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Thema: NS Tauschbörse im Internet

  1. #1
    MMM
    Gast

    NS Tauschbörse im Internet


    Neonazi-Tauschbörse im Internet

    Die Nutzer einer neonazistischen Tauschbörse im Internet haben Zugriff auf das gesamte Spektrum brauner Musik.


    von Rudolf Kleinschmidt


    Sie nennen sich "SS-Scharfschütze18", "Negerschreck", "Brauner Terrorist" oder "Judentöter88" - Mitglieder des neonazistischen Peer-to-Peer-Netzwerks "Volkermord", in dem eine dreistellige Zahl von Neonazis rechtsextreme und rassistische Dateien jeglicher Art tauscht. Weit über die Hälfte der aktiven Nutzer kommt dabei aus Deutschland, stark vertreten sind auch Schweden und Polen. Beworben wird das Netz über die Website "Volkermord - for a dying race", die zudem Speicherplatz, einen Bannertausch und eine Topliste für Neonazi-Webseiten beinhaltet. Das Ziel der aus Deutschland und Schweden stammenden Betreiber ist eine Vereinigung "arischer Menschen mit wahrem nationalsozialistischen Glauben zu einer internationalen Freundschaft" und der Kampf "gegen die weltweite Zerstörung der arischen Rasse und Kultur, unseres Lebensstils, unserer Geschichte und unseres Geburtsrechts durch die jüdische Seuche". Gestaltet wurde der Internetauftritt vom schwedischen Neonazi Eddie Pafvelsson alias "IOR". Pafvelsson, einer der Operatoren der Tauschbörse, leistet derzeit seinen Wehrdienst bei der schwedischen Armee und präsentiert sich im WWW in Uniform vor einer Hakenkreuzfahne. Martialischer scheint nur "Darksoldat", ein deutscher 20-jähriger Skinhead, der sich mit mit Schnellfeuergewehr in der Hand und Sätzen wie "Wir müssen gegen unsere jüdische Regierung kämpfen" präsentiert.


    Neben umfangreicher NS-Symbolik bietet die Website neonazistische Videos und Musikdateien zum Download an, die als "Appetizer" für den eigentlichen Zweck dienen sollen - eine von Neonazis betriebene virtuelle Tauschbörse zu bewerben, über die eine rechtsextreme Web-Community fast ausschließlich Neonazi-Materialien in Dateiform im Terabyte-Bereich tauscht. (Das entspricht einer Menge von 1500 Daten-CDs; 1 Terabyte = 1024 GB, 1 GB = 1024 MB, eine CD umfasst bis zu 700 MB an Daten). Das Netzwerk wird betreut von Skinheads aus Schweden und Deutschland. Unter ihnen ist neben dem genannten "Darksoldat" der 24-jährige Skinhead Timo aus Worms (Pseudonym: Wormser1488) und der 22-jährige "NordicFire" aus Berlin. Letzterer ist einer der maßgeblichen Operatoren in diesem Netzwerk, in dem "WP Musik/Metal", "keine Nigger-Musik" und keine Pornos/Kinderpornos" getauscht werden sollen. Die Operatoren folgen aber nicht den selbst gegebenen Regeln. So sind unter den über 19 000 Dateien, die "NordicFire" freigibt, Filme wie "Bruce Allmächtig", "JackAss - The Movie", "Pulp Fiction" oder "Schindlers Liste" sowie diverse ebenfalls dem Urheberrechtsschutz unterliegende Bücher in digitalisierter Form. Das Gros der Dateien sind jedoch auch bei ihm neonazistische Musiktitel im MP3-Format, darunter zahlreiche indizierte und beschlagnahmte Tonträger von Bands wie "Störkraft", "Radikahl", "Kraftschlag", "Zillertaler Türkenjäger" sowie "Landser", unter anderem "Ran an den Feind" oder "12 doitsche Stimmungslieder".

    Zahlreiche indizierte Titel im Angebot


    Die Nutzer des Peer-to-Peer-Netzes ermöglichen einen Zugriff auf das gesamte Spektrum rechtsextremer Musik samt aller denkbaren musikalisch-subkulturellen Grauzonen. Bis zu 500 und mehr Alben verschiedenster Szene-Bands im MP3-Format samt zugehörigen Coverbildern sind ebensowenig eine Seltenheit wie Nazi-Propagandafilme und Musikvideos vom NS-Hetzfilm "Der ewige Jude" über Konzertmitschnitte einschlägiger Bands wie "Skrewdriver" und "Landser" bis hin zu den rassistischen "Kriegsberichter-Videos" des einschlägig bekannten NS88-Versands. Weitere Tauschobjekte sind Spiele wie "KZ-Manager Millenium", "KZ-Rattenjagd" oder "Ethnic Cleansing" der US-amerikanischen National Alliance. Auch braune Literatur ist zu finden von "Mein Kampf" über revisionistische Bücher wie Wilhelm Stäglichs "Auschwitz-Mythos", über Jan van Helsings antisemitische "Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert" bis hin zu den rassistischen Turner-Diaries.


    Die virtuelle neonazistische "Volkermord"-Tauschbörse basiert auf normaler Webtechnologie, ist aber im Gegensatz zu üblichen File-Sharing-Programmen auf einen engen Benutzerkreis angelegt: Ohne Kenntnis der Adresse des "Volkermord"-Servers ist kein Zugang zur Tauschbörse möglich. Für Neonazis ist das geradezu ideal und ermöglicht es, im Internet unbeachtet von der allgemeinen Diskussion um Peer-to-Peer-Netzwerke eine Tauschbörse aufzubauen, über die ausschließlich braune Inhalte gehandelt werden sollen.

  2. #2
    frog of war
    Gast

    Re: NS Tauschbörse im Internet


    >Neonazi-Tauschbörse im Internet

    >Neben umfangreicher NS-Symbolik bietet die Website neonazistische Videos und Musikdateien zum Download an, die als "Appetizer" für den eigentlichen Zweck dienen sollen - eine von Neonazis betriebene virtuelle Tauschbörse zu bewerben, über die eine rechtsextreme Web-Community fast ausschließlich Neonazi-Materialien in Dateiform im Terabyte-Bereich tauscht. (Das entspricht einer Menge von 1500 Daten-CDs; 1 Terabyte = 1024 GB, 1 GB = 1024 MB, eine CD umfasst bis zu 700 MB an Daten). Das Netzwerk wird betreut von Skinheads aus Schweden und Deutschland. Unter ihnen ist neben dem genannten "Darksoldat" der 24-jährige Skinhead Timo aus Worms (Pseudonym: Wormser1488) und der 22-jährige "NordicFire" aus Berlin. Letzterer ist einer der maßgeblichen Operatoren in diesem Netzwerk, in dem "WP Musik/Metal", "keine Nigger-Musik" und keine Pornos/Kinderpornos" getauscht werden sollen. Die Operatoren folgen aber nicht den selbst gegebenen Regeln. So sind unter den über 19 000 Dateien, die "NordicFire" freigibt, Filme wie "Bruce Allmächtig", "JackAss - The Movie", "Pulp Fiction" oder "Schindlers Liste" sowie diverse ebenfalls dem Urheberrechtsschutz unterliegende Bücher in digitalisierter Form.


    "Schindlers Liste" auf einer Nazi Seite - das ist Ironie!!

    Ein generell interessanter Artikel. Schade nur, dass manche klugen Köpfe ihre ganze Energie in ein Projekt stecken, das zwar in die entgegengesetzte, aber auch wieder EXTREME, Seite geht.

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