eine Art von selbstbeobachtung, die sich um die Gesetzlichkeitdes eigenen Tuns fragt, und welche für die soeben geschilderte Naivität das Bewußtsein eintauscht, daß sie genau die Tragweite und Berechtigung dessen kennt, was sie vollführt. Diese wollen wir kritisch nennen. Wir glauben damit am besten den Sinn dieses Begriffes zu treffen, wie er sich seit Kant mit mehr oder minder klarem Bewußtsein in der Philosophie eingebürgert hat. Kritische Besonnenheit ist demnach das Gegenteil von Naivität. Wir nennen ein Verhalten kritisch, das sich der Gesetze der eigenen Tätigkeit bemächtigt, um deren Sicherheit und Grenzen kennen zu lernen. Die Erkenntnistheorie kann aber nur eine kritische Wissenschaft sein. Ihr Objekt ist ja ein eminent subjektives Tun des Menschen: das Erkennen , und was sie darlegen will, ist die Gesetzmäßigkeit des Erkennens.

    Von dieser Wissenschaft muß also alle Naivität ausgeschlossen sein. Sie muß gerade darinnen ihre Stärke sehen, daß sie dasjenige vollzieht, von dem sich viele aufs Praktische gerichtete Geister rühmen, es nie getan zu haben, nämlich

    das «Denken über» das Denken»"

    Rudolf Steiner, "Wahrheit und Wissenschaft" S. 46


    (1) Kurt Walter Zeidler, Publikation: "Prolegomena zur Wissenschaftstheorie"

    http://phaidon.philo.at/asp/zeidler2.htm#pzw




  2. #2
    Moonchild
    Gast

    Apfelbäume


    Hallo Paul und Stefan,


    sorry wenn ich mich einmische, möchte mich bei euch bedanken, Stefan hat mit seinem Beitrag erreicht, das du vieles (noch mal) deutlich dargestellt hast und dadurch ist es wirklich verständlicher geworden.


    Aber aus all deinen Sätzen, aus deiner ganzen Argumentation spricht weiterhin (wie auch bisher) nur deine grundsätzliche Abwehrhaltung gegen Wissenschaftlichkeit. Es ist das übliche weiter oben angesprochene Polemisieren. Es handelt sich keineswegs um Wahrheitssuche wie du weiter unten andeutest, da du deine kritische Urteilskraft eben nur auf diesen Teilbereich (Wissenschaftlichkeit) richtest, nicht dagegen auf Gebiete der Esoterik.


    Ich denke das Stefan keine grundsätzliche Abwehrhaltung gegen die Wissenschaftlichkeit hat, warum sollte er das, er hinterfragt wie auch du recht oft.


    Na und? Warum soll mich das kümmern? Ob diese Leute von was weiß ich "erfüllt" sind oder nicht, ist mir ziemlich egal. Mein Leitmotiv sind nicht die Wertmaßstäbe andere Menschen, sondern meine eigenen. Und mein Haupt-Leitmotiv ist die Suche nach "Wahrheit". Soll ich etwa (wie von dir vorgeschlagen oder angedeutet) eine vollkommene unsinnige Ansicht deswegen gut heißen, weil sie irgendjemandem "heilig" ist? Das wäre Irrsinn.



    Bei aller Sympathie und großer Achtung die ich dir entgegenbringe – das ist pure Arroganz von dir . Wie willst du Menschen mit einer neuen Esoterik erreichen, wenn du sie so behandelst. Wir sind alle normale Menschen und jedem ist etwas heilig, das für andere banal ist und wenn es noch so banal ist, kann es in schwierigen Situationen Kraft geben und den Grundstein für eine weitere Entwicklung legen. Der bessere Weg könnte gegenseitige Achtung sein, man nimmt gern Lehren von jemanden an der einen achtet, aber nicht von jemanden der sich über einen stellt.


    Alles was du von mir in dieser Hinsicht erwarten kannst ist Höflichkeit. Ich werde im Alltagsleben niemandem seine (für ihn heiligen) Ansichten lächerlich machen, oder ihn deswegen verfolgen, solange er mich in Ruhe lässt, und ich der Auffassung bin, dass seine Ansichten keinen größeren Schaden anrichten. Wenn jemand allerdings mit mir diskutiert, dann muss er damit rechnen, dass ich ihm widerspreche, falls ich mit einer Ansicht nicht einverstanden bin.


    Das ist auch völlig ok so, doch wenn du ihn für etwas neues begeistern willst ist eine kleine (oder große) Hilfestellung doch nicht schlecht und die gibst du ja oft, danke dafür.


    Du meinst, ich soll den Gedanken akzeptieren, dass jemand "zu blöd ist" einen bestimmten Sachverhalt zu verstehen? Nein. Diesen Gedanken lehne ich ab. Ich kann jedem alles auf eine Weise erklären, dass er es auch verstehen kann. Und ich unterhalte mich so lange mit ihm, bis er verstanden hat, was ich sagen wollte, (und bis ich verstanden habe, was er mir mitteilen wollte).


    Es ist aber so, nur ist derjenige nicht „zu blöd“ sondern in seinen geistigen Fähigkeiten eingeschränkt. Das musste ich bei den Hausaufgaben der Kinder lernen. Die große Tochter studiert und unser kleiner hat bei der Geburt zuwenig Sauerstoff bekommen er ist kerngesund, frech und ein richtiger Bengel, aber sein Auffassungsvermögen ist in manchen Bereichen begrenzt. Er geht außerhalb der Schule zu einem spezial Unterricht der eine deutliche Förderung bewirkt hat – doch es bleibt eine Grenze und wenn du die überschreiten willst führt es nur zu Frustration auf beiden Seiten und die Ergebnisse werden allgemein schlechter. Übertragen würde ich sagen hat jeder Mensch eine solche Grenze die durch Förderung verschoben werden kann, aber eben nur bis zu einem bestimmten Punkt.


    99% aller Esoteriker begnügen sich mit einer völlig unzureichenden Eso-Lyrik. Einer Schwafelei, einem Jonglieren mit leeren Worthülsen, die einzig dazu geeignet sind, ein momentanes, kurzes, angenehmes Gefühl zu erzeugen. Sie begnügen sich damit, weil sie "nichts Besseres" haben. Ein Narr begnügt sich auch mit seiner Zipfelmütze. (Oder mit den Narrenkappen seiner Mitmenschen.)


    - und erreichen damit oft sehr viel, hinterfragen und entwickeln sich weiter, es geht nicht immer nur auf hohem Niveau. Viele Menschen haben auch Angst wenn du das Niveau zu hoch legst und lassen es lieber gleich ganz, obwohl sie viel könnten.


    Was da fehlt ist ein Wort zu der Hingabe und der Liebe die da oft dahintersteht – auch wenn die Worte manchmal trivial sind, so sind es die Inhalte nicht notwendigerweise auch, sie können beim anderen ankommen und viel bewirken. Genauso ist es möglich das hoch niveauvolle Worte trotz ihrer Richtigkeit nichts erreichen. Ich muss jeden Tag mit vielen Menschen sprechen und oft ist es nur eine Kleinigkeit wie der Tonfall der entscheidend ist, die Informationen kommen rüber wenn die Basis stimmt. Stimmt die kommunikative Basis nicht ist oft schon an dieser Stelle Schluss und die eigentlichen Informationen nützen schon aus diesem Grund nichts mehr.


    Wie gesagt, wenn man etwas bewirkten will, muss man "tacheles" reden. Ansonsten sind wir wieder bei der Trallala Esoterik, die nichts anderes ist, als ein Trostpflaster, eine Opiumpille für geschundene Menschenseelen.


    Ja „tacheles“ wenn eine Vertrauensbasis da ist ok, wenn nicht muss diese erst aufgebaut werden und im übrigen kann es viel helfen geschundene Menschenseelen mit einem Trostpflaster (wenn es Opium ist, dann natürlich nicht) zu helfen, sie aufzubauen und den Boden für weiteres so zu bereiten. Das habe ich mir jetzt von der Seele geschrieben, als Ermutigung für mich so zu handeln, was nicht einfach ist, vielleicht erreiche ich dich ja damit auch. Eine neue Esoterik sollte auch Hingabe, Liebe und Demut enthalten sonst erreicht sie trotz allem Niveau und allem Wissen die Seelen nicht. Einstein hat am Ende seines Lebens gesagt, wenn er die Wahl hätte würde er im nächsten Leben gern Hausmeister sein, dann hätte er mehr Zeit für sich und die Menschen in seinem Haus gehabt. In vielen (jedem) von uns ist der Wunsch nach so einem Haus und wenn wir den Weg zwischen diesen Häusern in uns finden und uns da besuchen können, wird diese Welt viel besser und schöner sein und manche von uns hätten dann ein Haus mit englischen Apfelbäumen in ihrem Herzen.


    Ich schicke euch ein Lächeln und viele liebe Grüße


    Moonchild



  3. #3
    R.B.
    Gast

    Re: fundamentale Kritik


    Hallo Paul, Hallo Stefan,

    gestattet mir einen kurzen Zwischenruf.

    Aber jeder Esoteriker sollte bedenken: es gibt keine Zweiteilung zw.

    Esoterik und Wissenschaft. Es gibt keinen solchen Gegensatz. Es gibt nur

    das "Sein" - das Leben oder wie immer man unsere Existenz nennen will.

    Esoterik und Wissenschaft sind nur zwei Betrachtungsweisen des gleichen

    Prinzips. Da beide auf dasselbe "Objekt" abzielen, müssen beide auch

    übereinstimmen. Es gibt keinen grundsätzlichen Gegensatz.





    So weit, so richtig.

    Nun ist die Beschäftigung mit dem „Sein“ aber die ultimative Aufforderung zu Zirkelschlüssen, es sei denn, man ist sich darüber im Klaren, dass sich das „Sein“ nicht explizit, sondern nur implizit definieren lässt.

    Die Folge davon ist, dass Wissenschaft und Esoterik, wie von Paul verlangt, zwar ein Stück weit deckungsgleich maschieren können, um dann aber wechselseitig von einander zu behaupten, über das andere hinaus zu gehen.

    Ich fürchte, dieser Widerspruch lässt sich nur schwer auflösen.

    Sehr wichtig scheint mir aber der Hinweis von moonchild auf die Bedürfnislage der Menschen zu sein, und der Frage: Was machen wir denn nun eigentlich mit dieser Welt?

    Ich würde diesen Aspekt in der Beurteilung nach dem Verhältnis von Wissenschaft und Esoterik für mich persönlich noch schärfer formulieren:

    Wenn ich nicht die Chance sehe, daraus eine verbindliche Ethik abzuleiten, interessiert mich weder das eine noch das andere.


    Viele Grüsse

    R.B.







  4. #4
    PA
    Gast

    Re: Apfelbäume


    Hallo Moonchild,


    :-) vielen Dank für deine interessante Antwort. Da du der nächste in der Beantwortungsreihenfolge bist, werde ich also auf den letzten (aus unserer Heisenbergdiskussion) und auch auf diesen Beitrag von dir antworten.


    Schon mal vorausgeschickt: ganz so einfach ist die Sache leider nicht (obwohl es mir lieber wäre) wie du glaubst. Meine Ansichten zu einem Thema haben sich zumeist über zahlreiche Jahre entwickelt, verändert, erweitert, usw., sie kommen also nicht einfach aus dem Blauen heraus. Und ich kann sie deshalb auch zumeist ziemlich gut begründen. Was ich auch in der Antwort auf deinen Beitrag machen werde.


    Freundliche Grüße sendet dir Paul.

  5. #5
    PA
    Gast

    Gegensatz: unantastbar 'Heiliges' und dessen arrogante(?) Kritik.


    Hallo Moonchild,




    dein "Apfelbäume"-Beitrag war ziemlich interessant: er hat vieles zur Sprache gebracht was auch in meinen Augen ziemlich wichtig ist.


    Ich antworte auf die einzelnen Punkte deines Beitrags in einer etwas anderen Reihenfolge.


    Zuerst zum "Arroganz" Vorwurf:


    >>Na und? Warum soll mich das kümmern? Ob diese Leute von was weiß ich "erfüllt" sind oder nicht, ist mir ziemlich egal. Mein Leitmotiv sind nicht die Wertmaßstäbe andere Menschen, sondern meine eigenen. Und mein Haupt-Leitmotiv ist die Suche nach "Wahrheit". Soll ich etwa (wie von dir vorgeschlagen oder angedeutet) eine vollkommene unsinnige Ansicht deswegen gut heißen, weil sie irgendjemandem "heilig" ist? Das wäre Irrsinn.


    >Bei aller Sympathie und großer Achtung die ich dir entgegenbringe – das ist pure Arroganz von dir . Wie willst du Menschen mit einer neuen Esoterik erreichen, wenn du sie so behandelst. Wir sind alle normale Menschen und jedem ist etwas heilig, das für andere banal ist und wenn es noch so banal ist, kann es in schwierigen Situationen Kraft geben und den Grundstein für eine weitere Entwicklung legen. Der bessere Weg könnte gegenseitige Achtung sein, man nimmt gern Lehren von jemanden an der einen achtet, aber nicht von jemanden der sich über einen stellt.


    Ich verstehe nicht, was daran arrogant sein soll? Kann es sein, dass du irgendwelche "Nettigkeits-so-sollte-man-sein" Illusionen mit dem verwechselst, was wirklich in Menschen vorgeht?


    Du sagst es ja mit eigenen Worten selber, was wirklich der Fall ist:

    "Wir sind alle normale Menschen und jedem ist etwas heilig, das für andere banal ist ..."


    Genau so ist es.


    Was dem einen "heilig" ist, kann für den anderen banal sein.


    Das ist ganz normal. NORMAL sage ich noch mal ganz deutlich, mit großen Lettern hingeschrieben, damit es jeder ganz deutlich mitbekommt!


    Und dann kommen irgendwelche Leute (zumeist Anhänger von Religionen) und beginnen etwas vollkommen normales aufgrund von irgendwelchen moralischen Dogmen zu verzerren und zu verstümmeln, weil nämlich in irgendwelchen Büchern steht, dass nicht sein kann, was nicht sein darf!


    Der Mensch darf nicht mehr sein wie oder was er wirklich ist, sondern er muss beginnen zu heucheln und vorzutäuschen, was gar nicht der Fall ist! Er wird konsequent zur Lüge erzogen, die man dann dummdreist einfach als "Wahrheit" bezeichnet.


    Weil es religiösen Menschen überhaupt nicht gefällt, dass man ihre "heiligen" Werte als falsch, dumm und unrichtig bezeichnet, oder sie sogar verlacht, aus diesem Grund predigen sie, dass es VERBOTEN sei, (unter Androhung von Krieg, Mord, Gewalttätigkeiten, usw.), ihre religiösen Gefühle zu missachten.


    Diese Leute sagen zu dir: "Auch wenn du der Ansicht bist, dass diejenigen Dinge, die MIR "heilig" sind, falsch sind, darfst du es nicht laut aussprechen. Wehe, ich warne dich, falls du es doch machst, dann bringe ich dich um, oder du wirst zumindest verprügelt."


    Man erkennt ganz klar die faschistoiden Tendenzen solcher Ansichten.


    Wenn ich der Auffassung bin, dass eine deiner "heiligen" Ansichten falsch ist, dann habe ich meine Gründe dafür. Und falls diese Gründe richtig sind, dann muss ich nicht nur die Möglichkeit haben, dieses Gründe frei und offen auszusprechen, sondern ich habe sogar die Pflicht dazu!!!


    Wegen vollkommen dämlicher römisch-katholischer Vorschriften, die irgendwelche alten Männer einer verknöcherten, veralteten Struktur aufrecht erhalten, müssen jährlich tausende Menschen sterben! (Komdomverbot - Aids).


    Und du sagst zu mir, ich soll dies gutheißen!


    Wie soll ich denn zu einer Lösung für Probleme kommen, wenn es verboten ist, bestimmte Ansichten als falsch zu bezeichnen?


    >und wenn es noch so banal ist, kann es in schwierigen Situationen Kraft geben


    Was du unterschätzt ist, dass es sehr oft wegen der banalen Einstellungen überhaupt erst zu der schwierigen Situation kommt!


    Die schwierige Situation wird durch die Banalität ausgelöst!!!


    Die schwierige (tödliche) Situation wird durch die "heilige" Ansicht ausgelöst!!!



    Zuerst wird durch vollkommen verfehlte Ansichten ein grauenvolles Problem ausgelöst (Kondome verboten -> Aids) und DANN soll sich der arme Mensch, der an den theologischen Spekulationen anderer Menschen stirbt, in den "heiligen Ansichten" dieser Theologen TRÖSTEN, dass dies alles schon seine Richtigkeit hat.


    Was für ein Unsinn - Irrsinn.


    Und du wirfst MIR Überheblichkeit vor!


    Ich frage dich: WER ist denn der Überhebliche?


    Derjenige der es verbietet, dass man eine seiner "heiligen" Ansichten als falsch bezeichnet oder ich?


    ICH bedrohe niemanden mit Gewalttätigkeiten oder Repressalien, wenn er meine Ansichten als falsch bezeichnet!


    Weil ICH nämlich der Ansicht bin, dass es in einer sinnvollen Diskussion, aber nicht nur in einer Diskussion, sondern ganz allgemein im Leben, im Zusammenleben der Menschen, ABSOLUT NOTWENDIG ist, Ansichten, Meinungen, Werte, Einstellungen, Handlungen, usw., als FALSCH zu bezeichnen, wenn man der Ansicht ist, dass diese falsch sind.


    >und den Grundstein für eine weitere Entwicklung legen


    Der weitaus häufigere Fall ist, dass Banalitäten und triviale Ansichten sich verfestigen und sogar noch schlimmer werden, wenn man nicht aktiv gegen sie eintritt und auftritt!


    Das beste Beispiel dafür ist die Esoterik selbst.


    Da kein einziger Esoteriker bisher gegen dieses vollkommen trivialen Konzepte aufgetreten ist, haben sie sich sogar noch verhundertfacht und ausgebreitet und wuchern kräftig vor sich hin: die Folge ist, dass 99% der Esoteriker einem vollkommenen Stillstand oder sogar Rückschritt unterworfen sind!


    Dass ich mich damit niemals abfinden werde und mich bis zum "geht-nicht-mehr" dagegen einsetzen werde, kann auf keine Weise verhindert werden. (Gottseidank hat die "heilige Inquisition" keine weltliche Macht mehr, sonst würde man mich sehr bald irgendwo "aufhängen", mir die Zähne einschlagen oder dergleichen, so wie S. "Magus" vor einiger Zeit vorgeschlagen hat.)


    Zu den anderen Punkten bin ich heute leider nicht mehr gekommen.




    Freundliche Grüße sendet dir Paul.

  6. #6
    Moonchild
    Gast

    ???


    Hallo Paul,


    nur ganz kurz, ich arbeite noch an Heisenberg (dauert bis nächste Woche),

    hier verstehst Du mich völlig falsch !!!


    man nimmt gern Lehren von jemanden an der einen achtet


    Da steht nicht was verbieten - sondern die Bereitschaft Lehren gern anzunehem, wenn sie mit Achtung dargelegt werden.

    Das ist doch genau das Gegenteil von dem was du jetzt daraus gemacht hast.


    Na und? Warum soll mich das kümmern?


    Wenn das nicht arrogant ist, was ist es dann? - ignorant?


    Das geht doch wohl so nicht - pädagogisch falsch - es war keinerlei Angriff gegen Dich. Ich habe keine heile Weltsicht voller Nettigkeit nur in dem Ton, zeigt die Erfahrung erreichst Du keinen.


    Wenn ich der Auffassung bin, dass eine deiner "heiligen" Ansichten falsch ist, dann habe ich meine Gründe dafür. Und falls diese Gründe richtig sind, dann muss ich nicht nur die Möglichkeit haben, dieses Gründe frei und offen auszusprechen, sondern ich habe sogar die Pflicht dazu!!!


    Ja - aber mit dem obigen Ton erreichst du doch den, dem du helfen willst nicht!



    Wie soll ich denn zu einer Lösung für Probleme kommen, wenn es verboten ist, bestimmte Ansichten als falsch zu bezeichnen?


    Das hat aber nichts mit meinem Beitrag zu tun - wie oben geschrieben

    man nimmt gern Lehren von jemanden an der einen achtet - das setzt doch vorraus diese Lehren zu kennen und sie in Toleranz zu besprechen.


    Dass ich mich damit niemals abfinden werde und mich bis zum "geht-nicht-mehr" dagegen einsetzen werde, kann auf keine Weise verhindert werden. (Gottseidank hat die "heilige Inquisition" keine weltliche Macht mehr, sonst würde man mich sehr bald irgendwo "aufhängen", mir die Zähne einschlagen oder dergleichen, so wie S. "Magus" vor einiger Zeit vorgeschlagen hat.)


    Lieber Paul ein Lob dafür - du bist halt auch nur ein Mensch und das was hier an S. Magus gerichtet ist - hat doch keinen Bezug zu meinem Beitrag.


    Also sei immer schön kritisch, tolerant und schön gesund, denn ich wünsche Dir von Herzen ein langes Leben.


    Gute Nacht und bis bald


    Moonchild


    PS Was die AIDS Problematik angeht stimme ich Dir in allen Punkten zu, nur wie gesagt in dem obigen Ton würde ein Afrikaner nicht mit dir reden wollen.

  7. #7
    PA
    Gast

    Re: ???


    Hallo Moonchild,


    auch nur ganz, ganz kurz.


    >es war keinerlei Angriff gegen Dich.




    Ich habe deine Bemerkungen auch nicht als Angriff gegen mich gewertet.


    Im Übrigen bin ich eben noch nicht fertig mit meiner Antwort gewesen, sondern eher mitten drin. Sobald ich damit 'durch' bin, wirst du besser verstehen, wie ich es meine.


    Freundliche Grüße sendet dir Paul.

  8. #8
    PA
    Gast

    Tacheles.


    Hallo Moonchild,




    Nochmal zurück zu unserer "Tacheles"-Diskussion.


    >Ja "tacheles" wenn eine Vertrauensbasis da ist ok, wenn nicht muss diese erst aufgebaut werden und im übrigen kann es viel helfen geschundene Menschenseelen mit einem Trostpflaster (wenn es Opium ist, dann natürlich nicht) zu helfen, sie aufzubauen und den Boden für weiteres so zu bereiten.


    Bevor ich beginne, möchte ich zuerst einmal erwähnen, dass ich sehr wohl erkenne worauf du hinaus willst, was du mir sagen willst. Ich verstehe sehr gut die positive Motivation, die hinter deiner Mitteilung steht. Und ich gebe dir sogar Recht bei vielen Punkten in diesem Zusammenhang, habe aber gewisse Gründe, wieso ich mich trotzdem nicht für die von dir vorgeschlagene Methode entscheide, sondern einen völlig anderen Weg einschlage. Ich werde im Folgenden versuchen meine Gründe dafür darzulegen.


    Du bist für Freundlichkeit, Nettigkeit, Sympathie, usw.


    Ich entscheide mich bewusst dagegen!


    Denn mit dieser, im Grunde sehr sinnvollen Einstellung und Vorgangsweise, kannst du JEDEN gewinnen! Die Inhalte sind in diesem Fall dann völlig zweitrangig.


    Mit der Nettigkeitsmasche wirst du zum Seelenfänger. Besonders dort, wo es um Weltanschauungen, Esoterik, Religion, usw. geht.


    Und dies lehne ich strikt ab!


    Was du vorschlägst ist der "einfache" Weg, und ich halte nichts von "einfachen" Wegen.


    Die einfachen Wege sind die breit ausgetretenen Wege. Es sind die Wege die Gedanken, Handlungen und Überzeugungen vertreten, die eh schon von den meisten Menschen vertreten werden, ganz unabhängig davon, ob sie sinnvoll sind oder ob es sich um Unsinn handelt. Was du vorschlägst ist der Weg des Populismus!


    Wozu braucht man denn eine "Neue Esoterik" wenn man so weiter macht wie bisher? Man schreibt oben "Neue Esoterik" drauf, aber unter der Haube bleibt alles beim alten!


    So etwas ist sinnlos, da brauche ich keine "Neue Esoterik" auszurufen, da kann ich gleich beim Alten bleiben!


    Ich habe keine Lust zum Seelenfänger zu werden! Ich werde nicht "nett" zu den Leuten sein. Ich entscheide mich bewusst für einen anderen Weg.


    Ich bin lieber "spröde". Vielleicht sogar eine Spur zu "spröde" - zu wenig nett.


    Was überzeugend sein muss, sind die Inhalte die ich vertrete, nicht meine Freundlichkeitsmasche.


    Ich kenne sie alle, diese Techniken um Menschen zu manipulieren, sie für einen günstig zu stimmen, sie einzufangen und nicht mehr los zu lassen! Ich weiß sehr genau was ich dazu tun müsste, wie ich meine Beiträge formulieren müsste, um dieses Ziel zu erreichen.


    Aber ich weigere mich solche Methoden anzuwenden. Ich werde diese Methoden der Manipulation bewusst nicht verwenden.


    Natürlich kenne ich das NLP Gebot: pacing & leading! Aber ich wende es bewusst nicht an.


    Natürlich kenne ich die erste Maxime einer jeden Psychotherapie: nämlich die Schaffung einer Vertrauensbasis, von Empathie. Aber ich bin weder ein Psychotherapeut, noch ein Guru, Berater oder ähnliches, und ich strebe diese oder ähnliche Tätigkeiten auch in keinster Weise an.


    Natürlich ist es auf diese Weise schwieriger, die Inhalte auch wenn sie sinnvoll sind, "rüber" zu bringen.


    Wenn etwas richtig und sinnvoll ist, dann schließen sich die meisten Menschen automatisch früher oder später solchen Meinungen an, dazu ist es nicht nötig, sie besonders zuvorkommend oder nett zu behandeln. Der Grund dafür, dass sie die Meinung übernehmen ist in diesem Fall nicht eine zwischenmenschliche Interaktion sondern ihre eigene Auffassung, dass es sich um Sinnvolles handelt.


    Wenn es eine leichte und eine schwierige Route auf die Eiger Nordwand gibt, dann kann es manchmal aus bestimmten Gründen sinnvoll sein, die schwierige, langsame, aufreibende und gefährliche Route zu nehmen.


    Der leichte Weg kann sehr oft auch der schlechte Weg sein.


    Und in diesem Fall wäre es der schlechtere Weg.


    Wenn dasjenige, was ich hier vertrete bzw. anstrebe sinnvoll und richtig ist, dann wird es sich über kurz oder lang durchsetzen. Und zwar in diesem Fall nicht weil ich nett zu den Menschen bin und eine Art Kult aufbaue, sondern weil die Inhalte, Methoden, Konzepte und Prinzipien richtig sind und zu guten, erwünschten und verwertbaren Resultaten führen.


    Dass es auf diese Art länger dauern kann, bis dies der Fall ist, nehme ich gerne in Kauf.


    Und wenn die Leute mich dadurch eher mit zwiespältigen Gefühlen beurteilen, anstatt mich unter "Hoch"-Rufen auf ihren Schultern durch die Gegend zu tragen, dann kann mir das nur recht sein. Schließlich geht es mir nicht um meine Person, sondern es geht mir um Ansichten, Aktivitäten und Einstellungen, die ich für wichtig und richtig halte.


    >>99% aller Esoteriker begnügen sich mit einer völlig unzureichenden Eso-Lyrik. Einer Schwafelei, einem Jonglieren mit leeren Worthülsen, die einzig dazu geeignet sind, ein momentanes, kurzes, angenehmes Gefühl zu erzeugen. Sie begnügen sich damit, weil sie "nichts Besseres" haben. Ein Narr begnügt sich auch mit seiner Zipfelmütze. (Oder mit den Narrenkappen seiner Mitmenschen.)


    >und erreichen damit oft sehr viel, hinterfragen und entwickeln sich weiter,


    Nein !!!


    Wie soll sich jemand aufgrund falscher Ansichten weiterentwickeln können? Ganz im Gegenteil, es wird immer alles noch schlimmer! Ein Mensch der falsch Ansichten vertritt, entwickelt sich nicht weiter, sondern er geht in eine vollkommen falsche Richtung.


    Dir scheint nicht klar zu sein, wie sehr sich falsche Ansichten katastrophal auf das Leben eines Menschen und auf seine Umgebung auswirken!

    Diese Ansichten, die ich hier im Forum kritisiere, BEWIRKEN, dass es den Menschen schlecht geht. Und immer noch schlechter! Diese Ansichten BEWIRKEN, dass sich ihr negativer, schlechter Zustand stabilisiert. Dass er zur Gewohnheit wird.


    Das einzige Gegenmittel dazu sind nicht Trostpflaster wie du vorschlägst, sondern das einzig wirksame Gegenmittel ist das ABLEGEN der fehlerhaften Ansichten. Und das einzige Mittel dazu ist das WISSEN, dass es sich um fehlerhafte Ansichten handelt und die Einsicht, AUF WELCHE ART diese fehlerhaften Ansichten negative Folgen im Leben des Betreffenden auslösen.


    Solange jemand der Ansicht ist, dass es sich bei seiner Ansicht um eine richtige Einstellung handelt, weil er nicht in der Lage ist, den Prozess zu durchschauen, auf welche Art diese Einstellung in der Welt wirkt und sich im Endeffekt kontraproduktiv auf sein eigenes Leben und auf das Leben der Menschen die ihm nahe stehen, auswirkt, solange wird er dieser falschen Ansicht auch ausgeliefert sein, ohne jemals zu einer Lösung zu kommen.


    Wenn ich also hier im Forum versuche, eine falsche, fehlerhafte Ansicht als solche zu entlarven, dann hat das absolut nichts mit Arroganz zu tun!


    Eine fehlerhafte Ansicht ist eben eine fehlerhaft Ansicht, sie wirkt sich gemäß der in ihr enthaltenen Fehler negativ auf das Leben desjenigen Menschen aus, der sie vertritt, der sich mit ihrer Hilfe sein Leben gestaltet.


    Wenn man einer solchen fehlerhaften Ansicht entgegentritt, dann ist das einfach nur "normal", hat also mit Arroganz nicht das mindeste zu tun.




    Freundliche Grüße sendet dir Paul.

  9. #9
    S.I.
    Gast

    Re: Tacheles.


    >Hallo Moonchild,

    >

    >Nochmal zurück zu unserer "Tacheles"-Diskussion.

    >>Ja "tacheles" wenn eine Vertrauensbasis da ist ok, wenn nicht muss diese erst aufgebaut werden und im übrigen kann es viel helfen geschundene Menschenseelen mit einem Trostpflaster (wenn es Opium ist, dann natürlich nicht) zu helfen, sie aufzubauen und den Boden für weiteres so zu bereiten.

    >Bevor ich beginne, möchte ich zuerst einmal erwähnen, dass ich sehr wohl erkenne worauf du hinaus willst, was du mir sagen willst. Ich verstehe sehr gut die positive Motivation, die hinter deiner Mitteilung steht. Und ich gebe dir sogar Recht bei vielen Punkten in diesem Zusammenhang, habe aber gewisse Gründe, wieso ich mich trotzdem nicht für die von dir vorgeschlagene Methode entscheide, sondern einen völlig anderen Weg einschlage. Ich werde im Folgenden versuchen meine Gründe dafür darzulegen.

    >Du bist für Freundlichkeit, Nettigkeit, Sympathie, usw.

    >Ich entscheide mich bewusst dagegen!

    >Denn mit dieser, im Grunde sehr sinnvollen Einstellung und Vorgangsweise, kannst du JEDEN gewinnen! Die Inhalte sind in diesem Fall dann völlig zweitrangig.

    >Mit der Nettigkeitsmasche wirst du zum Seelenfänger. Besonders dort, wo es um Weltanschauungen, Esoterik, Religion, usw. geht.

    >Und dies lehne ich strikt ab!

    >Was du vorschlägst ist der "einfache" Weg, und ich halte nichts von "einfachen" Wegen.

    >Die einfachen Wege sind die breit ausgetretenen Wege. Es sind die Wege die Gedanken, Handlungen und Überzeugungen vertreten, die eh schon von den meisten Menschen vertreten werden, ganz unabhängig davon, ob sie sinnvoll sind oder ob es sich um Unsinn handelt. Was du vorschlägst ist der Weg des Populismus!

    >Wozu braucht man denn eine "Neue Esoterik" wenn man so weiter macht wie bisher? Man schreibt oben "Neue Esoterik" drauf, aber unter der Haube bleibt alles beim alten!

    >So etwas ist sinnlos, da brauche ich keine "Neue Esoterik" auszurufen, da kann ich gleich beim Alten bleiben!

    >Ich habe keine Lust zum Seelenfänger zu werden! Ich werde nicht "nett" zu den Leuten sein. Ich entscheide mich bewusst für einen anderen Weg.

    >Ich bin lieber "spröde". Vielleicht sogar eine Spur zu "spröde" - zu wenig nett.

    >Was überzeugend sein muss, sind die Inhalte die ich vertrete, nicht meine Freundlichkeitsmasche.

    >Ich kenne sie alle, diese Techniken um Menschen zu manipulieren, sie für einen günstig zu stimmen, sie einzufangen und nicht mehr los zu lassen! Ich weiß sehr genau was ich dazu tun müsste, wie ich meine Beiträge formulieren müsste, um dieses Ziel zu erreichen.

    >Aber ich weigere mich solche Methoden anzuwenden. Ich werde diese Methoden der Manipulation bewusst nicht verwenden.

    >Natürlich kenne ich das NLP Gebot: pacing & leading! Aber ich wende es bewusst nicht an.

    >Natürlich kenne ich die erste Maxime einer jeden Psychotherapie: nämlich die Schaffung einer Vertrauensbasis, von Empathie. Aber ich bin weder ein Psychotherapeut, noch ein Guru, Berater oder ähnliches, und ich strebe diese oder ähnliche Tätigkeiten auch in keinster Weise an.

    >Natürlich ist es auf diese Weise schwieriger, die Inhalte auch wenn sie sinnvoll sind, "rüber" zu bringen.

    >Wenn etwas richtig und sinnvoll ist, dann schließen sich die meisten Menschen automatisch früher oder später solchen Meinungen an, dazu ist es nicht nötig, sie besonders zuvorkommend oder nett zu behandeln. Der Grund dafür, dass sie die Meinung übernehmen ist in diesem Fall nicht eine zwischenmenschliche Interaktion sondern ihre eigene Auffassung, dass es sich um Sinnvolles handelt.

    >Wenn es eine leichte und eine schwierige Route auf die Eiger Nordwand gibt, dann kann es manchmal aus bestimmten Gründen sinnvoll sein, die schwierige, langsame, aufreibende und gefährliche Route zu nehmen.

    >Der leichte Weg kann sehr oft auch der schlechte Weg sein.

    >Und in diesem Fall wäre es der schlechtere Weg.

    >Wenn dasjenige, was ich hier vertrete bzw. anstrebe sinnvoll und richtig ist, dann wird es sich über kurz oder lang durchsetzen. Und zwar in diesem Fall nicht weil ich nett zu den Menschen bin und eine Art Kult aufbaue, sondern weil die Inhalte, Methoden, Konzepte und Prinzipien richtig sind und zu guten, erwünschten und verwertbaren Resultaten führen.

    >Dass es auf diese Art länger dauern kann, bis dies der Fall ist, nehme ich gerne in Kauf.

    >Und wenn die Leute mich dadurch eher mit zwiespältigen Gefühlen beurteilen, anstatt mich unter "Hoch"-Rufen auf ihren Schultern durch die Gegend zu tragen, dann kann mir das nur recht sein. Schließlich geht es mir nicht um meine Person, sondern es geht mir um Ansichten, Aktivitäten und Einstellungen, die ich für wichtig und richtig halte.

    >>>99% aller Esoteriker begnügen sich mit einer völlig unzureichenden Eso-Lyrik. Einer Schwafelei, einem Jonglieren mit leeren Worthülsen, die einzig dazu geeignet sind, ein momentanes, kurzes, angenehmes Gefühl zu erzeugen. Sie begnügen sich damit, weil sie "nichts Besseres" haben. Ein Narr begnügt sich auch mit seiner Zipfelmütze. (Oder mit den Narrenkappen seiner Mitmenschen.)

    >>und erreichen damit oft sehr viel, hinterfragen und entwickeln sich weiter,

    >Nein !!!

    >Wie soll sich jemand aufgrund falscher Ansichten weiterentwickeln können? Ganz im Gegenteil, es wird immer alles noch schlimmer! Ein Mensch der falsch Ansichten vertritt, entwickelt sich nicht weiter, sondern er geht in eine vollkommen falsche Richtung.

    >Dir scheint nicht klar zu sein, wie sehr sich falsche Ansichten katastrophal auf das Leben eines Menschen und auf seine Umgebung auswirken!

    >Diese Ansichten, die ich hier im Forum kritisiere, BEWIRKEN, dass es den Menschen schlecht geht. Und immer noch schlechter! Diese Ansichten BEWIRKEN, dass sich ihr negativer, schlechter Zustand stabilisiert. Dass er zur Gewohnheit wird.

    >Das einzige Gegenmittel dazu sind nicht Trostpflaster wie du vorschlägst, sondern das einzig wirksame Gegenmittel ist das ABLEGEN der fehlerhaften Ansichten. Und das einzige Mittel dazu ist das WISSEN, dass es sich um fehlerhafte Ansichten handelt und die Einsicht, AUF WELCHE ART diese fehlerhaften Ansichten negative Folgen im Leben des Betreffenden auslösen.

    >Solange jemand der Ansicht ist, dass es sich bei seiner Ansicht um eine richtige Einstellung handelt, weil er nicht in der Lage ist, den Prozess zu durchschauen, auf welche Art diese Einstellung in der Welt wirkt und sich im Endeffekt kontraproduktiv auf sein eigenes Leben und auf das Leben der Menschen die ihm nahe stehen, auswirkt, solange wird er dieser falschen Ansicht auch ausgeliefert sein, ohne jemals zu einer Lösung zu kommen.

    >Wenn ich also hier im Forum versuche, eine falsche, fehlerhafte Ansicht als solche zu entlarven, dann hat das absolut nichts mit Arroganz zu tun!

    >Eine fehlerhafte Ansicht ist eben eine fehlerhaft Ansicht, sie wirkt sich gemäß der in ihr enthaltenen Fehler negativ auf das Leben desjenigen Menschen aus, der sie vertritt, der sich mit ihrer Hilfe sein Leben gestaltet.

    >Wenn man einer solchen fehlerhaften Ansicht entgegentritt, dann ist das einfach nur "normal", hat also mit Arroganz nicht das mindeste zu tun.

    >

    >Freundliche Grüße sendet dir Paul.


    Moin!

    Interessant ist, dass so ein Plädoyer - wo es gerade noch um Kontraproduktivität ging - immer die Möglichkeit, die ursprüngliche Intention ins Gegenteil zu verkehren, in sich birgt.

    Ob es dagegen wohl ein Rezept gibt?.....



  10. #10
    Jenny
    Gast

    Re: Tacheles.


    Hi Paul, hi alle


    Ich kenne sie alle, diese Techniken um Menschen zu manipulieren, sie für einen günstig zu stimmen, sie einzufangen und nicht mehr los zu lassen! Ich weiß sehr genau was ich dazu tun müsste, wie ich meine Beiträge formulieren müsste, um dieses Ziel zu erreichen.




    Wenigstens gibst du es zu.





    Aber ich weigere mich solche Methoden anzuwenden. Ich werde diese Methoden der Manipulation bewusst nicht verwenden.




    Ah! Du hast es schon getan. Vielleicht unbewußt?










    >Wenn dasjenige, was ich hier vertrete bzw. anstrebe sinnvoll und richtig ist, dann wird es sich über kurz oder lang durchsetzen. Und zwar in diesem Fall nicht weil ich nett zu den Menschen bin und eine Art Kult aufbaue, sondern weil die Inhalte, Methoden, Konzepte und Prinzipien richtig sind und zu guten, erwünschten und verwertbaren Resultaten führen.




    Das ist nicht zwangsläufig. Leider gibt es viele gute Ideen, die sich nicht durchsetzen. Schlicht und ergreifend, weil es den Menschen erstens an adäquater Information mangelt und zweitens, weil sie gar keine Zeit haben um sich damit zu befassen. (-->Bedürfnispyramide)






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