Als Antwort auf: Re: Fortsetzung: Zum Begriff 'real'; Re: Lebenskraft als Teil eines Ordnungssystems geschrieben von R.B. am 05. Mai 2005 11:48:43:
Hallo R.B.,
>Folgendes Begriffspaar bringst Du zusammen, das ich nicht zusammen bringen kann:
>materiell - feinstofflich
>Das ist der eigentliche Punkt des Interesses,
Oops!
Das ist der Hauptpunkt deines Interesses? Ich dachte eigentlich, dass es dir um die Entwicklung des Konzeptes der Lebenskraft als Ordnungssystem geht!
Deshalb habe ich auch bei unserer Diskussion so weit ausgeholt. Ich dachte, es geht dir um das Aufstellen eines neuen Konzeptes, was natürlich nicht einfach ist.
Und ich wollte dir eine Hilfestellung zu diesem Unternehmen leisten. Sozusagen als die "Wand" beim Squash-Spiel, von der der Ball wieder zurückspringt, um den Ball im Spiel zu halten.
>an dem ich Dich gerne aus der Reserve locken würde
Da gibt’s nichts "aus der Reserve zu locken". Die Antwort ist sehr einfach und leicht zu geben ...
>Ich hoffe sehr, dass Du unsere Neugier in nicht all zu ferner Zukunft befriedigen wirst.
Da es sich hier nicht um eine Neuentwicklung sondern nur um eine Beurteilung eines schon vorhandenen Systems handelt, hättest du die Antwort auf diese Frage schon sehr viel früher haben können.
>Auf der Grundlage welches esoterischen Weltbilds bist Du dazu in der Lage die Begriffe „feinstofflich“ und „materiell“ zusammenzubringen?
Die Antwort darauf ist sehr einfach. (Es handelt sich übrigens nicht um mein esoterisches Weltbild, sondern nur um ein sehr verbreitetes.)
So wie Bardon, aber auch z.B. Yogananda und Yukteswar, die drei Hauptebenen konzipiert, könnte man von einem dreifach "gestapelten" Materialismus sprechen! Zum Schluss kommt noch ein "Zuckerguss" GOTT darüber, und fertig ist der Schöpfungs-Kuchen!
Was meine ich mit "dreifach gestapelter Materialismus"?
Beim Materialismus wird davon ausgegangen, dass sich alle Lebensvorgänge in einem Substrat abspielen, das "Materie" genannt wird. Was die "Materie" eigentlich ist weiß zwar niemand so genau, aber wir kennen eine große Anzahl von Eigenschaften dieser Materie. Neben dieser Materie scheint es noch einige andere wichtige Prinzipien zu geben, wie z.B. Raum und Zeit. Und auch Energie. Aber bei der Energie scheint es sich nur um einen besondere Spielart der Materie zu handeln, bzw. umgekehrt, scheint die Materie eine Art "eingefrorene" Energieart zu sein.
Wenn man jetzt die "Astral" und "Mental" -Ebene bzw. -Welt nimmt, dann wird dasselbe Prinzip mit einigen Abwandlungen auch auf diese anderen Hauptebenen übertragen.
Eine dieser Ebenen soll für die Gefühlswelt, also für Gefühle zuständig sein, die andere für die Gedanken.
Auch in der Astralwelt gibt es eine Art Materie, ein Substrat, einen Stoff, in dem sich die Gefühle abspielen. Die Gefühle "sind" sozusagen aus diesem Stoff hergestellt. Je nach verschiedener esoterischer Spielart sind die Bezeichnungen für diesen "Stoff" verschieden, für manche ist es das "Astral-Licht", für andere der "Astraläther", bei manchen ist es die Lebenskraft, Prana, Chi usw., für andere das Od oder das elektrische und magnetische Fluid der Astralwelt, oder die 4 Astralelemente.
Genauso wie es in der "grobstofflichen" Welt hat dieser Stoff eine qualitative und eine quantitative Seite. Der quantitative Aspekt ist dem energetischen Aspekt analog.
So wie es in der "grobstofflichen" Welt Adern und Venen gibt, die für eine Verteilung bestimmter wichtiger materieller Bestandteile im Körper des Menschen sorgen, genauso gibt es für diese feineren Stoffe, für diese "feinstofflichen" Bereiche Verteilernetze, die den menschlichen Körper durchziehen, die "Nadis" genannt werden. Dabei gibt es Verteiler, Regulations und ev. auch Umwandlungs- Schaltstellen, so ähnlich wie im grobstofflichen Herz, Leber, Niere, etc., die Chakras.
Ein gravierender Unterschied ist, dass es das wichtige Prinzip der Zeit auf der Astralebene nicht gibt, immerhin ist das Raum Prinzip noch weiterhin vorhanden.
Das Ganze wiederholt sich auf der Mental-Ebene, die für Gedanken zuständig sein soll. Auch dort gibt es analog zur "grobstofflichen" und astralen Ebene einen Mentalstoff, in dem sich die Gedanken abspielen, die Gedanken sind sozusagen aus diesem Mentalstoff aufgebaut. Auch hier haben wir wieder den quantitativen und den qualitativen Anteil. Die Mentalebene soll zeit und raumlos sein.
Diese 3 verschiedenen Ebenen sollen über Zwischenglieder miteinander verbunden sein, die von Bardon "Matrize" genannt werden, also die Mental- und die Astralmatrize.
Nach Yukteswar "hängt" die grobstoffliche Ebene "unter" der Astralwelt wie die Gondel unter dem Zeppelin, und die Astralwelt auf gleiche Art unter der Mentalwelt. (Wahrscheinlich nur als Analogie gedacht.) Die jeweils "tiefere" Welt ist dabei jedes Mal sehr viel "kleiner" (weniger umfangreich) wie die jeweils höhere Ebene.
Alles in allem handelt es sich um eine recht "materialistische" Auffassung über die Zusammensetzung bzw. den Aufbau der Welt.
Freundliche Grüße von Paul.



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für den Hinweis auf Platon, das war das fehlende Glied in der Kette. Ich werte gerade Literatur aus und versuche das in einen schönen Zusammenhang zu bringen, wird wohl erst nächste Woche werden.


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