Gedanken zu den Erläuterungen von Swami Prabhupada zur Bhagavad-Gita
Ich möchte in diesem Forum die Gelegenheit nutzen, meine Gedanken zur Bhagavad-Gita (B-G) wiederzugehen. Mal sehen wie weit ich komme. Einmal habe ich die B-G schon für mich durchgearbeitet. Hinter diesen Worten steht für mich die gleiche Wahrheit wie hinter den Lehren Jesus, Buddhas und Laotses.
1. Kapitel
Vers 1:
Es wird hier gesagt, man solle die B-G mit Hilfe eines Geweihten prüfend lesen und frei von subjektiv motivierten Interpretationen verstehen.
Das Lesen dieser heiligen Schrift ist für mich manchmal wie das Ein- und Ausatmen einer riesigen und gleichzeitig sehr zarten Freude. Unter subjektiv motivierten Interpretationen verstehe ich die Produktpalette eigener (also subjektiver) Gedanken, deren Gebilde sich aus meiner Veranlagung, meinem inneren Erbe, meinem Umfeld und Sinnenswahrnehmungen heraus Umwölken. Wer bin ich? Wer ist es, der interpretiert, umwölkt ist, agiert und dies alles gleichzeitig beobachtet? Wichtig ist für mich der beobachtende Aspekt. Denn er kann zwischen den Bewegungs-, Denk- und Gefühlswiederholungen einerseits und der unergründlichen Sehnsucht in mir andererseits unterscheiden. Diese Sehnsucht leuchtet u.a. in mir, wenn sie mit einer Schrift wie die B-G berührt wird.
Beim Lesen nehmen meine Sinne (Augen) auf. In der Gedankenwelt werden die Worte zu Wunderwesen verzaubert. Und hier setzt die Mahnung ein, die B-G frei von subjektiven Projektionen zu empfangen. D.h., aufmerksam und bewusst lesen, und dabei in Kontakt mit der innersten Sehnsucht bleiben. Das ist keine meditative Haltung sondern Hingabe an die innerste Sehnsucht. Aufmerksamkeit und Bewusstheit sind dabei erforderlich, um nicht in die Gedanken und Träume meiner unbewussten Kreisläufe abzudriften. So kann das von hoher Wahrheit durchdrungene Wort ziemlich unverfälscht durch blockierende Gedanken und Gefühle zur innersten Sehnsucht vordringen. Die Berührung mit der innersten Sehnsucht findet im Herzen statt. Ein dabei anwesender Geweihter unterstützt dabei die Botschaft zum Herzen. Denn seine Gedanken, Gefühle, seine Sehnsucht und das Ur-Leuchten allen Lebens sind untrennbar durch einen Silberfaden verbunden.
Weiterhin wird in Vers 1 folgendes berichtet:
Dhrtarastra will seine Neffen vom Familienerbe ausschließen und beansprucht die Herrschaft für seine Söhne. Bei der heiligen Pilgerstätte Kuruksetra stellen sich seine Söhne und Neffen zum Kampf gegeneinander auf. Kuruksetra ist der Ort, an dem der Herr erschien. Dhrtarastras Sohn Duryodhana gilt als scheinheilig. Die Neffen Arjuna und dessen Bruder sowie ihr Führer Yudhistiras gelten als fromm.
Gedanken hierzu, übertragen auf den einzelnen Menschen:
Auch im Menschen gibt es eine heilige Stätte, an der wir dem göttlichen begegnen können. Dieser Berührungspunkt liegt im Herzen. Einem Menschen, den seine innere religiöse Sehnsucht zu diesem inneren Pilgerort drängt, wird sich ebenfalls ein Heer von Mächten in seinen Weg stellen. Es ist der Selbstbehauptungsdrang meiner Persönlichkeit, welcher die Macht über mein Begehren, Denken, Wollen und Handeln beansprucht. Sie herrscht mit aller List, Ängstlichkeit und Gewalt dieser Natur.
Die Sehnsucht nach Gott und die Begierde nach Leben sowie die Angst vor dem Tod stehen sich unversöhnlich gegenüber.
Namaste, Grüß Gott (in Dir)
kohlchen



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