Frei nach


„drei dauerhafte Schätze“ von LaoTse (Auszug)


„Alle Welt sagt, mein Glaube sei zwar groß,

Ich aber sei unbedeutend und gering.

Doch je mehr Glaube in Erscheinung tritt,

desto unbedeutender wird die Person.


Für Euch, die ihr etwas bedeuten und gelten wollt,

für Eure Wirklichkeit scheint es unbrauchbar.

Doch Eure Wirklichkeit ist nicht

Verwirklichung des Wesentlichen.

....................

....................“


Lao Tse spricht in diesem Vers von Tao und nicht von Glauben. Tao wird in anderen intuitiven Versen des Tao Te King als nicht vorstellbar umschrieben. Wer zu solchen Umschreibungen den eigenen inneren Schlüssel (Zugang, Entsprechung) findet, sucht nicht nach Erklärungen sondern erfährt sie im Zusammenhang mit sich selbst. Anders ausgedrückt, er sucht nicht nach vorhandenen Worten und Formen. Seine Substanz selbst formt die Gedanken zur Antwort.

Jeder Mensch besitzt dieses Vermögen, weil wir und unsere Welt aus der gleichen Substanz geschöpft wurden. Den Zugang dazu verwehren uns die Formen und Namen der Welt, die uns vom ursprünglichen Denken abhalten.

Im Vers von Lao Tse habe ich das formenleere, nicht greifbare Schlüsselwort „Tao“ durch die Wortform „Glauben“ ersetzt. Das Wort „Glauben“ entfacht in uns Vorstellungswolken, die sich nach allen Seiten ausdehnen. Dadurch verbiegen wir diesen Vers unbewusst in unsere Vorstellungswelt.

Zu „Tao“ haben wir (normalerweise) keine Assoziation bzw. verbinden keine Vorstellung damit. Entweder wenden sich unsere Gedanken lustlos anderen Impulsen unserer Sinne zu oder werden stiller. Letzteres gibt unserem inneren Schlüssel die Chance, an dieser Stelle, die Tür zur inneren Wahrnehmung zu öffnen.


Dieser Vorgang kann heutzutage auch mit Medikamenten stimuliert werden. Zu Nebenwirkungen kann ich keine Auskunft geben. Nach meiner nicht vorurteilslosen Einschätzung findet hierbei eine Stärkung oder Erkrankung der Persönlichkeit statt und das steht einer Abwendung von den Täuschungen dieser Welt im Weg.


Meint kohle