Grußgewohnheiten im Iran
Teheran - Am 8. Oktober fand in Teheran ein Fußballspiel zwischen Iran und der BRD statt. Während man sich jedoch in den bundesdeutschen Nachrichten weitestgehend auf Berichte konzentrierte, die darauf hinwiesen, daß für dieses Spiel zeitweilig eigens einige gesellschaftliche Tabus des islamischen Gottesstaates außer Kraft gesetzt wurden, indem man im Stadion Rockmusik spielte und eine Laserschau zeigte und sogar einigen weiblichen Fußballfreunden den Zutritt zu den Zuschauerrängen gestattete, blieb eine Kleinigkeit an Rande des Spielgeschehens nahezu gänzlich unbeachtet. Das Stadion war mit mehr als 100.000 Zuschauern übervoll. Als die Deutsche Nationalhymne erklang, schwenkte die Kamera in den iranischen Block, der ein paar schwarz-rot-goldene Fahnen präsent hatte. Sämtliche Iraner in diesem Riesenblock hoben zur freudigen Begrüßung der Deutschen den rechten Arm. Die Kamera hielt das fest. Der ZDF-Reporter war baff: „Haben Sie das gesehen, meine Damen und Herren? Die grüßen hier mit dem Hitlergruß! .... “
Sehr offensichtlich ist im Iran immer noch die Bewunderung der Deutschen vorhanden, vor allem für das Deutschland in der Zeit von 1933 bis 1945. In dieser Zeit hatte die nationalsozialistische Regierung in Berlin in Reza Schah Pahlavi, dem Vater des letzte Schah des Iran, Mohammad Reza Pahlavi, den größten Bewunderer überhaupt. Die Spuren aus dieser Zeit, vor allem der damalige große Einfluß der Deutschen ist immer noch überall sichtbar (Bau der Trans-Iranischen Eisenbahn, Bau der Universität Teheran, Aufbau der Industrie usw. usf.). In der BRD-Einheitspresse und im Fernsehen herrschte jedoch nach dem Vorfall totales Schweigen.
Lediglich die "Junge Welt" schrieb ein wenig dazu:
"Dafür setzte die zuständige Regie ganz auf qualitative Bildproduktion durch Auswahl der Livekamera. Die läppischen 200 Frauen unter den gut 100 000 Zuschauern waren mehrfach im Bild, zudem wurden in einer längeren Sequenz während der deutschen Hymne iranische Zuschauer gezeigt, die massenhaft den Hitlergruß darboten. Zwar sprach ZDF-Kommentator Belà Rethy aus, was er in diesem Moment sah, doch ansonsten interessierte sich hierzulande kaum jemand dafür. Wenn die These vom im arabischen Raum aufgrund seiner »historischen Verdienste« wohlgelittenen Deutschen noch eines Belegs bedurfte – hier war er. Mindestens so ekelhaft wie die Geste ist das weitgehende Totschweigen dieser Vorgänge im bundesdeutschen Medienwald."
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In diesem Sinne



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