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Thema: Universelle Naturgesetze? (@ R.B.)

  1. #1
    Simon Magus
    Gast

    Universelle Naturgesetze? (@ R.B.)


    Hi R.B.




    (>ich habe mal aus Interesse die Magie-Definitionen verschiedener Autoren untersucht:

    >...H.E.Douval - erklärt alles, was wissenschaftlich noch nicht geklärt ist, zur Magie.

    ***

    Wenn man über etwas diskutiert muß man natürlich klären was man unter den Worten versteht die man benutzt, sonst redet man aneinander vorbei.


    Die Definition von Douval ist für mich halb richtig:

    Magie ist die Lehre der universellen Naturgesetze, auch derer die wissenschaftlich allgemein anerkannt wurden (in so fern, sie richtig erkannt wurden).

    Beispiel: auch moderne Naturwissenschaftler wissen um das Wirken des "elektrischen und magnetischen Fluids" (auch wenn sie es etwas anders benennen), der Wechselwirkung dieser Kräfte und dem Zusammenhang mit elektro-magnetischen Wellen. Allerdings ist ihr Verständnis noch sehr begrenzt (und auf der Grundlage "moderner Mathematik" kann sich da auch nichts grundlegendes ändern), weil sie nur um das Wirken dieser Grundkräfte auf der materiellen Ebene und vom Quantitativen Standpunkt wissen.)




    >Bardon - mit Abstand die dämlichste, weil vollkommen nichtssagend

    ***

    Stell einem Ur-menschen einen Computer hin, welcher den Wissensspeicher von Physik, Mathematik, Biologie,... der 8.Klasse beinhaltet. Der wird dreimal mit der Keule drauf hauen, dann vielleicht sich an der Tastatur einen Schneidezahn ausbeißen und dann zu dem Ergebnis kommen:

    "Ahuga-hage-huga..." = "Computer sind mit Abstand das dämlichste, weil...!"

    Es kommt halt immer auf den Standpunkt an!




    >Universalgesetze - durch wen für wen gegeben? Durch wenn oder was vermessen?

    ***

    Jetzt unabhängig davon ob Bardon`s Bücher einen Menschen, mit der richtigen Einstellung, behilflich sein können die universellen Naturgesetze besser zu verstehen:

    Ich sehe die Natur. Wo man hinschaut sieht man Gesetzmäßigkeit (einfache mathematischer Formeln die erstaunlich genau das Gravitationsgesetz; Hebelgesetz; Zusammenhang zwischen Stromstärke, Spannung und Widerstand, ... beschreibt). Wenn man sich noch mehr mit den Gesetzmäßigkeit beschäftigt (man bedenke nur in wievielen Zusammenhängen Pi und der Goldene Schnitt vorkommt!), erkennt man immer deutlicher Übergreifende Gesetze welche mehrere Untergesetze als Spezialfall beinhalten.

    Es ist nicht erwiesen, aber ich halte es deshalb zu mindestens für naheliegend, daß

    - alles in der Welt gesetzlich ist und

    - alle Gesetze sich auf ein, oder einige wenige "Universalgesetz(e)" reduzieren lassen.


    Bardon halte ich unter anderem zu gute, daß ich durch ihn den Zusammenhang erkannt habe, zwischen dem Vorgehen das Grundgesetz zu erkennen und Selbsterkenntnis/Selbstvervollkomnung/Gedankenleere/...

    Nehmen wir z.B. einen durchschnittlichen Uni-Mathe-Prof. Er ist zu meist so einseitig kopflastig, daß er erste mal ein paar Jahrzehnte Bardon/WWA/Stufe I absolvieren müßte um beim Thema "universelle Naturgesetze" auch nur mitreden zu können.


    Durch wen/was diese Grundgesetze gegeben sind...?

    Auch ich kann dir die Frage nicht abschließend beantworten.

    Zur Zeit denke ich: die grundlegenden Naturgesetze beruhen auf sich selbst, sind unerschaffen/ ewig = Gott ...

    (wenn man das so bedenkt: es ist schon ein Wunder das es die Welt überhaupt gibt und erst recht wie sie ist!)


    >Das ist das, was Paul Trivial-Esoterik nennt.

    ***

    Da bin ich ja mal gespannt. Wenn ich Paul richtig verstehe geht er auch von universellen Naturgesetzen aus (wie auch fast alle Naturwissenschaftler). Anderes würde mich überraschen.




    Simon Magus



  2. #2
    R.B.
    Gast

    Re: Universelle Naturgesetze? (@ R.B.)


    Hallo Simon Magus,


    Ich denke, Dir ist schon klar, dass ich nicht eine Woche lang, 24 Stunden am Tag überlegt habe, ob ich meine Bemerkung abschicke oder nicht. Aber ehrlich, die Zeit hätte ich schon ganz gerne.

    Naja, egal.


    Der eigentliche Anlass meiner Antwort ist ein Anderer.

    Ich möchte mich für die harschen Worte entschuldigen, die ich immer mal wieder gegenüber Bardon und den Bardonianern wähle, und versuchen zu erklären, was mich dazu verleitet.

    Zunächst eins:

    Natürlich fühle ich mich Bardon und seinen Schriften näher, als seinen exoterischen Kritikern, zumal es insbesondere im WWA einiges wirklich Gutes und Bedenkenswertes zu entdecken gibt.

    Das ist eine Frage des grundsätzlichen Standpunkts. Was mich aber wirklich stört ist, dass niemand sonst eine so grosse Gemeinde heilsgläubiger Jünger hat, wie er. Dabei will ich aber keinesfalls übersehen, dass es eine ganze Menge Leute gibt, die mit Bardon so umgehen, wie es sich gehört, nämlich wohlwollend kritisch.

    Was ich Bardon vorwerfe, sind nicht die inhaltlichen Fehler, die gibt es bei anderen auch zu Hauf. Was ich ihm vorwerfe ist, dass er bewusst so formuliert und argumentiert, dass sich diese heilsgläubige Klientel zwangsläufig einstellt, und dass er nach Kräften verschleiert, dass auch sein Werk nicht die Folge himmlischer Eingebung ist, sondern entstand, weil er, wie alle anderen auch, in einer inhaltlichen und z.T. persönlichen Tradition stand.


    Zwei Beispiele dazu:


    Bardon zitiert in wörtlicher Rede und in Anführungsstrichen den letzten Satz aus Crowleys Gesetz von Thelema. Aber er gibt keinen Hinweis auf den Autor. Es ist aber eine historische Tatsache, dass sein persönlicher Freund Quintscher Ende der Zwanziger genau zu der Zeit Kontakt sowohl zu OTO und SF hatte, als sich Crowley häufig in Berlin aufhielt, und mit diesen Leuten ständig zusammentraf. Ob es damals auch zu einem Treffen im Beisein von Bardon kam, ist nicht belegt. Belegt hingegen ist, dass Bardon 1930 einen Schriftverkehr mit Crowley hatte, in dem er um die Rechte bat, „Magick in Theorie und Praxis“ in seine Muttersprache übersetzen zu dürfen. Crowley lehnte im Hinblick auf Bardons mangelhaftes Englisch ab.

    Ebenfalls sicher ist, dass Bardon vom damaligen OTO-OHO Metzger 1956 in der Tschechoslowakei besucht wurde. In wie weit Metzger am Schmuggel der WWA-Manuskripte nach Freiburg beteiligt war, ist nicht ganz geklärt.


    Die Übernahme der Dämonenlisten von Abraham von Worms wurde hier im Forum früher schon diskutiert. Ich habe damit kein Problem. Aber warum verschleiert er seine Quellen?


    Bardon äussert sich an verschiedenen Stellen eindeutig positiv zum klassischen Thema der Magie, der Selbstvergottung. Dem Thema, an dem sich beispielsweise auch die geballte Kritik der Kirchen an der Magie festmacht. An anderen Stellen erweckt er aber den Eindruck, als gäbe es einen persönlichen Gott, dessen Führsorge wir uns anvertrauen können. Auch die absolute Gleichsetzung von Magie und Mystik zielt in diese Richtung.



    Dazu kommt noch der wirklich hochgestochene und selbstherrlische Stil, der nichts anderes zum Ziel hat, als auf messiahnische Weise zu überzeugen, und Anhänger zu finden.


    Ich jedenfalls ziehe die Autoren vor, die Selbstzweifel und innere Zerrissenheit erkennen lassen:

    von Fortune über Crowley bis, ich hoffe, er verzeiht mir diese Gesellschaft, Paul Allen.


    Wer glaubt, dass er von einer "Wanderung im Astralkörper" im "Jenseits" auf ein real existierendes Jenseits, also auf eine Daseinsebene die der Mensch nach seinem Tod betritt, schließen darf, der irrt sich eben. Je naiver und unreflektierter ein solcher Praktikant ist, umso leichter wird er zu einem vorschnellen Urteil in dieser Hinsicht verleitet.

    Ein Beispiel für eine klassische Fehlinterpretation eines okkult/mystischen Zustandes ist das Erleben der "Einheit mit der ganzen Existenz" mit dem "Weltall" mit dem "Sein". Solche Erlebnisse können von sehr intensiver subjektiver Eindrücklichkeit sein! Trotzdem gibt es nicht den mindesten Hinweis darauf, dass diese Erlebnisse irgendeine Relevanz in Bezug auf die objektive Realität haben. Ich spreche also solchen Erlebnissen den Realitätscharakter ab. Es gibt zwar zahlreiche Behauptungen verschiedenster Autoren, die vom Gegenteil sprechen, all diese Behauptungen halten einer genauen Überprüfung aber nicht stand.

    Es ist mir klar, dass weder ich noch irgendein anderer Autor in der Lage sein wird, Naivität und Wunschdenken auszurotten. Religionen und Esoterik werden also weiterexistieren. Das soll mich auch nicht weiter stören.

    PA in seinem einleitenden Aufsatz zur Bardon research-site


    Wer so schreibt, hat mit grosser Wahrscheinlichkeit ein anderes Verständnis zu den „Universalgesetzen“, als Du es Dir erhoffst. Und der Satz: „In Wahrheit ist die Magie eine heilige Wissenschaft“ (WWA) würde ihm wohl nie über die Lippen kommen.


    Ich gehe sogar soweit, zu behaupten, dass Selbstzweifel und innere Zerrissenheit der Nährboden sind, auf dem wirklicher magischer Fortschritt entstehen kann, keinesfalls aber die gläubige Anhängerschaft zu einer Lehre, welcher auch immer.

    Wir wären alle einen grossen Schritt weiter, wenn wir uns gegenseitig eingestehen würden, dass wir alle im Nebel stochern, die einen mit ein bisschen mehr Erfahrung, die anderen mit ein bisschen mehr theoretischem Wissen.

    Dass wir im Nebel stochern, und damit nicht aufhören können, das unterscheidet uns doch gerade von den „Hier und Jetzt“-Materialisten.

    Und weil es gerade hierher passt: Ich habe grosse Sympathie für den Versuch Gesellschaftskritik mit Esoterik zu verbinden, wie das LL tut.

    Auch hier erschreckt mich lediglich der über jeden Zweifel und Einwand hinweg gehende Absolutheitsanspruch.




    Viele Grüsse

    R.B.



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