Selbstzweifel


In Vers 8 des Kapitels 2 der Bhagavad-Gita klagt Arjuna sein Leid, dass er mit keiner irdischen Möglichkeit los werden kann.


Irdisches Leid ist Seelenleid. Es ist das Leid tiefster unerfüllbarer Sehnsucht in uns. Denn diese ursächlich tiefe Sehnsucht kann durch kein menschliches Glück gestillt werden. Diese Sehnsucht ist unveränderlich in uns. Menschliches Glück verändert sich jedoch ständig. Allein die gesetzmäßigen Rahmenbedingungen des Kreislaufes von Geburt, Alter, Krankheit und Tod holen uns immer wieder in diese Unruhe zurück. Wir müssen die Gemütsschwankungen aus dieser Unruhe solange durchleben, bis unsere Erfahrungen keine Orientierung an subjektiven und gesellschaftlichen Werten mehr finden. In dieser Verfinsterung werden wir einen Lichtschimmer aus den unendlichen Weiten der Hoffnung wahrnehmen, der unsere Ur-Sehnsucht stillen kann.


Arjuna war bereits ein Gottgeweihter. Er kannte dieses Licht als Freund Krsnas. Doch seine irdischen Wertvorstellungen schieben sich immer wieder zwischen ihn und Krsna, bis sie sich im Licht auflösen. An der Depression Arjunas kann gesehen werden, dass dieser Prozess sehr schwer zu ertragen ist. Aber er ist notwendig, um den sich nach Erlösung Sehnenden von allen Anhaftungen zu befreien. Diese Befreiung ist nicht mit dem menschlichen Willen möglich. Der menschliche Wille muss im Willen Krsnas aufgehen. Das erzeugt gewaltige Widerstände in uns. Die sich dagegen aufbäumende Persönlichkeit wird durch das Licht Krsnas geläutert. Zerreißt sie dabei den inneren Faden zum Licht, so wird sie in den Kreislauf von Geburt und Sterben sowie in das Zermahlen der inneren Unruhe zurückgeworfen. Dann erhält die Seele durch weitere Erfahrungen die Möglichkeit, sich von dieser Persönlichkeit oder nach einer nächsten Reinkarnation zu befreien. Der Sinn irdischen Lebens besteht darin, von Krsna getrennte Seelen durch das eigene Opfer ihrer Leih-Persönlichkeiten zu befreien. Nur unsere Persönlichkeit kann mit der Hilfe des Lichtes von Krsna die Seele von der sie erdrückenden Unwissenheit befreien.


Meint kohlchen


Hinweis (nicht nur) für christlich orientierte Leser:


Mit Intuition und Gelassenheit kann die Lichtreichung Krsnas als Jesus Christus übersetzt werden. Desweiteren kann das Neue Testament als eine aktuelle westliche Version der Bhagavad-Gita gelesen werden. Der Anlauf zu solch einem Bewusstseinssprung gelingt ebenfalls nur im Krsna-Licht bzw. dem Christus in uns. Auch das ist ein Läuterungsprozess im Sinne obiger Interpretation.


Meint kohlchen